69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

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jan
Julio Matchlesias
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69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von jan »

Vorbehaltlich näherer Prüfung habe ich mich vor ca. anderthalb Jahren schwer in dieses Bike verkuckt - und jetzt steht sie für einen schmalen Kurs zum Verkauf. Sie läuft sehr gut, hat zumindest einen deutschen TÜV-Prüfbericht und war bislang in den NL zugelassen (angeblich seit Erstzulassung - hat auch einen km-Tacho).

Bis auf die Ochsenaugen und `ne Boyer-Zündung (beides von den jetzigen Eigentümern umgebaut) soll sie original sein. Auch die originale Kurbelwellenlagerung ist noch drin.

Ich weiß, ich werde es bereuen - aber ich fürchte, ich muss sie kaufen...
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Hanni
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von Hanni »

Die sieht doch super aus, :top:

Das wirst Du nie bereuen.. Nun tu es endlich... :bindafür: :bindafür:
Hanni

BSA what else .... ??
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Phil
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von Phil »

Moin Jan,

hehehehehe... Du kommst langsam auf den Geschmack? Hübsche Dame haste Dir da ausgeguckt...

Wobei, eine 69 ist das nicht. Sie mag in 69 zugelassen sein, aber zumindest der Motor ist aus dem Jahre des Herrn 1970. :mrgreen:
Das siehste an der Kupplungsmimik und den 3/8"-Zwölfkantmuttern an der Zylinderverschraubung. Das Dekor auf den Seitendeckeln ist aber eher 1968.

Sag' mal per PN die Fahrgestell- und Motornummern an. Die waren zumindest ab Werk gleich.

Schöne Grüße

Ph.
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jan
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von jan »

Phil hat geschrieben:Wobei, eine 69 ist das nicht. Sie mag in 69 zugelassen sein, aber zumindest der Motor ist aus dem Jahre des Herrn 1970. :mrgreen:
Das siehste an der Kupplungsmimik und den 3/8"-Zwölfkantmuttern an der Zylinderverschraubung. Das Dekor auf den Seitendeckeln ist aber eher 1968.
Siehste! Gut, dass ich die Bilder hier gepostet habe. Scheint also doch was Gefrickeltes zu sein.
Phil hat geschrieben:Sag' mal per PN die Fahrgestell- und Motornummern an. Die waren zumindest ab Werk gleich.
Werd´ ich auf jeden Fall als Nächstes erledigen! Ich hab´ bisher noch keinerlei Papiere eingesehen, das steht jetzt als Nächstes auf dem Plan. Ohne NL-Zulassungsbescheinigung kaufe ich sie eh´ nicht.

Danke schon mal für die ersten Rückmeldungen! Cheers, Jan
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Phil
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von Phil »

Wo steht denn die Dame? Soll ich mal mein geneigtes Auge drauf werfen?
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jan
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von jan »

Bei uns im Taunus, nahe Idstein... muss mal die Gebrüder befragen, wann sie Zeit für `ne Besichtigung haben.
Wäre das Veterama-Wochenende `ne Option? Abends sitzt dann noch eine recht illustre Britbike-Runde in Kelkheim zum Essen zusammen.

Das böte sich doch an, oder?!!
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Phil
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von Phil »

Ginge zur Not. Ich hab' nur mein Töchterchen dabei, die will sicher auch wieder heim... Und die kriegt ja 'nen Schock bei der illustren Runde von Moped-Jockeln...

Aber mal schauen, ggf. halt etwas früher als am Abend... Das wird schon, Jan.

Schöne Grüße

Ph.
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jan
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von jan »

Ich eruiere alles, bis spätestens Donnerstag!!

Na, das wird ja wieder ein echt unterhaltsames (Nicht-nur-)Veterama-Wochenende...
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bosn
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von bosn »

Geiles Moped.
Tät mir auch gefallen.. :zustimm:

Allerdingsbums sagen die Bilder: da wirst du in echt echt Patina erleben.
Der Teufel steckt im Detail-schau und mach dich schlau. 8) :gut:
Bos´n

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jan
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von jan »

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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von jan »

bos´n hat geschrieben:Geiles Moped.
Tät mir auch gefallen.. :zustimm:

Allerdingsbums sagen die Bilder: da wirst du in echt echt Patina erleben.
Der Teufel steckt im Detail-schau und mach dich schlau. 8) :gut:
Die sieht normalerweise besser aus. Zurzeit "gefahren und ungeputzt" und dann auch noch eingestaubt.

