Teile aus England...

Made like a gun... (oder in Indien)
heinkelstefan
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Teile aus England...

Beitrag von heinkelstefan »

Hallo zusammen

Vielleicht gibt es ja jemanden der hierzu etwas sagen kann, ich muss es aber absolut loswerden, auch weil es zeigt warum ich seit dem Kauf meiner 1969er Royal Enfield Interceptor MkII mehr schraube als fahre und bei jedem Schritt vorwärts zwei zurückrutsche.

Das Bild zeigt den Kupplungshebel der im Albion-Getriebe verbaut ist, das auch noch lange in den Bullets verwendet wurde.

Links vorne der Rest der Stellschraube die abgerissen ist, daneben eine die ich in England bestellt habe. Genaugenommen habe ich zwei Stellschrauben mit Kontermutter und einen Hebel bestellt - zur Sicherheit.
Dann habe ich mir ungefähr 40 Filmchen angesehen in denen die Kupplung (bei Bullets) eingestellt wird. Die meisten auf Tamil oder Hindi (das ich natürlich nicht verstehe) und ein paar auf Niederländisch, Deutsch und Englisch die ich immerhin verstehe.
Ich habe KEINE Ahnung wie die Jungs das (in ungefähr sechs Minuten) hinkriegen:

Keine der beiden Schrauben passt richtig in einen der beiden Hebel. Beide lassen sich von der falschen, nämlich der Schlitzseite, in beide Hebel drehen. Eine für ungefähr drei Gänge, eine GENAU bis zur Hälfte. Dann klemmen beide VOLLKOMMEN fest und lassen sich nur mit Werkzeug lösen obwohl ich sie mit den Fingern reingedreht habe.

Ich kann nicht unterscheiden ob die Teile gammeliger NOS oder gebraucht sind, neu wirken sie sicher nicht. Niemand kann mir die Gewindemaße geben, ein hilfreicher Geist meint dass das NICHT aussieht wie eines der vielen Gewinde das in England Standard (...?...) ist oder war.

Ich habe eine Dreherei gefunden die mir (HOFFENTLICH) ein M10 X 1,25 Gewinde in das Original schneiden kann, dann kaufe ich eine dementsprechende Madenschraube, lasse sie vorne runddrehen und härte sie.

Das Ganze dauert jetzt schon... VIEL zu lange.

IMG_20260704_221941_719.jpg
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1964er Heinkel Tourist (seit 2007) - 1969er RE Interceptor Mkll (2025) - 1976er Guzzi Convert (Projekt, seit 2022) - 1988er R100GS (1994) - 1997er LC4 620 EGSe (neu) - 2025er Stark Varg Ex (neu).
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jan
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Re: Teile aus England...

Beitrag von jan »

Uiuiui, das hast Du Dir aber auch wirklich ein exotisches Motorrad ausgesucht - obwohl... sooo selten waren die RE-Twins ja auch nicht.
Ich habe dunkel den Namen Hitchcock als Teilelieferanten in Erinnerung. :-k

Trotz völliger Ahnungslosigkeit in Sachen RE und Albion-Getriebe gehe ich davon aus, dass die Stellschraube mit eingelassener Kugel auf eine Druckstange o. ä. wirkt.
Da wäre es schon mal hilfreich, Du könntest Bilder dieses Mechanismus zur Verfügung stellen - entweder Fotos der Kupplungsbetätigung in situ oder Zeichnungen aus Werkstatthandbuch, Ersatzteilliste o. ä.
Das erleichtert Außenstehenden das Verständnis und eine mögliche Hilfestellung.

Aber natürlich stehen die Chancen auch gut, hier im Forum jemanden aufzuwecken, der sich wirklich mit dieser Konstruktion auskennt. :wink:

Noch was zu den diversen Schrauben, die Du da präsentierst: Mit zölligem Messschieber und diversen (zölligen) Gewindelehren sollte man herausfinden können, mit welchem Gewinde man es da zu tun hat. "Hilfreiche Geister" sind da eher kontraproduktiv, zumal wenn sie nur einen freundschaftlichen, aber oberflächlichen Blick auf das Gewinde werfen. (Nur) Messen hilft.
Und wenn man dann den Gewindedurchmesser, die Anzahl der Gänge pro Zoll (tpi) und den Flankenwinkel zweifelsfrei identifiziert hat, dann hat man auch eine Grundlage, auf der man weiterarbeiten kann.

