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Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 08:45
von Uli
bos´n hat geschrieben:Und die Kugelstücke fliegen nicht durch den Motor ?
Nicht, wenn man das Komma in den Ventilspielangaben richtig zu deuten weiss... :pfeiffen:

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 09:50
von Martin
bos´n hat geschrieben:Und die Kugelstücke fliegen nicht durch den Motor ?

Die Mushrooms sind an sich empfehlenswert.Klar nicht montagefreundlich und sollten im Zuge einer Rep/Überholung

getauscht werden
Dieses System war am Triumph Dreizylinder am Ende auch Serie. Ich glaube T150V ab 73/74 müssten das haben. Man nannte es "Ducati Type Adjusters" :halloatall:
Worauf man achten muss ist, dass die Kugel richtig in der Pfanne sitzt. Ansonsten können sie verdrehen und die runde Seite ist unten, die flache oben. Das geht dann in die Hose.

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 10:26
von Domi-650SS
Alexander hat geschrieben:…Schweitzer XS650 Zauberer "Steffi" aus einem Satz gebrauchter Einstellschrauben geschnitzt…
Ist das der? http://www.steffi-graf.ch
Fritz

P.S. Schweizer schreibt man nicht mit «tz», es sei den man mein den Albert Schweitzer :ebiggrin:

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 12:29
von Norton Motors
Die Kugelschrauben hatten in der Trident-Szene den legendären Ruf des Hängenbleibens und dann mit der Kante auf dem Ventil Aufstehens- eine Frage der Schmierung, die im Trident-Motor wohl zu ungenügend für dies Prinzip war.

Drum hat der Nordmann (Hüde) schon in den frühen 80ern seine mushroom headed tappet adjusters für Triumph Twins &Cripples angeboten, und ich verkaufe & empfehle sie für Triumph auch schon seit damals- wohlgemerkt die Hyde-Schrauben, nicht die chinesischen Wassell-Erzeugnisse- und z.B. Jörg Winkelmann verbaut sie seitdem.

Bei Norton ist natürlich der Nachteil, daß man sie nicht einfach nachträglich reinschrauben kann, sondern der Kopf dazu zumindest gelupft werden muß. Am einfachsten ist es, wenn der Kopf demontiert ist.

Unser Einkäufer & technischer Zeichner Pete hat sich die Angebote auf dem Sektor angesehen und an der Geometrie des Norton-Ventiltriebs noch einmal genau überprüft. Daraufhin kam er auf den Radius, den wir jetzt fertigen- und m.W. niemand sonst.

Das Abschleifen von Ventilenden dürfte nur bei Billigventilen Wirkung zeigen. Echte Norton-Ventile haben Stellite Enden, d.h. sind schon hart, da wird man mit Schleifen nicht viel werden bzw. die Sache verschlimmbessern. :facepalm2:

P.S. ich dachte, die Graf Steffi sei mit dem Agassi Andre verheiratet. Daß die noch Zeit hat, Ventileinsteller auf ihrer Drehbank zu schnitzen- Respekt! :laola:

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 14:36
von Domi-650SS
Norton Motors hat geschrieben:…Unser Einkäufer & technischer Zeichner Pete hat sich die Angebote auf dem Sektor angesehen und an der Geometrie des Norton-Ventiltriebs noch einmal genau überprüft. Daraufhin kam er auf den Radius, den wir jetzt fertigen- und m.W. niemand sonst…
Sind die Originalen Norton Stellschrauben nok? Soll man die wechseln :-k
Fritz

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 15:09
von Tim
Domi-650SS hat geschrieben:Sind die Originalen Norton Stellschrauben nok?
Die okinaalen sind ok, aber die Pilze sind besser. Die okinaalen drücken mit einer Kante aufs Ventil, bei den Pilzen gleitet eine Kugeloberfläche. Das reduziert die Seitenkräfte auf den Ventilschaft.
Soll man die wechseln :-k
Nur, wenn man nicht-okinaale Verbesserungen akzeptieren kann .... :pfeiffen:

Ernsthaft, die Dinger haben in erster Linie einen Einfluss darauf, wie lange das Interval zwischen zwei Kopf-Überholungen ist. Bei einem Motor, der grade gemacht wird oder vor kurzem wurde, würde ich die Dinger einbauen, aber ich würde keinen Motor, der schon einigermaßen Laufleistung hat, nur dafür "enthaupten". Vulgo: Für meine Roadster stehen die Dinger auf dem nächsten Einkaufszettel, für die Atlas eher nicht.



