Bedüsung Amal 932 an MKIII

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holsteiner
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Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von holsteiner »

Bei der Instandsetzung meiner Amal-Gasfabrik habe ich auch mal nach den Düsen geschaut.
Vorgefunden habe ich 260er Hauptdüsen und die Düsennadel auf der höchsten Position. (Verbrauch knapp 7l/100km)
Bei den gesammelten Schriftstücken vom Vorbesitzer habe ich eine "Vergasertuninganleitung" gefunden, wo diese Bedüsung empfohlen wurde.
Im Servicemanual zur MKIII habe ich bei den Daten die Bestückung mit 220er Hauptdüsen und Düsennadel auf der untersten Position gefunden.

Wie sieht denn die erfahrene Forengemeinde eine sinnvolle Bedüsung?
Luftfilter ist übrigen von der MKIIa mit K&N Einsatz verbaut...
Grüße, Detlev

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Fast Franz
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von Fast Franz »

Ich fahr meine MK3 auch mit 260 er Düse und MK2 Luffilter.
Düsennadel allerdings Mittig ; Verbrauch 6l; 110mls/h, Zündkerzen braun; Vergaser von e. boelen ausgebuchst

Mir reicht das

Gruß

Franz
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Towner
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von Towner »

Hallo,

260 ist die Bedüsung für die MK2, wenn ich mich richtig erinnern kann (hab das nirgendwo aufgeschrieben). Es steht jedenfalls so im Handbuch und ich hab auch die Standarddüsen drin. Bei der MK2 soll die Nadel lt. Handbuch auf der mittleren Kerbe sein. Damit läuft meine auch am besten. Das muss man ausprobieren. K&N entspricht ja eher dem MK2 Luftfilter.
Wenn man bei Vollgas im vierten Gang das Gas etwas zurücknimmt und trotzdem noch Schub da ist, also das letzte Stück nichts mehr bringt, dann ist die Hauptdüse zu fett. Wenn es dabei aber knallt ist sie zu mager. Die Nadelposition hat eher Einfluss auf den Bereich unterhalb der Vollgasposition. Man muss eben testen, wann die Maschine am saubersten durchzieht. Dazu muss man sich mal einen Nachmittag Zeit nehmen. Die Farbe der Kerzen ist bei dem heutigen Sprit nicht mehr so aussagekräftig. Bei Vollgas den Motor abstellen, ausrollen lassen und dann sofort prüfen. Alles andere bringt eh nix. Die Kerze sollte dann eher hellgrau sein. Das Kerzenbild sagt in dem Fall nur etwas über die Hauptdüse aus. Dunkelbraun ist dann auf jeden Fall zu fett. Wenn man zu Hause ankommt und voher 1 km durch den Ort geknattert ist, dann ist die Kerze sowieso braun. Aber bei der 260er sollte das Kerzenbild mit den offeneren Filtern m.E. ok sein. Da würde ich lieber auf einen vernünftigen Durchzug Wert legen.
Ein erhöhter Verbrauch kann aber von verschlissenen Düsen kommen. Die Bohrung wird im Laufe der Zeit auch größer. Wenn die Maschine kalt ohne Choke sofort Standgas hat, ist das schon verdächtig. Wenn die Vergaser alt sind, stellt sich wirklich die Frage, ob sich das Ausbuchsen noch lohnt. Man sollte dann am besten auch gleich alle Düsen und Nadeln erneuern. Dann kann man auch gleich neue Vergaser mit den anodiserten Schiebern nehmen. Das kostet nicht viel mehr und geht schneller.

Gruß
Ralf
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Uli
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von Uli »

So, drei Antworten, 5 Meinungen, 6 davon passen nicht für dein Motorrad.... ;-D

Meine MK 3 läuft seit der Überholung (von Motor UND Vergasern) mit den ovalen K&N auf 230er HD; nur zum Einfahren hatte ich die 260er drin.
War auf alle Fälle zu fett, aber eben sicher. Nadelstellung weiss ich jetzt nicht, ich glaube oberste Kerbe, aber ich schraube die Anals jetzt auch nicht auf [-X . Musst halt ausprobieren.