Also wirf nicht von vornherein die Flinte ins Korn. Das wird schon.
Und zeig uns mal ein paar Bilder von Deiner Schönen.

Cheers, Jan
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vitaminski
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Re: Teile aus England...

Beitrag von vitaminski »

Servus,
in DE gibt es zwei Top Leute für Enfield...
https://www.royal-enfield.de/index.php?main=impressum
https://enfield-motors.de/


Da bekommst du Teile die passen und auch technische Unterstützung
:halloatall:
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Phil
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Phil »

Hoi Stefan,

miss das Gewinde der Schraube, wie sie da reingehört.

Wenn ich Du wäre, der ich nicht bin, würde ich zuerst das Gewinde bestimmen an der alten Schraube und mit dem neuen vergleichen.

Dann ggf. die neue Schraube nacharbeiten. Vom Umschneiden auf metrisch würde ich abraten.

Zöllige Gewinde sind nicht per se schlecht.

Grüße

Ph.
heinkelstefan
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Re: Teile aus England...

Beitrag von heinkelstefan »

Einer der Leute die sich mit einer Gewindelehre und Tabellen eine halbe Stunde lang mit den Schrauben beschäftigt hat, hat unter Anderem (s)eine Vincent aufgebaut und getunt. Als nach der halben Stunde sein Stirnrunzeln stärker war als Vorher bekam ich so langsam die Idee etwas gängiges (...) einbauen zu lassen.
Mal sehen...

@jan: Ja, Hitchcocks sind die bei denen auch die Händler bestellen.
"Burton/British Bike Bits" sind im Laufe der Jahre anscheinend in den Hintergrund getreten, ausserdem ist ihre website unpraktischer.

Und: Ja, die Kugel wirkt direkt auf die Druckstange. Wenn ich mich nicht irre ist das bei einigen der alten Damen so gelöst, und es gibt mehr Stellschrauben auf dem Markt ohne Kugel als mit. Darum, und weil mein Edelstahlverarbeitender und 1976erTigerfahrender Freund meinte dass eine gehärtete Schraube funktionieren müsste liegt umbauen auf gängig/metrisch doch Nahe.

@Phil: Ich bin gespannt ob ich die Maße des Gewindes finden werde.
Das Nacharbeiten... . Da wo die Kugel eingepresst ist finden sich drei Abdrücke eines Werkzeugs. Damit ist der Kragen derart eingedrückt worden dass die oberen zwei Gewindegänge sich fast berühren. Irgendwie bin ich skeptisch ob überhaupt genug Fleisch stehen bleibt wenn das Gewinde ganz nachgearbeitet ist.

@vitaminski: ich bin gespannt ob ich mit den Herren nicht schon Kontakt hatte! 👍🏼😊

EDIT: Ja, habe schon telefoniert. Von Florian habe ich über Herrn Schafstall oben in Norddeutschland gehört als ich ihn angerufen habe. 81-jähriger Interceptorfahrer der in der "Oldtimer Praxis" war. Leider spricht er lieber über seine Norton - wohl nicht ohne Grund.... 😢

Bei Sommer ist mir schon richtig geholfen worden. Ich möchte ihn aber nicht überstrapazieren, die Zeit am Telefon ist oft begrenzt.
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Phil
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Phil »

heinkelstefan hat geschrieben: Montag 13. Juli 2026, 01:16... Und: Ja, die Kugel wirkt direkt auf die Druckstange. Wenn ich mich nicht irre ist das bei einigen der alten Damen so gelöst, und es gibt mehr Stellschrauben auf dem Markt ohne Kugel als mit. Darum, und weil mein Edelstahlverarbeitender und 1976erTigerfahrender Freund meinte dass eine gehärtete Schraube funktionieren müsste liegt umbauen auf gängig/metrisch doch Nahe.

