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Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 04:11
von wkradb2
Hallo; mein name ist Peter und ich bin neu hier. Habe 2 Norton Commando (Mk2 und MK3) und möchte die eine Maschine zu einem Caferacer umbauen und auch den Motor tunen. Hat jemand Erfahrung mit Motorteilen von Jim Schmidt aus den USA sowie mit Alutanks von TAB Classic aus GB?
Gruß Peter
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 13:27
von Towner
Hi,
ich persönlich sehe keinen großen Sinn in Motor-Tuning bei der Commando. Das kann extrem teuer werden und es stellt sich auch die Frage, ob es dann noch straßentauglich ist.
Joe Seifert hat in seiner Rennmaschine (soviel ich weiß) nur höher verdichtete Kolben und eine schärfere Nockenwelle (ich denke PW3). Das ist noch straßentauglich. Ich würde mich da mal mit Rudi Kolano in Verbindung setzen.
Hier ist noch ein aktueller Thread zu dem Thema:
viewtopic.php?f=14&t=4074#p37209
Ralf
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 16:08
von Tim
Towner hat geschrieben:Das kann extrem teuer werden und es stellt sich auch die Frage, ob es dann noch straßentauglich ist.
Die JS-Kolben und -Pleuel sind IMHO sehr straßentauglich, weil sie die Massenkräfte im Kurbeltrieb deutlich reduzieren (im Gegensatz zu normalen Carillos). Kommt eben drauf an, was man unter Tuning versteht.
Peter, mit Deinen Fragen bist Du im
schwarzen Forum wohl besser aufgehoben. Da ist JS allerdings selbst aktiv und genau wie der eine oder andere der Üblichen Verdächtigen [tm] auch gerne mit ein wenig Eigenlobhudelei dabei.
Tim
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 17:37
von Towner
Tim hat geschrieben:Towner hat geschrieben:Das kann extrem teuer werden und es stellt sich auch die Frage, ob es dann noch straßentauglich ist.
Die JS-Kolben und -Pleuel sind IMHO sehr straßentauglich, weil sie die Massenkräfte im Kurbeltrieb deutlich reduzieren (im Gegensatz zu normalen Carillos). Kommt eben drauf an, was man unter Tuning versteht.
Peter, mit Deinen Fragen bist Du im
schwarzen Forum wohl besser aufgehoben. Da ist JS allerdings selbst aktiv und genau wie der eine oder andere der Üblichen Verdächtigen [tm] auch gerne mit ein wenig Eigenlobhudelei dabei.
Tim
Die Frage war auch, wer mit JS Erfahrung hat. Hast Du ? Ich nicht. Ich habe darüber auch in dem schwarzen Forum gelesen. Wenn man aber hier in DE jemanden sucht, der mit straßentauglichen Tuningsmaßnahmen Erfahrung hat, würde ich mich lieber an Leute wenden, die dafür auch eine gewisse Gewähr übernehmen können. Alles andere sind Experimente, die teuer werden können.
Edit: Wenn man jedoch experimentierfreudig ist und auch Zeit und Geld hat und gerne mal JS-Produkte ausprobieren möchte, dann ist das schwarze Forum sicherlich eine gute Info-Quelle.
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 17:55
von Tim
Towner hat geschrieben:Die Frage war auch, wer mit JS Erfahrung hat. Hast Du ?
Lass es mich so sagen: Mit den Pleueln, die er verwendet bzw. die seinen seeehr ähnlich sind, schon, allerdings nicht in einer Commando, sondern in einem ernstgemeinten Motor.
Tim
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 18:10
von Towner
Es ist ja immer die Frage, was man erreichen möchte. Drehmoment ist ja genug da. Mit einer schärferen Nockenwelle kann man vielleicht etwas mehr Drehzahl herausholen und zusammen mit den höher verdichteten Kolben auch insgesamt etwas mehr Kraft. Das ist ja auch im Prinzip das was der JS anbietet. Leichtere Pleuel und Kolben mit entsprechend gewuchteter Kurbelwelle können vielleicht insgesamt etwas mehr Dynamik bringen. Das sind aber alles eher geringfügige Maßnahmen, da darf man auch nicht allzu viel erwarten. Die höhere Verdichtung sehe ich da auch eher skeptisch. Nicht umsonst wurde die Verdichtung bei der 850er gesenkt um die Alltagstauglichkeit zu erhöhen.