Aber obacht: Guter Hopfen macht noch lange kein gutes Bier; da spielen noch andere Sachen mit.

Wie ist der Gesamtzustand des Motors? Verbrennt er Öl? Hast bei der Vergaserüberholung auch die ganzen Düsen und die Nadel mitgetauscht?
Ist der Motor original oder bearbeitet?
Mit der 230er läuft mein Mädel tiptop, nicht zu mager, nicht zu fett, schöne Übergänge, hängt gut am Gas, dreht gut aus, Kerzen schön hellgrau ("Rehbraun" ist IMHO wirklich nicht mehr reproduzierbar mit dem heutigen Klingelwasser).
Verbrauch? IMMER deutlich unter 5 Litern, auch bei verschärfter Heizerei, bei gemütlicher Gruppen-Ausfahrt nur knapp über 4 Litern.
Vor der Vergaserüberholung waren Verbräuche von 6,8- 7,5 Litern normal.
Nach Erics Handauflegung war es gleich ein guter Liter weniger.
Nach der Motorüberholung noch ein Liter weniger und nachdem ich die Boyer in die dunkelste Schublade im hintersten Winkel des Dachbodens verbannt und das Wunderkästlein von Herrn Sachse seligen Angedenkens montiert hatte, landete ich beim jetzigen Verbrauch und Laufverhalten.
Startet übrigens meist auf den ersten, zweiten Tritt, alles andere ist meist ein Bedienerfehler.
Aber: S2-Nockenwelle, Kanäle bearbeitet, Kompression 9.6:1, Krümmer ohne Impertinenzrohr, Orginal-Peashooters von Joe S., Rest ziemlich original.
Kann natürlich sein, dass ein etwas länger gelaufener Originalmotor auch andere Bedüsung möchte.
Aber wenn alles gut beisammen ist, sind 7 Liter entschieden zuviel; ich würde erstmal die Nadel tiefer hängen und kleinere Düsen probieren, ruhig mal 220er wie original und dann nach oben tasten wie Ralf beschrieben hat. Wegen einmal testen gibt das kein Loch im Kolben.

Viel Erfolg! :biggthumpup:

Grüße,
Uli
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holsteiner
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von holsteiner »

Uli hat geschrieben: Aber wenn alles gut beisammen ist, sind 7 Liter entschieden zuviel; ich würde erstmal die Nadel tiefer hängen und kleinere Düsen probieren, ruhig mal 220er wie original und dann nach oben tasten wie Ralf beschrieben hat. Wegen einmal testen gibt das kein Loch im Kolben.
Danke für Deine Ausführungen, Uli, da ist bestimmt noch einige Abstimmarbeit erforderlich.
Wie der Motor genau aufgebaut ist, kann ich nicht sagen.
Er ist 1989 von Weigelt aus Neuteilen aufgebaut worden, sogar das Motorgehäuse ist jungfräulich "unbenummert". Nockenwelle? Keine Ahnung.
Seitdem hat er aber nicht viel gelaufen, da der Vorbesitzer der Maschine die meiste Zeit im Ausland weilte. Insgesamt seit dem Neuaufbau unter 10.000km.
Ölverbrauch erkenne ich am Auspuffende und am Kerzenbild nicht, der Motor schmeißt nur mit Öl um sich, wenn er der Öltank deutlich über Minimum befüllt ist, das landet dann auf der Sekundärkette... 8)
Zur Zeit fahre ich Krümmer ohne Interferenzrohr und seit gestern den K&N Doppelluftfilter, da dieser akustisch deutlich ruhiger ansaugt als der Blechkasten der MKII .
Den Hersteller der Peashooter kenne ich nicht, sie sind allerdings ohne sichtbare Schweißnaht gefertigt (sehr hübsch).
Hauptdüse zzt noch 260, Nadel aktuell auf tiefster Position. Damit habe ich noch keinen Tank leer gefahren, kann also noch keine Verbrauchsangabe machen.
Der kalte Motor startet bei hohen Außentemperaturen nur mit Choke, wenns kalt ist muss ich tupfen.
Wenn der Motor warm ist brauche ich natürlich keine Chokeunterstützung.
Die Gasannahme bei kaltem Motor ohne Choke nach dem losfahren ist noch etwas zögerlich, das ist wohl der tief hängenden Schwimmernadel geschuldet.
Loch im Kolben befürchte ich eher nicht, ich tu der Maschine schließlich keine Vollgasorgien an. Höhere Drehzahlen gibts mal kurz beim beschleunigen oder Überholen, ansonsten pröttel ich meist unter 5000/min dahin.
220er Hauptdüsen habe ich im Fundus, Werte zwischen 220 und 260 allerdings nicht.
Der Zustand von Nadel und Nadeldüse passt zur Laufleistung der Maschine, de Teile sehen auch unter der Lupenbrille aus wie neu.
Grüße, Detlev