@Phil: Ich bin gespannt ob ich die Maße des Gewindes finden werde.
Das Nacharbeiten... . Da wo die Kugel eingepresst ist finden sich drei Abdrücke eines Werkzeugs. Damit ist der Kragen derart eingedrückt worden dass die oberen zwei Gewindegänge sich fast berühren. Irgendwie bin ich skeptisch ob überhaupt genug Fleisch stehen bleibt wenn das Gewinde ganz nachgearbeitet ist...
Hoi Stefan,

wie schon gesagt, miss doch einfach mal das Gewinde vom Außendurchmesser und der Steigung. Wie Jan schon schrub, brauchst Du dazu nur einen Messschieber und eine Gewindelehre, dass Du dann die Steigung, bei zölligen Gewinden eben tpi (threads per inch), ablesen kannst.

Über die entsprechenden Tabellen kannst Du dann ggf. den Flankenwinkel des Einstellschraubengewindes bestimmen und das bei der verhunzten Einstellschraube auf der Drehe nachstechen, damit es in dem Hebel läuft. So würde ich das zumindest machen, wenn ich Du wäre, der ich nicht bin.

Wenn Du Support willst, musst Du die Foristi auch in die Lage dazu versetzen, so à la mein Vincent-Kumpel und ich haben das Folgende gemessen, die Gewinde sind verformt durch das Einbördeln der Kugel.
Diese Info hast Du erst in der zweiten Runde rausgerückt.

Auf die Tour der Information in Häppchen wird das schwierig für potentielle Support-Geber bleiben, weil sie nicht riechen können, was Du schon gemacht hast.

Eigentlich ist das mit den Kugeln an den Einstellschrauben für die Druckstangen ganz schlau, auch wenn man oft flache Einstellschrauben findet. Die gehärteten Enden der Druckstangen berühren die Kugel auf einem sehr kleinen Punkt, so dreht sich das leichter und wird nicht so heiß. Bei einer flachen Einstellschraube haste eben mehr Reibung durch die größere Aufstandsfläche.

Was auch immer Dein Tiger-Kumpel sagt, der Umbau auf metrisch ist seltenst naheliegend. Die Abmessungen der metrischen Gewinde differieren meistens deutlich von den zölligen, und es wird dann auch beliebig kompliziert, Ersatz für Teile zu beschaffen. Einer, der das Moped vielleicht in ferner Zukunft beschrauben will, würde seine liebe Not haben, weil er eben mit den Standard-RE-Teilen nicht weiter käme und auch beim Schrauben auf einmal Schraubenköpfe auftauchen, auf die normale WW- und Unified-Schlüssel nicht passen.
Kurz: lass' ab von solch frevelhaftem Tun! :schlaumeier:

Ich hab' da schon viele Dinge bzw. metrisch umgeschnittene Gewinde gesehen, die mich nur minder begeistert hatten.

Aber es gilt wie immer: Dein Moped, Dein Film.

Wie ist denn eigentlich die Informationslage zu den alten Interceptor-Modellen so à la workshop manual und spare parts list? Gibt es da was, das brauchbar wäre?

Schöne Grüße

Ph.
Thunderbird650
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Thunderbird650 »

Hallo Stefan,
Glückwunsch zu dem schönen Motorrad !
In England wäre der richtige Ansprechpartner Burton Bike Bits,
der sich um die alten Enfield Twins bemüht. Ist auch auf Facebook.
Rein optisch sieht die Einstellschraube aus, wie bei den Triumph Pre Units.
Liebe Grüße
Micha
Velocette USS 1929, Velocette MOV 1935, Triumph Tiger T110 1954, Triumph Thunderbird 6T 1956, 2x Triumph Bonneville T140E 1980 &1981
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Goldstar
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Goldstar »

Hallo Stephan,
Glückwunsch zu der doch recht seltenen Royal Endfield, ich mußte erstmal im Web nachschauen wasüber das Motorrad zu finden ist.#
Es war das letzte Model was in England produziert wurde und hat nichts mit den Royal Enfield India zu tun

Es wäre auch mal gut zu wissen in welchen Zustand sich das Motorrad befindet oder hat, fahrbereit ider Baustelle etc.
Hast du eine Ersatzteilliste, das Handbuch, es gibt auch eine Bestandsliste teilweise mit Motornummer, Rahmennummer und Standort.

