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Getriebe und Diverses
Verfasst: Freitag 17. Oktober 2008, 09:14
von Dieter
Hallo CBBC-Freunde,
meine T100 R Daytona birgt immer wieder neue Überraschungen.
Nachdem sich der Ölverbrauch stabilisiert hat (ca. 1 L/1000 km), das leidige Batterieladeproblem durch eine neue Regler/Gleichrichtereinheit in Luft aufgelöst hat, ist ein neues Phänomen aufgetaucht.
Beim Einlegen des ersten und zweiten Gangs, sowohl beim Rauf- und Runterschalten geht der Schalthebel nicht mehr in die Neutralstellung zurück. Besonders das Einlegen des ersten Gangs beim Runterschalten wird dadurch zum Glücksspiel (z.B. Runterschalten vom dritten in den zweiten Gang, Hebel kommt nicht zurück, Hebel kurz anheben und wieder runterdrücken, "Mist" wieder der Zweite drinn usw., usw.). Beim dritten und vierten Gang gibt es diesbezüglich keinerlei Probleme.
Darüberhinaus bin ich immmer noch auf der Suche nach einem stabilen Leerlauf, sowohl im kalten wie im warmen Zustand (Schwimmerniveau erst kürzlich nach Amalvorgaben eingestellt, brachte aber nichts).
Ebenso will die Diva im kalten Zustand erstmal mit schweißtreibendem Kicken zum Leben erweckt werden, um dann aufgewacht und warmgefahren problemlos anzuspringen.
Guter Rat wird gern genommen.
Gruß
Dieter
Verfasst: Freitag 17. Oktober 2008, 14:50
von bosn
Hi
Dein Getriebe-prob kann mit einer verschlissenen Kurvescheibe zusammenhängen-der Federbelastete "Stellungsbolzen " rastet dann nicht richtig ein.
Die Amal sind teilweise etwas zickig mit der Leerlaufgemisch-schraube.
Hier hilft nur geeignetes Gerät: Colortune-Kerzen z.B.
oder du hast das alte Lied der ausgelutschten Schieber am Hals....
Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 16:27
von Dieter
Hallo bos`n,
vielen Dank für Deine rasche Antwort.
Was muss alles demontiert werden, um die ggf. verschlissene Kurvenscheibe inspizieren zu können (nur der Getriebedeckel oder das komplette Getriebe)?
Wie ist Deine Aussage mit der zickigen Leerlaufgemischschraube zu verstehen? Ich habe die Einstellung so gewählt, dass sich der schnellste Leerlauf ergab. Eine Colortune-Kerze habe ich leider nicht zur Hand, was kann ich mit dieser genau feststellen?
Die Vergaserschieber habe ich übrigens mit Gleitlack von LiquiMoly behandelt, seitdem laufen sie nahezu spielfrei ohne zu klemmen.
Das Schwimmerniveaus ist gemäß Amalanleitung wie folgt vorgenommen -Oberkannte Schwimmer ca. 1-1,5mm unterhalb Schwimmergehäuse-Oberkannte- worden. Habe aber auch schon mal gelesen, dass Schwimmer und -gehäuse eine Ebene bilden sollten. Was ist nun richtig?
Gruß
Dieter
Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 19:40
von bosn
Äußerer und innerer Getriebedeckel.
Das g muss nicht ganz auseinander.
Oft ist auch der genietete Lagerbolzen lose...
Schwimmerniveau muss es ja auch niht sein.
ich tippe eher auf das Leerlaufgemisch-
die Standgasschrauben ´rausdrehen und nur soeben bis am (synchronisiereten) schiebern andrehen-Leerlaufschrauben zudrehen und 1,5 Umdreheungen rausdrehen,dann in 1/8 Schritten verdrehen.
Das könnten geübte auh nach gehör,Clotrtune haben den Vorteil das man sieht was passiert...Wat soll ich dir raten?
Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 20:35
von Martin
Bei der 500er liegt der Fall ein wenig anders als bei den 650ern!
Also Du musst den Primärdeckel abnehmen und Kupplung demontieren. Das Ritzel hinter dem Deckel muss nicht demontiert werden.
Die Kupplungsnabe sollte mit einem Abzieher 1" x 24 TPI abgezogen werden.
Dann hängst du den Kupplungszug aus und demontierst den äußeren Getriebedeckel. Wenn alle Schrauben und die beiden Muttern raus sind, kannst Du mit einem Kunststoffhammer rundherum auf den Deckel klopfen um ihn zu lösen. Um den Deckel abziehen zu können, musst Du den Schalthebel komplett betätigen und gedrückt halten. Das hat den Effekt, dass die Klinken nicht mehr in der Nockenscheibe (Camplate) arretieren.