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Towner
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von Towner »

Habe gerade die Kartons von meinen Amalvergasern gefunden. Da steht die Bedüsung drauf: 260er. Das sind die Standard Amal-Vergaser für die 850er Modelle, die Joe so verkauft. Meine läuft mit den 260ern auf keinen Fall zu fett, da bin ich sicher. Mein Kerzenbild ist generell relativ hell. Ölverbrauch und Zustand des Motors haben m.E. keinen Einfluss auf die Bedüsung. Eine Änderung der Hauptdüse ist i.d.R nur erforderlich, wenn am Kopf, Nockenwellen oder Luftfilter modifiziert wurde. M.E. sind 230er Düsen nur in Verbindung mit den geschlossenen Luftfiltern sinnvoll. Für die offenen K&N Filter erscheint mir das zu klein.
Der Verbrauch sollte so zwischen 5 und 6 Litern liegen. Zu fettes Gemisch im Standgas kann auch den Verbrauch erhöhen. Ich würde die Vergaser einfach mal ordentlich einstellen und den Verbrauch über eine längere Strecke messen.
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marcel
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von marcel »

Hallo

Die Beduesung ist stark vom Luftfilter abhängig.
Ich habe bei meiner MK3 230,240,250,260 schon gehabt.
Manchmal habe ich am Filterelement etwas Material weggenommen damit das Gemisch stimmt.
Die Hauptduese hat nur bei voll geöffnetem Schieber einen großen Einfluss.

Viel wichtiger ist Nadelstellung für den normalen Teillast Gebrauch.
Ich habe letzthin den Deckel am Luftfilter abgedichtet, nun stimmt das Gemisch nicht mehr.
Durch Heruntersetzen der Düsennadel um 2 Kerben trat eine Besserung ein. (Nadel ist am tiefsten).

Bis zur Abdichtung des Luftfilterdeckels hatte ich 240er Düsen und die Düsennadel ganz oben.

Wichtig ist die Beurteilung wenn der Motor wirklich heiß ist (Nach etwa 10 km Fahrt).

Gruß Marcel
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von Knolle »

Die Aussage, Ralf, dass die Hauptdüse zu groß ist, wenn beim Gaswegnehmen unter Vollgas eine leichte Zunahme der Leistung zu spüren ist, ist definitiv nicht richtig, sondern umgekehrt. In diesem Fall ist sie zu klein. Ist die Hauptdüse zu groß, so läuft sie unter Volllast rauh bzw fängt nach kurzer Zeit an zu stottern.
Ich wollte nicht klugsch..., sondern einfach nur darauf hinweisen :wink:
Gruß von Knolle aus dem Wendland
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holsteiner
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von holsteiner »

