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Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 07:18
von Se Nü
Damit:
http://chemicalguys-shop.de/produkt/jet ... ung-473ml/
Vergiss diesen Ballistol Quatsch, wir leben im Jahr 2017. Das Zeug ist extrem ergiebig und eignet sich natürlich für alle Oberflächen, auch Felgen, Tank, Chrom, aller Fahrzeuge.
Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 08:48
von Uli

Hmm: "geeignet für alle glänzenden Lacke...", "Hochglanz..."
Genau das richtige für den fabrikneuen Waschmaschinenlack.
Danke für den Link, Nüppi. Könnte ich evtl. brauchen, sowas.
Aber für solch angegriffene Geschichten:
Ich habe bei einigen alten
Fahrrädern schon mit sehr gutem Ergebnis "Owatrol" angewendet, wenn (ähem) "Patina" erhalten werden soll.
Roststellen saugen sich mit diesem wohl auf Leinölbasis hergestellten Öl voll und rosten nicht weiter, noch vorhandener Lack wirkt wieder etwas satter und bekommt einen leicht seidenen Glanz, ohne unnatürlich zu wirken. Das passt optisch ganz gut, finde ich. Die alten Lachflächen (auch Chrom) entfetten, vorsichtig polieren (Lackreiniger oder was ähnlich mildes), dann mit einem Baumwolllappen das Owatrol auftragen; es soll kein übermäßiger Überstand stehen bleiben. Roststellen evtl. nochmal behandeln, bis sie sich "vollgesoffen" haben. Dann das Teil einen Tag in die Sonne stellen, das Öl trocknet sehr langsam.
Wenn du das mal testen willst, Jan: Ich hab immer eine Büchse voll da und für Forums-Freunde versende ich gerne mal das eine oder andere Pröbchen...
(Nein, ich bin nicht am Gewinn beteiligt und verticke das Zeug auch nicht nebenbei. Ich find´s nur ziemlich gut.)
Ansonsten: Frisch voran!

Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 09:03
von Mineiro
jan hat geschrieben:Rüdi hat geschrieben:....Und dem sattel müsste man irgenwie ne neue alte kuhhaut drüberziehen
Kommt gar nicht in die Tüte!
Da, wo Oppas schwieliger Sack irgendwann zwischen 1938 und 1955 das Kunstleder weggeschubbert hat, soll der demütige Instandsetzer im 21. Jahrhundert keine mutwillige Verschlimmbesserung vornehmen.
Ich erwäge die Anschaffung eines Zweitsattels für allfällige Bewegungsfahrten dieser Maschine. Der Originalsattel bleibt - samt Sattelrohr -
genau so erhalten.

Jan Glückwunsch zu dem Scheunenfund und vor allem dem glücklichen Umstand, dass die Miele keinem "besser als Neu Restaurierer" in die Hände gefallen ist. Technisch top und die Spuren der Jahre in Würde getragen. Du machst das
Auch wenn das Off Topi hier ist ... lass uns teilhaben an der Wiederbelebung der alten Miele

Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 09:05
von Tim
Uli hat geschrieben:
Ich habe bei einigen alten Fahrrädern schon mit sehr gutem Ergebnis "Owatrol" angewendet, wenn (ähem) "Patina" erhalten werden soll.
Roststellen saugen sich mit diesem wohl auf Leinölbasis hergestellten Öl voll und rosten nicht weiter, noch vorhandener Lack wirkt wieder etwas satter und bekommt einen leicht seidenen Glanz,...
Owatrol ist super, aber leider wohl nicht auf Nitrolacken, und das Krädchen könnte damit lackiert sein. Also Wahrschau!
Tim
Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 09:07
von holsteiner
Traumhafter Zustand. Erinnert mich an meine 1951er Miele mit 50cm³, leider habe ich sie irgendwann weggegeben.
Zur Pflege des Lackes:
Nach dem waschen mit einem sauberen Baumwolltuch trocken reiben. Mehr nicht.
Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 09:09
von Se Nü
naja, mit Ballistol und Owattol schmiert die Kiste halt wie sau. Anfassen musst Du sie ja um mit Ihr zu fahren.
Das Jet Seal wirkt übrigens auch nur glänzend wenn es die Oberfläche vorher schon war. Auf Matt wirds halt auch nicht Hochglanz.
Du kannst aber bei Petzolds, Lupus oder dem Korrosionsdepot mal nachfragen (alles nette Leute), das sind Profis die sich mit neuen Mittelchen auskennen.
Da gibts ja ständig neue Cremes aus der Highend Chemie und Weltraumforschung ...
http://www.petzoldts.de/
https://www.lupus-autopflege.de/
https://www.korrosionsschutz-depot.de/
Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 09:10
von Mineiro
Uli hat geschrieben:
Ich habe bei einigen alten Fahrrädern schon mit sehr gutem Ergebnis "Owatrol" angewendet, wenn (ähem) "Patina" erhalten werden soll.
Roststellen saugen sich mit diesem wohl auf Leinölbasis hergestellten Öl voll und rosten nicht weiter, noch vorhandener Lack wirkt wieder etwas satter und bekommt einen leicht seidenen Glanz, ohne unnatürlich zu wirken. Das passt optisch ganz gut, finde ich. Die alten Lachflächen (auch Chrom) entfetten, vorsichtig polieren (Lackreiniger oder was ähnlich mildes), dann mit einem Baumwolllappen das Owatrol auftragen; es soll kein übermäßiger Überstand stehen bleiben. Roststellen evtl. nochmal behandeln, bis sie sich "vollgesoffen" haben. Dann das Teil einen Tag in die Sonne stellen, das Öl trocknet sehr langsam.
Yep Owatrol ist

Kann ich bestätigen. Habe es auf Uli´s Empfehlung an meiner Triton ausprobiert und funktioniert prima zur Konservierung von rostigen Stellen. Probiers mal an einer nicht gut sichtbaren Stelle aus ob das Ergebnis deinen Vorstellungen entspricht.
@Uli: Kannst du mir die von dir zitierte Anwendung auf den "alten Lachflächen" noch mal näher erläutern
Edit: Habe mal auf der Seite von Owatrol nachgelesen, da Tim den Einwand mit den Nitrolacken hatte. Und das stimmt dafür wird es ausdrücklich nicht empfohlen!
Anwendungsgebiete:
- Eisen- und Nichteisenmetalle. (auch auf Holz, Kunststoff, Glas ...)
- Leicht bis strak rostige Untergründe.
- Auf neuen Metallen OWATROL AP60 verwenden.
Kann verwendet werden in allen ölbasierten Farben, Alkydfarben, Lacken und Klarlacken, 1K-Polyurethan- und bitumen- / petroleum-basierten Farben. Auch für Holzlasuren zum Verbessern des Eindringens und schützen von metallischen Anbauteilen (Scharniere, Winkel ...)
Nicht verwenden in schnell trocknenden (Auto-)Lacken, Nitrolacken, Chlorkautschuk, 2K-Farben und wasserbasierten System (hier: siehe OWATROL E-B und FLOETROL).
Dann würde ich eher auch wie Nüppi empfehlen mal bei LUPUS Autopflege und Co. anzufragen. Ich setze einige Produkte von LUPUS an meinen Autos ein und die sind

