Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

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Klaus Monning
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Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Klaus Monning »

Hallo liebe Freunde,
ich melde mich mal wieder zu einem Problemchen, dass ich mit einem 850er Commando Zylinderkopf habe.
Ich habe bei diesem RH4- Kopf eine Big- Valve Conversion eingebaut. Hier zunächst eine Zeichnung:
P1050961.JPG
Die 850er Köpfe haben ja einen Nachteil:
Bei Norton hat man damals, aus welchem Grund auch immer bei den 850er und den späten RH7 (750er)- Köpfen immer Guss-Führungen mit einem Durchmesser von 5/8" (15,875mm) verwendet. Bei den älteren 750ern hatte man vorher solche mit einem Außendurchmesser von 1/2" (12,7mm) verwendet.
Bei den kleinen Durchmessern kann man den Ventilwinkel völlig problemlos ändern und erhält einen Außendurchmesser von ca. 15mm. Hier lassen sich dann auch völlig problemlos 850er Commando- Führungen verwenden.
Bei den 850er Köpfen wird das problematisch hier würde sich der Außendurchmesser der Führung auf bis zu 17mm vergrößern Mick Hemmings verwendete für seine Umbauten solche mit Durchmessern von 3/4" (19,05mm). Das ist meiner Ansicht nach ein Unding, denn wenn man einmal den Einlasskanal Richtung Vergaser zurück-verfolgt erhält man nur noch eine Einpress-Länge für die Führung von ca. 18mm. Das geht nicht. Entweder ist die Führung von Anfang an nicht richtig fest oder der Winkel ändert ändert sich da die Einpress- Tiefe zum Brennraum hin wieder länger ausfällt.
Was mache ich?
ich lasse die Standard Ventilführungsbohrung erhalten, schneide ein Gewinde und setze eine Gewindebuchse ein. In die kann ich dann die Bohrung für eine 750er Führung bohre. Das die Winkel alle stimmen ist durch Spann- Vorrichtungen sichergestellt.
Ich habe bei meinem Franzosenkopf diese Gewindebuchen mit einem Gewindesicherungsmittel namens Vibra-Tite verwendet. Die versprechen eine Temperaturbeständigkeit von bis zu 1500°C. Was ja in jedem Fall ausreichend sein sollte.
Was ist passiert?
Das Mittel hat nachgegeben und alle Gewindebuchsen mitsamt den Ventilführungen waren locker. Wobei die Führungen nach wie vor fest in den Gewindebuchsen saßen. Sicherlich ist das Gewinde, dass ich geschnitten hatte, ausgeschlagen, nachdem das Gewindesicherungsmittel nachgegeben hatte. Das hab ich bei warm heraustreiben gemerkt. Jetzt bin ich gerade bei der Reparatur.
Ich mache mir jetzt natürlich Gedanken warum meine Konstruktion bzw. die Gewindesicherung versagt hat:
Dieses Vibra- Tite wie auch andere Hochtemperatur Gewindesicherungsmittel basiert auf Keramik. Diese bildet nach dem austrocknen eine Art Glas. Das blockiert die eingeschraubte Buchse und verhindert ein Herausdrehen. Es verhindert aber nicht, dass sich diese durch die laufenden Biege- Bewegungen des Ventiles (hervorgerufen durch die Schwenk- Bewegungen des Kipphebels) lösen und im Gewinde ausschlagen. Ich vermute also, dass diese Sicherungsmittel zwar gut das selbstständige Herausdrehen verhindern aber kaum oder sehr wenig Klebe- Wirkung (Adhäsion) haben. Deshalb möchte ich zurück gehen auf ein Hochtemperatur Epoxid-Harz. Das Harz mit den besten Temperatur- Wiederstand verträgt bis zu 350°C. Das könnte gehen, ich bin mir aber nicht sicher. Ein weiteres, es gibt Hochtemperatur- Beschichtungen (Lacke). Die können nach dem Auftragen bequem bis zu 1500°C vertragen und damit bekommen wir eventuell auch eine geringe Temperatur- Isolierung des dann benutzten Epoxy- Harzes.
Um hier ein wenig mehr Sicherheit zu erhalten, hätte ich gerne gewusst, mit welchen Temperaturen ich im Zylinderkopf rund um die Auslass- Führung rechnen muss.
Jetzt meine Frage: Hat jemand das Buch "Schnelle Motoren seziert und frisiert" von Helmut Hütten zu Hause? In diesem Buch hat er den Zylinderkopf einer 25/3 bezüglich Wärmeverteilung untersucht (oder untersuchen lassen). Unsere Engländer dürften hier wohl ähnliche Werte erreichen.
Könnte der, der das Buch hat dieses mal recherchieren?
Vielen Dank für jede Hilfe. Ich schmeiß Euch dann auch mal 'nen Stein in den Vorgarten.
Gruß
Klaus
Vielen Dank
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Gerd

Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Gerd »

Moin!
Das Buch habe ich, ich sehe morgen mal nach.
Gerd
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Klaus Monning
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Klaus Monning »

Gerd hat geschrieben:Moin!
Das Buch habe ich, ich sehe morgen mal nach.
Gerd
Danke Gerd,
ich werd's mir auch mal wieder besorgen.
@Martin, alles gut
Danke Euch beiden.
Gerd

Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Gerd »

Moin!
Ging das um den "Mohrenkopf"? Sonst ist es nicht gerade einfach in dem Buch was zu finden, früher als ich da noch oft drin gelesen habe, wusste ich eigentlich immer wo was steht. Das ist heute leider vorbei.
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jan
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von jan »

Welche Auflage vom "Hütten" brauchst Du denn? ;-D

Die letzte (10.) datiert von 1993, die steht bei mir im Regal.
Dann ist mir neulich noch die 1. von 1955 zugelaufen.
Und ein paar Zwischengenerationen liegen noch im Keller in irgendeiner der zahllosen Bücherkisten.

Ich schau in den nächsten Tagen mal nach... :halloatall:
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jan
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von jan »

P. S.: Wieso beschäftigst Du Dich denn schon wieder mit 850er Commando-Köpfen - hast Du Dein Mopped zurückgekauft?!
:biggthumpup:
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Gerd

Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Gerd »

Ich hab die 4 te von 63 :mrgreen:
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Tim
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Tim »

Klaus Monning hat geschrieben:Was ist passiert?
Du hast eine Isolationsschicht um den Gewindeeinsatz erzeugt, der entsprechend die 500degC im Ventilschaft nicht loswird... :pfeiffen:


Tim
1946 Indian Chief-1956 Norton Dommie-1970 Norton Commando Roadster-1972 HD FLH1200 Electra Glide-1972 Norton Commando
1968 Lotus Elan+2-1997 Lotus Elise S160-1999 Lotus Elise
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Goldstar »

Hi Klaus,

ein Lösungsvorschlag von mir.
Warum schneidest du nicht zwei Gewindesteigungen auf dein Buchse? Der "Steigungsfehler" sichert dir deine Buchse, ohne Wäremeisolierung.
Ich meine mich erinnern zu können, das Audi sowas mal bei Zylinderkopfschrauben gemacht hat.

Gruß Klaus
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Klaus Monning
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Klaus Monning »

Tim hat geschrieben:
Klaus Monning hat geschrieben:Was ist passiert?
Du hast eine Isolationsschicht um den Gewindeeinsatz erzeugt, der entsprechend die 500degC im Ventilschaft nicht loswird... :pfeiffen:


