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Wiederbelebung t120r von 1969

Verfasst: Montag 28. April 2008, 16:05
von bc-senki
Schönen Nachmittag,

mein Name ist Johannes, bin in der Nähe von Wien daheim und lese (bzw. lache) hier schon einige Zeit mit.

Habe mir vor 3 Jahren eine T120R, Bj. 1969 gekauft, die wegen Hauszubau bis vor kurzem in der Garage geschlummert hat. Lt. Verkäufer war der Primärkettenspanner gebrochen.
Beim Austauschversuch ist mir aufgefallen, daß wenn ich die Kupplung ziehe, diese bei ca. 3/4 des Hebelweges ruckartig und mit einem lauten Knacks nach außen (also Richtung Primärkastendeckel) wandert. Hört sich irgendwie nicht gesund an :( Kommt das vom Herumlungern ? Oder ist da hebeltechn. was faul ?
Bin für jede Info dankbar !!

Ach ja: ist meine 1. Engländerin und ich daher blutiger Anfänger mit Rep.Handbuch und Partlist. :oops:. Schrauber-Unterstützung bekomme ich erst in ein paar Wochen ..... :(

Grüsse Johannes

Verfasst: Dienstag 29. April 2008, 08:14
von Psycho-Ed
Das von Dir geschilderte Phänomen tritt auf, wenn das Zusammenspiel
zwischen Stellung des kleinen Ausrückhebels (unter dem kleinen runden
Insp.-cover / vorderer Getriebedeckel) und "Spiel" des Kupplungszuges nicht stimmt. D.h., dein Ausrückmechanismus steht "schon unter Vorsapnnung" bevor Du überhaupt den Hebel gezogen hast.....Wenn die drei Kügelchen des Ausrückmechanismus dann "überschnappen" gibts nämlich eben dieses ganz laut vernehmliche KNACK...KNACK... beim Ziehen des Kupplungshebels ...denn der "Anschlag" ist dann schon bei halb...oder eben 3/4 gezogenem Lenkerhebel erreicht. . :schlaumeier: dozier....dozier.
Die Kur :
Alle "Einsteller" (am Lenkerhebel und am unteren Ende des clutch-cables) komplett eindrehen. Du wirst feststellen, dasz Du dann ca. 1-2cm "Spiel hast.
Nun schraubst Du die beiden inspection-cover (vorder. Getr.deckel / Primärdeckel mittig "vor Kupplung" ab.
Kontermutter der Druckstangeneintellschraube (hinter mittigem Primärdeckel-Insp.cover) lösen.
Madenschraube eindrehen, bis sich die Druckplatte LEICHT bewegt.(Taschenlampe bietet sich an)
Madenschraube 3/4 - 1 Umdrehung lösen.
Kontermutter festziehen.
Nun wirst Du feststellen, dasz der kleine gebogene Blech-Hebel des
Ausrückmechanismus auf der Getriebeseite genau horizontal steht.
Jetzt schraubst Du die untere Einstellschraube "heraus", bis sich diese
Blechlasche nach oben zu bewegen beginnt.......
Kontermutter festziehen.
Letzter Schritt : Eliminieren des Spiels des Kupplungszuges bis auf ca. 5mm .
Liest sich irgendwie komisch....... :cry:


Dieses "Phänomen ist aber das Resultat eines typischen "Anfängerfehlers", da bei schlecht trennender Kupplung die Einsteller am Lenker und am Getriebeeingang einfach immer
weiter herausgedreht und herausgedreht werden....nach dem Motto : "Nu trenn doch endlich...du...."
Und : Irgendwann KNACKTs... :wink:

Sollte die Kupplung also "weder richtig trennen...noch richtig greifen (rutschen)" HAT ABER MIT DEM EIGENTLKICHEN PROBLEM HIER NIX ZU TUN !!!!.......Primärdeckel ab....Kupplung reinigen...Brake-cleaner ruff...
dann kanns weiter gehen.....s.o.

Good luck

:irre:

Verfasst: Dienstag 29. April 2008, 10:39
von bc-senki
Guten Morgen !

Danke für die ausführliche Beschreibung - das leuchtet ein ! Werde ich am Wochenende gleich ausprobieren.

