ich habe eine ziemliche Krise...
Lasst mich mal erzählen. Ich habe seit 9 oder 10 Jahren eine A 65, eigentlich ein nettes Moped, nummerngleich, Originallack, ziemlich original.
Ich hatte vor 5 Jahren die üblichen Probleme mit dem Öldruck im Leerlauf, woraufhin ich den Originalmotor zum Überholen zu einem renommierten BI-Motorenbauer brachte. Das hatte nicht wirklich gut funktioniert, denn die überholte Ölpumpe gab keinen Druck bei warmem Motor und die paar Meilen damit haben den Motor ziemlich ruiniert. Ein Kolben gefressen, Lagerbuchse hin, Nockenwelle eingelaufen und so weiter und so weiter...
Also wurde das noch mal gemacht ohne irgendwelche Vorbehalte, was Geld anging. Neue Kolben +.020 im nachgehonten Zylinder (leider mit ca. 14 bis 15/100 mm etwas viel Laufspiel), MAP-Pleuel, die große Ölpumpe, ein Manometer zum Öldruck messen.
Seit dieser neuerlichen Motorrevision sind jetzt knapp 3 Jahre oder 6.000 mls vergangen.
Was mir in dem Zusammenhang noch einfiel ist die Tatsache, dass es mir vorkommt, als sei die Kurbelwelle lagemäßig seither nicht tausendprozentig so, wie es sein soll. Ich habe vorher nie diesbezügliche Probleme gehabt, aber ich habe mangels nötigem Freigang einen Rotor der LiMa teilgeschmolzen, siehe Photo in der Galerie. Den nächsten habe ich dann teilweise frei feilen müssen, um den nötigen Freigang zu erzielen. Das ist seltsam, aber auf Nachfrage beim Motorbauer, ob das denn sein könne, das die KuWe anders liegt, hat er das verneint.
Ende letzen Jahres habe ich den Kopf runter gemacht, weil die Dame unter definierten Lastbedingungen bei heißem Motor geklappert hat, als ginge sie fest. Die Stößel soweit gut, NoWe gut, Kolben gut, Führungen mit Ölkohle verklebt, was nach Aussage des Motorenbauers, die Ventile teilweise in den Führungen hat klemmen lassen. Also neue Ventile und Führungen rein. Erste Probefahrt dieses Jahr damit ergab noch schlimmeres Geklapper als je zuvor und tüchtig Druck aus dem Entlüfter. Also alles wieder runter, dieses Mal waren die Führungen zu lang und die Federteller haben an den Führungen angestanden, die Abstreifer einfach abgeklemmt und schön auf die Führungen gehämmert. Was mir noch auffiel ist, dass die Kolbenringe nach knapp 10.000 km schon von der unteren an obere Grenze des Stoßspieles gekommen waren. Als ich die Teile wieder gekommen habe, habe ich die Ventile noch mal raus gemacht und ein wenig nachgeschliffen. Die Sitzbreite kam mir etwas breit vor, so ca. 2 mm, ich kenn das schon ein wenig schmäler, vor allem, wenn die Sitze frisch gefräst worden sind.
Letztes WE wieder zusammengebaut, Moped lief an, klapperte nicht mehr.
So habe ich gestern nun auch eine etwas größere Runde gedreht, um heute den Kopf nachziehen zu können. Leider ging das nicht so ab, wie ich das gehofft hatte.
Fakt ist, dass nach ca. 20 mls bei zügiger Gangart, der Öldruck im Leerlauf auf ca. 5 psi geht, bei 4000 rpm stehen 20 oder 25 psi an. Moped raucht aus dem Entlüfter.
Also sieht es so aus, dass der Motor ziemlich platt ist, was mich tierisch nervt im Moment. Und das nach knappen 10.000 km, überwiegend Langstrecke > 60 km, Ölwechsel mit 20-50 alle 1.500 mls, Ölfilter im Rücklauf…
Was für Alternativen habe ich?
Moped verkaufen, 50-iger Öl rein, Öldruckmesser abbauen und das Prob an den nächsten Besitzer weiter geben, will ich nicht.
Wenngleich ich doch über ein gerüttelt Maß an Geduld verfüge, möchte ich den Motor nicht einfach wieder ausbauen, zum gleichen Motorenbauer latschen und sagen, mach mal.
Irgendwas ist da oberfaul an der Chose, wenn ich nur wüsste, was es ist. Ist der Primärtrieb nicht richtig ausdistanziert und der Motor frisst deshalb die Anlaufscheiben der KuWe? Ist oder war das Axialspiel der KuWe zu groß?
Eigentlich sollte ich das Moped auf ’nem Hänger zu einem hin fahren, der das Moped als ganzes anschaut und nicht nur einzelne Komponenten.
Ich habe schon so viel Zeit und Kohle in das Moped rein gesteckt, dass es auf eine neuerliche Motorinstandsetzung nicht mehr ankommt. Und selbst wenn ich sie verkaufen sollte, dann wenigstens mit gutem Gewissen und ohne Leute zu bescheißen.
Jetzt also zu meiner Kernfrage:
Kennt einer von Euch jemanden (vorzugsweise im Raum Düsseldorf), der so etwas machen könnte? Ehrkamp ist 10 oder 12 km weg, macht der sowas?
Vielen Dank für’s Zuhören und schon mal im Voraus für gute Ratschläge.
Niedergeschlagene Grüße
Ph.