Zündungseinstellung an Boyer MK4
Verfasst: Mittwoch 15. September 2021, 08:36
Hallo ihr Wissenden,
ich bin ja immer noch am kennenlernen meiner T100R (1970). Ist ja mit dem Neuzeitgeraffel (2004er Speed, 2011er M796), was ich sonst so bewege & pflege, nicht wirklich vergleichbar. Aber ich geniese es.
Diese Lady hatte beim Kauf schon eine Boyer MK4, von der ich dachte, das die mir weniger Aufwand als die Unterbrecherzündung macht und habe die auch beim Neubau des Kabelbaumes im letzten jahr nur neu angeschlossen, aber die Justierung nie angerührt. Sie springt ja ganz gut an, der Leerlauf paßt nach wenigen Gaststößen auch soweit, das sie nicht ausgeht.
Jetzt ist mir bisher nicht so sehr aufgefallen, das der Motor recht zäh durchs Band dreht, man hat ja auch keinen Vergleich, wie es sein müßte. Aber die zeitgenössische Literatur lobt ja immer die Drehfreude dieses Motors, und ich hätte mir das schon etwas spritziger vorgestellt. Daher wollte ich mir diesbezüglich die Vergaser mal anschauen. Da ich ja hier gelernt habe, das vorher tunlichst Ventilspiel und Zündung stimmen sollten, habe ich das genauso gemacht. Einlassspiel war etwas größer, wurde korrigiert, Auslass hat gepasst.
Jetzt zur Zündung, wo ich unsicher bin und gerne Unterstützung von euch hätte:
Ich habe ja glücklicherweise so einen Motor, der bei OT und 38° vOT diese beiden Löcher in der Schwungmasse hat, die man hinter den Zylindern mittels Triumph-Tool D571/2 finden kann. Also habe ich mir das Tool mal nachgebaut und die beiden Stellen gesucht. Siehe da, die Markierung an der LiMa (Gravur) ist genau bei 38° vor OT, den OT habe ich auch gefunden und mittel Edding markiert. Mit einer selbstgebastelter Gradscheibe habe ich das verifiziert, paßt genau in den Kompressionstakt des rechten Zylinders. Jetzt steht in der Anleitung zur Boyer MK4 ja drin, das der Magnet durch das Sichtloch (Magnete rotieren im Uhrzeigersinn) bei voller Frühzündung (38° vOT) sichtbar sein muss. Bei mir ist er das leider erst auf der OT-Stellung, das würde für tierische Spätzündung sprechen, oder? Muss ja auch so sein, wenn man darüber nachdenkt: der Impuls kommt möglichts zeitig, und die Elektronik entscheidet dann, ob der direkt durchgereicht wird (Frühzündung) oder eine Verzögerung für einen späteren Zündzeitpunkt sorgt. Kommt der Impuls erst bei OT, kann man ja keine Frühzündung mehr erreichen. Habe ich das richtig verstanden? Abblitzen will ich auch noch, muß mir aber ertmal die Strobo besorgen.
Wie ist eure Erfahrung mit dieser statischen Einstellung bei der Boyer-Zündung, passen die Bohrungen normalerweise? Ich hatte mir im Vorfeld noch zwei Videos dazu angeschaut, und zwar diese hier, wo das eigentlich wie in der Boyer-Anleitung beschrieben gemacht wird und so in etwa auch passt.
Anbau statisch: https://www.youtube.com/watch?v=zPKoZpWAuqQ
Justage mit strobo: https://www.youtube.com/watch?v=P-f5GgIRHWE&t=426s
Die ganzen Symptome, wenn man mal im Netz sucht, sprechen ja für typische Spätzündung:
-geringe Motorleistung (mangels Vergleich merkt man das nicht so)
-Schlechte Gasnahme (geht eigentlich)
-steigende Abgastemperaturen (Krümmer sind sehr heiß, aber wenn mans nicht anders kennt....)
-Motor quält sich die Drehzahlen hoch (bis 4000 gehts, dann wirds zäh).
Soll ich die Boyer statisch nach Anleitung jetzt mal auf volle Frühzündung einstellen? Oder ist das ohne Strobo zu riskant? Andere Tipps?
