Seite 1 von 2
Wechselintervall Primärkettenkasten-Öl
Verfasst: Donnerstag 12. Juni 2008, 21:35
von minidax
Moin
mit relativen entsetzen habe ich gelesen das man das Öl im Primärantrieb alle 1600 km wechseln soll???
OK da ist nicht wirklich viel Öl drin, aber tut das not???
Wie haltet ihr das???
Ich habe eine TR7RV
Verfasst: Donnerstag 12. Juni 2008, 22:03
von hansT
Hallo,
das betrifft nur die älteren Baujahre ( pre-oil in frame ). Deine hat schon einen gemeinsamen Ölkreislauf für Motor und Primärkettenkasten.
Gruss Hans
Verfasst: Donnerstag 12. Juni 2008, 22:21
von Martin
Das Öl im Primärkettenkasten schmiert in erster Linie die Kette und die 20 Rollen des Kupplungslagers. Da es aber auch die Kupplung benetzt, ist der Intervall sicher nicht unsinnig.
Allerdings hat Hans Recht, dass es ein gemeinsames Öl in den späteren Modellen gibt. Das betrift aber auch schon pre OIF Modelle. Aber von Ölkreislauf zu sprechen ist ein wenig vermessen. Irgendwann haben die Ingenööre wohl auch realisiert, dass aus dem Motor im Betrieb eher kein Öl in den Primärkasten gelangt. Stichwort Fliehkraft... das Öl wird von der Welle eigentlich auch weggeschleudert anstatt es in den Primär zu fördern. Die drei kleinen Löchlein sind auch denkbar schlecht geeignet, eine größere Menge überschüssiges Öl zurück in den Motor zu bekommen.
Deshalb muss der Primärtrieb übrigens vor Inbetriebnahme auch befüllt werden. Im Handbuch steht, dass IM Betrieb der Ölstand automatisch reguliert wird. Logisch, das Öl kann ja nur oberhalb des gewünschten Ölstandes in den Motorsumpf zurücklaufen, dagegen aber nicht aus dem Sumpf in den Primär. Na ja, auf dem schrägen Seitenständer stehend vielleicht
Jetzt hab ich aber kluggescheißert...
Ich bevorzuge übrigens die frühe Variante der Motorentlüftung über die Nockenwelle. Dann kann man im Primär problemlos ATF Öl fahren, was der Kuppelung sehr gut bekommt. Außerdem kann man den Motor auch anderweitig besser entlüften, wenn man will (über die Rockerboxen und/oder über den herzförmigen Motordeckel Rechts)
An meinen habe ich aber die Entlüftung nicht angetastet, funktioniert auch so gut...
Verfasst: Donnerstag 12. Juni 2008, 23:37
von Nörtn ut stall
problemlos ATF Öl fahren
Moinsen,
Ja hab ich jetzt auch drin, nachdem sich die 20w50 Einlage irgendwie aufgelöst hat.
Das soll i.Ü. auch die Scheiben verkleben (von wegen der Trennung). - Also Automatik Öl rein.
Einer aus meinem Ort fährt u.a. seit Jahren n Domiracer. Im Primär kompt komplett kein Öl rein. Für die
moderne Kette gibts Kettenspray.
Deshalb, da eine ölrelevante Rollenbelastung wohl nur beim Auskuppeln eine Rolle spielt, sacht er, können die das ab, ohne Ölbad gefahren zu werden....
Jo Nö !
Mir allerdings ist das Thema bei meiner Atlas etwas zu heiß; also lieber ATF Automatiköl faaaahn, bevor es rappelt.
Nörtn
Verfasst: Freitag 13. Juni 2008, 00:03
von jan
Interessante Diskussion. Die ich (in Sachen meiner Matchless) auch schon seit Jahren ebenso interessiert verfolge.
Man muss einfach zwei Aspekte "priorisieren" (wie es auf gut Manager-Neudeutsch so schön heißt):
- Zum einen den Schmier- und Temperaturhaushalt der Primärkette. Trockenlaufen darf `se halt auf keinen Fall. So gesehen, dürfte das bereits angesprochene Kettenspray/-fett unter Schmierungs-Aspekten ausreichen. Aber: reicht das auch zur ausreichenden Wärmeabfuhr?! (Peter Weigelt ist z.B. ein vehementer Verfechter des großzügigen Einsatzes von Primärantriebs-Öl allein schon um der ausgeglichenen Temperaturen willen!)
- Zum anderen soll das fette Rollenlager hinter dem Kupplungskorb auch immer seinen gebührenden Anteil an Schmierung haben, was durch Fett an/auf der Kette keineswegs gewährleistet ist.
