Isolastic "aufrüsten"?

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Mariachi
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Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Mariachi »

Moinmoin,
nachdem ich jetzt nach ner Zylinder(&-kopf)-Überholung für nen vierstelligen Schmerzbetrag dran gehen wollte, die gute Commando wieder zusammenzubauen, wurde ich leider erneut von meiner Zwangsneurose heimgesucht und habe sie stattdessen weiter zerlegt...
Nun habe ich meine erste Scheidung hinter mir:

Bild

(nennt man doch so, oder?)

Und neue Anfängerfragen entdeckt.
Und zwar geht es um die Isolastic (im Bild ist die Hintere zu sehen)

Bild

Hab das Ganze ja mal aus Neugierde zerlegt und frage mich nun: "Das korridierte Zeugs einfetten und wieder einbauen? Oder irgendwas dran machen? Oder durch 750er Neuteile ersetzen oder auf die von der 850er aufrüsten?" (Würde nach meinen Recherchen für die Hintere dann auf so knappe 100 GBP kommen) Oder isses eh wurscht, weil die Konstruktion eh murks ist (egal ob neu oder alt)?

Was ich mich bezüglich der zerlegten Iso auch frage: Wozu sind die beiden links im Bild zu sehenden kleineren Gummidinger gut? Deren Wirkung erschließt sich mir nun gar nicht.
Während die Größeren ja theoretisch noch die Vibrationen dämpfen könnten, hängen die Kleinen doch eigentlich nur in der Luft rum, oder?
Kann das jemand für nen Vollprofilaien erklären?
Bei der Vorderen krieg ich die Gummiröhrchenräderdinger gar nicht erst aus dem Rohr herausgezogen...
Und wo wir schon dabei sind: Am Zylinderkopf ist bei mir noch die Silentgummi-Konstruktion verbaut.
Irgendeine Headsteady-Aftermarket-Konstruktion verbauen? Wenn ja, welche? Die aus Schöneck z.B.? http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... 0341887487 oder die originale der 850er? Lohnt das wirklich, oder isses hauptsächlich ne Glaubensfrage?

Und ein drittes Bild hätt ich auch noch:

Bild

Da ist ja links noch ne gegossene Nummer zu sehen. Was will uns diese denn sagen? Weiß das zufällig jemand?
Und das "M" neben der eingeschlagenen Nummer - wofür steht denn das?
Sind jetzt keine wichtigen Fragen, aber vielleicht hat ja jemand ne Ahnung.

Ach ja, und noch ne Frage: Wo die Norton schon mal so zerlegt ist - gibt es etwas, was sich jetzt zu überprüfen/machen anbieten würde, da sie schon mal in den Zustand ist?
Schwinge abmontieren/prüfen? Gabelbrücken abmachen? (Wobei ich das schon versucht hab, die mistige Mutter sich allerdings weigerte, sich zu drehen...)

So, das wars jetzt aber.
Ich hoffe, ich kann beim nächsten mal mit Motorradbildern aufwarten, und nicht mit noch mehr Einzelteilen. Wollte das Mopped ja eigentlich im Frühjahr/Sommer wieder fahren...

Grüße
Matthias
Higgins
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Higgins »

Moin Namensvetter !

Hast Du dich schon mit Norton Motors.de also Joe Seifert in Verbindung gesetzt ?

Der kann Dir auch was zu den Nummern sagen.

Hast Du ein Handbuch ?

Was hast Du am Motor machen lassen, daß es an einen vierstelligen Betrag kam ?

Zu den Isolastics hinten: eine Frage des Budgets: rein äußerlich sieht das noch gut aus-ansonsten gleich die Mk III-Isolastic rein.

Wenn Schwinge und Gabel nicht wackeln bzw. ölen, würde ich es mal laufen lassen.

Es ist eine Frage, was Du gleich investieren willst.

Zum headsteady schau bei Norvilmotorcycles nach.

