BSA A65-Moder mit Überraschungen

Baust Du noch oder fährst Du schon?
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Phil
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BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Phil »

Hallo Leute,

ich hab' letztes Wochenende angefangen, den neu erworbenen A65-Moder eines Kumpels zu zerlegen, der ihm zugelaufen ist.

Ich zeige Euch mal die High- und Lowlights, die man bei so etwas finden kann.

Wenn Ihr Interesse habt, schreibe ich das hier. Wenn es Euch auf die Nerven geht, dann sagt Bescheid, und schwups lösche ich den ganzen Faden wieder.

Interessant ist, dass der Moder wohl bis zum Schluss bzw. Ausbau in einem Moped lief, das dann eben zerlegt wurde, um Teile zu spenden.

Wobei, meiner Einschätzung nach kann der Motor nicht wirklich gut gelaufen sein.

Am ehesten hatte der Vorbesitzer dann vor dem Verkauf des Mopeds noch versucht, dem Moped das Rauchen und Öl saufen abzugewöhnen, eine richtige Erfolgsgeschichte war das aber eher nicht.


Erstmal der Schädel. Der war schon demontiert und ist ziemlich fertig. Ventile von renommierten Herstellern sind da drin, aber die sind eben ge- oder vielleicht auch verbraucht. Die Schäfte sehen nicht wirklich prall aus.

Die Führungen sind so lala, die Ventile wackeln ein wenig, aber etwas Unterdruck baut sich noch auf, wenn man hinten an der Führungen den Finger draufhält.

Die Sitze sind abgesoffen, die müssen neu. Die sind stellenweise so tief gefräst, dass man schon im jetzigen Zustand unten keinen Freiwinkel mehr setzen kann, um die Sitzbreite auf ein vernünftiges Maß zu bekommen.

Bild

Ehrlich gesagt, ich bin noch unentschieden, was ich da für einen Vorschlag zur Sanierung machen soll.

Es mag wirtschaftlicher sein, bei Bedarf einen gebrauchten Kopf zu nehmen, bei dem der finanzielle Aufwand geringer sein wird.

Zuerst hatte ich gedacht, klaro: neue Sitze, Führungen, Ventile und gut, aber das wird sich in der Größenordnung von mehr als 1k € abspielen mit allem, das ist schon an der Grenze.

Dann mal die Garnitur durchgesehen.

Es macht mich immer etwas nervös, wenn ein barrel frische Honspuren hat, aber die Kolben gebraucht sind. Schaut Euch das mal an, das passt nicht wirklich zusammen.

Barrel:

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Und jetzt die Kolbenoberseite:

Bild

Jepp, da steht wirklich Öl in der Tasche, wobei das könnte dem Grunde nach auch vom Kopf abnehmen gekommen sein oder vielleicht eine Korrosionsschutzmaßnahme?

Das barrel abzubekommen, war wirklich kein Spaß. Warum man auf die zölligen Stehbolzen der barrel-Verschraubung metrische Polystop-Muttern drauf würgen muss, das ist beim besten Willen nicht zu verstehen.

Und dann noch irgendeine Mumpe da mit hingeschmiert, das barrel ging ums Verrecken nicht ab. Bei einem eingebauten Motor kann man dann mit einem Flaschenzug oder einem Zurrgurt was machen, hier aber nicht. In der Vergangenheit hatte ich dann den Moder mit einem Vierkantrohr als Handgriff etwas angehoben und mit einem Gummihammer außen geklopft, bis sich das barrel bewegt hat.
Hier: no way.

Am Ende ist der Moder an der Bühne hochgezogen worden und mit viel Mühe unter Zuhilfenahme der Schwerkraft und eines Gummihammers, hatte es sich irgendwann bewegt.

Bild


Kolben sind Gandini aka GPM in +.020“, was in Sachen Maß schon mal gut ist.

Der Witz ist an den Kolben, dass sie eigentlich richtig gut aussehen, einer hat eine kleine Riefe von eingeschlepptem Dreck auf der Rückseite, ansonsten piccobello. Nicht die leiseste Spur von blow by-Verfärbungen, die Struktur vom Drehen sauber auf den Hemden zu sehen und zu fühlen.

Aber eine wirklich üble schmierige Schlonze oben auf den Domen drauf, Ölkohlebildung im Anfangsstadium.

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Dann den Krempel ins Haus geschleppt und durchgewärmt bei Raumtemperatur.