Die Beratung übrigens auch.
Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 09:39
von T140-Oli
Tolles Ding! Es würde mich freuen, wenn Du uns über die Restaurierungsschritte auf dem Laufenden halten würdest. Ein Video mit Ton wäre auch super, aber bis dahin hast Du vermutlich noch einiges zu tun, oder?
Grüße
Oliver
Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 11:16
von jan
T140-Oli hat geschrieben:Ein Video mit Ton wäre auch super, aber bis dahin hast Du vermutlich noch einiges zu tun, oder?
Krieg´ ich hin. Eigentlich soll das gar nicht so lange dauern bis dahin.
Jetzt will ich erst mal klären, wie ich am besten mit dem alten Lack umgehe. Ich teste mal Ballistol am Rahmenoberrohr; und vielleicht probiere ich auch mal Jetseal am Kettenschutz aus. Wichtig ist mir vor allem, die Tanklackierung mit den beiden "Miele"-Schriftzügen möglichst unversehrt zu erhalten. Ob das nachher glänzt oder doch eher matt schimmert, ist erst mal zweitrangig.
Die größte Hürde wird die Tankentrostung sein, damit werde ich wohl zu Andy Weiß gehen. Der kleine Sachs-Motor wartet aber nur darauf, wieder losknattern zu können; da bin ich ganz optimistisch.
Witzigerweise habe ich auf dem Kolbenboden zwei eingeschlagene Markierungen vorgefunden: 48,5 und 39. Da der Motor normalerweise eine 48er Bohrung hat und Baujahr 1938 sein sollte, stellt sich sogleich die Frage, ob bereits nach einem Jahr der erste Übermaßkolben rein musste... Ich werde es wohl nie ergründen.
Danke für Eure vielen Tipps! Ich werde Euch natürlich weiter am Werdegang dieser netten kleinen Knatterbiene teilhaben lassen.
Cheers, Jan
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Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 11:23
von jan
Oje, oje - das wird ja immer unübersichtlicher!!
Ich glaube, ich muss jetzt doch mal
Gundula um Rat fragen...

Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 11:36
von Mineiro
jan hat geschrieben:
Oje, oje - das wird ja immer unübersichtlicher!!
Ich glaube, ich muss jetzt doch mal
Gundula um Rat fragen...

Ohoo ... wenn du von ihr eine Auskunft kriegst bist du natürlich auf der sicheren Seite. Mehr Erfahrung bei der Erhaltung von alten Fahrzeugen dürfte schwer zu finden sein

Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 11:47
von Uli
Allerliebst! War die putzige Fettpresse auch dabei?
Nicht dass ich jetzt drauf rumreiten will, aber nur falls jemand so etwas auch ausprobiert:
Mineiro hat geschrieben:Nicht verwenden in schnell trocknenden (Auto-)Lacken, Nitrolacken, Chlorkautschuk, 2K-Farben und wasserbasierten System
Das "in" scheint mir der Knackpunkt zu sein: Manche "Maler" verwenden das Owatrol als Zusatz
zu Lacken.
Auf Nitrolack, der bereits restlos ausgehärtet war, als "Behmen noch bei Estreich war", sollte es keine Probleme geben.
Und "Schmiererei" gibt es damit keine, Nüppi. Owatrol trocknet und härtet komplett aus.
Aber was auch immer du nimmst, Jan; erst mal testen.
Mineiro hat geschrieben:@Uli: Kannst du mir die von dir zitierte Anwendung auf den "alten Lachflächen" noch mal näher erläutern

Wir sprechen uns noch, duuu............. Lachexperte!

Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 21:35
von bosn
Sehr geil Jan !
Schön behutsam...ach was ,du machst das schon !
Brunox Turbo spray...oder Atlas Radglanz...glänzt wie ´ne Speckschwarte ! popeliges WD 40 tut es auch

Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 21:51
von bosn
Sacht mal : Owatrol gibt es aber in verschiedenen Ausführungen ?
Habe hier mal "Owatrol Paint Conditioner ..Optimiert lösemittelhaltige Lacke..." (orange Dose)
ausprobiert.Auf einem sehr rostigen Tank aufgeträufelt ...vorher etwas blank geschliffen,das ist völlig ausgehärtet und
wochenlanger Witterung ausgesetzt -ist da nix mehr passiert.
hm,müsste mal ausprobieren da einen normalen Lackaufbau zu aplizieren....
Re: Scheunenfund aus OWL
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2017, 21:58
von Phil
Hmmmm, Jan... Du bist ja sehr optimistisch, was das baldige Anstarten des Hühnerschrecks angeht.
Ich hab's ja nich' so mit die Zweedaggders, aber ist das nicht so, dass die das Kurbelhaus gegen die Welle abdichten müssen, um die Vorverdichtung zu haben? Wie ist denn das gelöst an der Miele? Weil wenn das eine Art Simmerring sein sollte, der ist garantiert tot nach 60 Jahren rumstehen...
Good luck und beste Grüße
Ph.