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Lacksanierung - Lackarbeiten

Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 21:25
von hellmut
hallo !
bei meiner 76er T140 hat der Rahmen einige Lackschäden. Es gibt da einige "Spuren" der letzten Jahre z.B. Unterseite von Steinschlägen, senkrechtes Ölrohrrahmenteil von der Batterie, hintere Rahmenschleife von der Sitzbank und da und dort noch ein paar Roststellen und Schleifspuren.

Der Rahmen steht nackt in der Garage.

Ich möchte ihn nicht pulverbeschichten sondern die Schäden ausbessern, angleichen ...... mit Pinsel. Rolle, Spraydose ??????

Wie macht ihr das ? Vorallem welches Material (Produkte) verwendet ihr dazu.

Habe da schon alle möglichen Erfahrungen gemacht, von Blasenbildung weil die Farbe nicht zum Untergrund passte bis .....!!

Die Kleinteile und Schwinge werden gepulvert.

vielen Dank
Helmut

Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 21:48
von Goldstar
Hi Helmut,

In Zeiten von Acryllacken sollte Blasenbilung eigendlich der Vergangenheit angehören. Wenn sich Blasen bilden ist die Grundierung noch nicht trocken.

Kleinere Lackschäden schleife ich einfach mit 600er Naßpapier an Spraydose ordendlich schütteln und etwas Farbe in die Kappe sprühen. Mit kleinem Pinsel dann die Stellen ausbessern. Das ganze halt ohne Grundierung, aber dafür mehrmals wiederholen bis das " Loch " gefüllt ist.

Bei größeren Flächen das ganze mit der Spraydose lackieren.

Grüße Klaus

Verfasst: Montag 20. Oktober 2008, 23:32
von jan
He Klaus,

mach hier nicht so auf akkurat!

Ihr könnt mich alle gern des Pfusches bezichtigen, aber wenn mir an einem (schwarzen) Rahmen irgendwo die Farbe wegplatzt oder eh´ schon seit Längerem fehlt, dann fülle ich gern mit "Hammerit schwarz glänzend" auf. Das Zeug hält echt gut auf (fast) jedem Untergrund - auch wenn mal keine Profi-Grundierung vorhanden ist - und füllt auch tiefere Macken ganz gut auf.

Dass das Zeug recht gut verläuft, eine homogene Oberfläche hinterlässt und außerdem ziemlich dauerhaft hält, dürfte auch nicht von Nachteil sein. Erhältlich im Baumarkt, zu moderaten Kursen.

Und wem das dann nicht genug ist, der muss seinen Rahmen tatsächlich kernsanieren...

Viel Spaß beim Ausbessern! Cheers, Jan

Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 08:20
von Martin
Ich kann Jan's Aussage stützen.
Ich habe den Trident Rahmen auch mit Hammerite gestrichen. Na ja, es sah ziemlich fürchterlich aus zu Beginn. Aber als alle angebaut war, merkt man es kaum.
Gruß, Martin

Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 13:50
von hasard
Hallo Helmut,

ich würde den Rahmen pulverbeschichten.
Wenn der schon nackich da rumsteht.
Das kostet nicht die Welt und geht ganz fix.
Ich habe immer sehr gute Erfahrungen mit Pulverbeschichtungsfirmen aus der Industrie gemacht. Die sind nicht so teuer wie Firmen welche sich auf
Fahrzeuge spezialisiert haben.

Weiterer Vorteil, Gute Firmen strahlen die Teile vorher, dadurch geht der Rost weg, und das Pulver haftet viiiiel besser.

Gruß

Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 13:52
von hellmut
hallo !

danke für die Tips !

wie verträgt sich Hammerit mit dem Originaluntergrund, geht das bei größeren Bereichen (wenn der Rahmen in diesem Bereich blank geschliffen ist od. wird) auch ohne Grundierung ?

was macht Hammerit bei Öl- bzw. Benzinkontakt ?

danke
Helmut

Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 14:06
von hellmut
hallo hasard !

Ich habe bis jetzt auch alle Rahmen beschichten lassen. Einmal mußte die ganze Beschichtung wieder runter, weil der Rahmen schlecht vom Strahlgut gereinigt wurde !?

Beim OIF-Rahmen habe ich so meine Probleme :

1. wie kriege ich das ganze Öl aus dem Rahmenrohr, damit beim Einbrennen der Beschichtung nichts passiert (gibt es bei 240 Grad Öldämpfe, was ist, wenn es irgendwo raustropft ...) ?

2. das Strahlgut ist so fein, wenn die Abdeckung irgendwo Schaden nimmt und Strahlgut ins Ölrohr kommt, dann landet es unweigerlich im Motor, denn der zusätzlich eingebaute Feinfilter ist im Ölkreislauf erst nach dem Motor angeordnet ?! und das originale "Sieb" ist da wohl machtlos ?

und in den lezten Jahren habe ich mich auch langsam von der Topoptik verabschiedet, mir gefallen Gebrauchsfahrzeuge besser ......

Helmut

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 00:43
von jan
Ich noch mal.

Beim Pulverbeschichten ist es mir immer mulmig, wenn ich an die Stellen denke, die später eher wieder "metallisch blank", zumindest aber frei von dicken Farb- oder ähnlichen Schichten sein sollen; z.B. Steuerkopf/Lenkkopflager.
Da hört man schon mal recht gruselige Geschichten über weggeplatzte Beschichtungen, die von fies kriechendem Wasser unterwandert wurden, was sich aber erst anhand eines - aufgrund Durchrostung - gebrochenen Rahmens manifestierte... nee, stop, ich glaube, sooo schlimm wird es dann doch nicht.