Grüsse Johannes

Verfasst: Dienstag 29. April 2008, 16:15
von Volker Koch
Alternativ könnte ich mir noch vorstellen, dass der Kupplungskern - mithin die ganze Kupplung - nicht auf der Getriebewelle fest sitzt ... sowas kann einem schon schnell mal passieren, wenn man sie unter schlechten Umweltbedingungen(Dunkelheit, Nebel ... ähm ... benebelter Schreiber ... ? ... Schrauber ... !) versucht, wieder auf `Halbmond´ und Kegelsitz zu pfriemeln. Du drückst dann, wenn du den Hebel ziehst die gesamte Kupplung in/gegen die Primärkette, was auch ausgesprochen blöd klingt und Schaden verursacht ... z.B. Kettenspanner schlachtet ... das sieht man aber eigentlich auch, wenn man den Primärantriebsdeckel runter hat ... auf gar keinen Fall mehr mit fahren, bevor Du das nicht behoben hast!!!
Ansonsten noch herzlichsten Glückwünsch zu dem tollen Motorrad!
Viele Grüße vom Südende des norddeutschen Plattlandes,
Volker

Verfasst: Dienstag 29. April 2008, 17:51
von bc-senki
Bin noch keinen Meter damit gefahren, weil der Kettenspanner schon beim Kauf gebrochen war :oops:. (ich weiß .... so ohne Probefahrt und Schrauberfahrung kauft man kein Motorrad ... es war halt "Liebe auf den ersten Blick" ... ok und der Preis hat auch gepaßt.)

Jetz habe ich ja schon mal 2 mögliche Ursachen, die ich relativ schnell überprüfen kann - vielen Dank für den Hinweis !!

Schönen Abend wünsch ich noch !
Johannes

Verfasst: Dienstag 29. April 2008, 18:08
von hasard
Aber was denn...
Liebe auf den ersten Blick und ein guter Preis, was kann dir besseres
passieren.
Ist doch langweilig ein perfektes bike zu kaufen.

:lol: :lol: :lol:

nochmals hervorkram - kupplung t120r

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 12:05
von bc-senki
hallo allerseits,

kurzes Update: das klacken kam (so wie von ED beschrieben) vom Ausrückhebel, der zu sehr vorgespannt war.

Habe dann die Kupplung zwecks Begutachtung ausgebaut und festgestellt, daß der Kupplungskorb ganz schön ausgeschlagen ist (da wo die Scheiben einhaken) - muß also neu. Müßt jetzt nur noch wissen wie das Zentrum vom Korb zu lösen ist :oops: ? Einfach abziehen ??
Was sollte ich in dem Zusammenhang noch alles prüfen / tauschen - Dämpfer, Anlaufscheibe, Rollenlager?

Achja am Center selbst (wo die Stahlscheiben einhaken) sieht man auch, daß sich die Flanken der Scheiben eingearbeitet haben. Allerdings nur ein wenig - gibts da eine Art Faustegel bis wann man die noch nachfeilen kann/soll ? :?:

Vielen Dank schonmal für eure Tips !!
Grüße Johannes

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 12:30
von Martin
Hallo Senki!

Wenn die zentrale Kupplungsmutter entfernt ist, müsste er eigentlich so abzuziehen sein. Die Biester arbeiten sich aber auch auf ihrer Verzahnung ein und dann geht es nicht so einfach. Du kannst was basteln, um das Center abzuziehen. Dazu musst Du die drei Bolzen nutzen, die aus dem Center ragen und worauf die Kupplungsfedern vorgespannt werden.

Es ist hier ein wenig kompliziert, den Bau eines Abziehwerkzeuges zu beschreiben. Am einfachsten ist es mit einer umgedrehten Andruckplatte und den Drei "Muttern" für die Bolzen. Dann die zentrale Bohrung mit Gewinde zum abdrücken nutzen.

Du kanst aber auch mit einem guten Kupplungsabzieher (solltest Du Dir zulegen) die Kupplungsnabe gemeinsam mit dem Center abziehen.

Der Abzieher muss ein Gewinde haben von 1" x 20 TPI (ich schau aber noch mal nach), wenn Du einen aus GUTEM Stahl selber machen möchtest. (Oder Dein Dreher)
Edit: Klick hier!

Nachfeilen ist immer so lange möglich, wie es geht.. Allerdings ist das immer nur ein Notbehelf. Besser, man macht es neu wenn die Riefen deutlich sichtbar sind.


In jedem Fall musst Du das Center öfnen. Die Gummis müssen in jedem Fall getauscht werden. Dazu kontrollieren, ob sich das drehbare Teil innen (Spider) nicht schon in die Deckel des Centers eingearbeitet haben. Dann leider auch diesen tauschen.

Hast Du eigentlich keine Unterlagen wie Werkstatthandbuch oder Teileliste :?: :shock:

Die 20 Rollen hinter dem Kupplungskorb sind in der Regel unproblematisch.

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 14:00
von bc-senki
Hallo Martin !

habe sowohl Rep.Anleitung und Teileliste - in diesem Fall bin ich daraus aber nicht schlau geworden.

