Klaus Monning hat geschrieben:Hallo und schönen guten Abend,
Nun ja, jetzt muss ich auch 'mal wieder was sagen:
Ich glaube, dass auch SKF mit seinen "E" Lagern etwas adäquates am Markt hat, dass die FAG- Lager sicher ersetzen kann. Die geben sogar noch etwas höhere Tragzahlen an. Auch die Geometrie der Rollen dürfte denen der FAG- Lager in nichts nachstehen. Bleibt noch das Thema der Lagerkäfige. Die, das weiß ich nicht so genau, sind bei SKF wie auch bei den Standard FAG- Lagern standardmäßig aus glasfaserverstärtem Kunststoff, und aus diesem Grunde scheiden sie für einen Betrieb in unseren Motoren aus. Beide Hersteller geben bei diesen Lagern nur Höchst- (Dauer-)Temperaturen von ca. 120°C an. Die FAG- Lager, die Heute überall als "Super Blend" verkauft werden, halten sehr gut nur deshalb, weil Sie entweder Bronze- oder Messingkäfige haben. Ich muss bei FAG einmal herausfinden, wieviel die im Einkauf wirkilch kosten. Ich habe nämlich sehr gute Beziehungen zu FAG intern. Die Preise, die da aufgerufen werden, spotten jeder Beschreibung.
Noch etwas zu dem Thema 850 oder 750:
ich habe vor meiner Entscheidung gehört, dass es bei den Commandos auch abgerissene Zylinder gab, wenn man denen einmal die Sporen gab, speziell bei hoher Verdichtung. Es soll aber bei den 750ern auch neuere geben, die am Flansch verstärkt wurden um genau dieses zu verhindern. Na ja, nehmen wir 'mal an, die halten.
Ich jedenfalls hatte mich aus diesem Grunde für die 850er mit den durchgehenden Zugankern entschieden, vor allem auch deshalb, weil ich ja bei meiner SEELEY auf 920mm³ (mit dem 91er Hub, meiner Nourish- Welle dann 950mm³) gehen wollte. Dieses ist in jedem Fall nur mit den 850er - Zylindern möglich, da dann die eingesetzte Laufbuchse an manchen Stellen schon zwischen den Rippen durchguckt. Das ist nicht weiter schlimm, da das ganze ja durch die Rippen weitgehend stabilisiert wird (im Ernst, ich hatte keinen Zylinder- Verzug, nur Kolbenfresser wegen Ölmangenls). Bei den 750er Zylindern ist so etwas nicht möglich.
Fazit:
Wenn jemand eine Standard Commando genießen will, ist er sicher bei der 750er wegen ihrer Spritzigkeit besser aufgehoben.
Wenn einem eine eher behäbige aber zuverlässige Standard- Commando besser gefällt, sollte es eine 850er sein.
Wenn jemand eine Renn- Commando bauen will, ist auf jeden Fall die 850er zu empfehlen, da die die eher größeren mechanischen Reserven hat. Allerdings muss man sich dann wieder mehr Gedanken über die Möglichkeiten einer Leistungserhöhung machen. Der Aufwand, der hier zu betreiben ist, ist eher größer. Aber auch hier, wenn sie dann mehr Leistung hat, ist die Zuverlässigkeit bei der 850er besser.
Noch etwas zur Haltbarkeit:
Wenn es etwas gibt, das bei einer Commando eher zweifelhaft ist, ist das die aus 3 Teilen zusammengebaute Kurbelwelle. Ich war einmal in Schleiz, ich glaube, da war der Egon Krenz noch Chef da drüben. Da sah ich eine SEELEY- Commando (nein nicht meine eigene) mit einer explodierten Schwungmasse (die ist nämlich aus ganz profanem Guss). Ihr Leut' das sah wirklich nicht sehr appetitlich aus. Die ist aus dem Gehäuse rausgeflogen, in das Getriebe hinein, was natürlich aus Schrott war. Wenn ich es finde, reiche ich dieses Bild gerne 'mal nach. Aus diesem Grunde hat meine (noch immer nicht fertige) Commando auch eine Nourish- Welle. Für explodierende Schwngmassen ist es nun wirklich auch egal, ob man eine 750er oder 850er hat, eine Schwungmasse kann bei beiden Motoren davon fliegen. Allerdings die 750er dreht in jedem Fall höher, und aus diesem Grunde dürfte hier die Gefahr einer explodierenden Schwungmasse auch höher sein. Es sei denn es sind Resonanzschwinungen, die eine Schwungmasse platzen lassen, Tim erzähl' uns doch 'mal was dazu.
So, nächstes 'mal etwas zu Atlas/Commando Wuchtfaktoren, da habe ich auch einschlägige Erfahrungen.
Gute Nacht.
In meiner Atlas habe ich schon seit etlichen Jahren und etwa 40000 km SKF Rollenlager mit Polyamidkäfigen drin. Andre hatte der Lagerhändler damals nicht. Laufen ohne irgendwelche Probleme.
Soweit ich weiß, sind Lager mit Messingkäfigen ebenfalls nur bis zu einer Betriebstemperatur von 120° zugelassen, ein Freund von mir hat das mal für seine Horex eroiert.
Abgerissene Zylinder sind bei 750ern, vor allem mit letztem und allerletztem Schleifmaß, schon mal vorgekommen. Und in einer englischen Classiczeitschrift war auch mal ein Foto von einer rausgeflogenen Schwungmasse. Aus der Bodenseegegend hat mir auch mal jemand so eine Story erzählt. Commandomotor im Federbett mit Schafleitner, sechster Gang bei Vollgas rausgeflogen, dann geplatzt. Auf dem chronometrischen Drehzahlmesser standen 9000 rpm (der blieb ja dann dort stehen, bis wieder einer weiter gedreht hat).
Vibrationen sind auch eine Frage des Umfeldes. Ganz schlechte Erfahrungen hab ich mit den Zubehörmotorhalteplatten aus Alu gemacht. Wachsen mit der Motortemperatur stark mit und verspannen den ganzen Rahmen und erzeugen somit viel mehr Vibrationen als die orginalen Stahlhalteplatten. Zuviel Frühzündung ist ebenfalls schlecht. Erzeugt ab einem gewissen Punkt keine Mehrleistung mehr, aber Vibs.
Gruß. Martin.
Jung sein ist keine Frage des Alters.