Aber wenn man nur ein paar Macken ausbessern (und keine Generalsanierung seines Rahmens durchführen) will, dann tut es die Hammerit-Lösung vollkommen. Und: Ja, das Zeug hält wirklich auch auf größeren, blanken, nicht grundierten (aber zumindest fettfreien) Flächen saumäßig gut. Über Jahre.
Ich habe mit Hammerit z.B. die Chromstoßstangen meines Strich-Acht-Coupés und meines Volvo Amazon von innen auslackiert (dort, wo man es nicht sieht, wo aber leider auch die Chromschicht nicht so dick oder gar nicht vorhanden ist), da herrscht seither - seit Jahren - Ruhe.
Die Rahmen meiner Mopeds habe ich damit sowieso "geflickt", z.B. an der 350er Matchless die Spuren einer vor längerer Zeit geplatzten und ausgelaufenen Batterie. Gerade mal mit Schleifpapier und Drahtbürste drüber und dann Hammerit draufgepinselt - hält tadellos und sieht völlig okay aus.

Summa summarum: wenn´s um eine Zwischendurch-Reparatur und nicht um eine Vollrestaurierung geht, kenne ich nix Besseres.

Verfasst: Samstag 25. Oktober 2008, 06:22
von T140E
Wenn Hammerite so gut ist, warum sagt dann der Hersteller, dass es im Kfz-Bereich nicht zu verwenden ist ?
(Ich benutze es übrigens heimlich auch, aber nicht weitersagen... :D )

Verfasst: Samstag 25. Oktober 2008, 10:13
von Martin
T140E hat geschrieben:Wenn Hammerite so gut ist, warum sagt dann der Hersteller, dass es im Kfz-Bereich nicht zu verwenden ist ?
(Ich benutze es übrigens heimlich auch, aber nicht weitersagen... :D )
Ich glaube, es bezieht sich im KFZ Bereich eher auf die normalen Lackflächen. So ein Rahmen besteht ja aus Rohren wie ein Geländer :wink:
Ansonsten hab ich da keine Ahnung...

Verfasst: Dienstag 28. Oktober 2008, 01:18
von jan
T140E hat geschrieben:Wenn Hammerite so gut ist, warum sagt dann der Hersteller, dass es im Kfz-Bereich nicht zu verwenden ist ?
Woo sacht er das denn??!!! Wenn das auf der Dose beim Kleingedruckten steht: leck mich!!!

Und zum Thema "Pulvern" empfehle ich den durchaus ausführlichen und differenzierten Artikel in der neuen Oldtimer-Markt.

Frohes Schrauben & cheers, Jan

Verfasst: Dienstag 28. Oktober 2008, 13:26
von Mateo
also ich bessere meist mit der Spühdose aus, einfach im voll montierten Zustand mit Zeitungsbogen die umliegende Moped-Gegend abkleben, drübersprühen, trocknen lassen, Klebeband abziehen, und sieht aus wie neu.

Zum Pulverbeschichten kann ich sagen, dass ich von meiner Hinkley-Tiger den lenker habe durchsichtig beschichten lassen, auf das blanke Metal. Sah am Anfang auch sehr schön aus, aber dadurch dass die Beschichtung durchsichtig war, konnte man sehen, wie sich bei kleinsten Kratzern die Feuchtigkeit unter der Beschichtung verbreitet hat und der Lenker dort angefangen hat zu rosten. Hab jetzt alles wieder runtergeschält und mit Silberfarbe lackiert........

Dafür war die Beschichtung aber echt teuer, nur für den Lenker E 60.- oder so.....

Aber warum gibst du den Rahmen nicht einfach zum nächsten Lackierbetrieb, wenn er schon nackt in der Garage steht? Ausbessern kannst du ja dann immernoch mit der Dose..............

Gruss,

Mateo

Verfasst: Mittwoch 29. Oktober 2008, 16:48
von jan
Mateo hat geschrieben:Sah am Anfang auch sehr schön aus, aber dadurch dass die Beschichtung durchsichtig war, konnte man sehen, wie sich bei kleinsten Kratzern die Feuchtigkeit unter der Beschichtung verbreitet hat und der Lenker dort angefangen hat zu rosten.
Jau, das scheint echt ein zentrales Thema beim Pulvern zu sein! So auch die Warnhinweise zu Risiken & Nebenwirkungen in besagtem OLDTIMER-MARKT-Artikel.

Also, ich bleib´ bei Pinselschwingen und Dosensprühen... :biggthumpup:

Verfasst: Donnerstag 30. Oktober 2008, 09:40
von hasard
@Mateo: Das ist auch Pfusch. Meine Erfahrungen( auch beruflich) sind die, dass eine Pulverschicht auf blanken Metall auch nicht wirklich haftet.
Es gibt hier verschiedenen Verfahren. Blankes Metall mit Aluoxid Lösung "grundieren" erhöht die Haftung diese ist aber farbig!
Die einzige wirklich haltbare Lösung ist vorher zu strahlen. Da kann auch keine Feuchtigkeit mehr kriechen....
Das mit dem Lenker hättest Du dir sparen können......
Es gibt auch sehr viele Qualitätsunterschiede beim verwendeten Pulver.
Das kann ich so nicht stehen lassen.
Ein schonmal gestrippter Rahmen würde ich immer pulvern lassen, mit dem Richtigen Verfashren hält das ewig.....

Gruß