Leider sind die Laufspiele jenseits von Gut und Böse, links sind es 20/100 mm an der weitesten Stelle, rechts ‘nur‘ 17/100 mm, allerdings sind beide Buchsen fassförmig gelaufen bis zu knappen 3/100 mm Unterschied. Das geht so nicht, da ist das nächste Übermaß fällig.

Wie schon geschrieben, am ehesten hat da einer einen Versuch unternommen, dem Moped das Öl saufen abzugewöhnen, vielleicht sogar mit neuen Kolben und hausgemachter Honung per Polenhone oder so eines Dreiarm-Hondingens. Nur, wenn die Buchsen schon Fassform angenommen haben, bringt das nichts.
Eine anständige Geometrie herstellen geht eben nur mit barrel aufs nächste Maß bohren und honen.

Aber wenn man sich die Kolbenböden so anschaut, war auch die quick and dirty-Lösung kaum von Erfolg gekrönt. Das Mädel hat sicher hinterher weiter tapfer gequalmt.


Schön sind die vorgefundenen Pleuel:

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Es sind Alupleuel, augenscheinlich Frästeile, von MAP.
Marino sagt, er verkaufe die seit 20 Jahren nicht mehr, aber er konnte mit der passenden installation instruction aushelfen, so dass man die wieder montieren kann irgendwann in ferner Zukunft.

Der Schwung auf der Kurbelwelle hat auch jede Menge Bohrungen, wo man den Pleuels mit ihren geänderten Massen Rechnung getragen hat, allerdings sehen die Bohrungen absolut symmetrisch aus. Entweder war das ein perfekter Schwung, der Anno Tobak in Small Heath montiert wurde, oder die Wuchterei war statisch. Mal schauen.

Das war’s jetzt mal fürs Erste. Wenn Ihr wollt, kommen da noch mehr Beiträge.

Es gibt eine erkleckliche Anzahl vonm Lowlights zu zeigen. Da waren zum Teil echte Grobmotoriker zugange.

Ich musste beim weiteren Zerlegen die ganze Zeit an Agos Spruch denken, der da lautet: Murkser aller Länder vereinigt Euch.

Schöne Grüße

Ph.
Zuletzt geändert von Phil am Donnerstag 15. Januar 2026, 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Mineiro
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Mineiro »

Hoi Phil,

Bitte weiter berichten ich lese deine Fäden sehr gerne auch wenn ich keine BSA habe. Man lernt immer was dazu :top:
- Das Beste was dir morgens passieren kann. Du wachst auf und bist gesund. Mach was aus dem Rest! -
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bosn
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von bosn »

Danke fürs teilen !
Zeig doch mal den Kopp
Wäre schön wenn du Führungen /Schäfte /Spiel mal messen könntest

:halloatall:
Bos´n

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Phil
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Phil »

Die Schäfte kann ich messen, Reinhard.

Die Führungen innen messen, bekomme ich ich nicht hin, ich hab' keine so kleine Innenmessschraube. Aber die Führungen sind kein Ding im Vergleich zu den Sitzen.

Grüße

Ph.
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Henrik
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Henrik »

Phil,

zeig uns ALLES!

Dankeschön.
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Phil
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Phil »

Okay, wenn Ihr das wollt, könnt Ihr das haben

Der Moder hatte ich dann auf die Seite gewargelt, um das innter timing cover abzubauen.

Très chic ist die Inbus-Schlitzschraube.

Bild

Man nehme eine zöllige Inbusschraube in 1/4", dann dazu einen metrischen 4 mm-Inbusschlüssel, wenn man den Innensechskant dann so hoffnungslos rundgedreht hat, dass auch der passende zöllige Schlüssel mit 3/16" nicht mehr passt, feilt man einen Schlitz rein. Ganz toll. Aber es geht noch schlimmer, etwas später mehr dazu.

Die Schrauben, die den inner timing cover halten, waren bis auf die drei äußeren Schrauben, alles Kreuzschlitzschrauben, so wie sie in Small Heath verbaut wurden, aber mit sowas von verhunzten Köpfen, dass es einen graust.

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Wie man ein inner timing cover auf die Tour verhunzen kann, das ist mir neu. Sowas hatte ich bis dato noch nie gesehen. Der stolze Besitzer des Moders, also mein Kumpel, mutmaßt, da habe einer ein Werkzeug im Moder vergessen und einfach zugeschraubt. An der Stelle ist nichts hinter dem Deckel außer der Ölpumpe.
Die Ölpumpe ist noch eine originale aus dem Zink-Mazac-Zeuch, die hat ihre besten Zeiten sicher auch schon hinter sich.

