Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf
Verfasst: Sonntag 26. Februar 2023, 21:11
Hallo liebe Freunde,
ich melde mich mal wieder zu einem Problemchen, dass ich mit einem 850er Commando Zylinderkopf habe.
Ich habe bei diesem RH4- Kopf eine Big- Valve Conversion eingebaut. Hier zunächst eine Zeichnung: Die 850er Köpfe haben ja einen Nachteil:
Bei Norton hat man damals, aus welchem Grund auch immer bei den 850er und den späten RH7 (750er)- Köpfen immer Guss-Führungen mit einem Durchmesser von 5/8" (15,875mm) verwendet. Bei den älteren 750ern hatte man vorher solche mit einem Außendurchmesser von 1/2" (12,7mm) verwendet.
Bei den kleinen Durchmessern kann man den Ventilwinkel völlig problemlos ändern und erhält einen Außendurchmesser von ca. 15mm. Hier lassen sich dann auch völlig problemlos 850er Commando- Führungen verwenden.
Bei den 850er Köpfen wird das problematisch hier würde sich der Außendurchmesser der Führung auf bis zu 17mm vergrößern Mick Hemmings verwendete für seine Umbauten solche mit Durchmessern von 3/4" (19,05mm). Das ist meiner Ansicht nach ein Unding, denn wenn man einmal den Einlasskanal Richtung Vergaser zurück-verfolgt erhält man nur noch eine Einpress-Länge für die Führung von ca. 18mm. Das geht nicht. Entweder ist die Führung von Anfang an nicht richtig fest oder der Winkel ändert ändert sich da die Einpress- Tiefe zum Brennraum hin wieder länger ausfällt.
Was mache ich?
ich lasse die Standard Ventilführungsbohrung erhalten, schneide ein Gewinde und setze eine Gewindebuchse ein. In die kann ich dann die Bohrung für eine 750er Führung bohre. Das die Winkel alle stimmen ist durch Spann- Vorrichtungen sichergestellt.
Ich habe bei meinem Franzosenkopf diese Gewindebuchen mit einem Gewindesicherungsmittel namens Vibra-Tite verwendet. Die versprechen eine Temperaturbeständigkeit von bis zu 1500°C. Was ja in jedem Fall ausreichend sein sollte.
Was ist passiert?
Das Mittel hat nachgegeben und alle Gewindebuchsen mitsamt den Ventilführungen waren locker. Wobei die Führungen nach wie vor fest in den Gewindebuchsen saßen. Sicherlich ist das Gewinde, dass ich geschnitten hatte, ausgeschlagen, nachdem das Gewindesicherungsmittel nachgegeben hatte. Das hab ich bei warm heraustreiben gemerkt. Jetzt bin ich gerade bei der Reparatur.
Ich mache mir jetzt natürlich Gedanken warum meine Konstruktion bzw. die Gewindesicherung versagt hat:
Dieses Vibra- Tite wie auch andere Hochtemperatur Gewindesicherungsmittel basiert auf Keramik. Diese bildet nach dem austrocknen eine Art Glas. Das blockiert die eingeschraubte Buchse und verhindert ein Herausdrehen. Es verhindert aber nicht, dass sich diese durch die laufenden Biege- Bewegungen des Ventiles (hervorgerufen durch die Schwenk- Bewegungen des Kipphebels) lösen und im Gewinde ausschlagen. Ich vermute also, dass diese Sicherungsmittel zwar gut das selbstständige Herausdrehen verhindern aber kaum oder sehr wenig Klebe- Wirkung (Adhäsion) haben. Deshalb möchte ich zurück gehen auf ein Hochtemperatur Epoxid-Harz. Das Harz mit den besten Temperatur- Wiederstand verträgt bis zu 350°C. Das könnte gehen, ich bin mir aber nicht sicher. Ein weiteres, es gibt Hochtemperatur- Beschichtungen (Lacke). Die können nach dem Auftragen bequem bis zu 1500°C vertragen und damit bekommen wir eventuell auch eine geringe Temperatur- Isolierung des dann benutzten Epoxy- Harzes.
Um hier ein wenig mehr Sicherheit zu erhalten, hätte ich gerne gewusst, mit welchen Temperaturen ich im Zylinderkopf rund um die Auslass- Führung rechnen muss.
Jetzt meine Frage: Hat jemand das Buch "Schnelle Motoren seziert und frisiert" von Helmut Hütten zu Hause? In diesem Buch hat er den Zylinderkopf einer 25/3 bezüglich Wärmeverteilung untersucht (oder untersuchen lassen). Unsere Engländer dürften hier wohl ähnliche Werte erreichen.
Könnte der, der das Buch hat dieses mal recherchieren?
Vielen Dank für jede Hilfe. Ich schmeiß Euch dann auch mal 'nen Stein in den Vorgarten.