Mir bereitet da weniger der technische Zustand als vielmehr die Authentizität und der Papierkram Kopfzerbrechen...
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Wuselwahnwitz
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von Wuselwahnwitz »

IDIOT!!!

Du haettest die EINZIGE HODAKA Deutschlands haben koennen (mit Brief)............mir doch egal..

Thw W.

P.S. 125 cc/'draufsetzen und losfaaahn......ach ihr jaemmerlichen sterblichen.... :mrgreen: :mrgreen:
...kann aus 'nem Hundehaufen wieder 'ne Dose Chappi restaurieren..........obwohl

BOB- Best of british 2026
Am 03.10. auf/an der Radrennbahn Bielefeld


http://www.Wuselwahnwitz.com und: BOB-bestofbritish.de
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Re: AW: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von Martin »

Jan der schwer verliebte Mopedkäufer. Das hat sicher Potential für die Klassik Motorrad :mrgreen:
Wie war das mit der Bonnie seinerzeit? Schnell erkaltete Liebe.Und die CSR? "Muss haben" ist oft nur ein vergängliches Gefühl.
Schön ist so eine BSA ja. Aber ob Du damit glücklich wirst? Also für mich passz das nicht zu Jan. Jan ist ein Mann für Exoten.
Mannheim würd ich ja gerne...
When a motorcycle is actually ridden, it takes on a similar "patina" of use

Craig Vetter
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jan
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von jan »

Wuselwahnwitz hat geschrieben:IDIOT!!!

Du haettest die EINZIGE HODAKA Deutschlands haben koennen (mit Brief)............mir doch egal..
125 cc/'draufsetzen und losfaaahn......
Wusel, sorry - aber `ne 125er ist mir dann doch zu popelig. Das war mir die Sache einfach nicht wert.

Die BSA ist noch lange nicht gekauft, da wird noch manch kritischer Blick drauf geworfen und manch kritische Frage gestellt. Zumal hier ja auch bereits auf erste historische Unstimmigkeiten hingewiesen wurde.

Mannheim LÄUFT!!!
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jan
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Re: 69er Lightning - ich fürchte, meine erste BSA...

Beitrag von jan »

So, heute bin ich da angerückt. Wild entschlossen. Mit ausreichend Frischgeld im Brustbeutel. Kaufgeil.

Sie sprang gut an und wurde vom Verkäufer erst mal die Straße hoch-und-runter warmgefahren. Natürlich ohne Helm, man ist ja auf dem Dorf. Molto simpatico.

Dann war ich dran. Gasannahme so làlà. Aber doch spürbar "Puls". Der Tacho ging aber nicht.

Zurück zum Verkäufer. "Der Tacho geht nicht." "Koooo-misch, letzte Woche ging der noch." "Ja, aber jetzt geht er nicht mehr." Zu dritt systematisch vom Tacho über die Welle bis zum Antrieb am Hinterrad alle Fehlerquellen abgeklappert. Der Tachowellen-Vierkant im Tachoantrieb ist kreisrund, das Drahtgeflecht der Welle aufgedröselt wie ein oller Bowdenzug. Wie es wohl in der Vierkant-Aufnahme des Tachoantriebs aussieht?

Beiläufig schalte ich die Zündung ein und trete mal auf die Bremse. Bremslicht geht nicht. Am sehr ingeniösen Bremslichtschalter ist ein Kabel aus der - offenbar weit aufgebogenen - Kabelöse gerutscht. Beim provisorischen Kontaktherstellen haut es die Hauptsicherung raus. Immerhin, nach Erneuern der Sicherung stellt sich das Bremslicht als funktionstüchtig heraus. Kabelstrang aber deutlich zu kurz - der wird immer wieder herausrutschen.

