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Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 14:30
von Phil
Was heisst
WW1/4 = BSF 5/16" = 13,33mm?
Eine 5/16" Schraube (NOS) hat von 13,16 bis 13,30 mm, je nachdem, wie viele Schrauben man misst.
1/4" WW Schrauben (NOS) haben bei mir 10,87 bis 11,01 mm Kopf,
1/4" BSF/BSC (NOS) hat 11,14 bis 11,26 mm Kopf.
Ales aus meiner Neuschraubenlade!
Also Wilhelm.....

Ich hatte in einem anderen Thread schonmal versucht, es zu erklären....
Es ist eigentlich ganz einfach.... Als good old Joseph Whitworth die Norm entwickelt hatte, hat er jedem Gewindedurchmesser einen definierten Sechskant als Schraubenkopf zugeordnet. Zum Beispiel bei einer 1/4"-WW-Schraube eben die genannten 13,33 mm. Das sind aber vergleichsweise große Schraubenköpfe. die entsprechend viel Platz brauchen. Im Maschinenbau ist das nicht so prall. Also wurden irgendwann (ob zeitgleich oder nicht) die feinen Gewinde BSF eingeführt. Um nicht wieder neue Schlüssel einzuführen, wurden diese BSF-Sechskante eben eine Größe nach unten gestuft. Das heißt, dass z.B. der Sechskant einer 1/4"-WW Schraube die gleiche Sechskant-Größe wie eine 5/16"-BSF-Schraube hat. Und die BS Cycle- haben die gleichen Größen wie die BSF-Schrauben. Deshalb passt der 5/16"WW-Schlüssel eben auch auf eine 3/8"-BSF Schraube.
Die Tabelle auf der Landrover-Seite ist IMHO korrekt, die Sechskante von WW und BSF sind nur um eine Gewindegröße verschoben, und genau das stellt die Tabelle dar.
Sicherlich haben sich auch Sondermuttern eingebürgert, die grobes Gewinde mit "feinen" Sechskanten kombinieren, aber das lassen wir mal außen vor, oder? :)
Ich haoffe, geholfen und haben... :D

Soweit die Theorie.

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 19:24
von Martin
Phil hat geschrieben:
Was heisst
WW1/4 = BSF 5/16" = 13,33mm?
Eine 5/16" Schraube (NOS) hat von 13,16 bis 13,30 mm, je nachdem, wie viele Schrauben man misst.
1/4" WW Schrauben (NOS) haben bei mir 10,87 bis 11,01 mm Kopf,
1/4" BSF/BSC (NOS) hat 11,14 bis 11,26 mm Kopf.
Ales aus meiner Neuschraubenlade!
Also Wilhelm.....
.
:mrgreen:
ENDLICH ist hier mal einer, der dem Wilhelm was erklärt :respekt:

Sonst ist es ja eher anders herum :yau: :blume: :wink:

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 19:55
von Wiener Wilhelm
Wieso glaubt da jemand, ich wüsste alles? :D
Ich schraub nur schon um x Jahre länger als viele hier, was ja nicht mein Verdienst ist. Und intensiver.

Nur, um nochmal zu fragen, vielleicht weiss man das auch (weil die Liste findet man ja, seit es Google gibt) wann hat man denn ca!!!! die Umstellung auf kleine Köpfe der WW gemacht?
Weil ich hab wissentlich noch keine so grossen Köpfe auf 1/4" WW gesehen. (Was ja nichts sagt, aber einige alte hab ich auch rumstehen).

Aber man kann sich ja auch irren.
Obwohl ich schon seit bald 50 Jahren Engländer schraube, arbeite ich immer noch nach der alten Methode: Auf der Hebebühne alle zölligen Schlüssel (Ww) ausschütten und dann garantiert den falschen zu erwischen.

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 20:21
von bosn
fehlt nur noch Lord Nuffield :wink:
ähm der Kollege schreibt ja auch was von verschiedenem Flankenabstand....