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Auch ein Lowlight sind die Enden des kicker shaft und der Schaltwelle.

Bild

Aber das ist alles noch vergleichsweise harmlos.

Der Moder kam aus einem 68-iger Modell, also das alte Gehäuse ohne Abgang für den Öldruckschalter und mit den BSCyc.-Gewinden für die ganzen Deckel.
Jetzt muss aber irgendwann das alte Gehäuse mal gestorben sein, vielleicht durch ein gerissenes Pleuel.

Dann wurde ein Austauschgehäuse ohne Modernummer verbaut, das aber schon den Abgang für den Öldruckschalter und auch den 1/2" UNC-Stopfen vorne hat, um die Kurbelwelle auf den ZZP festzulegen, also ein 1969-iger Gehäuse.
Diese Gehäuse haben da schon 1/4" UNC-Gewinde für den ganzen Deckelkram bekommen. Das ist eh netter bzw. die technisch bessere Lösung, weil die feinen Cycle-Gewinde reißen leichter aus als die groben UNC.

Nun beginnt der wirklich zu Herzen gehende und geradezu tragische Teil meiner Geschichte...

So, wie sich das darstellt, hat es zwar für ein neues Modergehäuse gereicht, aber eben nicht für neue Schrauben mit dem richtigen Gewinde für die Deckel.
Jetzt hatten diese Grobschlosser wohl einfach die alten Cycle-Schrauben weiter verwendet und da reingewürgt. Wie das gegangen sein soll, bleibt ein Rätsel.

Wie war das? Murkser aller Länder vereinigt Euch! :facepalm2:

Stellenweise haben die dann sogar noch auf die zölligen Inbusschrauben ein M6-Gewinde frei Hand schief und schepps drauf gewürgt. Erstens muss man mal auf solche Ideen kommen, und dann muss man so einen Stuss dann auch noch machen.
Altaaaa....

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Und spätestens da bekommt man echte Gewaltphantasien beim Zerlegen. :shock:

Das wird wohl darauf rauslaufen, eine Familienpackung 1/4" UNC-coils zu kaufen und die ganzen Gewinde für den inner und outer timing cover im Kurbelhaus zu coilen, weil anders wird das nicht gehen, zumindest fällt mir nichts ein.

Mal schauen, wie es auf der linken Seite am Primärdeckel aussieht, mir schwant allerdings, dem wird da genauso sein.

Dagegen ist die Getriebenebenwelle ohne Axialspiel eine lässliche Sünde, erst recht weil das linke Nadellager sowieso einen halben Millimeter zu hoch sitzt und dazu noch ein grottiges pattern parts-Ding mit zu wenig Nadeln ist.

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Schöne Grüße

Ph.
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Mucks
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Mucks »

Das war ja eine kurze Winterpause. Aber besser kalte als juckende Finger :zwinker:
Ich bin gespannt was Henze sagt, ab welchem Maß das barrel wieder zwei gleichgroße, runde Bohrungen hat. Evtl. reicht es dann die Kolben zu beschichten. Das ist aber auch teurer geworden und liegt jetzt preislich über einem neuen Gandini Kolben :facepalm2:
Grüße,
Marijan
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Phil
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Phil »

Winterpause? Eher nicht, nach dem Moder ist vor dem Moder. \:D/

Naaa, Marijan. Die Beschichterei macht nicht wirklich Sinn.

Es gibt noch mindestens 2 weitere Übermaße, wenn das barrel halbwegs gut gegossen ist, dann kann man das auch auf +.080" bohren.

Und ein Satz Kolben mit guten Ringen liegt bei 160,- oder 170,- Mäusen.

Die Gandinis kann man weglegen, falls man tatsächlich mal ein barrel im Standardmaß in die Mache bekommt.

Schöne Grüße

Ph.
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Phil
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Phil »

Sooooo, heute noch ein wenig weiter gefummelt an dem Moder.

Erstmal noch ein Bild vom Getriebeausbau vor zwei Tagen, hier waren an dem Getriebedeckel, den man ins Gehäuse verschraubt 4 zöllige Muttern, aber eben auch wieder eine Polystop-Mutter in M8... Und zu allem Elend auch noch in Edelstahl.
Mannmannmann.... :facepalm2:

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Dann mal den Krempel am rechten Kurbelwellenende abgebaut.