Ergänzender Aspekt: Ich habe mit modernen Mehrbereichsölen keine guten Erfahrungen gemacht, kann allerdings - wie immer - nur für Matchless/AJS sprechen. 15W-40 oder auch 20W-50 hat bei mir immer nur zu durchrutschender Kupplung geführt. ATF kann da meiner bescheidenen Meinung nach nur schlimmer sein...
Mein Tip: Je "einbereichiger" und dicker das Öl im Primärtrieb, umso wohler fühlen sich Primärkette und Kupplung. Ich fahre immer 0,25 bis 0,3 Liter 50er unlegiertes Einbereichsöl, das (der?!) untere Kettentrumm sollte vollständig bedeckt sein.
Wechselintervall 1.000 Meilen (oder 1.600 Kilometer)?!! Egal, Hauptsache, das (der?!) Level stimmt. Meist kommt man schon vor dem genannten Intervall zum Auffüllen, Wechseln o.ä.
Wie gesagt, alles nur unter Vorbehalt, da Matchless-/AJS-verblendet!!!
Verfasst: Freitag 13. Juni 2008, 08:11
von FlaschenBierTrinker
Moin,
imho hat das kupplungsrutschen eher etwas mit der lausigen Qualität der Beläge zu tun als mit dem Öl. Fahre an der Trumpet normale Beläge.
Fahre 10W-40. Da rutscht nix. Und mir der Kiste mache ich auf bergigen. kurvigen Landstraßen keine Gefangenen
Achso: Die OEM-Kupplung geht richtig soft da meine Maus mit der Kiste auch rumbrettert.
Jeder empfiehlt diese
italienischen !? Die sollen bei Mehrbereichsöl nicht rutschen.... OK... Kann nix genaueres dazu sagen sind mir eben empfohlen worden und hab`s mir notiert
Das an älteren Kisten (also bei denen Motor und Primär noch getrennt sind) alle 1600Km das Öl zu wechseln...

ich erklär mir das so:
Damals hatten die keine Dichtung am Primärdeckel und deshalb war es immer eine gute Idee nachzuschauen....
Und mit den Racerkisten blicke ich sowieso nicht durch. Aber nur Kettenspray ? Naja. Die Kette wird nämlich richtg heiß ....
rainer
Verfasst: Freitag 13. Juni 2008, 08:41
von Martin
Rainer, ds sind Wechselwirkungen. Unbestritten ist die Kupplung mit Korklamellen an der Grenze für die ca. 40 PS...
Und @Jan: Jau, ich hatte gestern ganz vergessen, die Temperaturen zu erwähnen. Selbstverständlich hast Du Recht. Ohne Öl würd ich (wenn überhaupt) nur mit Schlitzen im Deckel fahren!
Gruß, Martin
Verfasst: Sonntag 15. Juni 2008, 12:51
von Simon
Mit Interesse habe ich die Ausführungen über das richtige Primärkettenöl gelesen. Ich habe nämlich gerade neues Öl eingefüllt und, wie in meiner Anleitung beschrieben, ganz normales Motoröl (20W40) verwendet. Jetzt rutscht die Kupplung ab und zu durch. Das hat sie vorher bei kaltem Motor auch getan, was ja eigentlich schon komisch war. Nach dem was ich hier gelesen habe müsste ich also Automatik-Motoröl verwenden ? Vermischt sich das dann nicht mit dem Motoröl über diese Ausgleichsbohrungen ?
Verfasst: Sonntag 15. Juni 2008, 12:52
von T140E
Ja.
Verfasst: Sonntag 15. Juni 2008, 12:55
von Simon
Ja ??? Was, ja ???
Verfasst: Sonntag 15. Juni 2008, 13:18
von T140E
Sorry, war gerade gerufen worden...
Ja, das Öl vermischt sich durch die Bohrungen und übers Kurbelwellenlager. Hab' mal geschaut, wieviel da durch kommt, dazu den Primärantrieb offen gelassen, eine Schippe Sand untergelegt und den Motor auf dem Seitenständer gestartet. Da kam schon gut was rüber.
Zumindest seither schüttele ich nur den Kopf, wenn es heißt, man solle bei dieser Art von Motoren unterschiedliche Öle verwenden. Andererseits: dieses kurze Ölwechselintervall des Primärtriebs... noch andererseits: mein Primärkettenkasten war mal undicht... aber immer Öl drin... naja, man hat's dann über den Rahmenöltank kompensiert, bis die Undichtigkeiten im Primärkettenkasten durch Ablagerungen geschlossen waren
Über Kupplungsrutschen gibt es viele Ursachen, schau mal in der Suchfunktion: Kupplungsbeläge, Kupplungszug zu stramm, zu knappes Spiel in der Druckstange...
