Hallo,
irgend Jemend hat mich da direkt angesprochen. Ja, ich habe meine 13mm Bremspumpe fertig. Nicht nur die, sondern endlich zum Jahresende auch das ganze Motorrad.
Ich habe mir den Umbau- Satz bei RGM gekauft, konnte aber mit der Bronzebuchse nicht so recht was anfangen.Schneiden vom Gewinde wäre nicht das Thema gewesen. Nur war die Buchse sowohl oben wie auch unten zu kurz. Unten hätte man laut RGM einen Gumi- Ring einsetzen sollen. Oben fehlten ca. 3mm. Wenn Du da Pech hast, ist der O-Ring am Kolben ruckzuck draußen und die Bremsflüssigkeit mitsamt Bremsdruck weg. Ich denke Roger Myers macht das bestimmt ganz gut. Ich habe jedenfalls nur Gutes gehört. Ich meinte es aber besser zu machen.
1.) Bronzebuchse nach vorher erstellter Zeichnung gedreht. War garnicht so einfach. ich wollte eine Buchse mit Sackloch machen, die genau die richtige Länge für den original Bremszylinder hatte und für den RGM- Kolben auch. RGM's Kolben ist komischerweise viel einfacher als bei Lockheed (Norton) und funktionieren auch. Bei meiner eigenen Buchse hatte ich nur Probleme die 13H7 Bohrung genau parallel zu bekommen. Reibahle funktioniert nicht. Die haben einen Anschnitt, der immer am Anfang einige zehntel kleiner ist als das Nennmaß. Na ja, ich hab's dann nach dem Einbau noch einmal ausgespindelt und ausgehont. Dann war's halbwegs brauchbar.
2.) Ich fragte Tim ob das mit dem LOCTITE ratsam ist. Er sah keine Probleme. Da ich nicht einmal mir selbst traue, sah ich noch einmal auf der LOCTITE Webseite nach und fand bestätigt was Tim vorher gesagt hatte. Also Buchse mit Loctite eingesetzt.
3.) Nachdem alles schön saß gings ans Bohren der beiden Bohrungen. Hier sah ich eigentlich den Haupt- Knackpunkt von der RGM- Buchse. Der hat die Buchsen mit 2 Rundnuten (außen herum um den Außendurchmesser) ausgerüstet, in denen dann die beiden Bohrungen irgendwo sitzen. Dann ist die Winkelposition der Buchse zu den Bohrungen im Bremszylinder egal. Allerdings habe ich Angst, ich würde die Luftblasen nicht wegbekommen, die sich wenn die Winkelposition ungünstig ist, sicherlich bilden würden.
Nun ja die Buchse saß bei mir drinnen und ich musste Die Entlastungsbohrung von 0,5mm Durchm. bohren. Die Zulaufbohrung bohrte ich 1,5 oder 2mm glaube ich, das war problemlos.
Bei den dünnen Bohrungen gab's dann aber welche. Einen solch dünnen Bohrer bekommst du ja nirgenswo gespannt. Also ich zurück auf die Baumarktmaschine ein 3mm Messingrundmaterial genommen und die 0,5mm Bohrung reingebohrt. Dann den Bohrer weich reingelötet. Bestens, der Bohrer saß. Dann, natürlich brach ich den Bohrer 2 x ab. Ein Stückchen blieb stecken. Also, die angefangene Bohrung mit einem Kleber zugeklebt und genau daneben noch eine Bohrung gesetzt. Jetzt passt alles. Und die Bremse bremst mit einem knallharten Druckpunkt sehr gut. Mehr möchte ich den beiden Standröhrchen nicht antun. Übrigens, krumm- bremsen werdet ihr sie sicherlich nicht. Nur wird das ganze ziemlich ins flattern geraten wegen des zu geringen Widerstandsmomentes. Ich werd' mir bei der nächsten Gabel (die kommt bestimmt) eine vernünftige Versteifung einfallen lassen.
4.) Noch was zum Bremsscheiben schleifen:
Zufällig bin ich Planschleif- Branche beschäftigt. Schaut 'mal "
www.diskus-werke.de". Ich kaufte mir eine Bremsscheibe bei EBAY. Die sah schon auf den im Netz vorhanden Photos recht komisch aus. Der Traganteil der Scheibe sah auf den Bremsflächen ganz verschieden breit aus, was mich vermuten ließ, dass die verhältnismäßig neue Scheibe schlicht einen zu großen Seitenschlag hatte. Richtig, wir spannten die Scheibe zunächst mit der Anschraubfläche auf die angetriebene Magnetplatte. Sie hatte mindstens 0,6mm Seitenschlag. Also haben wir hundertstel- weise erst diese Fläche genau parallel zu der Anschraubfläche geschliffen. Wir haben ganz schön geschwitzt. Es ist nämlich nicht angenehm wenn dann die Bremsscheibe plötzlich wegfliegt. Also grundsätzlich immer zuerst diese Fläche parallel zur Anschraubfläche schleifen und danach kann man ja die soeben geschliffene Fläche auf den Magnet spannen um die, dem Rad zugewandte Seite zu schleifen.
5) Was kann ich also als Selbstkritik hier noch loswerden: Beim nächsten Umbau werde ich sicherlich die Kolben - Bohrung nicht als Sackloch vorsehen, dann wird sie auch schön parallel. Dafür werde ich unten eine entsprechende Scheibe einfügen um die Länge der Buchse mit der vorhandenen Bohrung genau abzustimmen. Dann kann man die Bohrung sehr schön parallel ausbohren und danach honen.
Habt Ihr Fragen?
Na schön dann fragt. Ich hab' beruflich nur im Moment ganz schön Stress. Na ja, in 3,5 Jahren ist das vorbei. Ich werde dann Rentner.
Noch etwas zu der Bremse an sich.
1.) Ganz klar, eine Chromschicht hat auf einer Bremsfläche nichts verloren.
2.) Der Bremskolben ist ganz sicher zu groß. der Passt sogar für eine Doppelscheibenbremse. Norman White bietet sowas an. Das passt auch gut zu der Gabel, wenn Ihr nicht gleich NORVIL Tauchrohre verwenden wollt.
3.) Ich glaube die meißten Bremsscheiben sind nicht parallel.
4.) Ansonsten finde ich das Grundkonzept hervorragend. Wir haben es hier nämlich mit eine Bremszange aus einem Stück zu tun. Das ist normaler- weise am steifsten.
Gute Nacht.