Bin mir nicht sicher ob wir vom selben sprechen. Ich habe, so wie in der Anleitung beschrieben, mittels Kupplungsabzieher den Korb inkl. Nabe und Center abgezogen.

Wie bekomme ich nun die Nabe und das Center vom Korb gelöst ? Ohne Gewalt konnte ich da nix ausrichten - und vor Gewaltanwendung frag ich lieber.

Und gibts einen Trick um die 3 Schlitzschrauben in der äußeren Platte des Centers zum Aufgehen zu überreden :?:

Grüsse Johannes

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 16:42
von Jürgen Hackbarth
tag johannes,
also wenn du die kupplung abgezogen hast, dann müssten dir doch der flansch mit dem keil, die 20 rollen und der ring entgegen kommen. und da ja alle kupplungsscheiben `raus sind hast du doch somit auch das center in der hand!? (mir geht`s jedenfalls immer so) die schlitzschrauben würde ich mit dem schlagschraubenzieher und passendem bit `rausholen und ganz weit weg werfen. es hat 1969 auch schon inbus gegeben! auch mit senkkopf!
kleine idee aus eigener erfahrung: wenn du die ruckdämpfer (gummis) in der spinne tauscht, wundere dich bitte nicht wenn die neuen nicht die genaue form der alten haben. nachdem du sie mit spüli oder siliconspray `reingefriemelt hast, bringt das moped sie schon in form. und falls du probleme beim einlegen der 20 rollen hast, "klebe" sie einfach mit fett fest.

viel glück! jürgen

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 16:57
von bc-senki
hallo,

tja das dachte ich auch - war schon darauf gefasst die 20 Rollen einsammeln zu müssen. Stattdessen hatte ich dann den Korb + Center + Flansch als "kompakte Einheit" in der Hand. Der Keil ist auf der Welle verblieben. :roll:
Naja möglicherweise brauchts doch etwas Gewalt .........

Danke für den Tip mit den Imbusschrauben !!
LG Johannes

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 17:00
von Volker Koch
Also ... jetz´ will ich´s mal probieren ... Du hast also mit ´nem amtlichen Kupplungsabzieher die gesamte Kupplung abgenommen, right? Ok, dann nimmste jetz´´ne Nuß, die genauso groß ist, wie die Innenverzahnung vom Kern und ´n Gummihammer, dann legste das Ganze so auf irgendeine Unterlage, dass der Center/Kern freiliegt, während sich der Korb abstützt und die Rollen, die Dir dann gleich raus- und durch die Gegend kullern, dabei nich all zu weit kommen(Lappen im Karton oder so). Jetz´setzte die Nuß auf der Innenverzahnung so an, dass sie nichts zerstören kann, wenn Du jetz´mit dem Gummihammer voll Schmackes auf die Nuß trümmerst und haust ihr richtig eins auf die Mütze. Wenn Du jetz´alles richtig gemacht hast, dann fällt Dir als Erstes voll beschleunigt der Kern aus dem ganzen Kram, unmittelbar gefolgt von den zwanzig Rollen die als Nächstes mit Volldampf von Dir weg wollen. Wenn Du die Burschen alle wieder gefunden hast, dann schnappste Dir ´n Schraubstock oder ´ne Schraubzwinge und befestigst den clutch - center mit dem Ruckdämpfergeraffel so unwiderruflich, dass das Teil nicht wieder weg kann, dann schnappste Dir ´n Schlagschrauber, tüdelst da ´n Einsatz rein, der möglichst exakt in die Schlitze von den Senkkopfschrauben paßt und nimmst Dir wieder den ollen Gummihammer zur Hand, um dann im Lösemodus dem Schlagschrauber zur Abwechslung ordentlich einen zu verpassen. Du kannst natürlich auch ´n Holzhammer oder sowas nehmen, bloß ´n Stahlteil ist in jedem fall tabu, damit zerprügelste bloß alles ... ganz schlecht!!! Naja ... jedenfalls haste dann den ganzen Kram auseinander und tauschst nach Kontrolle aller relevanten Bauteile die Ruckdämpfergummis aus, um das Ganze dann mit hochfester Schraubensicherung, dem Gummihammer und dem Schragschrauber wieder zusammen zu schwarten. Wenn die Deckplatten eingelaufen sind und Du nichts anderes hast, dann kannste die Dinger natürlich auch erst nochmal mit Schleifpapier auf ´ner Glasscheibe nach glätten/-schleifen, solange die Absätze noch nicht so schlimm sind, dass der Außenring schon verkantet, also vorher erst alles `trocken´ zusammenstecken und checken. Was die `Einschläge´ in Korb und clutch-center anlangt muss ich Martin beipflichten, obwohl es sich in der Praxis oft zeigt, dass Kupplungen mit leicht eingeschlagenen Nuten immernoch länger funktionieren, als vermeindlich neue Pattern-Teile, aus denen nach wenigen Kilometern der Lageraußenring im Kupplungskorb rausfällt. Zum wieder Zusammenbauen bietet es sich an, die Rollen mit Fett auf der Anlaufscheibe(Kupferseite beachten!) `fest zu kleben´, das geht recht gut, anderenfalls entwickelt sich das Ganze schnell zu ´ner mega-Yoga-Übung...
Viel Glück,
Volker