Gruß
Matthias :mrgreen:
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Tim
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Tim »

Mariachi hat geschrieben:Hab das Ganze ja mal aus Neugierde zerlegt und frage mich nun: "Das korridierte Zeugs einfetten und wieder einbauen? Oder irgendwas dran machen? Oder durch 750er Neuteile ersetzen oder auf die von der 850er aufrüsten?"
Der Wechsel auf die einstellbaren Isos a la MkIII lohnt sich, man ist das Shimmen los.
Was ich mich bezüglich der zerlegten Iso auch frage: Wozu sind die beiden links im Bild zu sehenden kleineren Gummidinger gut? Deren Wirkung erschließt sich mir nun gar nicht.
Während die Größeren ja theoretisch noch die Vibrationen dämpfen könnten, hängen die Kleinen doch eigentlich nur in der Luft rum, oder?
Das sind die Endanschläge, sollte der Motor eintsprechend weit in den primären Gummis gezappelt haben.
Bei der Vorderen krieg ich die Gummiröhrchenräderdinger gar nicht erst aus dem Rohr herausgezogen...
Das ist mal wieder eine Frage des korrekten Werkzeugs.
Und wo wir schon dabei sind: Am Zylinderkopf ist bei mir noch die Silentgummi-Konstruktion verbaut.
Irgendeine Headsteady-Aftermarket-Konstruktion verbauen? Wenn ja, welche?
Da läuft doch grade ein entsprechender Thread zu....
Da ist ja links noch ne gegossene Nummer zu sehen. Was will uns diese denn sagen?
Teilenummer des Gußrohlings. Wofür die eingeschlagenen Buchstaben stehen, weiß wahrscheinlich nur der, der sie eingeschlagenen hat. Vermutlich soll es irgendwie bedeuten, dass es ein Ersatzteil ist.
Ach ja, und noch ne Frage: Wo die Norton schon mal so zerlegt ist - gibt es etwas, was sich jetzt zu überprüfen/machen anbieten würde, da sie schon mal in den Zustand ist?
Ich würde in dem Status den Rahmen, die Gabelbrücken und den cradle machen lassen, wenn auch nur ein Hauch von Gammel zu entdecken ist. Strahlen und dann geschmacksgetrieben pulvern bzw. lackieren mit entsprechendem Korrosionsschutz, dann ist an der Front ruhe.
Schwinge abmontieren/prüfen? Gabelbrücken abmachen? (Wobei ich das schon versucht hab, die mistige Mutter sich allerdings weigerte, sich zu drehen...)
Sind noch Kugellager im Lenkkopf? Dann raus damit und Kegelrollenlager rein, das dürfte eine der preiswertesten Verbesserungen sein, die man machen kann.


Tim
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Mariachi
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Mariachi »

Hallo nochmal.
Und vielen Dank erstmal, Namensvetter & Tim,

Ja, ein Handbuch hab ich natürlich.
Das mit den Nummern war nur so interessehalber. Die eingeschlagene Nummer ist die Rahmen/Motornummer, nur das M daneben konnt' ich mir nicht erklären. Is aber auch nicht so wichtig.
Das die gegossene Nummer die Teilenummer ist ist natürlich einleuchtend. ...jetzt wo du es sagst...
Das mit den kleinen Isolastic-Gummis ist zwar auch einleuchtend, aber doch sehr verwunderlich, dass der Motor im Rahmen solche Wege zurücklegen darf.

Hm.... machen lassen hab ich... ich tipps mal eben ab:

Ventile entnehmen
Zylinder vermessen
4V-Führungen entnehmen
s.a. ausziehen, da Ausbrüche (??)
_________________
80€

2x Brennraum reinigen
_________________
15€

2 V.-führugssitze aufarbeiten
4 übermaß V-Führungen auf Maß bringen, einsetzen und zum Schaft reiben
_________________
90€

Ventile montieren
_________________
20€

Krümmergewinde instandsetzen
_________________
125€

Zylinder bohren und hohnen
_________________
130€

4 Ventilsitze fräsen
_________________
110€

+Teile:
Kolben 200€
Ventilfedern 30€
Ventile 85€
Ventilführungen o/s 110€
Auspuffsterne 40€

Tjoah, und da warens vier Stellen vor dem Komma... Ob das nun günstig ist oder sauteuer vermag ich nicht zu beurteilen.
Tut natürlich schon weh, so ein Betrag. Aber bin ja froh, dass was vorangeht.

Ich höre also eine Kaufempfehlung für die MK3 Isolastics raus. Shimmen hört sich schon so scheiße an, das will ich nicht haben.
Aber was ich bei den Norvils nicht ganz verstehe sind die vielen verschiedenen Isolastic-Kits, die die anbieten.
FULL INTERNAL ASSEMBLY (Bsp. 066130A) unterscheiden sich von den anderen wohl dadurch, dass die Gummi-Staubkappen mit dabei sind.
Aber was ist der Unterschied zwischen MK3 (Bsp. 067116) und dem conversion kit (Bsp. 066130)? Heißt das, dass bei mir (72er) nur das Conversion Kit passen würde, und die orichinale MK3-Iso nicht passt?

