Mariachi hat geschrieben:heißt das denn etwa, dass ich da ein Harrläy - Werkzeug benutze??? Also die Schlüssel haben bisher immer super gepasst.
Aber dieses ganze UNC UNF BSW BSF und Whitworth - Gedönse ist mir ja sowieso schon immer ein Rätsel gewesen (ich weiß, das ist nicht die beste Voraussetzung für einen Nortonbesitzer). Hab mir eben nochmal die beiden Gewindelinks von Tim zu Gemüte geführt, dazu noch den hier
http://www.ta7.de/txt/sonstige/sons0014.htm. Danach war für mich klar, dass ich BSW Schrauben brauche. Der Händler, bei dem ich Schraubennachschub bestellen wollte, versichert mir aber immer wieder, dass ich für eine Norton Commando UNF Schrauben brauche. Also für mich ist das Chaos damit komplett....
Hallo Mariachi,
hier noch mal eine verspätete Rückmeldung zum Gewindegrößen-und-Schlüsselweiten-Thema: Dazu ist hier ja schon eine Menge geschrieben worden und Du hast auch, insb. von Tim, eine ansehnliche Reihe brauchbarer Tipps erhalten.
Ein wesentlicher Aspekt ist aber bislang m.E. zu kurz gekommen, daher noch mal ein ausdrücklicher, diesbezüglicher Hinweis: Bei den englischen/britischen Zoll-Schlüsselweiten richtet sich die Größenangabe nicht etwa nach der Größe des Sechskants, den Du mit Deinem Schraubenschlüssel "bearbeitest", sondern nach dem Durchmesser des Gewindes!! Ein 3/16"-Whitworth-Schlüssel wirkt bspw. auf ein Gewinde mit 3/16" (knapp 4,8mm) Durchmesser ein, hat aber eine Schlüsselweite irgendwo um die 10mm. Du kannst Dir vorstellen, was ein 1/2"-WW-Schlüssel für ein Brocken ist, im Gegensatz zu Deinem gewohnten 1/2"-Schlüssel, den Du wahrscheinlich auch manchmal schon durch einen metrischen 13er Schlüssel substituiert hast...
Im Gegensatz dazu sind die gesamten "amerikanischen" Zoll-Schlüsselweiten so angegeben, wie wir es vom metrischen Werkzeug auch gewohnt sind, nämlich nach der Größe des Schrauben-/Muttern-Sechskants. Und da diese Schlüsselweite immer über die (parallelen) Flanken des Sechskants gemessen wird, erkennt man die entsprechenden Zollschlüssel auch an der Bezeichnung "AF" - das steht für "Across flats", also eben: über die Flanken gemessen.
Und mit diesen AF-Schraubenschlüsseln dreht man bevorzugt an Unified-Sechskanten herum, die zu UNF- oder UNC-Schrauben und -Muttern gehören. UNC steht für "Unified Fine", UNC entsprechend für "Unified Coarse", also Fein- und Grobgewinde. Ab den späten 1960er Jahren haben übrigens auch die englischen/britischen Inselbewohner beschlossen, sich der amerikanischen Norm anzuschließen; von da an gab es dann auch an den englischen Mühlen überwiegend UNC-/UNF-Gewinde. (Und diese Vereinheitlichung war ja letztlich auch der Grund, hier überhaupt von "unified" zu sprechen.)
Was die alten britischen Maße angeht, musst Du einfach hinnehmen, dass die Systematik mit Logik relativ wenig zu tun hat (oder doch?!). Jedenfalls ist es am besten, Du schärfst Dein Augenmaß und "lernst" die Schlüsselweiten an Deinem Motorrad einfach auswendig.
Auch wenn´s (finanziell) ein wenig weh tut, empfehle ich dringend, für alle Anwendungen das richtige Werkzeug parat zu haben - soll heißen, wenn man an metrischen, britisch-zölligen und US-zölligen Karren herumschraubt, dann sollte man halt auch 3 Satz Schraubenschlüssel griffbereit haben. Und am besten die passenden Nüsse dazu... wobei die höherwertigen "Universalgrößen" z.B. von Metrinch durchaus akzeptabel sind und dabei sogar den Vorteil haben, dass sie die Kraft nicht über die Ecken, sondern über die Flanken des Sechskants einleiten. Das kann also eine lohnende Investition sein.
So, und wenn Du alle Eindrücke aus diesem Thread auf Dich hast wirken lassen, dann kannst Du Dich als Nächstes mit den Sondergewinden wie z.B. Cycle- oder BA-Gewinde befassen...
Cheers, Jan