Nun die restlichen Schrauben lösen, Nockenscheibe so ausrichten, dass sie gerade steht und aus dem Gehäuse passt. Nun ziehen und wackeln, ggfs. noch mit dem Kunststoffhammer rundherum klopfen und Du solltest das Getriebe in der Hand haben.
Ach ja! Vorher die Ölablassschraube KOMPLETT von unten raus schrauben. also kleine das Röhrchen mit raus ziehen.
Hatte ich Dir nicht mal das Werkstatthandbuch geschickt?
Gruß, Martin
Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 12:21
von Volker Koch
Zu der Vergasergeschichte gibt´s von mir jetz auch noch ´n Schlag Senf...
So, wie Du Dein Vorgehen beschrieben hast, klingt das eigentlich schon sehr sinnig, Dieter. Du hast bei den Concentrics, wenn sie älter geworden sind, nur sehr sehr oft das Problem, dass die Bohrungen des Leelaufsystems mehr oder weniger stark zukorrodieren und dann die Probleme auftreten, die Du beschrieben hast. Neben diesem Standgas-zerstörenden Problem gibt es noch das beeinflussende Problem, was Bos´n beschrieben hat. Die Concentrics schlagen aus, soll heißen ... die Schieber kriegen mehr und mehr Spiel in den Bohrungen, bis sie bei geschlossenem Vergaser regelrecht da drin rumschlackern und so dazu führen, dass die Vergaser im vermeindlichen Standgasbereich ständig unregelmäßig Nebenluft ziehen und `Husten´verursachen. Das hat mit klemmenden Schiebern wegen zu fest angezogener Vergaseranschlußschrauben nichts zu tun.
Die Leerlauf-/Standgasgemischbohrungen wieder klinisch rein zu kriegen, ist sehr sehr schwer, ohne dabei Schaden anzurichten. Man kann am abgebauten Vergaser mit Badreiniger oder Backofenspray arbeiten ... ich habe letztens das Kuriosum entdeckt, dass Alkoholsprit "E85" - 85%iger Trinksprit(KEIN Metanol!!!) mit 15% normalem Benzin gemischt und 104 Oktan - den Vergaser nach ein paar Tankfüllngen auch wieder auf Vordermann bringt ...
Vielleicht kannst Du ja was mit anfangen?!
Tschüss erstmal
Volker
Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 18:57
von bosn
Theorie und praxis.......
Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 21:16
von Martin
bos´n hat geschrieben:Theorie und praxis.......

Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2008, 11:45
von Dieter
Hallo CBBC-Freunde,
vielen Dank für Eure guten Tipps!!!
Volker, habe ich Deine Aussage mit dem Mischungsverhältnis von 85% Alkohol und 15% Benzin richtig verstanden, halten das die Gummiteile aus?
Das Werkstatthandbuch hast Du mir nicht geschickt Martin; was für eines hast Du denn? Ich selbst habe eines von Haynes.
Nur nochmal zum Verständnis Martin, muss der Bolzen (Camplate spindle) um den sich die Nockenscheibe dreht vorher demontiert werden?
Bos`n, die Einstellung des Leerlaufes werde ich nach Deinen Vorgaben nochmals vornehmen.
Gruß, Dieter
Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2008, 16:27
von Volker Koch
Hallo Dieter,
am Motorrad haben wir ja nun nicht all zu viele Gummileitungen bis zum Vergaser und an meiner Enfield gibt´s bis jetzt seit einigen tausend km´s keinen Grund zur Klage. Ich fahre das Gemisch mittlerweile sogar in meinem Wagen ohne Schwierigkeiten in Mischung/im Wechsel mit normalem Benzin und auch das funktioniert seit ein paar tausend Kilometern völlig unproblematisch, allen Unkenrufen zum Trotz. Ich bilde mir sogar ein, dass ich mit dem E85 - ist eben Äthanol und nicht Methanol - einen niedrigeren Verbrauch habe.
Viele Grüße
Volker
Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2008, 16:56
von bosn
@Martin:Theorie ist um evtl um viel brei zu reden/schreiben-hinterher merken das man voll kein Plan hat...
Praxis:sehen,probieren,staunen
Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2008, 17:55
von Martin
Dieter hat geschrieben:Hallo CBBC-Freunde,
Das Werkstatthandbuch hast Du mir nicht geschickt Martin; was für eines hast Du denn? Ich selbst habe eines von Haynes.
Also ich schick dir ne pn
Nur nochmal zum Verständnis Martin, muss der Bolzen (Camplate spindle) um den sich die Nockenscheibe dreht vorher demontiert werden?
Gruß, Dieter
Nein, das Ding ziehst Du mit dem Getriebe und innengehäuse raus. Zum Demontieren der Nockenscheibe muss dann auch von unten ein Splint gezogen werden...
Gruß, Martin