Grüße Stefan
ich bin ja immer noch am kennenlernen meiner T100R (1970). Ist ja mit dem Neuzeitgeraffel (2004er Speed, 2011er M796), was ich sonst so bewege & pflege, nicht wirklich vergleichbar. Aber ich geniese es.
Diese Lady hatte beim Kauf schon eine Boyer MK4, von der ich dachte, das die mir weniger Aufwand als die Unterbrecherzündung macht und habe die auch beim Neubau des Kabelbaumes im letzten jahr nur neu angeschlossen, aber die Justierung nie angerührt. Sie springt ja ganz gut an, der Leerlauf paßt nach wenigen Gaststößen auch soweit, das sie nicht ausgeht.
Jetzt ist mir bisher nicht so sehr aufgefallen, das der Motor recht zäh durchs Band dreht, man hat ja auch keinen Vergleich, wie es sein müßte. Aber die zeitgenössische Literatur lobt ja immer die Drehfreude dieses Motors, und ich hätte mir das schon etwas spritziger vorgestellt. Daher wollte ich mir diesbezüglich die Vergaser mal anschauen. Da ich ja hier gelernt habe, das vorher tunlichst Ventilspiel und Zündung stimmen sollten, habe ich das genauso gemacht. Einlassspiel war etwas größer, wurde korrigiert, Auslass hat gepasst.
Jetzt zur Zündung, wo ich unsicher bin und gerne Unterstützung von euch hätte:
Ich habe ja glücklicherweise so einen Motor, der bei OT und 38° vOT diese beiden Löcher in der Schwungmasse hat, die man hinter den Zylindern mittels Triumph-Tool D571/2 finden kann. Also habe ich mir das Tool mal nachgebaut und die beiden Stellen gesucht. Siehe da, die Markierung an der LiMa (Gravur) ist genau bei 38° vor OT, den OT habe ich auch gefunden und mittel Edding markiert. Mit einer selbstgebastelter Gradscheibe habe ich das verifiziert, paßt genau in den Kompressionstakt des rechten Zylinders. Jetzt steht in der Anleitung zur Boyer MK4 ja drin, das der Magnet durch das Sichtloch (Magnete rotieren im Uhrzeigersinn) bei voller Frühzündung (38° vOT) sichtbar sein muss. Bei mir ist er das leider erst auf der OT-Stellung, das würde für tierische Spätzündung sprechen, oder? Muss ja auch so sein, wenn man darüber nachdenkt: der Impuls kommt möglichts zeitig, und die Elektronik entscheidet dann, ob der direkt durchgereicht wird (Frühzündung) oder eine Verzögerung für einen späteren Zündzeitpunkt sorgt. Kommt der Impuls erst bei OT, kann man ja keine Frühzündung mehr erreichen. Habe ich das richtig verstanden? Abblitzen will ich auch noch, muß mir aber ertmal die Strobo besorgen.
Wie ist eure Erfahrung mit dieser statischen Einstellung bei der Boyer-Zündung, passen die Bohrungen normalerweise? Ich hatte mir im Vorfeld noch zwei Videos dazu angeschaut, und zwar diese hier, wo das eigentlich wie in der Boyer-Anleitung beschrieben gemacht wird und so in etwa auch passt.
Anbau statisch: https://www.youtube.com/watch?v=zPKoZpWAuqQ
Justage mit strobo: https://www.youtube.com/watch?v=P-f5GgIRHWE&t=426s
Die ganzen Symptome, wenn man mal im Netz sucht, sprechen ja für typische Spätzündung:
-geringe Motorleistung (mangels Vergleich merkt man das nicht so)
-Schlechte Gasnahme (geht eigentlich)
-steigende Abgastemperaturen (Krümmer sind sehr heiß, aber wenn mans nicht anders kennt....)
-Motor quält sich die Drehzahlen hoch (bis 4000 gehts, dann wirds zäh).
Soll ich die Boyer statisch nach Anleitung jetzt mal auf volle Frühzündung einstellen? Oder ist das ohne Strobo zu riskant? Andere Tipps?
Grüße Stefan