Tim

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 15:46
von Norton
Die originalen Einstellschrauben haben ebenfalls einen balligen Kopf, aber eben mit einem kleinerem Radius. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß die Norton-Konstrukteure einen Ventiltrieb, zu dem ja auch die Stellschraube gehört, geometrisch so schlecht ausgelegt haben, daß durch die Kreisbewegung des Kipphebels nur noch die Kante der Stellschraube auf dem Ventilschaftende trägt. Gut, ich hab das nie abtouchiert, aber so unfähig waren die sicherlich nicht!
Es gibt auch noch die Möglichkeit die Kipphebelwellen bei montiertem Kopf zu ziehen. Ein überschaubarer Aufwand.
Ich weiß jetzt auch nicht, warum man in einem Kopf mit Kilometerleistung diese Schrauben nicht montieren sollte? Was wird dadurch schlechter?
Was die Stellschraube mit dem balligen Kopf bewirkt, ist wahrscheinlich ein klein wenig mehr Ventilhub. Der größere Radius von dem Pilz lenkt den Auflagepunkt etwas mehr nach aussen, der Kipphebel wird somit etwas länger. Aber ob das die Geige spielt? Ein Kopf der schon so verschlissen ist, daß die Marken in den Ventilschäften dann in den Führungen (wegen mehr Ventilhub im Zehntelbereich) zur Stolperstelle werden..... den sollte man sowieso überholen.

Gruß. Martin.

Würden manche Gutmenschen (sind ja offensichtlich die besseren Menschen!) hier nicht einen Killfile anwenden, könnten sie auch lesen, was andre schreiben und man müßte manche Dinge mehrmals abhandeln.

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 18:02
von Tim
Tim hat geschrieben:Die okinaalen sind ok, aber die Pilze sind besser. Die okinaalen drücken mit einer Kante aufs Ventil, bei den Pilzen gleitet eine Kugeloberfläche.
Hm, ich hab mir die Einsteller nochmal in situ beim Roadsterkopf angesehen, das da oben muss ich insofern etwas revidieren: Ich hatte in Erinnerung, dass die Einstellschrauben deutlich mehr mit dem Umfang auf der Ventilfläche aufliegen, das war es, was ich mit Kante meinte. So beim scharfen hinsehen bin ich mir da nicht mehr so sicher, wenn dann ist es grenzwertig. In Hubmitte trägt die auch bei den Einstellern leicht ballige Fläche jedenfalls sauber, wenn dann ist der Vorteil in Richtung der beiden Extremlagen.

Dieser Kontakt ist jedenfalls in allen Ventiltrieben sehr kritisch, und wenn Joe sagt, dass die größeren Mushrooms einen auf die Kinematik optimierten Radius haben und sich jemand damit auseinandergesetzt hat, glaube ich ihm das gerne, an der Stelle kann man viel flasch und viel richtig machen.



Tim

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 20:11
von Trident
Die "Pilzköpfe" sind zwar besser als die Originale aber immer noch nicht befriedigend, nach wie vor tritt Verschleiß am Ventilende auf, ausser man fährt mit Ventilcaps. Ich fahre in meiner Trident Mercedes-Einstellschrauben (Elefantenfüße, das Gewinde im Kipphebel muss auf M8x1 umgeschnitten werden) in meiner Bonnie fahre ich die Einstellschrauben von den 4V-BMW-Boxern ( Elefantenfüße, Gewindebuchse in den KH einsetzen, aussen Original-Zollgewinde, innen M6x0,5). Ventilspiel bleibt konstant, keinerlei Verschleiß. Fahre diese Lösungen seit einigen Jahren ohne irgendwelche Probleme.

