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Norton Atlas Ölpumpe

Verfasst: Samstag 22. Dezember 2012, 10:33
von Nörtn ut stall
Moin, mich würde interessieren, welche Teile oder an welchen Stellen das Öl genau durchsackt bzw. wo bei einer Überarbeitung welche Arbeiten vorgenommen werden müssen, damit das wet sumping mindestens reduziert wird. Wo genau sind üblicherweise die neuralgischen Stellen an der Ölpumpe ? Ist es etwa im Bereich der Abtriebwelle zur Schnecke ? Dank fürs Antworten.
Nörtn
8)

Re: Norton Atlas Ölpumpe

Verfasst: Samstag 22. Dezember 2012, 13:47
von Tim
Nörtn ut stall hat geschrieben:Moin, mich würde interessieren, welche Teile oder an welchen Stellen das Öl genau durchsackt
Seitlich an den Zahnrädern vorbei, wenn die entsprechend verschlissen sind, und dann von der Druck- auf die Saugseite und von da in den Sumpf.
bzw. wo bei einer Überarbeitung welche Arbeiten vorgenommen werden müssen, damit das wet sumping mindestens reduziert wird.
Wenn Du die Pumpe zerlegt hast: Die Zahnräder und der Grundkörper sollten auf Maß geschliffen werden, am besten zusammen, so dass der Spalt an den Seiten jeweils geringstmöglich bis null ist. Die Rechtwinkligkeit bei der Aktion ist recht wichtig, ohne etwas Aufwand geht es nicht - also eher nix mit von Hand. Granittisch oder etwas ähnlich glattes mit aufgespanntem Nassschleifpapier ist IMHO das Minimum.

Eine Wellen-Dichtung zwischen den beiden Kammern würde helfen, aber da ist kein Platz für eine sinnvolle Lösung. Bei dem O-Ring, den wir hier auch schon hatten, bin ich mit Martin sogar einer Meinung, dass die Lösung nicht funktioniert.

In den Commando-Handbüchern steht ein bisschen mehr zum Thema als in dem alten Manual.


Tim

P.S.: Jehova. :mrgreen:

Re: Norton Atlas Ölpumpe

Verfasst: Samstag 22. Dezember 2012, 19:48
von Nörtn ut stall
Jo, danke. ...
In den Commando-Handbüchern steht ein bisschen mehr zum Thema als in dem alten Manual.
Ist die Commando Pumpe baugleich zur der inner Atlas ?

Re: Norton Atlas Ölpumpe

Verfasst: Samstag 22. Dezember 2012, 21:17
von Norton
Hi.
Commando und späte Atlas Ölpumpe sind bis auf das Übersetzungsverhältnis (wurde innerhalb der Atlas Baureihe schon geändert) gleich. Die frühen Atlas hatten ein andres Übersetzungsverhältnis, erkennbar am Schneckenrad. Das frühe hat, von der Stirnseite betrachtet, drei Windungen, die späte sechs. Die Ölpumpe dreht sich bei den späten also doppelt so schnell, man spricht deswegen von der schnellen Ölpumpe.
Es gab vor der Atlas für Domis noch eine andre Ölpumpe mit schmaleren Zahnrädern (und ebenfalls langsam) und in einem ES2 Motor hab ich mal eine mit einem Gehäuse aus Aluminium- oder Zinkguss vorgefunden.
Das einzige was Du eigentlich tun kannst, ist die beiden Deckel auf einer Richtplatte mit Leinen, oder auf einem großen Carborundumstein, über Kreuz abziehen, bis von den Einlaufspuren nichts mehr zu sehen ist. Nach dem zusammenbauen darf sich die Pumpe nur noch schwer durchdrehen lassen, darf praktisch kein messbares Laufspiel mehr haben. Einlaufen tut sich das Ganze dann von selbst wieder. Das Pumpengehäuse, oder die Räder zusammen mit dem Gehäuse, hab ich noch nie überschliffen. Einlaufen tut sich das immer an den Deckeln, überschleift man die Deckel, dann dreht sich die Pumpe danach auch wieder stramm.
Sollten da schon Späne durchgegangen sein, die große Riefen in den Rädern und dem Pumpengehäuse hinterlassen haben, würde ich zumindest mal an den laufenden Motor ein Manometer hängen. Auch bei heissem Öl sollte noch so ein bar Öldruck anstehen.
Eine Commandopumpe hab ich mal auch so abgezogen und (mit Öl) wieder zusammengebaut. Selbst mit einem Ringschlüssel auf der Mutter des Antriebsrades lies die sich dann nicht mehr drehen. Ich hab dann die Räder nachgemessen und die beiden Förderräder um 1/100mm abgezogen. Erst dann ging sie zum drehen, immer noch stramm.
Wie Tim bereits schrub, ist die Pumpe in sich bereits das Problem, weil das Öl von der Förder- zur Rückförderseite entlang den Wellen durchsackt. Da ja die Räderbreite schon mal vergrößert wurde, ist eben auch kein Platz mehr für eine achsiale Abdichtung, weil sowas wie eine Lagerlänge brauchen die Wellen ja auch. Mit einem überschliffenem Deckel lässt sich aber das vollaufen auf ein erträgliches Mass reduzieren. Deswegen funtioniert auch die Lösung an der MKIII Commando nur bedingt. Die alten Singles, ES2 etc hatten im Prinzip die gleiche Lösung im Steuerdeckel, eine Kugel mit Feder in einem Sitz nach der Förderpumpe.

Gruß. Martin.