:oops:

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 22:17
von Phil
So... Ich habe jetzt nochmal ein wenig gegoogelt.
Ich kann Dir, lieber Wilhelm, jetzt sagen, dass Joseph Whitworth seine Gewindetabelle im Jahre des Herrn 1841 vorgestellt hat, aber wann die BSF-Schrauben mit den kleineren Schraubenköpfen kamen, wissen die Götter...

Das brätische Wiki ist noch am ergiebigsten zu dem Thema...

http://en.wikipedia.org/wiki/British_Standard_Whitworth

Ansonsten kreucht hier ja vielleicht ein Maschinenbauer mit historischen Neigungen herum, der könnte das evtl. genauer sagen...
Ich belass es jetzt dabei... :D

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 07:55
von Martin
Wiener Wilhelm hat geschrieben:Wieso glaubt da jemand, ich wüsste alles? :D
Ich schraub nur schon um x Jahre länger als viele hier, was ja nicht mein Verdienst ist. Und intensiver.
.
Unverschämt.. Jetzt gibst du schon wieder der armen englischen Motorradindustrie die Schuld :badgrin:

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 08:53
von Psycho-Ed
...und der Eddie in seiner typisch missverstehenden, dämlichen Art dachte es ging hier "früher mal" um die Grösse einer Rocker-adjuster-Kontermutter.......und nicht um Gewinde....Steigungen...Bolzendurchmesser.....naja....grumpf..grumpf

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 09:17
von hasard
Ja ja so kanns gehen.
Kann ich sowieso nicht nachvollziehen das ihr eure Schruabenköppe nachmessen tut. :wink:

Mir als Ingenieur sträuben sich bei diesen ganzen verschiedenen Schrauben Sytemen die Haare, ist mir völlig unverständlich.....
Und die englische Motroradindustrie ist nur insoweit Schuld das sie sträflicherweise die für sie "genormten" Schrauben, nämlich BSC(Britisch standard cycle) nicht verwendet... Frechheit.

Zur Einführung von BSF ist mir bekannt das dies 1908 erfolgt ist( Könnt mich jetzt Gott nennen :wink: ).
Interessant ist auch das die Systematik bei den Angloamerikanischen Schrauben auf das Gewinde, speziell auf den Gewindewinkel bezieht.
sicherlich sind die Köpfe auch irgendwie einheitlich(hahaha..) aber die Systematik unterscheidet eben die thread angle.

UNC ist 1918 Standarisiert worden.
Es gibt noch BSC, BA und BSP.... so ein Schwachsinn.

Und wie ich schon Schrob immer dieses rRumgerechne bei der Verwendung von Zölligen Schlüsseln, grrrrrrr :x


Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels, die Metrischen Schrauben setzen sich tatsächlich langsam durch....

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 10:26
von Martin
Hammer, Schweißgerät, Zange....
Schraubenköpfe?

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 10:30
von Psycho-Ed
:freak: :freak: :freak:

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 17:54
von Wiener Wilhelm
Die zölligen Schrauben, die es jetzt noch gibt, werden nie - nie - nie - nimmer verschwinden, weil jetzt nix mehr weggeworfen wird, - weils was wert ist-- glauben die Ahnungslosen.
Die wissen ja nicht, daß wir Pfleger der unlogischen Schraubverbindungen narzissische Selbstbeschädiger sind.
Nur Selbstmord ist noch endgültiger, aber lange nicht so dauerleidend.

Und die paar Leute, die alle Schrauben einer BSA Superrocket auf metrisch umgebaut haben, werden auch noch aussterben, gell Peter?????

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 17:55
von Wiener Wilhelm
Wiener Wilhelm hat geschrieben:Die zölligen Schrauben, die es jetzt noch gibt, werden nie - nie - nie - nimmer verschwinden, weil jetzt nix mehr weggeworfen wird, - weils was wert ist-- glauben die Ahnungslosen.
Die wissen ja nicht, daß wir Pfleger der unlogischen Schraubverbindungen narzissische Selbstbeschädiger sind.
Nur Selbstmord ist noch endgültiger, aber lange nicht so dauerleidend.

