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Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 15:51
von Tim
Uli hat geschrieben:Weil diese sogenannte 2S-Nockenwelle durch führende Spezialisten der Szene als ausgesprochen leistungs- und drehmomentfördernd
im vergleich zur MK3-Nockerlwelle empfohlen wurde.
Dass man keine MkIII-Okinaaalnocke hernimmt beim Neuaufbau, ist mir ja durchaus klar, aber dann eine für den Rotationsatmer links gebohrte zu nehmen, hatte mich halt verwundert. Schad aber nix, man kann's ja als Spped holes betrachten...
Ich würde es so interpretieren, dass zuerst der Querschnitt im Alu am Bolzenkopf hin zum Pleuellager gerissen ist - das sieht nach einem Sprödbruch aus, auch wenn es bei Alu mit den Rastmarken meist etwas schwieriger ist und in Bruchmechanik bin ich nicht soooo firm. Jedenfalls dürfte es Dann die andere Seite zerlegt haben, nachdem der Stahlguss dann ein schönes Biegemoment gesehen hat. In der Bearbeitung für den Pleuelbolzen-Kopf scheint irgendwie eine Kerbe zu sein, an der der ganze Spaß angefangen haben könnte, in P1060568.jpg sieht man das ganz gut. Ob die natürlich vorher da war oder der Bolzenkopf sie als Abschießhruß gezogen hat....
Waren das Neu- oder Altteile?
Tim
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 15:57
von Tim
Norton hat geschrieben:Vor allem, weil der gute Günther Richter, mal vorsichtig ausgedrückt, Apothekenpreise für seine Gebrauchtteile aufruft. So viel mehr kostet ein Neuteil dann nämlich auch nicht.
Na, siehste, wir können auch mal derselben Meinung sein.
Ich würde da auch in den sauren Apfel eines neuen Gehäuses beißen, und ehrlich gesagt finde ich den Apfel gar nicht so sauer, wenn man sich ansieht, was man da für sein Geld bekommt. Der Aufwand, so ein Gehäuse zu gießen und zu bearbeiten inkl. Buchsen, ist schon nicht ganz ohne, da finde ich unter anderthalb Kiloeuro durchaus fair in Anbetracht der zu vermutenden Stückzahlen.
Tim
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 16:20
von AHO
Tim hat geschrieben:...Dass man keine MkIII-Okinaaalnocke hernimmt beim Neuaufbau, ist mir ja durchaus klar, aber dann eine für den Rotationsatmer links gebohrte zu nehmen, hatte mich halt verwundert. Schad aber nix, man kann's ja als Spped holes betrachten...

