alleswirdgut hat geschrieben:Hallo Leute,
auf Umwegen (siehe auch mein Beitrag N15/G15 im Norton - Forum) ist mein Interesse an einer G12CS geweckt worden.
Auf meine Frage, ob das "Projekt" Matching Numbers habe, sagte der Verkäufer mir, daß es bei AJS/Matchless - zumindest zu dieser Zeit - keine Matching Numbers gegeben habe. Die Echtheit der "CS" könne er jedoch durch ein vom englischen Matchless Club ausgestelltes Zertifikat belegen.
Wie sieht`s grundsätzlich mit der Ersatz/Verschleißteilsituation bei den 650gern aus?? Da ich mich bisher (Norton/Triumph) noch nicht auf das Matchless-Terrain begeben habe und mich gerade erst etwas mit der neuen Materie beschäftige, wäre ich vor dem Sprung ins kalte Wasser für Eure Hilfe und/oder ein paar Tips dankbar!
Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet und hoffentlich bald richtigen Frühling

Hallo alleswirdgut,
vom Grundsatz her schon mal die richtige Richtung, sich für einen AMC-Twin zu interessieren.
Zu Historie, Matching numbers etc. haben die Vorredner bereits die wesentlichen Hinweise gegeben. Ein Zertifikat vom englischen Club ist fast schon die halbe Miete, der Dating Service leistet stets gute und vor allem akkurate Unterstützung. Wer ein AMC-Motorrad sein eigen nennt: Mitgliedschaft beim AJS & Matchless Owners Club (
www.jampot.com ) ist Pflicht!
Was die Technik und die Teileversorgung angeht: Besondere Probleme kennen die AMC-Produkte im Vergleich zu anderen Brit-Twins eigentlich nicht; auch wenn dem Alleinstellungsmerkmal "Drittes/Mittleres Kurbelwellenlager" gerne mal zerstörerische Tendenzen nachgesagt werden. Die Motoren haben vielleicht nicht ganz so viel Puls wie eine T 120 oder eine A 65, aber für zügiges Touren ist die Leistung allemal ausreichend. Vorzuziehen ist immer ein Modell mit Alu-Kettenkasten und AMC-Getriebe, aber da bist du mit Baujahr 59 sowieso auf der sicheren Seite.
Versorgungsengpässe gibt es - erwartungsgemäß - bei der "tinware" (also Blech: Tanks, Schutzbleche, Batteriekästen, Öltanks, Seitendeckel usw.), so was liegt halt nirgends mehr in irgendwelchen Händlerregalen. Da ist dann entweder Aufarbeiten des Vorhandenen angesagt oder die Suche nach guten - und dann auch teuren - Gebrauchtteilen. Teilemärkte, Clubs und verschiedene Händler - und natürlich "die Bucht" - geben hier aber letztlich doch eine ganze Menge her. Und letztlich gehen Blechteile ja eigentlich nur durch Unfälle oder jahrzehntelange Vernachlässigung unter offenem Himmel unrettbar verloren.
Mechanikteile gibt es faktisch alle, entweder gebraucht oder neu. Gute Kontakte zu Clubkameraden & Markenkollegen sind Gold wert, und gute Teilelager bevorraten - neben dem Club - insb. einige Händler in Holland und England. Genannt seien hier insb. AMC Classic Spares (Familie Surbey, GB) und Johan Geertshuis (The Matchless-Shop, NL). In Deutschland halten Hebsch Schüßeler, Herbert Gubba/GLM und Southern Division zumindest punktuell die ET-Versorgung aufrecht. Und auch insofern gilt: eBay ist ein unerschöpflicher Quell interessanter Angebote.
Der Club verlangt hier insofern noch einmal besonderer Erwähnung, als der clubeigene Ersatzteilhandel fast optimal ist und man durch Zahlung von 5 GBP (zusätzlich zum jährlichen Clubbeitrag) 10 % Rabatt auf alle Teilekäufe erhält.
Also: wenn Dich ein nettes Bike anlacht und keine ganz elementaren Bedenken gegen den Erwerb sprechen, kannst Du unbesorgt zuschlagen. Rat & Tat erhältst Du übrigens im Ernstfall auch über
www.jampot-germany.de, gerade auch im Vorfeld einer "Neu"erwerbung.
Viel Glück & viel Spaß, Jan