Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

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Nörtn ut stall
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Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Nörtn ut stall »

Moin, ist es eigentlich zwingend, dass man den Motor ausbauen muss, um rechtwinklig die Pleuelbuchse aufzureiben zu können oder gibt es Fixierungswerkzeuge, so dass man die Buchse beim eingebauten Motor vernünftig aufreiben kann ? Irgendwelche Erfahrungen ? Danke fürs Antworten.

Nörtn
8)
PS: Kennt jemand ne Quelle für Teflonstopfen (Kolbenbolzen) ? Hat die schon einer verbaut ? Ist sowas tauglich ?
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Norton
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Norton »

Welche Pleuelbüchsen?
Atlas, Commando, 650er, alle Pleuel aus den "großen" Motoren haben orginal keine Pleuelbüchsen. Büchsen haben nur die "kleinen" Twins, 500er, 600er, die ganz kleinen meine ich auch nicht.
Oder meinst Du die Lagerschalen? Die werden nicht aufgerieben, da muss der Hubzapfen passen und dann gibts die maßlich passenden Lagerschalen dazu.
Die Bronzebüchse auswechseln im eingebauten Zustand hat man an Motoren mit Stahlpleueln gemacht. Die Pleuel hat man dann mit einem Biege- und Gegenhaltewerkzeug ausgewinkelt. Mit Hilfe von Endmassen und einem exakt passenden Bolzen gegen die Dichtfläche des Gehäuses. Aber wolltest Du im Ernst die Alupleuel auswinkeln? Neu ausbüchsen und Reiben würde ich das nur im ausgebauten Zustand auf einem exakt ausgerichteten Maschinentisch, um an den Alupleueln nichts rumwinkeln zu müssen.
Gleitsteine, als Endlager für Kolbenbolzen, kenne ich nur aus Flugzeugmotoren. Da steht die Betriebssicherheit über vielen andren Problemen/Lösungen. Wo so ein Gleitstein drin ist, kann sich kein Sicherungsring lösen, oder brechen.
Ich würde so einen Gleitstein gefühlsmässig aus Aluminium machen, muss ja nicht massiv sein. Hohl ist der auch leicht.

Irgendwie verstehe ich die Frage nicht?


Gruß. Martin.
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Tim
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Tim »

Nörtn ut stall hat geschrieben:PS: Kennt jemand ne Quelle für Teflonstopfen (Kolbenbolzen) ? Hat die schon einer verbaut ? Ist sowas tauglich ?
Für Rennmotoren, die wenig Laufleistung zwischen den Revisionen und keine sonderlich hohe Gesamtlaufleistung - v.a. Dragster - haben, ist das eine akzeptable Methode, bei Straßenmotoren handelst Du Dir übermäßigen Verschleiß ein - die Teflonbolzen ziehen regelrechte Bahnen in die Laufflächen, das Zeug schert sich einen Dreck um die Theorie, dass es zu weich sei, um das viel härtere Metall abtragen zu können. Und es kostet doch etwas Leistung, weswegen das z.B. an den Motoren, mit denen ich beruflich rumspiele, nicht gemacht wird.

Zur anderen Frage hat Martin ja schon fast alles gesagt, da möchte ich nur hinzufügen, dass "bei eingebautem Motor aufreiben" und "vernünftig" sich IMHO widersprechen.


Tim
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Martin
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Martin »

Meine Omega Kolben haben Teflonstopfen vor den Kolbenbolzen.
Im Sommer hatte ich den Kopf runter nach ca. 12000 KM. Die Bohrungen sahen hervorragend aus. Keinerlei Spuren die ich auf die Teflonstopfen zurückführen würde.
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Tim »

Martin hat geschrieben:Die Bohrungen sahen hervorragend aus. Keinerlei Spuren die ich auf die Teflonstopfen zurückführen würde.
Hm, meine Erfahrungen mit den Dingern sind andere, allerdings waren das bislang beschichtete Alu-Zylinder, wenn ich es mir recht überlege. Welches Spiel haben die Buttons, welches Material der Liner? Mit relativ viel Spiel - quasi schwimmend gelagert - mag es gehen, aber gegenüber einem passenden und korrekt installierten Ring sehe ich keinen Vorteil. Was bei 20krpm funktioniert, sollte bei 6-7krpm doch wohl bitte keine Probleme machen, oder? :mrgreen:


Tim
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Re: AW: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Martin »

Die Stopfen sind schwimmend gelagert. Spiel weiß ich nicht. Die Buchsen sind Guss. Aus Peugeot Diesel passend bearbeitet.
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Tim
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Re: AW: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Tim »

