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Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Samstag 24. Dezember 2011, 12:17
von Tim
Moin!
Bevor der Bescherungsterror hier ausbricht, mal was völlig anderes:
Nachdem ich die diversen Motor- und Getriebegehäuse meiner "Rotten Commandos" so langsam gereinigt und eingelagert habe, wollte ich die Dichtflächen aufarbeiten. An einigen waren erwartungsgemäß Redneck-Grobmotoriker am Gange und haben offensichtlich mit Schraubendrehern die Teile auseinandergedrückt, an einem Getriebedeckel (inner cover 040476, die Dichtfläche zum Gehäuse) ist eine so tiefe Furche drin, dass da etwas mehr Aufwand angesagt ist.
Grundsätzlich ziehe ich die Dichtflächen, bei denen nix vorsteht, mit Korn 320 naß ab, das Papier klebe ich auf eine Glasscheibe und die liegt auf einer fetten Marmor-Meßplatte, da gehen also nur Hunderstel runter und es dürfte auch halbwegs eben bleiben. Bei besagter Furche müsste ich aber schon zwei, drei Zehntel abnehmen, das erscheint mir etwas viel.
Was empfehlen denn die werten Forenkollegen: Zwei Zehntel runter, weil der gear cluster noch genug Platz hat bzw. ich die dann ja irgendwo anders wieder rausholen kann. Kaltmetall-"Pfusch" oder die etwas höherwertige Variante mit einem dieser diversen Alu-Lötsets? Oder doch WIG-Schweißpunkt drauf und auf die Fräse? Das dürfte ja auch wieder so eine Rolls-Royce-Legierung sein - weiß jemand, was man da am besten zum Aufschweißen nimmt? Die Frage kommt von meinem Herrgottschweißer-Nachbarn auf jeden Fall, wenn ich ihn damit belästigen sollte.
So, wenn sich also jemand vom Trubel erholen will, Meinungen bitte ....
Tim
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Samstag 24. Dezember 2011, 12:30
von Wuselwahnwitz
Alulöten oder Kackmetall?
Nö, beides nicht.
Wenn die Kerbe wirklich soooooooo doof ist, das eine Undichtigkeit erwartet werden könnte.....das ganze sich aber nur im Zehntelbereich abspielt......keine Lagerspirenzchen (zuviel Druck) usw usw........schleif den Mist 'runter....oder fräs' mal eben 'drüber. Kannst dann ja 'ne dickere Dichtung verwenden..
Oder lass es einfach wie's ist...........Mumpe 'dran und gut
.....es is' nur'n alter Treckermotor, weisste doch
W.
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Samstag 24. Dezember 2011, 13:03
von Tim
Wuselwahnwitz hat geschrieben:Alulöten oder Kackmetall?
Nö, beides nicht.
Ja, sehe ich eigentlich genauso. Kaltmetall ist Pfusch, Löten ist advanced Pfusch - aber Pfusch ist es trotzdem. Und ich hab mir mal die Anleitung von einem dieser Kits mal eben angesehen - wenn man's korrekt macht, ist danach das Teil zu Tode erhitzt IMHO.
Wenn die Kerbe wirklich soooooooo doof ist, das eine Undichtigkeit erwartet werden könnte.....das ganze sich aber nur im Zehntelbereich abspielt......keine Lagerspirenzchen (zuviel Druck) usw usw........schleif den Mist 'runter....oder fräs' mal eben 'drüber. Kannst dann ja 'ne dickere Dichtung verwenden..
Ich denke, darauf wird es hinauslaufen. Wenn's mich überkommt und sich beim Zusammenbau Probleme ergeben, lass ich mir die Dichtung als 02er VA-Shim lasern. Notfalls - ist halt auch so unelegant.
.....es is' nur'n alter Treckermotor, weisste doch
Da man für.