Bei meiner T 140 E war es letzteres: immer bei kaltem Motor rutschte die Chose durch, bei warmem gings dann. Irgendwann rutschte der Penny (und kurz darauf nicht mehr die Kupplung

): Kontrolldeckelchen im Seitendeckel auf, Einstellschraube raus und bis zum ersten winzigen Widerstand zugedreht, dann eine halbe Umdrehung wieder rausgedreht für's Spiel, Kontermutter zu und das Problem war ad acta...
Verfasst: Dienstag 17. Juni 2008, 09:14
von Towner
Simon hat geschrieben:Mit Interesse habe ich die Ausführungen über das richtige Primärkettenöl gelesen. Ich habe nämlich gerade neues Öl eingefüllt und, wie in meiner Anleitung beschrieben, ganz normales Motoröl (20W40) verwendet. Jetzt rutscht die Kupplung ab und zu durch. Das hat sie vorher bei kaltem Motor auch getan, was ja eigentlich schon komisch war. Nach dem was ich hier gelesen habe müsste ich also Automatik-Motoröl verwenden ? Vermischt sich das dann nicht mit dem Motoröl über diese Ausgleichsbohrungen ?
Hi,
wenn die Kupplung vorher schonmal gerutscht hat, würde ich eher auf Beläge tippen. Wenn die älter sind, härten sie aus. Das kriegt man mit keinem Öl in den Griff.
Gruß Ralf
Verfasst: Dienstag 17. Juni 2008, 09:36
von Volker Koch
Hi,
jou ich stiimme `Mr. Towner´ voll und ganz zu! ... und schieb´ Dich erstmal ´n bißchen an, Martin ...
Nach allen möglichen und unmöglichen Kupplungsbelagmaterialien, bin ich auf Hinweis von Tony Hayward - das ist einer der Typen, die unter anderem mit ihren Belt-drives berühmt geworden sind - auf prähistorische KORK-!!!- beläge umgestiegen(750er T140) und hatte danach mit normalem Mehrbereichsöl im Primärantrieb keinerlei rutschende Kupplungs-Mallesse mehr!
Relativ kurze Ölwechseltermine im Primärantrieb machen insofern schon Sinn, weil sich hier sehr viel Gerümpel im Öl befindet, was - unter anderem - ´nen Durchrutschen der Kupplung mit fördert ... angelöste Gummipartikel aus den Ruckdämpfern, Abriebmaterialien aus der Kupplung und vom Kettenspanner, metallischer Abrieb von Kette und Ritzel/Kupplungskorb, so dass man schlicht nicht so viel Müll im Primärantrieb hat, wenn man hier öfter mal sauber macht.
In diesem Forum gab´s in der Vergangenheit sehr viele detaillierte Diskussionen zum Thema Kupplungen und Primärantriebe, vielleicht wäre es ganz hilfreich nochmal ´n bißchen im Forum zu stöbern?
Was anderes ... wo entlüften denn eigentlich Deine shuttle-valves den Ölüberdruck hin, Martin?
CU übermorgen?
Volker
Verfasst: Dienstag 17. Juni 2008, 12:03
von Towner
Hi,
ich habe seit ca. 1000km die 7 Scheiben Kupplung drin mit 20 W 50. Bin bisher super zufrieden damit.
Gruß Ralf
Verfasst: Dienstag 17. Juni 2008, 14:59
von Mateo
Hallo Allen,
ich habe 50er Einbereichsöl drin, vom Landmaschinenfuzzi, es gibt aber auch bei Harley extra Primary Drive Oil, ohne diese Versiegelungs-Additive, das funktioniert in Verbindung mit den harten Federn und Belägen mit mehr Positiv-Anteil endlich gut, so dass es nicht mehr Rutscht! Ich habe Nockenwellen von Gaschott drin für eher fülligen Drehmomentverlauf "unnerum", und das hat sehr häufig zum Rutschen geführt.
Dann hatte ich Rennbeläge drin mit fast nur noch Positiv-Belag, die haben so zusammengeklebt, dass ich die nur noch bei laufendem Motor durch einen rüde eingelegten ersten Gang trennen konnte, das hat auf die Dauer auch keinen Spass gemacht.
Aber das Argument mit dem vielen Dreck finde ich sehr interessant, habe ich so noch garnicht drüber nachgedacht..........
Also häufiger mal dem Schmontz ablassen, wird erledigt!
Gruss, Mateo