Knolle hat geschrieben: Gruß von Knolle aus dem Wendland
BTW Wendland: Sag mal Knolle, ist das hier Deine?

wendland.jpg
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Grüße, Detlev

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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von Knolle »

Soweit ich mich erinnere, ist das Waldo`s Norton, besser gesagt, es war seine :cry: . Das Foto stammt wohl aus Kussebode hier im Landkreis Lüchow-Dannenberg vom "Boxerkunst-" oder so -treffen. Da war ich auch, allerdings mit meiner Atlas. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob es wirklich dort gewesen ist.
Gruß aus dem Wendland von Knolle
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von holsteiner »

Knolle hat geschrieben:Soweit ich mich erinnere, ist das Waldo`s Norton, besser gesagt, es war seine :cry: . Das Foto stammt wohl aus Kussebode hier im Landkreis Lüchow-Dannenberg vom "Boxerkunst-" oder so -treffen. Da war ich auch, allerdings mit meiner Atlas. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob es wirklich dort gewesen ist.
Gruß aus dem Wendland von Knolle
Ja, stimmt, das war in Kussebode. Deine Atlas stand draußen vor dem Tor, richtig?

BTW: Dann haben wir einen gemeinsamen Freund in Hannover....
Grüße, Detlev

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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von Knolle »

Ja, sie stand draussen. Falls du mit dem gemeinsamen Freund aus H Ulf meinst beste Grüße . Den Inhaber der Brauerei Mathias Edler kenn ich sehr gu,t und es war für mich ja keine Entfernung dahin zu kommen ( 8 km :mrgreen: ). Dort findet übrigens auch in regelmäßigen Abständen das Indian Jahrestreffen statt, sehr speziell und sehenswert.
Gruß von Knolle aus dem Wendland
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von Towner »

Knolle hat geschrieben:Die Aussage, Ralf, dass die Hauptdüse zu groß ist, wenn beim Gaswegnehmen unter Vollgas eine leichte Zunahme der Leistung zu spüren ist, ist definitiv nicht richtig, sondern umgekehrt. In diesem Fall ist sie zu klein. Ist die Hauptdüse zu groß, so läuft sie unter Volllast rauh bzw fängt nach kurzer Zeit an zu stottern.
Ich wollte nicht klugsch..., sondern einfach nur darauf hinweisen :wink:
Gruß von Knolle aus dem Wendland
Ok stimmt, wenn die Düse zu mager ist, dann verspürt man eine kleine Beschleunigung beim Gaswegnehmen, weil in dem Moment das Gemisch etwas angefettet wird. Zu mager knallt aber auch beim Gaswegnehmen. Bei zu fett merkt eben nur, dass das Gaswegnehmen zunächst wirkungslos ist, oder eben kurz vor Vollgas besser läuft. Das Hauptmerkmal bei falscher Hauptdüse ist eben, dass es bei Vollgas nicht richtig läuft oder insgesamt nicht vernünftig durchzieht, wobei zu fett tendeziell unauffälliger ist. Aber diese Effekte entstehen auch nur bei starken Abweichung (z.B. 50). Eine Differenz von 10 in der Düse merkt man fast nicht. Ich teste das immer mit dem Choke. Wenn es mit Choke besser läuft, ist es zu mager. Wird es schlechter oder bleibt unverändert, ist es eher zu fett.
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Re: Bedüsung Amal 932 an MKIII

Beitrag von holsteiner »

Die 260er Hauptdüse ist tatsächlich für meine Maschine ideal.
Die Düsennadel habe ich dann mal probeweise ganz tief gehängt,
der Motor lief damit auch noch halbwegs ordentlich, wenn die Leerlaufluftschraube fast dicht gedreht war.
Der Verbrauch war seeeehr niedrig, aber das Ganze hat sich nicht gut angefühlt.
Habe dann gestern mal die Nadel in die mittlere Position gebracht, das scheint jetzt "rund" zu sein. :yau:
Grüße, Detlev

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