Ach, herrlich, wie hier die Welten wieder aufeinanderprallen!
Wohl dem, bei dem Benz und Beemer einträchtig neben-... äh, unter- und übereinander in der Werkstatt stehen.
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Die ewigen Glaubenskriege à la W124 vs. E34 kann man sich doch eigentlich schenken, oder? Die haben alle ihre Vorzüge und Nachteile, wobei zumeist die Vorzüge überwiegen. Den direkten Vergleich hatte ich 2010 - da überschritt mein 525i die 300.000 km (oder waren es 350.000?), und ich dachte, es sei allmählich mal an der Zeit, für Ersatz zu sorgen. Da kam mir ein 300SE 5-Gang-Schalter (W126) gerade recht, der über die Bucht in Wiesbaden verkauft wurde. Ich erhielt den Zuschlag für 3.300,- €...
Der 180PS-Zweiventiler war ein angenehmer Motor, die 250.000 km auf der Uhr hatten dem Auto kaum geschadet, und mit 500 oder 700,- € Investition in ein paar kleinere Durchrostungen und Lackmängel war die Karosserie wieder picobello.
Aber das Getriebe war viel zu lang übersetzt, der Fünfte war als Overdrive eher kontraproduktiv und trieb den Verbrauch eher nach oben, als dass er ihn gesenkt hätte, weil man an jeder zweiten längeren Autobahnsteigung zurückschalten musste. Das Zünglein an der Waage war dann die Anhängerkupplung am BMW, die ich beim Daimler erst noch hätte nachrüsten müssen. So ist "Willi" geblieben, und der Daimler ist nach 10 glücklichen Monaten und 10.000 km in (noch) bessere Hände gekommen. (Dem guten Mann fehlte in seiner W126-Sammlung, ca. ein Dutzend, noch ein Exemplar in Schwarz 040.) Der Verkauf erbrachte fast 5.000,- €...
Nun kümmere ich mich also langfristig um den W114, während mir im Alltag die beiden E34 treue Dienste leisten. Und ich ertappe mich bei jedem - JEDEM! - W124, wie ich ihm hinterherschaue und dabei denke "Was wäre, wenn... ?"
Einem Frankfurter Kumpel haben sie übrigens unlängst seinen 300E geklaut, laut Polizei der 25. W124, der in Frankfurt weggekommen ist. Seither sind noch drei weitere dazugekommen, die Frankfurter Kripo hat eine SoKo W124 eingerichtet.
Wenn wir gerade beim Thema sind: "Willi" hat jetzt die 400.000 überschritten (erster Motor, erste Kupplung, erstes Getriebe... ), das Einzige, was am M50-Vierventiler wirklich heikel ist, ist der thermische Haushalt. Jetzt habe ich ihm am vergangenen Wochenende den Kopf runtergebaut, um mir mal die Kühlwasserkanäle anzuschauen, außerdem benötigt er (mindestens) zwei neue Kerzengewinde.
In diesem Zusammenhang folgende Fragen an die Fachleute:
- Welche Gewindeeinsätze empfehlt Ihr für die Zündkerzen? Es ist leider wenig Platz zwischen den Ventilsitzen, kriegt man dort Stahlbuchsen o.ä. rein, oder muss man es bei den dünnen Drahtlösungen à la HeliCoil bewenden lassen?
- Gibt es eine empfehlenswerte Methode, die Wasserkanäle zu entkalken bzw. den Schmodder der Jahrzehnte da rauszuwaschen? Ich habe mir überlegt, den Kopf in eine große Plastik- oder Zinkwanne zu legen und das Ganze dann mit verdünnter Zitronensäure zu fluten (so, wie man auch die Kaffeemaschine entkalkt). Oder greife ich damit das Material des Kopfs, der Ventile, der Stehbolzen etc. zu stark an?
Anbei ein paar Fotos:
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Danke für Eure Tipps, und: Ich liebe (fast) alle Autos. Auch ein Dacia hat was...
Cheers, Jan
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