Tim
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Samstag 24. Dezember 2011, 17:26
von Alexander
Hallo Tim ich finde , das man da allerdings was mit 2K Kaltmetall machen kann . Die Kerbe dichtspachteln und über der Platte abziehen .
Wo ist da der Pfusch ?
Alexander
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Samstag 24. Dezember 2011, 18:14
von Tim
Alexander hat geschrieben:Wo ist da der Pfusch ?
Kaltmetall is' Pfusch, basta - soll ja nicht heissen, dass ich nicht ab und zu mal pfusche ....
Mal sehen, entweder mache ich es injeniörmäßig überkorrekt oder praktisch-adäquat. Hm. Mal sehen, ob ich über meinen Schatten springen kann. Ich hab bei Epoxiden, die mit irgendwelchen Ölen (oder Sprit etc.) in Kontakt kommen, irgendwie Hemmungen.
Tim
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Samstag 24. Dezember 2011, 22:15
von Alexander
Wobei dann auch noch ein Neukauf des Deckels rationalerweise infrage kommen kann . Dann hast du gleich neuen Lagersitz und die Sperrklinken für den Kickeranschlag neu und fest drin .
Wenn du das Schweissen und Planen lässt , würde das schon sicher auch was in halbe Richtung kosten .
Habe an diesem Deckel ein ausgebrochenes Gewindestück neu aufschweissen lassen (Traupel) . Das Alu ist demnach offenbar problemlos kompatibel .
Aber ma ehrlich . Eine 3Ztl. Schmarre kann man doch wirklich nicht anders , als mal eben seriös mit 2K fuschen . Hab ich verschiedendlich auch schon an div. Deckeln gemacht . Kein problem mit Öl . Am Tank würde ich es aber nicht tun .
Alexander
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Samstag 24. Dezember 2011, 22:52
von Tim
Alexander hat geschrieben:Wobei dann auch noch ein Neukauf des Deckels rationalerweise infrage kommen kann .
Nee, dazu ist der nicht schlecht genug ....
Dann hast du gleich neuen Lagersitz und die Sperrklinken für den Kickeranschlag neu und fest drin .
...und die sind noch ziemlich gut.
Wenn du das Schweissen und Planen lässt , würde das schon sicher auch was in halbe Richtung kosten .
Das kostet mich nix, schweißen könnte mein Nachbar, planen kann ich selbst - ob ich das in der Okinaal-Fertigungsqualität hinbekomme, nagut, das bezweifel ich schon, die Bearbeitungsriefen sind schon gigantisch ...
Ob's den Aufwand lohnt, v.a. bei diesen Mistlegierungen, das ist eben die Frage.
Aber ma ehrlich . Eine 3Ztl. Schmarre kann man doch wirklich nicht anders , als mal eben seriös mit 2K fuschen .
Hassjarecht .... Ich bin auch versucht, das zu machen - zumal sich hinter dieser Kitsche die Okinaal-Zahnräder drehen werden, die auch nicht mehr taufrisch sind. Ich glaub, ich werde das mit minimalem Aufwand versuchen - irgendwann muss dann eben das Getriebe nochmal angegangen werden. Und Joe hat ja jetzt komplette Getriebe im Angebot ....
Tim
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Sonntag 25. Dezember 2011, 10:57
von Martin
Mir hat mal ein Schlosserkollege damals an meinem 500er Primärdeckel was geschweißt. Er hat es autogen geschweißt. Eine Nase mit Gewindebohrung für den Rotorinspektionsdeckel war weg. Er hat es gut hinbekommen, hat aber geflucht, es würde "spontan beginnen zu laufen"
Das Problem mit dem nachfräsen der gesamten Dichtfläche bsteht ja dort,wo ein Lagersitz ist und damit natürlich die Distanz beeinflusst wird.
Es kommt natürlich bei einer Riefe darauf an wo sie sich befindet.
Im Primärbereich hab ich einen mal gut mit Loctite Ultra Copper dicht bekommen. Ist ne rote Hochtemperaturdichtmasse.