Wirklich sinnvoll ist so eine Umrüstung vermutlich nur, wenn beide Isolastics UND Headsteady getauscht werden, nehm ich an?

Gabelbrücken machen - ja, das würde ich auch gern.
Wenn ich die mistigen Dinger nur abbekommen würde.
Gibts da irgendwie anderweitige Tricks um die Mutter unten am Lenkkopf aufzukriegen, als Sicherungsblech aufbiegen, Mutter immer wieder in Caramba einweichen und feste drehen? Muss ich vielleicht noch n Knöppsche drücken? Das Ding bewegt sich ja wirklich überhaupt gar nicht. Bis jetzt... Oder bin ich womöglich an der ganz falschen Stelle?
Immer diese blöde 34mm Schlüsselweite... wie an der Gabel oben...
Hab nix gesagt... Hab ja leider noch nicht mal ne 34er Nuss im Kasten...

Zum Kugel-/Kegelrollenlager: Wo krieg ich denn das Kegelrollenlager her? War das in den späten 850ern verbaut? Oder sucht man da im Industrielagerfachmarkt was passendes aus? Das wär blöd, da würd ich sicherlich daneben greifen...

Besten Dank und viele Grüße
Matthias
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Phil
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Phil »

Lass' mich mal raten....

Herr W. aus G.? :mrgreen:
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Tim
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Tim »

Mariachi hat geschrieben:Aber was ich bei den Norvils nicht ganz verstehe sind die vielen verschiedenen Isolastic-Kits, die die anbieten.
Nach meiner letzten Bestellung bei Les E. kann ich den nicht mehr wirklich empfehlen, die Hälfte war übeler Müll. Dann lieber Mick Hemmings, und da Joe S. ja Eigentümer von AN ist, kann man eigentlich auch gleich bei ihm anfragen - immerhin macht er in letzter Zeit ja ein wenig Tammtamm um fernöstlichen Müll und dass seine Qualität besser wäre.
Wirklich sinnvoll ist so eine Umrüstung vermutlich nur, wenn beide Isolastics UND Headsteady getauscht werden, nehm ich an?
Nein, man bekommt auch die alte Iso-Variante in den Griff, das hat wenig mit der Funktion, sondern eher mit der Bequemlichkeit zu tun. Das Headsteady ist hauptsächlich eine Sache der Funktion.
Gibts da irgendwie anderweitige Tricks um die Mutter unten am Lenkkopf aufzukriegen, als Sicherungsblech aufbiegen, Mutter immer wieder in Caramba einweichen und feste drehen?
Heizpistole an die Sonne und gib ihm, ordentlicher Schlagschrauber an einem ordentlichen Kompressor ....
Immer diese blöde 34mm Schlüsselweite... wie an der Gabel oben...
Hab nix gesagt... Hab ja leider noch nicht mal ne 34er Nuss im Kasten...
Tu' Dir selbst einen Gefallen und besorg Dir die korrekten Zoll-Nüsse. Das sind keine Unsummen und das Gewürge mit grade noch so passenden metrischen Nüssen tut es auf Dauer eh nicht.
Zum Kugel-/Kegelrollenlager: Wo krieg ich denn das Kegelrollenlager her? War das in den späten 850ern verbaut? Oder sucht man da im Industrielagerfachmarkt was passendes aus?
Erster Link ....

Ein 6205er Lager ist metrisch und hat die Maße 25x52x15, das ist sehr nahe dran an einem Kegelrollenlager 30205, IIRC habe ich die damals verbaut. Die Lagerbrückem kommen damit minimal weiter auseinander, das muss man ggf. ausgleichen, wenn man eine Gabelverkleidung dran hat.