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 17:19
von bc-senki
Ha - danke Volker :tach: !!

war ich also zu vorsichtig :oops:

Schönen Abend wünsche ich noch !!

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 19:42
von Martin
bc-senki hat geschrieben:Hallo Martin !

habe sowohl Rep.Anleitung und Teileliste - in diesem Fall bin ich daraus aber nicht schlau geworden.

Bin mir nicht sicher ob wir vom selben sprechen. Ich habe, so wie in der Anleitung beschrieben, mittels Kupplungsabzieher den Korb inkl. Nabe und Center abgezogen.

Wie bekomme ich nun die Nabe und das Center vom Korb gelöst ? Ohne Gewalt konnte ich da nix ausrichten - und vor Gewaltanwendung frag ich lieber.

Und gibts einen Trick um die 3 Schlitzschrauben in der äußeren Platte des Centers zum Aufgehen zu überreden :?:

Grüsse Johannes
Dann hast Du wohl die Haynes resp. Bucheli Rep Anlaitung und nicht die originale vom Werk? Die solltest Du nehmen, nichts anderes.

Also eigentlich ist es genau so, wie Du es gemacht hast, richtig. Die Kupplung kann man/soll man mit dem Abzieher komplett ausbauen. Dann ist es auf der Werkbank wunderbar zu zerlegen.

Die Kupplungsnabe ist - wenn man so will - der Innenring des Rollenlagers (Kupplungsnabe - 20 lose Rollen - Kupplungskorb). Auf ihr läuft der Kupplungskorb, wenn die Kupplung getrennt ist.

Jedenfalls sollte es nicht notwendig sein, den Center wie beim Brachial-Schlosser Volker gehört rauszu PRÜGELN, es sollte auch reichen, ein Stück Holz zu nehmen und die Nabe langsam sachte rauszu TREIBEN.
Ich habe auch schon Center gehabt, die man einfach mit Handkraft abziehen konnte. Probleme hatte ich eher, den Center wieder auf zu schieben. Da habe ich dann gemerkt, wie sehr die einzelnen Nuten Verzahnung sich "aneinander gewöhnen" :wink:

Der Zusammenbau ist mit von Fett gehaltenen Rollen ein Kinderspiel.

Auch mit den Senkkopfschrauben hatte ich - bis auf eine - noch nie Probleme. Ich nehme gute Schraubendreher mit durchgehendem Metallschaft (Holzgriff) und gebe vor dem ersten Löseversuch einen scharfen Schlag in den Schlitz.
Übrigens hab ich die Erfahrung gemacht, dass der kleine Hammer weniger Effekt, aber mehr Schaden produziert. :roll:

Serh widerspenstig war mal eine Kupplungsnabe, die sich partout weigerte. Ich musste am Ede einen Klauenabzieher nehmen und die Flamme bemühen.

Was auch noch wichtig ist: Gummis sind billig und sollten immer neu gegeben werden. Das Öl lässt sie zerbröseln.
Wenn aber die ganze Kupplung fertig ist, also Korb, Center, Beläge, dann lohnt es sich zu überlegen für etwas mehr finanziellen Aufwand eine neue verbesserte Kupplung zu beziehen. Es gibt da schon was besseres als das von Volker beschriebene Taiwan Zeug.
Von hier an ist der Weg zu einem Belt auch nicht weit.

Beste Grüße, Martin

Verfasst: Montag 9. Juni 2008, 20:27
von Wuselwahnwitz
Hi Senki!
Alle beschriebenen "Abzieheinrichtungen" funktionieren leidlich gut, ist auch soweit von allen Beteiligten gut beschrieben worden..

Gut so Jungens.......(das war'n Lob....obwohl....ääh: doch!)

Und da hat der Senk 'ne T120, und ich brauch die Maße der Schwinge (ein Thema VORHER !!!)und keiner hilft...ach die Welt ist ja so schlecht geworden...

Wäre es euer Gnädigstkeit vielleicht möglich ein paar Maße abzunehmen, da das Moped eh grad steht????
Ich mein: auch wenn es 0:1 ausgegangen ist?? War ja nich' meine Schuld

Gruß und schüss
The W.