Ein herzliches Hallo in die Runde,
mit großer Verspätung möchte ich die Fotos von der Commando nachreichen. Ein Kumpel (Harald Keller), eigentlich Dokumentarfotograf, schlug vor dass wir vielleicht doch was anderes versuchen sollten, als die gewöhnlichen Aufnahmen von Motorrädern.
Ich war sehr neugierig seine Sicht auf Motorräder, die nicht unbedingt in seinem Focus liegen, zu sehen. Wir trafen uns vor der Max-Schmeling-Halle und zwei Wochen später in einem ehemaligen Rundlokschuppen in Pankow/Berlin.
Vielleicht vorher ein Paar Worte zu diesem Motorrad. Irgendwann im Jahre 2009 fiel der Entschluß, mir endlich ein Motorrad zu kaufen, auch wenn ich bis dahin immer dachte, dass ich mit meinen 1.66m ziemlich ungeeignet bin für so ein großes Gefährt. Ich hatte nicht die geringste Ahnung was sich alles auf dem Markt tummelt. Während Studienzeiten schwärmte ein sehr guter Freund von Triumph, wenn auch selbst gar kein Zweirad besaß. Japanische Marken blieben außen vor. So fand ich nach sehr kurzer Zeit ein absolut schönes Foto einer Retro Triumph Scrambler. Gepaart mit einer modernen Technik schien mir die Scrambler als das ideale Motorrad, weil ich technisch null Ahung hatte von Motorrädern.
Bald schon nach dem Kauf stellte sich heraus, dass doch sehr vieles schwergewichtig blieb, wuchtig, irgendwie überhaupt nicht:
reduced to the max.
Ich hatte viel Spass mit ihr, musste aber eingestehen, dass die Leichtigkeit die mir an den Scramblern der 70er sehr gefiel mit legalen Mitteln nicht zu erreichen war.
So war der Weg bis zu dieser Commando eigentlich nur eine Entwicklung meiner Werkzeugkiste.
Die Commando ist relativ leicht und schlank und daher wie für mich gemacht- oder genauer gesagt, ich habe sie so umgebaut, dass ich mich auf ihr wohl fühle.
Aaaaber sie hatte es mir zu Beginn nicht leicht gemacht- ganz im Gegenteil: innerhalb von nur zwei Wochen bekam ich einen Kapselriss, der zusätzlich zwei weitere Male verschlimmert wurde. Das alles verursacht von dem zurückschlagenden Kickstarthebel.
Meine Herren, ich kann wenn auch nur 62kg leicht, ziemlich gut Motorräder ankicken; selbst alte Ironheads mit 1000ccm Motor wenn richtig eingestellt spätestens auf den zweiten Kick.
Die alte Binsenweisheit: mit Schmackes, voll durchtreten etc. funktionierte hier nicht, au contraire, die Gefahr einer größeren Verletzung stieg proportional zu eingesetzter Kraft beim Antreten.
Zündzeitpunkt war richtig eingestellt. Ich mache es kurz, der Übeltäter war eine defekte Boyer Bransden. Irgendwo war irgendwas nicht in Ordnung. Zu diesem Thema gibt es hier im Forum ein paar Berichte. Ich dachte erstmal an einen Wackelkontakt in der Verkabelung der Zündung, aber das war es nicht. Letzten Endes half es, die betagte Zündbox gegen eine andere auszutauschen. Ich entschied mich für eine Pazon Zündanlage.
Mit der Pazon Sure-Fire bin ich sehr zufrieden. Allerdings meine ich, dass im Leerlauf die Boyer stabiler lief- Vergaser sind neu.
Die Commando wird von mir bei Wind und Wetter bewegt. Ich benutze sie auch für Kurzstrecken. Die meisten Arbeiten am Motor kann ich mitlerweile selber reparieren und es macht einfach zuviel Spass als dass ich nicht damit fahren sollte nur um sie zu schonen. Ist sehr beruhigend zu wissen, dass Joe fast alles an Ersatzteilen liefern kann.
Zusammen haben wir bisher um die 3000km zurückgelegt. Ein Halteblech vom Luftfilter war gerissen, aber die von mir hergestellten Teile halten nach wie vor.
Es gibt verständlicherweise viel Widerstand zu dieser Lösung gegen Wetsumping. Die Idee, einen Kugelhahn mit einem Schalter zu kombinieren, der die Zündung erst frei gibt wenn der Absperrhahn geöffnet wird, ist meiner Ansicht nach die wirksamste Methode. Sie hat sich bisher bestens bewährt.
Und mit diesen zwei Fotos komme ich auch zum Abschluß des Kapitels Norton Commando Umbau.
Danke euch allen nochmal, dass ihr mir hilfreiche Rückmeldungen gegeben habt.
Grüße
El