Tim
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Towner
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Towner »

Gibts da irgendwie anderweitige Tricks um die Mutter unten am Lenkkopf aufzukriegen, als Sicherungsblech aufbiegen, Mutter immer wieder in Caramba einweichen und feste drehen? Muss ich vielleicht noch n Knöppsche drücken? Das Ding bewegt sich ja wirklich überhaupt gar nicht. Bis jetzt... Oder bin ich womöglich an der ganz falschen Stelle?
Immer diese blöde 34mm Schlüsselweite... wie an der Gabel oben...
Hab nix gesagt... Hab ja leider noch nicht mal ne 34er Nuss im Kasten...
Hi,
diese Mutter löst man am besten, wenn das Vorderrad noch drin und der Lenker drauf ist. Hast Du keinen vernünftigen Engländer ? Wenn Du bei den Lagern unsicher bist, ruf besser Joe Seifert an.

Das Getriebnebenwellenlager ist noch ein Thema, ansonsten würde ich mal die Primärkette prüfen, wenn Du schon so weit alles auseinander hast.

Gruß Ralf
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Klaus Monning
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Klaus Monning »

Hallo, alle zusammen,
ja, die Isolastic, ich höre schon die Argumente der Federbettfraktion. "braucht man nicht, wenn ein Fahrwerk gut ist, absoluter Blödsinn usw. usf". Wir kennen die Argumente. Auch ich hatte das Vergnügen mit einer Atlas. Meine vibrierte übrigens nicht, komisch. Dafür gibt es übrigens Zeugen: Peter Weiglet und Frank Just. Meine Intension für die Commando war das irsinnige Gewicht des Federbettrahmens: ca. 19kg ohne Schwinge. Ein Manx- oder gar Lowboy- Rahmen fiel aus, wo soll ich dafür Papiere herbekommen, wenn ich keine "normale" Dominator habe?
Also gut: ISOLASTIC.
Eigentlich ganz einfach. Von der Seite gesehen als Dreieck statisch absolut stabil. Die unteren Aufhängungspunkte sind klar aber der Headsteady. Wir erhalten über das quer zur Fahrtrichtung in Schräglagen vorhande Abrollen des Reifens ein Moment in die Motor- Getriebe- Schwingeneinheit, die von den unteren beiden ISOLASTIC- Aufhängungen nicht aufgefangen werden können. Bei Unebenheiten kann das schon ganz schön große Momente und somit Querkräfte am Headsteady erzeugen. Dieses führt zu dem berühmten Rühren der Commando. Also muss ein 3. Punkt dazu: Der "Headsteady". Da allerdings die Gummipuffer in ihrer Längsachse kompressibel sind, gerät das ganze doch in Schwingungen. Außerdem: Wer kann garantieren, dass die beiden unteren Aufhängungen immer schön mit der oberen (dem Headsteady) fluchtet? Wenn da etwas nicht fluchtet, bekommen wir bei den PTFE- Scheiben Kantenträger, was auch nicht gesund ist. Ich sah mir daraufhin einmal den Norvil- Headsteady an, der allerdings Fluchtungsfehler auch nicht ausgleichen kann. Außerdem schien mir die ganze Chauce ganz schön flimmsig. Ich baute mir also auf Basis des Norvil- Gerätes meinen eigenen mit Langlöchern für die am Kopf befindlichen Befstigungsschrauben. Wer Zeichnungen will, kann gegen einen kleinen Unkostenbeitrag (ist ja schließlich mein Know How und meine Arbeit) von 10,00€ Zeichnungen, eine Stückliste bekommen. Machen müsst Ihr's dann aber selber. Einmal für mich selbst reicht. Ich habe ja nur Chinesen- Maschinen. Die anliegenden Fotos machen die Funktion deutlich denke ich.
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Tim »

Klaus Monning hat geschrieben:Außerdem: Wer kann garantieren, dass die beiden unteren Aufhängungen immer schön mit der oberen (dem Headsteady) fluchtet?
Wenn diese Granittische nicht so verflucht teuer und kellerinkompatibel wären, Spaß würd's ja machen ...... :wink:

Wenn dann das vordere Lager nicht an zwei so spillerigen Röhrchen hängen würde, würde man es vermutlich sogar merken beim fahren.



