Liebe Leute,
meine 88er Domi hat 2 MK1 Vergaser mit einem nicht wirklich hübschen two-in-two Manifold. Jetzt suche ich eine Alternative und komme dabei auf eine technische Frage. Ich sehe manifold inlets und manifold spacer in verschiedenen Dicken. Wann und warum soll man das eine oder das andere wählen? Und welchen Vor- oder Nachteil bringen die verschiedenen Dicken bzw. Abstände zwischen Kopf und Vergaser? Ich bin technisch hier nicht so gut, aber es gibt bestimmt jemanden im Forum, der sein Wissen preisgibt. Schon mal vielen Dank dafür.
am meisten Wert solltest Du wohl auf möglichst stufen- bzw. kantenlose Übergänge zwischen Vergaser, Ansaugkrümmer und den Einlasskanälen im Zylinderkopf legen. Damit erweist Du einer sauberen Strömung den besten Dienst.
Die "Spacer" erfüllen zweierlei Funktion: Wenn sie aus geeignetem Material sind, halten sie Dir (unerwünschte) Hitze vom Vergaser fern und vermeiden so z.B. Dampfblasenbildung. Zum anderen beeinflussen sie die Länge des Ansaugtraktes von der Gemischbildung (Vergaser) bis zum Einlassventil und damit die Länge der Gassäule. Wenn ich das richtig wiedergebe, bedeutet ein kurzer Ansaugtrakt kurze Amplituden und damit gute Füllung vor allem bei hohen Drehzahlen; eine mit langen Amplituden schwingende Gassäule hingegen bringt eher besseres Drehmoment in unteren Drehzahlbereichen.
Ich bezweifle aber, dass sich das in der Praxis fühlbar auswirkt - jedenfalls dann nicht, wenn Du nicht gleichzeitig auch mit Steuerzeiten, Ventilgrößen und Kanalweiten "spielst". Letztlich spielt bei der Füllung ja sogar die gegenüberliegende Seite - Stichwort "Ventilüberschneidung" - und damit die Gestaltung auch des gesamten Auslasstrakts eine Rolle.
Denn was auf der einen Seite gut hereinkommt, muss auch auf der anderen Seite zügig entsorgt werden - und das am besten so, dass sich die verschiedenen Gassäulen und die Über- und Unterdruckverhältnisse im Zylinder bzw. Brennraum gegenseitig verstärken (und nicht gegeneinander wirken).
Ich schätze mal, bei ansonsten unverändertem Motor wirst Du unterschiedliche Manifolds und Spacer vielleicht auf dem Diagramm des Leistungsprüfstands identifizieren können, in der fahrerischen Praxis aber kaum. Das ist aber schon Motorenbau für Fortgeschrittene - für den Alltag solltest Du Deine Entscheidung dann doch eher von den thermischen und räumlichen Verhältnissen abhängig machen. Z.B. hat schon manch einer Probleme bekommen, mit dicken Spacern oder langen Manifolds die Vergaser (die oft sogar ja auch noch mit Luftfilter ausgestattet werden sollen) noch im Rahmen unterzubringen. Eine weitere Frage ist, wie der Motor auf unterschiedliche Spacer (O-Ringe, Papierdichtung, Metall, Pertinax, ... ) thermisch reagiert. Zumeist regeln die Sachzwänge die Wahl des zu verwendenden Materials dann von ganz alleine...
Widme Dein Augenmerk also vor allem den Übergängen im Einlasstrakt, wie oben beschrieben. Ich glaube, damit tust Du Dir den größten Gefallen.
Cheers, Jan
May our engines never run out of oil, fuel and sparks!
Hi.
Du solltest mal genauer definieren, welchen Domi 88 Du hast? Mit SS-Kopf, oder noch den alten Kopf mit den waagerechten Einlaßkanälen und wenn 2in2 dann mit dem Manifold mit den nach aussen gestellten Vergasern?
Mit Mk1 Vergasern wirst Du wohl Concentric Mk1 meinen. Die gehören dann eigentlich nicht drauf. Auf den Domi 88 waren ursprünglich 276er oder Monoblocs. Auf meinem Domi 99 hab ich auch zwei Vergaser, aber auch "nur" Concentrics. Richtig abgestimmt muß das nicht schlecht sein.
Wichtig bei allem Vergaserkombinationen ist eine thermische Abtrennung von Manifold und Kopf und/oder Manifold/Vergaser. Sonst werden die Vergaser im Stand fast genauso heiss wie der Kopf, solange Du fährst geht das noch so, aber wenn die Kiste mal steht dann hat man zu tun, den Motor wieder zum laufen zu kriegen, Standgas..... macht einfach keinen Spaß. Dafür gibt es die Isolierflanschdichtungen aus Hartpapier (Pertinax, Tufnol). Zwischen Vergaser und Manifold/Kopf bloß nicht die Dinger aus dickem Dichtungspapier nehmen. Das gibt verzogene Vergasergehäuse und klemmende Schieber.
Hattest Du nicht den geplatzten Motor, weil auch so ein "Spezialist" einen Ölhahn dran gebaut hat? Was ist denn aus dem Motor geworden?
Hallo Männer, vielen Dank für eure Unterstützung. Ich hab schon wieder viel gelernt! Ich konzentriere mich jetzt auf die sauberen Übergänge und sehe mal, wieviel Platz ich im Rahmen habe.
Die beiden Vergaser sind MK1 Concentric und es stimmt, die gehören eigentlich nicht an die 88er. Aber die Kiste lief gut, vorm Motorplatzer. Martin, du erinnerst dich richtig. Und schön langsam bekomme ich alle Teile zusammen. Wir haben die Kiste nämlich komplett auseinander genommen (wenn schon, denn schon) und jetzt wird's ein echtes Schmuckstück. Eigentlich fehlt nur noch die Kurbelwelle, die liegt beim Meister Kolano. Ich sollte mal nachfrage.....
Aber ich hätte noch eine Frage zu den Manifolds. Würdet ihr "nur" zu den Spacern greifen oder sind die Inlets mit den Gummis besser?