Bei der Inspektion der Instrumente fällt die völlig verdrückte, gerändelte Überwurfmutter der Tachowelle am Tacho auf. Da waren schon hundert Mann mit der Kombizange dran. Die Verlegung der Welle von rechts unten nach links oben geht quer durch Standrohr-Gabelbrücken-Lenkkopf, die Welle mündet im 25°-Winkel von rechts hinten unten in den Tacho. Hätte man die - lang, wie sie ist - nicht gleich von links her an den Tacho heranführen können? Scheiße.
Beim Abschrauben der Welle fallen die kleinen Fassungen aus den Instrumenten, die Birnen sind mit Silikon eingeklebt.

Unterm Seitendeckel steht eine neue 12V-7Ah-Gelbatterie. Hochkant. Mit einem zugeschnittenen Styroporklotz verkeilt (Waschmaschinenverpackung?) und mit einer alten Gepäckspinne irgendwie im Rahmen verhakt. Soll alles noch gemacht werden, der originale Batteriehalter ist ja schließlich auch noch da.

Ich würde gerne mal unter die Sitzbank schauen. Wie kriegt man die auf? Nein, der Verkäufer hat die noch nie runtergebaut. Als wir endlich die beiden Halteschrauben gefunden und die Bank vom Rahmen gehoben haben, präsentieren sich die Stoßdämpferschrauben recht unterschiedlich - metrische Maße haben sie aber offensichtlich beide.
Ich lerne, dass die oberen Stoßdämpferaufnahmen offenbar (ab Werk) asymmetrisch bzw. außermittig am Rahmen verschweißt sind. Die langen Bolzen ragen von außen weit in Richtung Fahrzeugmitte, wo sie noch einen soliden Blechstreifen halten, an dem seinerseits das Schutzblech befestigt ist. Die Distanz zwischen Stoßdämpferaufnahme und Schutzblechhalterung wird durch Distanzbuchsen überbrückt, die offenbar aus Rohrmaterial handgeschnitzt sind. Eine der beiden ist so schräg abgeschnitten, dass sich der Bolzen beim anschließenden Festziehen verbogen hat.

Allerorten fällt der Blick auf metrische M8-Schrauben statt originaler 5/16"-UNF. Richtung Rahmenheck treffen sich die Lochösen der Verschraubungen von Haltebügel, hinterem Rahmenausleger und Schutzblech. Gerne hätte ich dort wenigstens auch eine M8-Verschraubung gesehen - statt gar keiner, wie vorgefunden.

Zur Ablenkung wende ich den Blick vom hinteren Teil weg und wieder nach vorne. Warum läuft eigentlich das Kabel zur Zenerdiode so komisch außenrum? Hätte man das nicht auch zwischen den Unterzügen verlegen können? Und warum baumelt die Kabelzuführung so komisch da draußen rum? Bei näherer Betrachtung hat das Kabel keinerlei Kontakt mehr zur Zenerdiode, im Kabelschuh steckt noch die (abgerissene? abvibrierte?) Kabelzunge, die eigentlich das obere Ende der Z-Diode bilden sollte. Aha, Strom (bzw. Spannung) zum Abregeln kommt dort also auch nicht mehr an.

Als ich zur Probefahrt um 11 Uhr eintraf, stand dort ein (leidlich) fahrfähiges Motorrad. Als ich um 13 Uhr wieder wegfahre, steht dort ein Motorrad mit demontierter Tachowelle, abgenommener Sitzbank, durchgeblasener Hauptsicherung und fehlender Ladestromregelung. Der Verkäufer ist mir dankbar für die wertvollen Diagnoseergebnisse.
Mein Angebot, dass Motorrad mit deutlichem Preisabschlag dennoch mitzunehmen, schlägt er aus.



Es wurde dann noch ein richtig netter Nachmittag bei mir in der Werkstatt.

Am Mercedes ist mittlerweile fast schon die Vorderachse draußen. Und auch Aisha konnte von der Bühne. Sie ist jetzt "ready for Take-off", kriegt noch TÜV und wartet auf einen treuen/neuen Eigner.

Cheers, Jan
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