Tim
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Klaus Monning »

Hallo Tim,
komisch, die Engländer wie Dave Potter oder auch heut' zutage Mick Hemmings fahren auch recht flott mit dem Commado- Zeugs. Es muss also doch irgendwie funktionieren. Übrigens, Franz Schleifer will die ISOLASTIC komplett tot legen (wollte ich nicht, könnte ich aber). Dann muss aber die dicke Alu- Platte an der die Fußrasten hängen schön drin bleiben. Hier werden nämlich alle Vibrationen und Kräfte schön über 4 Schraubverbindungen pro Seite in den Rahmen geleitet. Dynamisches Wuchten der Kurbelwelle auf ca. 80% und pinibles Auswiegen der oszylierenden und rotierenden Massen ist dann aber unabdingbar. Der Commandorahmen ist nämlich kein Federbett- Rahmen.
Gruß
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Tim »

Klaus Monning hat geschrieben:komisch, die Engländer wie Dave Potter oder auch heut' zutage Mick Hemmings fahren auch recht flott mit dem Commado- Zeugs. Es muss also doch irgendwie funktionieren.
Klar funktioniert die Isolastic, ich meinte eigentlich nur, dass der Aufwand, der da bei der "World's Straightest Commando" betrieben wird, um die von Dir hinterfragte Rechtwinkligkeit bzw. Parallelität der beteiligten Achsen und Flächen von der geringen Steifigkeit insbesondere der unteren Verbindung von Rahmen zu Motor unterlaufen wird.
Übrigens, Franz Schleifer will die ISOLASTIC komplett tot legen (wollte ich nicht, könnte ich aber).
Wobei ich mich da immer noch frage, was das soll. Es gibt doch genug Rahmen (Du hast ja selbst eine Seeley) für den Motor, die für eine starre Anbindung gedacht sind, warum sollte man da ausgerechnet das, worauf der Commando-Rahmen ausgelegt ist, rausbasteln und in Kauf nehmen, dass die konstruktiv so nicht vorgesehene Krafteinleitung das Ding zerstört? Franz will mit dem Ding doch Rennen fahren, oder?


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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Klaus Monning »

HalloTim,
nee, will er nicht. Als ich das letzte Mal Kontakt zu ihm hatte, sagte er mir, er wolle sich eine für die Straße bauen.
Übrigens, die Seeley war einmal. Schau Dir mal den vorderen Aufhängungspunkt der Motor- Getriebe- Einheit an. das ist nichts, absolut garnichts. Trotzdem habe ich noch kein Motorrad mit einer ähnlich guten Straßenlage gefahren, übrigens auch kein Federbett (ich hate mal 'ne ATLAS). Leider musste sie weichen. Das Rolling-Chassis ging nach Belgien. Die Motor / Getriebe- Einheit ist in meiner Commando. Hoffentlich fährt sie bald. Die erste Funktionsprobe zur Tankstelle zum Reifenpumpen mit dem Nummernschild meiner Yamaha hat sie jedenfalls überlebt. Wenn's etwas wärmer wird und ich die Zeit hab' hol ich mir ein Probefahrtkennzeichen. Dann muss ich mich um TÜV, Papiere usw. kümmern.
Gruß
Klaus
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Tim »

Mariachi hat geschrieben:Zum Kugel-/Kegelrollenlager: Wo krieg ich denn das Kegelrollenlager her? War das in den späten 850ern verbaut? Oder sucht man da im Industrielagerfachmarkt was passendes aus? Das wär blöd, da würd ich sicherlich daneben greifen...
Ich hab dazu nach des Bäckman charmanten Hinweis nochmal ein bisschen rumgegrübelt, deswegen doch noch ein Kommentar dazu: Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Konstruktionen bei der Commando, die alte Version bis zu den Pre-71er Commandos mit Konuslager (ähnlich wie Shimano-Fahrradnaben) und die spätere Commando-Version mit einer Fest-Los-Lagerung mit zwei Rillenkugellagern.

Die erste Version kann man IMHO ziemlich problemlos und gleichwertig (böse formuliert gleichermaßem minderwertig) gegen Kegelrollenlager bzw. wie schon von Alexander gesagt noch besser gegen Schrägkugellager tauschen. Letztere gibt es auch in einer bei den meisten Herstellerns 2RS genannten mit einer Lippendichtung versehenen Version. Die Kegelrollenlager bauen wie schon gesagt axial etwas länger, da muss man sich mit der Abdichtung was einfallen lassen. Die Vorspannung wird mit der Mutter unter der oberen Gabelbrücke eingestellt, die obere Gabelbrücke mit der oberen Hutmutter "kontert" das ganze dann. Wenn man es sauber einstellt, ist das okay, allerdings ist das Problem grade bei dieser Art der Lagerung mit Kegelrollenlagern, dass man die tierisch anknallen kann und die Gabel immer noch leichtgängig ist - und dann hat man eine so hohe statische Vorspannung, dass man in den Bereich der kritischen Flächenpressung kommt und das Lager ziemlich fix zerstört ist. Auch das Kontern über eine zusätzliche "Feder" in Form der gegossenen Gabelbrücke ist nicht so toll, wobei die sich immerhin nicht verdrehen kann, wenn die Endschrauben der Gabelrohre und die Klemmschrauben der unteren Brücke sauber sitzen.