Wenn die Ölpumpe bei einer A65 auf der originalen Stehbolzenlösung montiert ist, ist das echt schwierig, die abzubekommen. Man kann sie eben nicht von dem worm drive wegschwenken zum Ausbau.
Vielleicht war das aber auch gut mit den Stehbolzen, weil zwei der Muttern waren mit vielleicht 5 Nm angezogen, eine war lose. :shock:

Da ja Stehbolzen verbaut sind, erstmal die Mutter und den worm drive auf der Kurbelwelle abmontiert.

Warum man Muttern mit Körnerschlägen anstatt mit Loctite am Rausdrehen hindern will, das wissen die Götter. :facepalm2:

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Das OPRV ist die alte Ausführung mit Kugel und Feder, nicht wie ab 1970 mit dem Kolben, so wie das die Triumphen auch haben. Aber das Öl sieht ganz gut und frisch aus, das Sieb ist frei gewesen, also keine Späne oder Schlonze.
Das sieht zur Abwechslung mal ganz gut aus. \:D/ Das kann man viel schlechter haben, wenn das Sieblein weitestgehend zugesetzt ist und/oder eine schwarze Plörre da raustrielt.

Bild

Was man gesehen hat, das ist eine relativ neue Buchse aus Vollbronze, die der Moder verbaut hat. Es wird interessant, wie die sich von der Oberfläche und vom Laufspiel her darstellt. Aber dazu muss der Moder gespalten werden.

Die A65-Kurbelwellen haben ja seit dem Verbau des Rollenlagers am linken Ende ab Modelljahr 1966, wie schon zigmal dahergelabert, keine normale Lagerung mit Fest- und Loslager, sondern die Welle schwimmt zwischen dem Rollenlager und der Buchse auf der Steuerseite.

Dabei gibt es ein definiertes Axialspiel von .001" bis .003" aka 2,5 bis 7,5/100 mm. Diese Axialspielangabe war auch bei den A10 so, die ja auch die schwimmende Lagerung haben mit Rollenlager links und Buchse rechts.

Also dann mal eine Uhr angebaut und gemessen. Wie schon früher mal geschrieben irgendwo im Forum, das Messen ist eigentlich ganz easy.

Eine Messuhr anbauen und auf ein Ende der Kurbelwelle setzen, ob rechts oder links ist egal.

Bei abgebautem Ölsumpfdeckel unten kann man dann die Kurbelwelle am Schwung mit einem Montiereisen in ihre beiden Endpositionen hebeln, klaro nicht wie ein Ochse mit einem 2 m langen Montiereisen.

Et voilà, das ist die Messung von heute. Ihr seht mich erfreut! \:D/

6/100 mm ist im spezifizierten Rahmen.
Sollte das Rollenlager aber runtermüssen aus irgendeinem Grunde, kommen mehr Scheiben dahinter, ich halte die 2,5/100 mm für besser.

Bild

Wenn man bei gespaltenem Moder an die Buchse rankommt, sie eine brauchbare Oberfläche ohne Grat oder üble Reibespuren hat, das Laufspiel in der Größenordnung von 4/100 mm und der Lagerzapfen der Welle rechts von der Geometrie und der Oberfläche auch gut ist, kann das bleiben.

Vielleicht bin ich aber auch nur zu optimistisch wegen des Axialspiels. :-k

Schöne Grüße

Ph.
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Henrik
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Henrik »

Phil,

danke für die Fortsetzung.

Das ist interessant und schrecklich zugleich.
True Crime und etwas Nervenkitzel….was will man mehr?

Das Fernsehprogramm hat sicher einen deutlich schlechteren Unterhaltungswert.
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Phil
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Phil »

Ich hab' heute mal auf der linken Seite des Kurbelhauses nachgesehen, da wo der Primärdeckel verschraubt wird.

Das sieht da genauso mies aus. Ich hab' an zwei willkürlich gewählten Positionen versucht, eine Schraube mit dem korrekten Gewinde 1/4" UNC reinzudrehen.
Geht nicht, no way. Also noch mehr coils. :facepalm2: :facepalm2: :facepalm2:

Schöne Grüße

Ph.
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edwardturner
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von edwardturner »

Du scheinst die A65-Katastrophen mit magischer Kraft anzuziehen, werter Phil :buhu: !

zwei Anmerkungen hab ich zu dem aktuellen Disaster:

erstens hab ich hier noch zwei Übermaß-Einlaßventile zu liegen mit Tellerdurchmesser 44mm mit denen vielleicht zumindest die Einlaßsitze zu retten sind.

zweitens schweiß ich Dir gerne den Riß im inneren timing cover wenn das Deiner Meinung nach nötig wäre.

Gib einfach Bescheid!