Edit: Das polieren der Kanäle könnte vielleicht auch noch etwas bringen.
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 19:01
von Tim
Towner hat geschrieben: Das ist ja auch im Prinzip das was der JS anbietet. Leichtere Pleuel und Kolben mit entsprechend gewuchteter Kurbelwelle können vielleicht insgesamt etwas mehr Dynamik bringen. Das sind aber alles eher geringfügige Maßnahmen, da darf man auch nicht allzu viel erwarten.
Die JS-Kolben sind schon drastisch leichter als die Serie und die deutlich längeren Pleuel reduzieren die Massenkräfte zweiter Ordnung auch nochmal deutlich (weil das Pleuel beim Umlauf wesentlich weniger Schwenkbewegung macht). Da kann man IMHO sehr viel von erwarten (was allerdings in einer Commando größtenteils in den Isos stecken bleibt).
Tim
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 19:07
von Towner
Tim hat geschrieben:Da kann man IMHO sehr viel von erwarten (was allerdings in einer Commando größtenteils in den Isos stecken bleibt).
Glaubst Du, dass die Isolastik Leistung schluckt ?
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 19:14
von Tim
Towner hat geschrieben:Glaubst Du, dass die Isolastik Leistung schluckt ?
Äh, nein, Vibrationen. Logischerweise ist der Effekt von reduzierten Massenkräften beim starr verschraubten Motor wie im Federbett wesentlich größer.
Tim
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 19:35
von Towner
Tim hat geschrieben:Towner hat geschrieben:Glaubst Du, dass die Isolastik Leistung schluckt ?
Äh, nein, Vibrationen. Logischerweise ist der Effekt von reduzierten Massenkräften beim starr verschraubten Motor wie im Federbett wesentlich größer.
Tim
Hätte mich auch gewundert. Und aufgrund der Isolastik stellt sich auch die Frage, ob sich der Aufwand lohnt. Ein bischen Vibrationen wollen wir doch.
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 19:48
von Tim
Towner hat geschrieben:Ein bischen Vibrationen wollen wir doch.
Schomma Atlas gefahren?
Tim
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2015, 20:05
von Towner
Tim hat geschrieben:Towner hat geschrieben:Ein bischen Vibrationen wollen wir doch.
Schomma Atlas gefahren?
Tim
Nööö, aber ich meinte doch ein bischen ....
... die Bonneville reicht mir da soweit ...
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Donnerstag 8. Oktober 2015, 01:52
von Norton
Ich kann das mit den sooo vibrierenden Atlas nicht nachvollziehen. Von meiner Atlas fallen keine Trümmer ab und ich empfinde das auch nicht als Rüttelplatte. Auch nicht viel mehr als meinen Domi. Und das auch nicht mit den soo schweren Carillos drin.
Keinen Taumler in der Welle zu haben, ist wohl doch wichtiger!
Was meiner Meinung nach mehr bringt, als alles gefummle an andren Nocken und Steuerzeiten......
Und erst mal die Nocke, die man hat, einmessen.
Ein gut gemachter Kopf.
Polierte Einlaßkanäle sind jedenfalls der totale Nonsens. An den glatten Wänden schlägt sich der Sprit nieder und wird als Tropfen weggerissen. Das ergibt eine schlechte, unhomogene Gemischbildung, schlechte Verbrennung und somit mal keine Leistung. Die Wände sollten zwar schön strömungsgünstig sein, mit einem schönen Verlauf und ohne Kanten. Die Oberfläche sollte aber rau sein, ein schöner Kreuzstrich mit der Riffelfeile zum Beispiel. Das ergibt dann eine richtige, gleichmässige Gemischbildung.
Neue Ventilsitze setzen, erst mal ohne Korrekturwinkel auf der Brennraumseite. Die Ventile stehen dann weiter im Brennraum, daß ergibt einerseits mehr Verdichtung und mit den richtigen Korrekturwinkeln (30/60°) strömt der Kopf dann anständig. Zusammen mit der Seriennocke (Drehmomentauslegung) hat der Motor dann richtig Drehmoment. So hab ich meine beiden Köpfe, sowohl Atlas als Domi gemacht und die beiden Motoren gehen richtig gut. An meinem Atlas hab ich auch den Vergleich vorher/nachher. Ist mit einem Hungergerät auch in Eigenleistung zu bringen, das Messer mit den andren Korrekturwinkeln kann man sich aus einem Drehling selber machen.
