Guten Morgen.
Klaus: Hatte ich auf dem Schirm und auch überlegt, ob es sich hätte einbauen lassen. Wird definitiv nachgeholt.
Detlev:

Wo hast du denn den alten Schinken ausgegraben? Super. Das waren noch Zeiten...5 Liter Öl für einen Ölwechsel an einer Karre mit 3,2 l Füllmenge gebraucht und diese danach beim Abbocken auf die Seite gelegt, weil ich vergessen hatte, den Seitenständer auszuklappen. Aber jung war ich da noch.
...
Ich hätte mich in den Arsch beißen können. Da nimmt man eine Auswahl zölliger Schlüssel, Rödeldraht, Kabelbinder, einen Satz Zündkerzen und anderes Gelumpe mit, um auf eventuelles Versagen britischer Ingenieursleistungen reagieren zu können und übersieht völlig, dass man sich ohne irgendein Backup für die Navigation auf ein von Amerikanern entwickeltes und Asiaten zusammengelötetes Stück Schickimicki-Elektronik verlassen hat…und natürlich prompt verlassen wurde. Eigentlich hasse ich die Dinger ja eh – so toll sie auch sind, um im Biergarten eine Selfie zu machen oder vom Hotelzimmer aus eine WhatsApp-Nachricht zu verschicken. Unterm Strich einfach albernes, neumodisches Gelumpe, dass im Ernstfall nie das tun wird, was man davon erwartet.
Blind wie ein Maulwurf war ich also in die mir von Steve Jobbs gestellte Falle getappt. Aber der Maulwurf ist auch ein überaus sensibler und intelligenter Zeitgenosse und immer in der Lage zu improvisieren. Meine bevorzugter Snack zwischen Frühstück und Abendessen bei Motorradtouren sind 1-2 Snickers - der kleine Zuckerschock reicht mir aus, um mich energietechnisch über den Tag zu bringen. In Erwartung der hohen Temperaturen hatte ich also schlau wie ein Fuchs zwischen die beiden mitgenommenen 5er-Packs Snickers ein Kühlakku geklemmt, das Ganze fest in eine Plastiktüte gewickelt und um dieses Päckchen wiederum die Regenhaube des Tankrucksacks gefaltet. Das reicht aus, um die Insulinstangen den ganzen Tag über an einem Ändern ihres Aggregatzustandes zu hindern. Also angehalten, das Handy sich eine Zigarettenlänge lang im Schatten etwas beruhigen lassen und dann ab ins Kühlfach damit. Vermutlich kein Zuckerschlecken für den Akku – war mir aber scheißegal. Und effizient – nach weiteren 10 Minuten war die Kommunikationskrücke nicht nur wieder betriebsbereit, sondern wirkte regelrecht erfrischt.
Die Glut der Mittagssonne sollte aber ausreichen, um nach 30-40 Minuten die nächste Abschaltung zu provozieren. Nun ist es ja so, dass man als Raucher eh gelegentlich mal anhält und als mit einem Roadster-Tank ausgestatteter Commando-Pilot sowieso. Der Bleicheimer hat zwar einen Liter mehr Inhalt als die GFK-Variante, aber so richtig üppig ist das nicht. Deswegen fahre ich normalerweise immer ca. 100 Meilen, bis ich langsam beginne, den nächsten Tankstopp einzuleiten. Wenn man irgendwann mal ankommen will, macht es keinen Sinn, den Roadster-Tankinhalt noch in 7 Etappen aufzuteilen, um jedesmal das Handy zu kühlen. Außerdem qualmst du da am Tag dermaßen viele Zigaretten, dass ich nicht völlig ausschließen würde, dass man seiner Gesundheit da eventuell Schaden zufügen könnte...
Deswegen musste ich umdisponieren und mich von dem leitenden Mitarbeiter meiner Abteilung für Tourenplanung, Herrn Apfel, trennen. Beim nächsten Stopp habe ich mir einfach auf Google Maps angeschaut, welche Orte auf der Strecke zum Ziel lagen und bin dann fortan mit einer Mischung aus Schilderinformationen und Gefühl weitergefahren. Das war zwar etwas spannender, als wenn dich aus dem Tankrucksack die Info „in 11 Kilometern Kreisverkehr auf 12 Uhr verlassen“ anlacht, ging aber auch und: Ich konnte fahren und musste nicht permanent kühlen und rauchen.
Hier am Schliffkopf auf der legendären B500, die zwar fahrerisch durch die 70er Limitierung nicht besonders reizvoll ist (und als gesetzestreuer Bürger bin ich auch exakt nur 70 mph gefahren!), die ich aber wunderschön wegen der Streckenführung finde:
b500.jpg
Die unglaubliche Weite, die sich dem Piloten an vielen Stellen präsentiert und sehr schöne Landschaft des Schwarzwalds machen aus vorgenanntem Grund trotzdem viel Freude beim Befräsen dieses Asphaltbands. Frage zwei war damit dann auch beantwortet: Totaler Blödsinn – der Schwarzwald ist genauso grün wie alle anderen Wälder auch. Was ja eigentlich auch logisch ist, da Baden-Württemberg auch grün und nicht schwarz regiert wird.
So erreichte ich dann planmäßig am Nachmittag von Tag zwei das Örtchen Alpirsbach.
Gruß,
Markus
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