Aber das mit dem Kaltmetall wäre für mich eine OK Lösung.
Wie schlecht @Tim muss denn ein Deckel sein, damit Du ihn austauscht?
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Sonntag 25. Dezember 2011, 11:16
von Tim
Martin hat geschrieben:Wie schlecht @Tim muss denn ein Deckel sein, damit Du ihn austauscht?
Naja, die beiden eingenieteten Gegenhalter für die Kicker-Sperrklinke sind okay, die Lagersitze sind gut - es ist nur die dicke Katsche, wo offensichtlich mal jemand einen Schlitzschraubendreher zweckentfremdet hat. Und diese Katsche ist oben,
knapp rechts neben dem linken oberen Stehbolzen getriebeseitig. Es steht also nicht mal Öl drauf.
Tim
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Sonntag 25. Dezember 2011, 14:37
von jan
Wuselwahnwitz hat geschrieben:Mumpe 'dran und gut
Tim, wenn´s Dir nur auf die Dichtigkeit (und nicht auf eine makellose Optik) ankommt, schließe ich mich Wusel an und empfehle - mal wieder - BlackTite aus dem Hause Loctite. Ich habe damit beste Erfahrungen gemacht und kann seitdem bspw. auf den Einsatz jeglicher Papierdichtungen am AMC-Primärkettenkasten (späte Alu-Version) verzichten; und das will was heißen...
Cheers, Jan
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Sonntag 25. Dezember 2011, 15:13
von Tim
jan hat geschrieben:Tim, wenn´s Dir nur auf die Dichtigkeit (und nicht auf eine makellose Optik) ankommt,
Naja, im eingebauten Zustand würde man das nicht wirklich sehen, Du kennst doch das AMC-Getriebe.
schließe ich mich Wusel an und empfehle - mal wieder - BlackTite aus dem Hause Loctite.
AFAIK gibt es das gar nicht mehr, jedenfalls nicht Loctite 5945, wenn Du das meinst. Aber irgendeine "Affenshyce", wie unsere werten Herrgottmechaniker zu sagen pflegen, würde es tun, klar. IIRC nehmen wir Loctite 5910 @work für sowas, black silicone RTV. Hm.
Tim
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Sonntag 25. Dezember 2011, 16:24
von Volker Koch
... kauf Dir im Baumarkt ´ne Kartusche etwas höherwertiges, transparentes Silikon für den Sanitärbedarf und kleb den Salat damit zusammen. Nach ein paar Tagen Aushärten hat sich Dein Problem erledigt.
Frohe Weihnachten!
Volker
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Sonntag 25. Dezember 2011, 16:51
von Tim
Volker Koch hat geschrieben:....... Silikon ....
Alles Pfuscher hier, unfassbar!
Jawoll, meine Herren, ich pfusch dann auch mal.
Tim
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Sonntag 25. Dezember 2011, 18:39
von Klaus Thoms
Kommt noch schlimmer.....
UHU Endfest 300 mit feinen Aluspänen ( Feile ) mischen , im Backofen aushärten , dann sieht man gar nichts.
Die nächst Pizza schmeckt bisser´l komisch
Die sogenannten Kaltmetalle uns so , sind auch nur Kleber + Späne.
Re: Dichtflächen instandsetzen?
Verfasst: Sonntag 25. Dezember 2011, 20:00
von Wuselwahnwitz
Klaus Thoms hat geschrieben:UHU Endfest 300 mit feinen Aluspänen ( Feile ) mischen , im Backofen aushärten , dann sieht man gar nichts.
ROCK'N'ROLL !!!
Ähnliche Abdichtaktionen sah ich '96 auf Jamaika (Pappe mit Pattex), gehalten und dicht gehalten hat's auch.....das Leben kann auch einfach sein..manchmal.
Ansonsten Würth Dichtsilikon(o.ä.)aus dem praktischen Dosierspender....
Gruß
Wusel