Viel Erfolg,
Eddie
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Phil
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Phil »

Hehehehehe, Eddie.

Ich sehe das ganz entspannt, dümmer wird man nicht von dem Geschraube. Und damit ist die Zeit auch besser genutzt, als wenn man vor der Glotze sitzt und Arbeitslosen-Fernsehen schaut. :mrgreen:

Der Moder ist jetzt gespalten, das sieht nicht wirklich so gut aus.

Irgendein Künstler hat die beiden Schrauben gekürzt, die vorne an der Kurbelhausverschraubung sind. Eigentlich sind das ganz ordinäre 5/16" UNC jeweils 2" lang. Warum man die jetzt 1,5 mm kürzen muss und das dann so mies, das wissen die Götter. :facepalm2:

Bild

Auf den Stehbolzen im Primärkasten und im Maul des Kurbelhauses waren wieder Polystop-Muttern in M8 drauf. Die Stehbolzen sehen aber nicht mal so schlecht aus, die sollten durch Nachschneiden rettbar sein.
Und die Stehbolzen scheinen sogar zum Modelljahr zu passen, weil sie außen UNF haben.

Die Stehbolzen für die barrel-Verschraubung haben es hinter sich, und hier sind die aus dem alten Gehäuse reingemurkst worden.

Das muss man erstmal schaffen, einen 5/16" BSF-Stehbolzen in eine UNC-Gewindebohrung reinzumurksen. Und dann noch irgendwie metrische Polystopmuttern auf BSCyc. auf die Oberseite.

Mannmannmann... Das ist vom Niveau her noch schlechter als die Eimer vom Furunkel-Werner waren.

Die Hubzapfen sind auf -.010" geschliffen, aber sie sind irgendwas um die 2/100 mm unter dem unteren Wert des Fensters. Der Durchmesser ginge ja vielleicht noch, aber die Oberflächen der Hubzapfen und auch des Gleitlagerzapfens rechts gefallen mir nicht.

Man spürt Riefen mit dem Fingernagel, also einmal Welle schleifen tutto completto.

Und warum man da mit einem Hammer hat von außen auf den Gleitlagerzapfen hat hauen müssen, bleibt ein Geheimnis der Vorschraubers.

Bild

Und so richtig zylindrisch scheinen die Hubzapfen auch nicht zu sein, weder meiner Messerei noch dem Tragbild der Schalen nach .

Bild

Das Rollenlager links ist ein no name-Ding unbekannter Provenienz, es hat noch nicht mal eine Bezeichnung drauf oder eine Herstellermarkierung.
Und es hat einen Schiebesitz auf der Welle, man kann es total leicht aufschieben und abziehen mit den Pfötchen.

Bild

Auch wenn es durch die eher zweifelhafte Oberfläche des Gleitlagerzapfens eh egal ist, das Laufspiel der Buchse liegt irgendwas um die 6/100 mm, das wäre eh ein Fall für neue Buchse gewesen.

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Dann hab' ich noch den Primärdeckel, der im Teilepaket lag anprobiert, damit die coils im Modergehäuse auch mit den Bohrungen im Deckel zusammenpassen.

Das ist sehr sehr seltsam. Der Primärdeckel ist ja eigentlich fixiert durch den dowel ganz vorne und die Stange, die den Drehpunkt für das Primärkettenspannblatt bildet.
Wenn ich das zusammenstecke, dann liegt der Deckel nicht auf der Dichtfläche auf, die Gewindebohrungen sind im hinteren Bereich teilweise komplett verdeckt.

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Hmmmm... Da muss ich hirnen oder mal einen anderen Deckel probieren. Vielleicht ist aber auch nur die Stange krumm? :-k

Egal, das wird schon werden...

Schöne Grüße

Ph.
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toni80
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von toni80 »

:surpris: Phil ist das der Spitfire Motor?
Tobi


"RACING IS LIFE. ANYTHING BEFORE OR AFTER IS JUST WAITING."
STEVE MC QUEEN
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Phil
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Re: BSA A65-Moder mit Überraschungen

Beitrag von Phil »

toni80 hat geschrieben: Montag 19. Januar 2026, 09:55 :surpris: Phil ist das der Spitfire Motor?
Jepp, das isser, der Spitfire-Moder. :halloatall:

Gut, dass das top end nicht wirklich berühmt ist, das war eigentlich alleine von den Bildern her absehbar.
Das bottom end bzw. das Gehäuse ist aber ein hausgemachtes Trauerspiel.

Aber egal, am Ende wird alles gut.

Schöne Grüße

Ph.
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