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Re: Wie einen Commando Zylinderkopf erkennen ?

Verfasst: Montag 19. August 2013, 09:37
von Johannestiger
Hallo Martin,

vielen Dank für die Info. Die Ölsteigleitungen führen seitlich an den Kopf heran. So nehme ich an, dass es sich um einen Commando - Kopf handelt. Was ist denn mit "Port" gemeint? Die Einlasskanäle im Kopf, dort wo der Flansch angeschraubt wird? Wo wird die Größe des Einlasses im Kopf gemessen? Am äußeren Rand der Dichtfläche der Sitzringe oder an deren Innendurchmesser?

Gruß

Alexander

Re: Wie einen Commando Zylinderkopf erkennen ?

Verfasst: Montag 19. August 2013, 09:55
von Tim
Johannestiger hat geschrieben:Was ist denn mit "Port" gemeint?
Grundsätzlich heisst das einfach "Kanal", "intake port" ist der Einlasskanal, "exhaust port" ist der Auslasskanal.
Die Einlasskanäle im Kopf, dort wo der Flansch angeschraubt wird?
Ja, in diesem Fall schon.
Wo wird die Größe des Einlasses im Kopf gemessen?
Genau da am Vergaserflansch.


Tim

Re: Wie einen Commando Zylinderkopf erkennen ?

Verfasst: Montag 19. August 2013, 10:17
von Tim
Johannestiger hat geschrieben:So richtig hilft mir die Zylinderkopfkunde jedoch nicht weiter.
Nimm die von Dynodave, die ich oben verlinkt habe.

28.5mm sind bis 1972 Standard bei Commandos, wie bei 650SS und Atlas. Soweit ist alles klar, denke ich.

Die AN-Zylinderkopfkunde ist in einem Punkt flasch - sorry, Joe, ich weiß, Du bist unfehlbar, aber Deine Schergen.... :mrgreen: - nämlich, dass der RH1 keinen 30mm port hat, sondern mit einem 30mm-Versager verbaut wurde. Auf der Dynodave-Seite ist ein "factory letter" verlinkt, der besagt genau das. Der Unterschied zwischen RH1 und RH2 ist AFAIK nur der verwendete Gussrohling, wobei der besagte "factory letter" den RH2 als "Plumstead Combat" bezeichnet - laut den Dynodave-Fotos ist das aber einfach nur derselbe Kopf, nur später. Späte 650er und Atlas und eben die ersten Commando wurden offensichtlich aus dem Rohling mit der Teilenummer 06-0380 gefertigt, da ist auch flasche Info im Netz unterwegs (Dynodave schreibt dazu auch was). RH2 ist nach dem verlinkten Brief v.a. einfach ein Kopf aus einem anderen Werk und bei Dynodave auch erkennbar aus einem anderen Gussrohling gefertigt.

Also, wenn Commando und 28.5mm, dann ist es höchstwahrsceinlich ein RH1, wenn die Gussnummer und das Birco-Symbol positiv ausgeführt sind, also erhaben über der Gussfläche stehen, dann IMHO mit Sicherheit.

Aber wozu musst Du das eigentlich so genau wissen?



Tim

Re: Wie einen Commando Zylinderkopf erkennen ?

Verfasst: Montag 19. August 2013, 17:12
von Johannestiger
Tim, ich muss das Teil überholen lassen und werde da einiges an Geld investieren müssen und da ist es mir wichtig, zu wissen um welchen Typ es sich handelt und ob die Eckdaten stimmen oder schon mal in den letzten 40 Jährchen daran rumgefummelt wurde.

Außerdem hab ich noch die zwei 32 Vergaser und fänd es schon nett die Teile zu verwenden aber 28,5 Einlass und 32 Vergaser, ich glaub das passt nicht so gut zusammen.

Am Ende find ich es aber schon spannend wie viele verschiedene Köpfe es für die Commando gegeben hat, in eigentlich recht kurzer Zeit.

Beste Grüße

Re: Wie einen Commando Zylinderkopf erkennen ?

Verfasst: Dienstag 20. August 2013, 09:09
von Tim
Johannestiger hat geschrieben:Tim, ich muss das Teil überholen lassen und werde da einiges an Geld investieren müssen und da ist es mir wichtig, zu wissen um welchen Typ es sich handelt und ob die Eckdaten stimmen oder schon mal in den letzten 40 Jährchen daran rumgefummelt wurde.
Kann ich nachvollziehen, aber ich würde es so sehen: Wenn ich als Kunde dem Spezialisten diese Infos geben müsste, wär's nicht der richtige Spezialist für die Aufgabe.



Tim

Re: Wie einen Commando Zylinderkopf erkennen ?

Verfasst: Donnerstag 22. August 2013, 12:46
von Klaus Monning
Atlas750 hat geschrieben:
bad_friday hat geschrieben:Von all den Zylinderköpfen die ich, suchend nach Ersatz/Reserve, in den Händen hatte waren nur die Combat-Köpfe mit einem «C» markiert ...
Deswegen würde ich einen Kopf immer nur von ganz wenigen Leuten machen lassen und mich da auf die Erfahrung verlassen. Joe empfiehlt ja immer Kolano, ansonsten könnte man wohl auch noch Mick Hemmings dranlassen, aber ansonsten wüsste ich keinen mehr. Doc Cordes hat mir damals gesagt, dass er das nicht selbst macht, vielleicht hat sich das inzwischen geändert.


Tim
Hallo zusammen,
zum Thema Kopfbearbeitung kann ich was beitragen. Ich hatte einmal einen Hemmings- Kopf in der Hand. Der Ventilwinkel des Einlasses war auf 26,5°geändert. Er verwendet dann 3/4" Enlassventile (ich weiß jetzt nicht, ob er nur bei der 850er den großen Durchmesser verwendet) um den neuen Winkel realisieren zu können und dann noch eine saubere Ventilführungsbohrung hin zu bekommen. Dann haben wir zu Mitte Brennraum hin etwa 22mm Presslänge und zur Vergaserseite hin je nach durchmesser des Kanals nur noch etwa 8- 10mm. Ich halte das für Gammel, denn die Führung wird schon beim Einpressen schief gedrückt. Das kann man ja mit einer entsprechnden Kanalform hin bekommen.
In jedem Fall lässt sich der neue Ventilwinkel bei der 750er auch mit Führungen der 850er, also mit einem Außendurchmesser von 5/8" (also etwa 16mm) realisieren. Das ist bedeutend gesünder. Um ein "Schief- Einpressen" zu verhindern setze ich die Führung dann auf eine Einpress- Länge von etwa 12mm ab. Dann haben wir rund herum die gleiche Einpresslänge.
Für die 850er verwende ich Zwischenbuchsen, die einen Außendurchmesser von ca. 19mm haben aber eine Planfläche die sich exakt an die (vorher auf den neuen Winkel geplanten) Ventilfederauflagen anlegen. Ich weiß, das ist auch eine Krücke, aber bis jetzt hat's bei meinen Köpfen funktioniert. In diese Zwischenbuchsen setze ich dann wieder Standard- 750er Führungen ein. Ich werd' heute Abend 'mal ein Foto des Kopfes einstellen, den ich gerade für mich mache, mit Einlass- Durchmesser 43mm (Steve Maney) und Auslass 38mm (Kibblewhite für BMW).
Gruß
Klaus