Gruß
Klaus
Vielen Dank
ich melde mich mal wieder zu einem Problemchen, dass ich mit einem 850er Commando Zylinderkopf habe.
Ich habe bei diesem RH4- Kopf eine Big- Valve Conversion eingebaut. Hier zunächst eine Zeichnung: Die 850er Köpfe haben ja einen Nachteil:
Bei Norton hat man damals, aus welchem Grund auch immer bei den 850er und den späten RH7 (750er)- Köpfen immer Guss-Führungen mit einem Durchmesser von 5/8" (15,875mm) verwendet. Bei den älteren 750ern hatte man vorher solche mit einem Außendurchmesser von 1/2" (12,7mm) verwendet.
Bei den kleinen Durchmessern kann man den Ventilwinkel völlig problemlos ändern und erhält einen Außendurchmesser von ca. 15mm. Hier lassen sich dann auch völlig problemlos 850er Commando- Führungen verwenden.
Bei den 850er Köpfen wird das problematisch hier würde sich der Außendurchmesser der Führung auf bis zu 17mm vergrößern Mick Hemmings verwendete für seine Umbauten solche mit Durchmessern von 3/4" (19,05mm). Das ist meiner Ansicht nach ein Unding, denn wenn man einmal den Einlasskanal Richtung Vergaser zurück-verfolgt erhält man nur noch eine Einpress-Länge für die Führung von ca. 18mm. Das geht nicht. Entweder ist die Führung von Anfang an nicht richtig fest oder der Winkel ändert ändert sich da die Einpress- Tiefe zum Brennraum hin wieder länger ausfällt.
Was mache ich?
ich lasse die Standard Ventilführungsbohrung erhalten, schneide ein Gewinde und setze eine Gewindebuchse ein. In die kann ich dann die Bohrung für eine 750er Führung bohre. Das die Winkel alle stimmen ist durch Spann- Vorrichtungen sichergestellt.
Ich habe bei meinem Franzosenkopf diese Gewindebuchen mit einem Gewindesicherungsmittel namens Vibra-Tite verwendet. Die versprechen eine Temperaturbeständigkeit von bis zu 1500°C. Was ja in jedem Fall ausreichend sein sollte.
Was ist passiert?
Das Mittel hat nachgegeben und alle Gewindebuchsen mitsamt den Ventilführungen waren locker. Wobei die Führungen nach wie vor fest in den Gewindebuchsen saßen. Sicherlich ist das Gewinde, dass ich geschnitten hatte, ausgeschlagen, nachdem das Gewindesicherungsmittel nachgegeben hatte. Das hab ich bei warm heraustreiben gemerkt. Jetzt bin ich gerade bei der Reparatur.
Ich mache mir jetzt natürlich Gedanken warum meine Konstruktion bzw. die Gewindesicherung versagt hat:
Dieses Vibra- Tite wie auch andere Hochtemperatur Gewindesicherungsmittel basiert auf Keramik. Diese bildet nach dem austrocknen eine Art Glas. Das blockiert die eingeschraubte Buchse und verhindert ein Herausdrehen. Es verhindert aber nicht, dass sich diese durch die laufenden Biege- Bewegungen des Ventiles (hervorgerufen durch die Schwenk- Bewegungen des Kipphebels) lösen und im Gewinde ausschlagen. Ich vermute also, dass diese Sicherungsmittel zwar gut das selbstständige Herausdrehen verhindern aber kaum oder sehr wenig Klebe- Wirkung (Adhäsion) haben. Deshalb möchte ich zurück gehen auf ein Hochtemperatur Epoxid-Harz. Das Harz mit den besten Temperatur- Wiederstand verträgt bis zu 350°C. Das könnte gehen, ich bin mir aber nicht sicher. Ein weiteres, es gibt Hochtemperatur- Beschichtungen (Lacke). Die können nach dem Auftragen bequem bis zu 1500°C vertragen und damit bekommen wir eventuell auch eine geringe Temperatur- Isolierung des dann benutzten Epoxy- Harzes.
Um hier ein wenig mehr Sicherheit zu erhalten, hätte ich gerne gewusst, mit welchen Temperaturen ich im Zylinderkopf rund um die Auslass- Führung rechnen muss.
Jetzt meine Frage: Hat jemand das Buch "Schnelle Motoren seziert und frisiert" von Helmut Hütten zu Hause? In diesem Buch hat er den Zylinderkopf einer 25/3 bezüglich Wärmeverteilung untersucht (oder untersuchen lassen). Unsere Engländer dürften hier wohl ähnliche Werte erreichen.
Könnte der, der das Buch hat dieses mal recherchieren?
Vielen Dank für jede Hilfe. Ich schmeiß Euch dann auch mal 'nen Stein in den Vorgarten.
Gruß
Klaus
Vielen Dank