Und die paar Leute, die alle Schrauben einer BSA Superrocket auf metrisch umgebaut haben, werden auch noch aussterben, gell Peter????? (Dies ist ein Clubscherz unter Dauerfreunden)

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2009, 22:55
von Volker Koch
So´ne Kaputten gibt´s zu Hauf ...

Schlüsselweite/Zollschrauben

Verfasst: Samstag 14. Februar 2009, 06:47
von Klaus Thoms
Also , ich glaube das die amerikanischen Zollgewinde UNC + UNF
weltweit sogar weiter verbreitet sind als metrisches Gewinde , ich danke da an Luftfahrt/Raumfahrt/Autoindustrie/Maschinenbau und alles was sonst aus den USA kommt , unterschätzt das mal nicht. :shock:
Die engl. Motorrad Industrie hat doch auch in Ihren letzten Zügen mit der Umstellung von den "sch....." engl Normenchaos auf UNC +UNF gestartet oder ?
Jedenfalls war an meiner BSA Bj. 68 oooginaaal alles denkbare verschraubt , das war zum :aerger: .
(Im Motor nebenbei metrische Kugellager neben zölligen etc.)
Welche Norm verwendet heute eigentlich Triumph (Hinkley) ?
Metrisch oder Amerikanische Gewinde ?
Tschau
Klaus

Verfasst: Samstag 14. Februar 2009, 09:18
von Martin
Hallo Klaus!

Hinckley nimmt metrische.
Die Engländer selber sind auch mittlerweile den metrischen Schrauben näher als den zölligen.
Ich bin mal einen Tag im Urlaub in England in einem "Hardware-shop" gewesen und habe selbstsicher wie ich war eine Auswahl Zollschrauben geordert.. Tja.... Hab dann seine Restbestände billich mitgenommen :shock:

In den USA ist das anders.
Als ich aus der Lehre kam bestellte meine Firma eine Strangpresse für Aluminiumprofile in den USA (Total bekloppte Geschichte, die Firma Sutton gehörte zur deutschen SMS Gruppe und die Technik der Sutton war in etwa sow ie die Vorjahrestechnik von Schloemann, musste aber unbedingt was exotisches amerikanisches sein)

Die Maschine kostete mehrere Millionen und die US Boys waren weder bereit metrische Lager oder Bolzen, noch eine ordentliche Bemaßung vorzunehmen.

Das war super, ein ca 50 Meter langer Bereich für das Fundament (Presse und Auslaufsystem) musste mittels Kettenmaße und dazu in Zollangaben exakt bearbeitet werden.
Das war ein Spaß. Der verantwortliche Ingenieur musste dann die in Brüchen angegebenen Maße auf drei Stellen hinter dem Komma ausrechnen und zusammenzählen.

Sag mal einem Betonbauer etwas von 1000stel mm, der hält Dich für bekloppt :lol:

Zumindest hatten wir fortan auch AF Werkzeug im magazin. Die WW/BS Schlüssel liefen Dir ja immer wieder mal über den Weg.
Wir hatten zwei kleinere Strangpressen der Firma Loewy, Baujahr Ende 40er Anfang 50er in England. Da weißt Du was die Uhr geschlagen hat :shock: Mal eben eine Hydraulikleitung flicken war nur mit etwas Improvisation möglich und davon wurde reichhaltig Gebrauch gemacht.

(Die Geschichte, wie die Chinesen 1989 in die Halle kamen und beide gleichzeitig abbauten und mitsamt kompletten Kabeln und Rohren und allen Bolzen mitgenommen haben ist ein Lagerfeuer wert. Ich vermute, dass das chinesische Wirtschaftswachstum nicht zuletzt auf den alten Pressen der Firma Hueck aus Lüdenscheid basiert. (Zumindest der bekannte chinesische Qualitätsstandard :wink: ))