In den ersten Jahren mit der 99 bin ich eher verhalten gefahren - hatte ja auch all die fürchterlichen Geschichten über alte englische Kräder gehört. Inzwischen denke ich das man sich schon ordentlich anstrengen muss um bei einer 88 oder 99 den Motor hinzurichten. Klar, wenn man es will schafft man es, aber die Dinger sind klar robust! Inzwischen halte ich mich an die schöne alte Regel von Carl Hertweck: "Scharf gefahrene Motoren halten am längsten!"István hat geschrieben:Hallo !
Wie fahren Ihr auf eine langere Strecken mit der alte Eisen ?
Selbst auf der Autobahn (wenn es denn mal sein muss) habe ich eigentlich nie Angst das mir der Motor um die Ohren fliegt - mehr das sich das Restmotorrad nach und nach zerlegt... Obwohl, passiert ist mir das auch noch nie. Und in den letzten Jahren mussten ab und zu auch mal längere Autobahn Etappen bei Temperaturen klar über 30°C sein. Allerdings ist das wirklich spaßlos!
Auf der Landstraße bewege ich die 99 zwischen 50 - 80 m, manchmal auch schneller. Das ist von der Straße, dem Verkehr und den Vibrationen anhängig, bei 50m und 80m vibriert sie kaum, bei 60m ordentlich und bei 70m spürbar, aber alles im grünen Bereich.
Inbesondere im Gebirge, aber auch beim Überholen, sieht die 99 regelmäßig im 2. oder 3. Gang Vollgas, der 3. geht dabei in der Tat an 80m ran. Allerdings bin ich nicht sicher wie genau mein Smiths ist und in diesen Situatonen schaue ich i. a. auch nicht soo genau auf den Tacho.
Überhaupt ist im echten Gebirge der 3. Gang dein bester Freund, bergauf geht damit fast alles und bergab bremst der auch ganz hübsch, da braucht man allerdings doch ab und an auch den 2. Auf echten Gebirgsstrecken kannst du auch heute noch mit einer Federbett Norton so einiges stehen lassen - so einiges! Selbst mit den schwachbrüstigen 27-31PS von 88 und 99.
Das ist ja eine der tollen Sachen an den Domis, insbesondere den Widelines, im Stand scheinen sie immer zu sagen:" Ich bin ein kleines, altes, hübsches Motorrad mit dem man bei schönem Wetter ein bischen gemütlich sich die Gegend anschauen kann"
Hast du dich an das Krad gewöhnt und bist auf einer passenden Landstraße unterwegs, vor dir womöglich noch ein Opfe....., äh anderes Motorrad, dann hast du eher das Gefühl die 99 sagt so Dinge wie: "FLEISCH -GIB MIR JETZT ROHES BLUTIGES FLEISCH!!!!!!!"
Uups - sagte ich schon mal das ich die kleinen Domis für ziemlich tolle Motorräder halte? Vermutlich.
Zurück zu deiner Frage, fahr deine 500er so viel wie möglich, auf den verschiedensten Strecken, fahr sie sanft warm und dann versuche deinen persönlichen Fahrstil mit dem was das Motorrad dir bietet in Einklang zu bringen. Ab einem gewissen Zeitpunkt wirst du automatisch immer schneller werden und wenn du eine gewisse Sensibilität für die Karre entwickelt hast wirst du schon mitbekommen wenn sie dir mitteilt das es ihr jetzt zuviel wird. Sehr entspanntes und hurtiges mitmischen im Landstraßenverkehr ist aber auf jeden Fall drin.
Bis denn
Bernd