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Combat erkennen?
Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 21:24
von tommi
Moin, Ihr Experten,
Woran erkenne ich von aussen einen Combat Motor? Die Commando ist ne 72er, hat matching no's #209867, incl. gearbox.
Freue mich auf sachdienliche Hinweise, Danke!
Viele Grüsse von downunder!
tommi
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 21:45
von Rüdi
Am pleul was aus dem gehäuse steckt

Re: Combat erkennen?
Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 21:58
von tommi
Moin,
Ich dachte, daran erkennt man abgeplante Köppe

Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 05:58
von rivera
Unten am Kurbelgehäuse ist eine kleine Ölablassschraube, nicht die große mit SW ca.37mm wie bei den Standardmotoren.
Es sind 32mm Vergaser angeflanscht.
Am Kopf ist ein C eingestanzt, auf der Nockerlwelle müsste Doppel S stehen.
KW-Lager gegen Superblends tauschen und die Kurbelgehäuse Entlüftung andern, dann soll der Moder auch halten.
http://www.nortonmotors.de/ANIL/SI%20Combat.htm
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 08:42
von Tim
rivera hat geschrieben:Unten am Kurbelgehäuse ist eine kleine Ölablassschraube, ...
Das ist aber nur ein notwendiges, kein hinreichendes Merkmal....
Das einzige halbwegs sichere Zeichen, was von außen sichtbar ist, ist das eingeschlagene C, wenn das fehlt, ist es mit Sicherheit kein Combat-Kopf - wobei ich nicht wissen möchte, wieviele Standard-Köpfe zur vermeintlichen Wertsteigerung das C eingeschlagen bekommen haben. 32er Vergaser kann man zu leicht nachrüsten, die müsste man schon abnehmen und den Kanalquerschnitt messen. Die Nockenwelle ist zwischen den Nockenpaaren gestempelt, das sieht man also erst nach langem Buddeln. Ein Hinweis ist noch der Abstand zwischen der obersten Zylinder- und der untersten Kopf-Kühlrippe, die C-Köpfe sind um 1mm geplant, das sieht man schon, wenn man den Vergleich kennt. Aber auch da ist halt fraglich, was in den satt über 40 Jahren seit Auslieferung so alles passiert ist.
Nur mal so interessehalber: Willst Du es wissen, weil Du einen Bogen um das Katastrophenkrad machen willst oder weil's Dir einen Aufpreis wert wäre? Bei den einschlägigen Gurus gelten die Combat-Köpfe ja eher als zu Tode geportet.
Tim
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 12:09
von Norton
Wie sieht das bei den Combats eigentlich mit der Nocke aus? Welche Nocke war da eigentlich wirklich verbaut?
In der von mir beschraubten N15 ist nämlich eine Nocke drin, mit der ich nicht recht was anzufangen weiß. Steuerzeiten und Nockenhub wie SS-Nocke, gefertigt aus dem gleichen Schmiederohling wie eine SS-Nocke, aber von der Kontur fülliger und runder an der Spitze, heißt mehr Öffnungsquerschnitt und eine steilere Erhebungskurve.
Ist das eine Combat-Nocke?
Ansonsten ist für die Combat immer von der 2S-Nocke die Rede. Die hat aber einen größeren Ventilhub?
Gruß. Martin.
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 12:27
von Tim
Norton hat geschrieben:Ist das eine Combat-Nocke?
Wohl kaum, weil die IIRC Combat-Nocke erst nach Einführung des 20M3S gekommen sein müsste, also die DZM-Verzahnung haben sollte. Die wird zwar als "2S" bezeichnet, ist aber mit SS gekennzeichnet. Die als SS aus der 650SS bekannter Nocke sollte mit X2 gekennzeichnet sein.
Tim
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 14:35
von Norton
Drehzahlmesserschnecke hat die Nocke nicht, X-Markierung hab nicht ich auch nicht entdecken können.
So ich weiß, heißt X2 doppelt tief gehärtet.
Das Motorrad stammt ja aus den USA und ist da auch schon mindestens einmal zerpflückt worden. Wer weiß was es da für den amerikanischen Markt alles gegeben hat und was die Amis da zusammengesteckt haben. Schließlich waren da ja auch Commando-Kolben in einem Grundmaß-Atlaszylinder (mit sehr reichlichem Laufspiel), Vollkupferkopfdichtung, die schwachen Zylinderkopfbolzen, dafür Ventilteller und Federkeile (!!) aus Alu zusammengebaut.
Gruß. Martin.
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 15:17
von Tim
Norton hat geschrieben:Drehzahlmesserschnecke hat die Nocke nicht, ....