Was dann bei meinem Domi noch mal richtig Leistung gebracht hat, waren anständig gemachte Vergaser, ohne klapperige Schieber. Mit klapperigen, ausgenudelten Vergasern auf Leistungssuche zu gehen, kann man sich wohl wirklich sparen.
Gruß. Martin.
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Donnerstag 8. Oktober 2015, 06:59
von OMR
Norton hat geschrieben:Ein gut gemachter Kopf.
Polierte Einlaßkanäle sind jedenfalls der totale Nonsens. An den glatten Wänden schlägt sich der Sprit nieder und wird als Tropfen weggerissen. Das ergibt eine schlechte, unhomogene Gemischbildung, schlechte Verbrennung und somit mal keine Leistung. Die Wände sollten zwar schön strömungsgünstig sein, mit einem schönen Verlauf und ohne Kanten. Die Oberfläche sollte aber rau sein, ein schöner Kreuzstrich mit der Riffelfeile zum Beispiel. Das ergibt dann eine richtige, gleichmässige Gemischbildung.
Neue Ventilsitze setzen, erst mal ohne Korrekturwinkel auf der Brennraumseite. Die Ventile stehen dann weiter im Brennraum, daß ergibt einerseits mehr Verdichtung und mit den richtigen Korrekturwinkeln (30/60°) strömt der Kopf dann anständig. Zusammen mit der Seriennocke (Drehmomentauslegung) hat der Motor dann richtig Drehmoment. So hab ich meine beiden Köpfe, sowohl Atlas als Domi gemacht und die beiden Motoren gehen richtig gut. An meinem Atlas hab ich auch den Vergleich vorher/nachher. Ist mit einem Hungergerät auch in Eigenleistung zu bringen, das Messer mit den andren Korrekturwinkeln kann man sich aus einem Drehling selber machen.
Was dann bei meinem Domi noch mal richtig Leistung gebracht hat, waren anständig gemachte Vergaser, ohne klapperige Schieber. Mit klapperigen, ausgenudelten Vergasern auf Leistungssuche zu gehen, kann man sich wohl wirklich sparen.
Kann ich nur bestätigen. Diese Erfahrung habe ich seinerzeit auch gemacht, allerdings mit meinen Steyr-Puch Motoren (2 Zyl. Boxer, 700 ccm).
Der beste gemessene hatte 63 Prüfstand-PS und ging wie Schmidt`s Katze (mit einem Weber-Doppel).
Das Sahnehäubchen war dann die Umrüstung auf zwei Keihins. Seidenweicher Lauf über den gesamten Drehzahlbereich und alle 02er - Fahrer wurden hier im Oberbergischen zu meinen liebsten Spielkkameraden
Gruß
Manfred
Re: Norton Commando Motor Tuning
Verfasst: Donnerstag 8. Oktober 2015, 08:39
von Towner
Norton hat geschrieben:Polierte Einlaßkanäle sind jedenfalls der totale Nonsens. An den glatten Wänden schlägt sich der Sprit nieder und wird als Tropfen weggerissen. Das ergibt eine schlechte, unhomogene Gemischbildung, schlechte Verbrennung und somit mal keine Leistung. Die Wände sollten zwar schön strömungsgünstig sein, mit einem schönen Verlauf und ohne Kanten. Die Oberfläche sollte aber rau sein, ein schöner Kreuzstrich mit der Riffelfeile zum Beispiel. Das ergibt dann eine richtige, gleichmässige Gemischbildung.
Das will ich nicht abstreiten. Eine Bearbeitung der Kanäle sollte man auf jeden Fall dem Fachmann überlassen. Es ging mir da auch eher um Glätten von Übergängen zum Ansaugstutzen etc.. Ich habe auch gelesen, dass Dunstall früher gerne die Einlässe poliert hat. Aber das ist ja ein gern diskutiertes Thema. Ich würde mich da auch lieber auf einen erfahrenen Fachmann verlassen.