Ohne entsprechendes Equipment Messschieber mit mm, und Zollanzeige auch als Bruch, Gewindelehre, entsprechende zöllige Schlüssel und Nussset, sowie die
gängigen Gewindebohrer und Schneideisen vermutlich BSC und BSW, kann aber auch UNC und UNF sein, die unterscheiden sich im Flankenwinkel.
Das sind Grundvoraussetzungen um mit einem Englischen Motorrad Spaß zu haben.

Spezielle Werkzeuge werden auch schon mal untereinader ausgetauscht, zumindest wenn man sich kennt.

Wie Phil schon schrub, die Foristi können nur output liefern wenn der Input entsprechend offen ist.#

Gruß Klaus
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Goldstar
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Goldstar »

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Re: Teile aus England...

Beitrag von jan »

Ich bin gerade am Grübeln... gab es nicht irgendeinen durchgeknallten englischen Hersteller, der seine eigene Gewindenorm "erfunden" hat?! :gruebel:
Aber das war wohl eher einer der wahrhaften Exoten und nicht Royal Enfield.

Stefan, wenn Du beabsichtigst, auf M10x1,25 umschneiden zu lassen - können wir dann davon ausgehen, dass die aktuelle Schraube knapp weniger hat? Und wieso die Steigung 1,25 - weil Du das gemessen hast?
Wenn ich diese Maße annäherungsweise in zöllige Maße zu übersetzen versuche - schwuppdiwupp komme ich auf 3/8" x 20 tpi - das entspricht 9,525 mm x 1,27 mm Steigung. Das sollte eine gängige Whitworth-Größe sein - da ich an meinen Matchless und AJS aber überwiegend mit British Standard Cycle-Gewinden unterwegs bin, kann ich Dir nicht auswendig sagen, ob BSF oder BSC (ich tippe auf Ersteres). Wie gesagt: Messen hilft.

Was Phil sagt, unterschreibe ich zu 100 %: Zöllige Gewinde auf metrische Maße umschneiden ist frevelhaftes Tun. :wink:
Das ist praktisch noch ultimativer als die Ultima Ratio. ;-D

Cheers, Jan
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Phil
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Phil »

Jepp, Jan.
3/8" BSF hat 20 tpi.
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Thunderbird650 »

Ist 3/8" CEI und der gleiche wie Triumph Pre Unit laut Burton Bike Bits.
Gruß Micha
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Benni ES2 »

jan hat geschrieben: Montag 13. Juli 2026, 09:22 Was Phil sagt, unterschreibe ich zu 100 %: Zöllige Gewinde auf metrische Maße umschneiden ist frevelhaftes Tun
Das ist Pfusch.
Nix anderes. => Möglicherweise gehts, ist aber kurzsichtig und produziert später mehr Ärger => lass das.
Kauf das passende Schneidwerkzeug und schneid das nach. Oder finde jemanden, der das hat, schick das Teil dort hin. Die Menschen mit solchen Werkzeugen lungern hier im Forum rum.

Gewindewerkzeug in allen Varianten in pasabler Qualität:
https://www.voelkel-shop.com/gewindewer ... ndebohrer/
Für Cycle Gewinde:
https://www.tracytools.com/product-cate ... -and-dies/

BG
B
Nu noch schnell fertig werden! Der Sommer verstreicht schon wieder ohne mich... :? :facepalm2: [carton] Und dabei fehlen nur noch Crimps und einfahren...
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Re: Teile aus England...

Beitrag von Goldstar »

3/8 BSF hab ich da Tap and Dies, kann ich dir nachschneiden.
Schick den Plunder zu mir. :halloatall:

Gruß Klaus
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Re: Teile aus England...

Beitrag von heinkelstefan »

Unfassbar. Ihr habt das von der BBB website und euren überschlagenen Rechnungen?

Dann schicke ich dir den Plunder sobald ich ihn vom Dreher zurückbekommen habe 😎😅
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