....
Das ist die "Universalnockenwelle", die Joe vertreibt - altes (pre MK3) Herstell- und Härteverfahren, und passt für mehrere Varianten.
Siehe erster Satz:
Gruß
Andreas
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 18:08
von Klaus Monning
Uli hat geschrieben:So, meine Damen und Herren, Vorhang auf zur zweiten Folge unserer kleinen Reihe "Metallbearbeitung leicht gemacht"!
P1060526.JPG
P1060529.JPG
P1060545.JPG
P1060546.JPG
Hallo Uli,
sagte ich schon, dass mir Dein Unglück sehr, sehr leid tut? Nun gut, dann hier noch einmal... .
Mal was zu den Bildern:
Klar, das linke Teil des Gehäuses ist so kaputt, dass es wohl nicht mehr lohnt zu reparieren. Das rechte, sollte aber noch zu retten sein.
Steve Maney in England hatte für seine Renn- Motorräder aber auch für Seriengeräte mal verstärkte linke Gehäusehälften angeboten. Man müsste mal herausfinden, ob die Lagerbohrungen zueinander fluchten oder wie er das bewerkstelligt (hat). Vielleicht hat er beide Hälften zusammengeschraubt, ausgerichtet und hat dann über die Zylinder- Fußfläche gefräst. Ich hätt's jedenfalls so gemacht. In jedem Fall, was der gemacht hat, hatte Hand und Fuß. Von Beruf war er jedenfalls Werkzeugmacher und hat seinen Kram per selbst programmierten CNC- Maschinen hergestellt.
Er war wohl derjenige, der sich mit NORTON sehr stark beschäftigt hat bis zum Gießen von eben diesen Gehäusehälften oder auch Alu- Zylindern. Auch hatte er einen Umbau auf über 1000cm³. Na ja, muss man nicht haben. Trotzdem recherchieren kann man mal, was aus seinen Gehäusehälften geworden ist.
Zur Kurbelwelle: Die solltest Du auf die beiden Hauptlager- Innenringen in Prismen auflegen und die am weitesten außen liegenden bearbeiteten Flächen auf Schlag messen. Aber selbst mit der Methode, die Du hier angewendet hast scheint der Schlag nicht zu schlimm zu sein. Die Lagerflächen kann man wahrscheinlich polieren und noch einmal nachmessen, dann sind die auch wieder gut.
Pleuel??? Na, das haben wir hier schon genug diskutiert.
Ich selbst würde mir auch mal das geschweißte Gehäuse von Günther Richter mal anschauen und nach allen relevanten Unklarheiten ausmessen. Bei einem Preis von 450€ wär's mir das wert. Über die Zylinder- Fußfläche kann man ja zur Not noch einmal drüber fräsen. Meine Werkzeuge dafür stünden Dir in jedem Fall zur Verfügung.
Noch was? Nee, das war's für den Moment. Ach ja: So richtig sicher bin ich mir nicht, was da zuerst nachgegeben hat entweder das Pleuel selbst oder eben die untere Hälfte. Ich würde mal auf das Pleuel tippen. Ist ja jetzt auch egal. Ich nehme an, Du würdest beide wechseln, nicht wahr?
Gruß
Klaus
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 19:48
von Norton
In den Zeiten vor Commando, also Domi, Atlas und auch die Singles, hat es die Gehäusehälften einzeln, mit dazugehörigen Teilenummern, als Originalersatzteil gegeben. Mit den Beisatz, die jeweilig andre Hälfte und den Steuergehäusedeckel ins Werk zum Anpassen zu schicken.
Ich hab ja auch aus zwei unterschiedlichen Hälften ein Gehäuse gemacht und auch schon viele vor mir. Die beiden Hälften, bis auf die Dichtfläche für den Zylinder, können ja gar nicht als eine Einheit bearbeitet sein.
Tim, wir sind uns sehr viel öfter einer Meinung, als Du meinst.
Gruß. Martin.
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 22:36
von Uli
Tim hat geschrieben:Waren das Neu- oder Altteile
Wie schon geschrieben: Neuteile.
Tim hat geschrieben:In der Bearbeitung für den Pleuelbolzen-Kopf scheint irgendwie eine Kerbe zu sein, an der der ganze Spaß angefangen haben könnte,
Wurde auch schon gesehen. Wir versuchen, das professionell abzuklären, es scheint von "höherem Interesse" zu sein...
Klaus Monning hat geschrieben:Ich nehme an, Du würdest beide wechseln, nicht wahr?
Prinzipiell bin ich stets bemüht, alles ordentlich zu machen.
Aber was genau für eine These führt zu dem Imperativ, in diesem Fall BEIDE Pleuel zu wechseln?
Das rechte ist genau 8 Jahre/26Tkm alt. So wie das linke es gewesen ist.
Was wäre besser, wenn man das rechte nun auch tauscht?
Nicht, dass ich mich jetzt daran unbedingt gesundsparen möchte, aber mich würden sachliche Argumente jenseits von "das macht man halt so" und "wenn schon, dann richtig" sehr interessieren.
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 22:50
von Phil
Uli hat geschrieben:...Aber was genau für eine These führt zu dem Imperativ, in diesem Fall BEIDE Pleuel zu wechseln?
Das rechte ist genau 8 Jahre/26Tkm alt. So wie das linke es gewesen ist.
Was wäre besser, wenn man das rechte nun auch tauscht?...
Hoi Uli,
ich bin nicht Klaus, ich schreib' aber trotzdem was dazu.
Wenn ich Du wäre, was aber bekanntermaßen nicht der Fall ist, ich würde das rechte mittauschen, weil es eben Lasten aus 8 Jahren und 26 tkm gesehen hat. Ich hab' keine Ahnung, auf wieviele Lastspiele das Pleuel ausgelegt ist oder generell aushält, aber die Lebensdauer ist begrenzt.
Ich hab' auch keine Ahnung, ob die Pleuels sich nach Chargen im Gewicht unterscheiden. Das lässt sich aber herausfinden per Telefon und Waage.
Stahlpleuel von MAP sind keine Alternative, oder geht sich das nicht aus mit dem Umwuchten? Die letzten Pleuels von MAP haben per Kollegentransport, der ja leider zur Zeit leider ziemlich gelähmt ist, 420,- Euro gekostet, bis ich sie hier hatte.
Schöne Grüße
Ph.
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 23:05
von Martin
Phil hat geschrieben:
Wenn ich Du wäre, was aber bekanntermaßen nicht der Fall ist, ich würde das rechte mittauschen, weil es eben Lasten aus 8 Jahren und 26 tkm gesehen hat. Ich hab' keine Ahnung, auf wieviele Lastspiele das Pleuel ausgelegt ist oder generell aushält, aber die Lebensdauer ist begrenzt.
Und dazu ist es aus der gleichen Serie. WENN ein Materialermüdungsfehler vorliegen sollte, dann würde ich dem anderen Pleuel einfach nicht mehr vertrauen.
Und Uli, Du hats es gesagt: "daran gesund sparen" lohnt einfach nicht...
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 23:25
von Uli
Das heisst, wenn das linke nicht zerbröselt wäre, wäre es eh besser gewesen, vorsorglich jetzt den Motor zu öffnen und die Pleuels rauszuwerfen?
Oder erst in 2 Jahren?
Oder hätt ich das mal schon vor zwei Jahren machen sollen? Ich glaub fast, ja.
Aber wäre das andere gut, wäre ich ja weitergefahren. Wohl nochmal die gleiche Strecke, bis halt die Kolben wieder fällig gewesen wären.
So what?

Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Samstag 16. Mai 2020, 00:31
von Tim
Martin hat geschrieben:WENN ein Materialermüdungsfehler vorliegen sollte,...
Naja. Beide Pleuel waren neu beim Einbau. Und 26Mm ist für einen Commando-Motor keine Laufleistung, bei der man von Materialermüdung ausgehen kann, dazu haben zuviele wesentlich mehr geschafft, da glaube ich The Unvermeidable vorbehaltlos.
Wie gesagt, für mich sieht das nach Kerbwirkung ausgehend vom der Bearbeitung der Bolzenkopf-Aufnahme aus. Da sieht man eine Riefe, die zu gut zum Bruch passt, als das es Zufall sein kann, und irgendwie ist die da reingekommen. Könnte direkt beim Bruch passiert sein, könnte aber auch die Ursache sein. Und es fehlen auch ein paar typische Anzeichen für einen Ermüdungsbruch. Ich würde bei der Laufleistung und dem Schadensbild davon ausgehen, dass das ein Sprödbruch hervorgerufen durch Kerbwirkung war. Diese Stelle am Pleuel ist sehr hoch belastet, wenn da eine kleine Vorschädigung war, knallts an der Stelle ziemlich schnell.
Das Problem mit der mit Sicherheit noch verbliebenen Laufleistung des Pleuels ist zu wissen, ob die höher ist als bis zur nächsten Kolbenschleifaktion bzw. wahlweise für die anzunehmende Restlaufleistung noch reicht - bei dem Teil meiner Jahresfahrleistung, der auf die Commando entfällt, sind 26Mm locker zehn Jahre ...
Tim
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Samstag 16. Mai 2020, 05:56
von Gerd
Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Samstag 16. Mai 2020, 09:01
von Martin
OHA...

Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Samstag 16. Mai 2020, 10:04
von bosn
Kaffeeelesend ....
Wenn der Rodbolt in das Pleuel gepresst wurde ( und so sieht das auf den Bildern aus) ....
Ist das Pleuel an der Stelle angefangen zu reißen...
Das hat einen Moment - wie lange auch immer- so gehalten...
Der Riss hat sich weitergetragen....
Die Bohrung im Stahlfuss sieht eierig verlaufen aus....nein habe mich versehen - ist ja nur das Rest-Schalenstück ..
Irgendwann später...
Peng
So könnte es gewesen sein...
Der Bolzenkopf passte nicht zur Bohrung...gepresst-gestresst...
Meiner (bescheiden) Erfahrung nach achtet man hier besonders auf die "Passigkeit"
Ich habe schon öfter erlebt das der Bozen nicht so einfach in das Pleuel geht...habe entsprechend
dann den Bolzen auf der Drehe nachgeläppt....(hier Triumph)....
Kaffee und Senf von mir...soll nur zum Nachdenken anregen und keine Expertise sein....
Von Nordhörner habe ich keine Ahnung....

Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Samstag 16. Mai 2020, 11:45
von olofjosefsson
Die wussten schon warum sie bei der Trockensumpfschmierung geblieben sind

Re: Haaaallooo Bos´n.....
Verfasst: Samstag 16. Mai 2020, 12:29
von Leftie
Tim hat geschrieben: Da sieht man eine Riefe, die zu gut zum Bruch passt, als das es Zufall sein kann, und irgendwie ist die da reingekommen.
Tim
Hallo zusammen,
bei den Bildern kann's einen wirklich gruseln

. Uli, ich drück Dir die Daumen, das es bald an den Wiederaufbau gehen kann!
Eine Frage hätte ich an Tim oder Bos'n: könntet ihr dem Laien wohl einen Hinweis geben, welche Stelle auf welchem Bild euch da so fasziniert - hab mir die Bilder jetzt schon in Vergrößerung angesehen, aber als Nicht-Metallkundigem ist der Groschen bei mir noch nicht gefallen

.
Das soll kein Aufruf zu öffentlicher Spekulation sein, wenn die Ursache jetzt im Hintergrund "professionell abgeklärt" werden soll, ist das sicherlich der richtige Weg.
Danke und Gruss, Ralph