Dann kann wohl es keine 2S sein, Combat-Spec kam später als der Umzug der Zündung.
So ich weiß, heißt X2 doppelt tief gehärtet.
"22729, 650SS and later 750 Atlas grind with common X2 marking on the twin chain core, know as SS"
Das ist das, was ich zu dem Thema kenne und was meistens zitiert wird. Ich hab eine Welle aus den Rotten Commandos gezogen, die mit R gekennzeichnet ist. Kennt so keiner. Wahrscheinlich "Replacement" oder irgendwas ähnlich unspektakuläres, der Hub sieht sehr serienmäßig aus. Oder der Motorenbauer hieß Rüdiger, Raphael oder hatte schlicht einen kindlichen Humor, seinen Nachfolgern unlösbare Rätsel aufzubrummen.
Aber wie gesagt, von außen ist das eh nicht erkennbar und nicht zur Identifikation eines Gefechtsmotors geeignet. Man müsste ja zumindest den Primär und die Ventildeckelchen runterpulen, um die Ventilerhebungen zu bekommen, um dann die verbaute Welle begründet erraten zu können.
Tim
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 21:00
von tommi
Moin,
Mir ist eine angeboten worden, 1ste Hand, 31000 mls auf der Uhr, alle hier gefahren, also ohne Autobahn. Nun möchte ich aber genau wissen, auf was ich mich einlasse. Wo wäre denn das "C" im Kopf eingeschlagen?
Viele Grüsse von downunder!
tommi
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 21:08
von olofjosefsson
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Freitag 3. März 2017, 23:39
von tommi
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Samstag 4. März 2017, 21:00
von Tim
tommi hat geschrieben:Mir ist eine angeboten worden, 1ste Hand, 31000 mls auf der Uhr, alle hier gefahren, also ohne Autobahn.
Dann rechne mal damit, dass der Motor einmal komplett gemacht werden muss. Und wie gesagt, Combats sind total überbewertet, der Motor ist realistisch betrachtet der unattraktivste im Serienzustand und muss eigentlich einmal auf links gedreht werden: Die okinaalen Rillenkugel- bzw. Rollenlager gegen NJ-Lager (die berühmten Superblends) tauschen, den unsinnigen Ölhobel oder was das sein soll rausfräsen lassen
(Guxdu Oldbritts, das basiert aber AFAIK auf einer 1972er Service note, die auf der alten AN-Seite mal verlinkt war) und einen vernünftigen Breather einbauen anstellen des Todes-breathers. Und wie gesagt, der Combat-Kopf ist realistisch betrachtet kein Vorteil, der hat nur einen Stammtisch-Effekt, mehr nicht.
Tim
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Sonntag 5. März 2017, 21:22
von Norbert
Hallo. Wo wir gerade beim Thema sind,
habe heute meinen Motor ausgebaut. Auch eine 750 Bauj. 72 mit 203368 Motornummer. Auch der Motor hat eine kleine Ölablassschraube und die KWG-Entlüftung hinten. Der Kopf hat kein "C" aber 32er Einlasskanäle. Wurde aber immer mit 930 Vergasern gefahren. Was auf der Nockenwelle steht, weiß ich (noch) nicht. Was hab ich denn davon zu halten?
Gruß Norbert
Re: Combat erkennen?
Verfasst: Montag 6. März 2017, 07:17
von Tim
Norbert hat geschrieben:Der Kopf hat kein "C" aber 32er Einlasskanäle. Wurde aber immer mit 930 Vergasern gefahren. Was auf der Nockenwelle steht, weiß ich (noch) nicht. Was hab ich denn davon zu halten?
Was heißt denn immer? Bist Du Erstbesitzer? In den 45 Jahren seit Herstellung kann einiges passiert sein, die meisten Motoren aus der Zeit dürften eh einmal zerpflückt worden sein, sobald sich die Geschichte der "Superblends" rumgesprochen hatte.
Das Problem der Kurbelgehäuse-Ebntlüftung ist IMHO zweifach: Zum einen sorgt dieser seltsame Ölhobelversuch der linken Gehäusehälfte dafür, dass sich immer etwas Öl in der Gegend ansammelt und bei höheren Drehzahlen dann wg. der fehlenden Steuerung des Gasstroms schön über die Entlüftung verkrümeln kann. Deswegen funktioniert der Comstock-Breather auch so gut, der verschließt einfach die Öffnung beim Hub. Wenn dann noch der Ölhobel weg ist, funktioniert das ganze wohl ziemlich gut. Der Comstock-Breather in der Ablassschraube an meiner Atlas ist jedenfalls prima, die Kiste ist jetzt außen schön trocken.
Tim