Martin hat geschrieben:Die Stopfen sind schwimmend gelagert.
Zumindest beim Einbau. :mrgreen:


Tim
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Ralph G.Wilhelm
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Ralph G.Wilhelm »

Ausserdem sind Teflonstopfen auch noch schwerer als die niedlichen Drahtklammern oder Seegerringe.

aber selbst Pop Yoshimura hat die Stopfen seinerzeit in seinen tuning kits verbaut.
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Norton »

Atlas750 hat geschrieben:
Nörtn ut stall hat geschrieben:PS: Kennt jemand ne Quelle für Teflonstopfen (Kolbenbolzen) ? Hat die schon einer verbaut ? Ist sowas tauglich ?
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Zur anderen Frage hat Martin ja schon fast alles gesagt, da möchte ich nur hinzufügen, dass "bei eingebautem Motor aufreiben" und "vernünftig" sich IMHO widersprechen.


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Bewahrheitet sich wieder die alte Maschinenbauerweisheit: Weich frisst hart.
In dem bei hohen Temperaturen am Kolben weich werdenden Teflon binden sich harte Partikel, die dann wieder die Laufbahn bearbeiten. Auch wenn Teflon nicht schmilzt, wird es ab 180°C doch ganz schön weich.

Gruß. Martin.
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Ralph G.Wilhelm
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Ralph G.Wilhelm »

Nörtn ut stall hat geschrieben: PS: Kennt jemand ne Quelle für Teflonstopfen (Kolbenbolzen) ? Hat die schon einer verbaut ? Ist sowas tauglich ?
die Käferfriseure arbeiten gerne damit http://www.vw-ersatzteilvertrieb.com/Ka ... hsringe/2/
Keine Ahnung welche Maße da verwandt werden :nixweiss:
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Nörtn ut stall
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Nörtn ut stall »

Moin, dank erstmal für die Antworten.
Welche Pleuelbüchsen? Atlas ...,
Ja, siehe Überschrift.
alle Pleuel aus den "großen" Motoren haben orginal keine Pleuelbüchse
Die small ends meiner Atlas haben Buchsen drin.
Tatsächlich findet sich in meiner Partlist "Bush gudgeon pin" nur eine für Modell 88 = T2160.
Auch auf Bildern im Netz finden sich keine Buchsen, soweit sichtbar. Allerdings gibt es auch gebraucht welche , die gebuchst sind.
Ich hab grad nochmal nachgeguckt. Es sind definitiv welche bei mir drin. Allerdings alufarben und nicht magnetisch. :roll:
Wahrscheinlich waren die Augen irgendwann mal auf und der Vorbesitzer hat da Aluringe reingedrückt (ca. 2mm wandstärke) also
relativ dünn.

Nörtn
8)

PS: Im NOC Forum gibts auch einen Beitrag darüber.
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Alexander »

Hallo Nörtn
Spätestens jetzt solltest du neue Pleule andenken . :idea:
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Martin »

Alexander hat geschrieben:Hallo Nörtn
Spätestens jetzt solltest du neue Pleule andenken . :idea:
Alexander
Wegen der Buchsen? Frühe Triumph 500er Pleuel hatten eine Buchse. Später (ab 70? müsst ich nachsehen) sagte man, die Buchse sei nicht nötig und die Bolzen liefen im Alu. War da mal dann doch was niht gut, wurde aufgebohrt und eine Buchse eingezogen. So what? :halloatall:
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Alexander »

Hm . Was würdest du jetzt bei deinen Pleulen , in so einem Falle entscheiden ?
Es ist ja immerhin die Wandungsstärke im Smalend reduziert .
Das ganze Freihand bei eingebauten alten Pleulen , nochmal nachsimulieren ?
Mit fragwürdigem Ergebnis ?
Ich pers. würde die paar Handschläge mehr machen und den Block öffnen , Pleule rausschmeissen , 300Eur für neue ausgeben und nebenher bei der gelegenheit gleich noch weiteres eh anstehendes mitbereinigen .

Alexander
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Re: Atlas Pleuelbuchsen aufreiben

Beitrag von Norton »

Säg die Pleuel durch und schmeiß sie weg (durchsägen, damit sie wirklich niemand mehr nimmt und ein rares Gehäuse damit hinrichtet!) und kauf Dir ein Paar neue.

Da hat sich schon jemand dran verkünstelt, wer weiß, was der da gemacht hat.

Gruß. Martin.
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