Tim
Richtig Tim,
das vermute ich auch. Dennoch, ein Teil der Wärme dürfte über die ja doch recht dünne Isolationsschicht (weniger als 0,05mm, ist ja nur das Gewindegang- Spiel) in den Kopf übergegangen sein. Ich hoffe mal, dass das nur die halbe Wahrheit ist.
Außerdem ist das nicht der erste Kopp, denn ich auf diese Weise umgebaut habe. Einer (ein RH7) ging nach Holland und wird dort in Rennen eingesetzt. Allerdings hatte der nur eine Winkeländerung auf der Einlass- Seite, die ja naturgemäß etwas kühler ist.
Warum haben die Knalltüten bei den 850er- Köppen nur die Führungen so dick gemacht? Bei den ersten Fullauto- Köpfen hatte die Führungen auch nur einen Außendurchmesser von 12,7mm. Jetzt sind die auch wieder dicker. Jim Schmidt hat das nicht ohne Grund als großen Nachteil empfunden.
Gruß
Klaus
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Klaus Monning
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Klaus Monning »

jan hat geschrieben:P. S.: Wieso beschäftigst Du Dich denn schon wieder mit 850er Commando-Köpfen - hast Du Dein Mopped zurückgekauft?!
:biggthumpup:
Nee Jan,
leider nicht, das kann ich mir nicht leisten. Aber die ist zum Schluss echt super gelaufen, deswegen hat sie Oliver auch gekauft. Außerdem ist es jetzt auch ganz schön, ganz entspannt Knöpfchen zu drücken und einfach loszufahren ohne viel nachdenken zu müssen.
Aber schön gefahren ist die Norton doch.
Gruß
Klaus
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von bosn »

Moin,
sorry aber Gewindebuchsen an der Stelle ....suboptimal...

Zuschweißen , neu bohren \:D/
Bos´n

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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Norton »

bos´n hat geschrieben:
Zuschweißen , neu bohren \:D/
Genau den Gedankengang hatte ich auch. :smilingplanet:
Zumal, wenn man eine Vorrichtung hat, mit der man die genaue Geometrie auch wieder herstellen kann. :lupe:

Gruß. Martin.
Jung sein ist keine Frage des Alters.
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jan
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Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von jan »

Gerd hat geschrieben:Ging das um den "Mohrenkopf"? Sonst ist es nicht gerade einfach in dem Buch was zu finden, früher als ich da noch oft drin gelesen habe, wusste ich eigentlich immer wo was steht. Das ist heute leider vorbei.
Mööönsch, Gerd!
Was heute die Suchfunktion im Computer, war früher das Stichwortverzeichnis am Ende eines jeden (guten) wissenschaftlichen Buches - umgangssprachlich auch als sog. "Idiotenwiese" bezeichnet. ;-D
Nachdem ich dort unter "Temperatur" nicht fündig geworden bin, wurde es mit "Zylinderkopftemperatur" schon wärmer (im wörtlichen wie im übertragenen Sinne"). Ich hab´ dann einfach mal die Fundstelle mit "Zylinderkopfdichtung" aufgeschlagen. Bingo!

Auch wenn die Bildqualität eher mäßig ist, sollte doch jede:r geneigte Leser:in auf seine/ihre Kosten kommen. :wink:
(Klaus, ich hoffe, das ist die gesuchte Stelle. :halloatall: )
20230227_Huetten_I.jpg
20230227_Huetten_II.jpg
20230227_Huetten_III.jpg
Hier noch der erste und der letzte "Hütten" einträchtig nebeneinander. Den echten Helmut Hütten traf ich 1993 bei einer Buchpräsentation im EFA-Museum in Amerang - gemeinsam mit Paul Simsa, Helmut Krackowizer und Werner Oswald. Für einen bescheuerten Büchersammler wie mich ein echtes Highlight. Wenige Jahre später gab es sie alle vier nicht mehr...
20230227_214507.jpg
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Gerd

Re: Wärmeverteilung im luftgekühlten Zylinderkopf

Beitrag von Gerd »

Ich wußte ja auch nicht so genau was er aus dem Buch überhaupt wissen wollte. Und Mohrenkopf hatte ich ich schon im Sinn. Darf man überhaupt noch MOHRENKOPF sagen oder schreiben. Vielleicht muß das Buch ja umgeschrieben oder verbrannt werden. :mrgreen: JEHOVA. :-#
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