Bei der späteren Commando-Brücke hat man das Problem, dass man gar keine Kontermutter hat, was der Bäckman zurecht moniert hat. Die einzig sinnvolle Variante, da Schrägkugel- oder Kegelrollenlager einzubauen ist, die Innenringe mit einem in der Länge und Steifigkeit angepassten Distanzhülse auf dem korrekten Abstand zu halten, so dass man bei korrektem Anzugsmoment der unteren Mutter dieselbe Einbausituation hat wie bei den Rillenkugellagern - die Mutter spannt über die Gabelbrücke und die beiden Innenringe die Distanzhülse vor und kann satt mit einer sicheren Vorspannung angezogen werden. Das Problem ist, die Länge der Hülse korrekt hinzubekommen, weil die im Prinzip die Lager-Vorspannung quasi vom Anzugsmoment entkoppelt. Man hat also keinen direkt erkennbaren Zusammenhang mehr zwischen dem Anzugsmoment und der Vorspannung, die hängt davon ab, wieviel der Schraubenkraft in die Federn eingeleitet wird.

Der bevorzugte Einbaufall von Schrägkugel-, Spindel- und Kegelrollenlagern ist eigentlich, dass man sie paarig und gepasst verbaut. Die sind dann von der axialen Lagerluft so geschliffen, dass sich die passende Vorspannung beim vorgeschriebenen Anzugsmoment ergibt. Blöderweise ist die Einbausituation bei so alten Schätzchen wie einem Commando-Rahmen alles andere als so, wie sich das Lagerhersteller eigentlich wünschen, v.a. was die Form- und Lagetoleranzen im Lenkkopf angeht. Immerhin ist das Ding nach dem Fertigdrehen verschweißt, kann also niemals perfekt rund sein, und eigentlich "wünscht" sich das Lager eine Rechtwinkligkeit der Schulterflächen über die beiden Lagersitz im µm-Bereich. Wenn man es hinbekommt, ist diese Lagerung IMHO das beste, was man einbauen kann. Ob es den Mehraufwand wert ist gegenüber dem - trotz sagen wir mal nicht grade "richtlinientreuer" Lagerwahl offensichtlich funktionierenden - Okinaal-setup, muss sich jeder selbst beantworten.


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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Tim »

Klaus Monning hat geschrieben:Schau Dir mal den vorderen Aufhängungspunkt der Motor- Getriebe- Einheit an. das ist nichts, absolut garnichts. Trotzdem habe ich noch kein Motorrad mit einer ähnlich guten Straßenlage gefahren,
Ich hab bislang nur Commandos gefahren, die mir nicht gehörten - meine sind ja noch in der Reanimationsphase - und die waren eher gut gebrauchte und minimal gepflegte Alltagsmoppeds. Meine 70er wäer so, wie ich sie bekommen habe, nicht mal ansatzweise fahrbar, die ließ sich locker drei bis vier cm verdrehen oben an diesem labbrigen Gummilager, wo die dritte Iso hingehört.

Saubere Ölfilter-Lösung, übrigens. Optisch gefällt es mir nicht so, aber rein unter dem Gesichtspunkt der Funktion einwandfrei.


Tim
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Re: Isolastic "aufrüsten"?

Beitrag von Alexander »

Kegelrollenlager in ab 71er verbauen und auf korrektes Spiel anziehen .
Hab dazu noch ne Idee .
Nachdem ich grade einige /5 Radnaben neu gelagert habe , fällt mir spontan dazu ein , das man das so natürlich auch bei der Norton Steuerkopf Lagerung so machen könnte :
Das Kegelrollenlagerpacket wird vor dem Einbau eingestellt , geshimt .
Dazu müsste man vordem ein Abstandsrohr für die Shimaufnahme umrüsten .
Für einen ausgerüsteten Mann wie Klaus leicht mal machbar .
Ev. würde sich dann eine Auflage anbieten , die sicher nicht lange am Lager bleibt.

Gruß Alexander
Die Leute sind so ..
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