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 20:34
von Ralph G.Wilhelm
MB190adj.jpg
ich fahr die auch :zustimm:

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 21:10
von Tim
Na kommt, wenn schon umbauen, dann richtig:

Bild

:pfeiffen: :mrgreen:


Tim

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 21:36
von Ralph G.Wilhelm
wenn ich mal nicht mehr 12 Std. am Tag arbeiten muß :wink:

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 22:19
von Norton
Das mit den Rollenkipphebeln geht aber auch wieder nur dann, wenn die Drehbewegung des Kipphebels und die Mittellinie der Ventilführung in einer Ebene liegen. Bei den Norton Köpfen ist das aber eben grade nicht so. Die haben ja schließlich den an sich nachteiligen OHV-Kopf wenigstens von der vorteiligen Seite angepackt und die Ventile um eine zweite Ebene gekippt und damit eine Drallbewegung in den Gaswechsel zu erzeugen. Den ganzen Brennraum um ein Stück gedreht.
Nach dem Motto: hab ich schon einen Nachteil, dann nutze ich wenigstens den Vorteil.
Manchmal frag ich mich immer, ob sich unser Tim auch mal was richtig anschaudt?
Und weil wir uns grade in einem andern Fred da drüber unterhalten: Bei der Commando 961 hat man das so mit der Rolle im Kipphebel gemacht.

Das mit dem umschneiden eines Gewindes im Kipphebel geht halt nur dann, wenn die Dinger nicht hart sind. Bei den Norton-Kipphebeln hat man da jedenfalls keine Chance. Ich hab mich da auch schon mal damit befasst, die auf M8x1 umzuschneiden. Da geht nix.

Gruß. Martin.

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 22:33
von Martin
Norton hat geschrieben:Das mit den Rollenkipphebeln geht aber auch wieder nur dann, wenn die Drehbewegung des Kipphebels und die Mittellinie der Ventilführung in einer Ebene liegen. Bei den Norton Köpfen ist das aber eben grade nicht so. Die haben ja schließlich den an sich nachteiligen OHV-Kopf wenigstens von der vorteiligen Seite angepackt und die Ventile um eine zweite Ebene gekippt und damit eine Drallbewegung in den Gaswechsel zu erzeugen. Den ganzen Brennraum um ein Stück gedreht.
Nach dem Motto: hab ich schon einen Nachteil, dann nutze ich wenigstens den Vorteil.
Manchmal frag ich mich immer, ob sich unser Tim auch mal was richtig anschaudt?
Und weil wir uns grade in einem andern Fred da drüber unterhalten: Bei der Commando 961 hat man das so mit der Rolle im Kipphebel gemacht.

Das mit dem umschneiden eines Gewindes im Kipphebel geht halt nur dann, wenn die Dinger nicht hart sind. Bei den Norton-Kipphebeln hat man da jedenfalls keine Chance. Ich hab mich da auch schon mal damit befasst, die auf M8x1 umzuschneiden. Da geht nix.

Gruß. Martin.
Für Timmi-Baby :mrgreen:

Re: Ventileinstellschraube

Verfasst: Mittwoch 21. Oktober 2015, 23:11
von Tim
Martin hat geschrieben: Für Timmi-Baby :mrgreen:
Ich wär Dir sehr verbunden, wenn Du das unterlässt. Ich bin ganz froh, den Sermon nicht lesen zu müssen.

Nur weil jemand etwas mit dem Brustton der Überzeugung behauptet, wird es nicht wahr, und Martin ist da offensichtlich immer noch ein wahrer Meister drin. Selbstverständlich stehen die Achsen des Kipphebel senkrecht auf der Ebene der Führungen - der gesamte Ventiltrieb ist um 25deg rausgedreht, damit bilden nur die Stößelstangen ein räumliches Getriebe, der Rest ist klassisches "2D". Und es gibt tatsächlich Norton-Twins mit Roller rockers. Und selbst wenn die Ventile auch noch etwas windschief stünden (was sie zur Kipphebelachse nicht tun, und das ist entscheidend), wäre das mit einer konischen Rolle auch noch zu beherrschen, und auch solche Ventiltriebe sind schon gebaut worden (weil auch da die Belastung auf den Ventilschaft verringert wird). Das war mal wieder eine typische Wichtigtuer-Nebelkerze. Aber seine Atlas vibriert ja auch nicht, wenn ich mich recht entsinne. :facepalm2:

Sorry, ich hab keinen Bock, hier den Martin-Korrektor zu geben, nur weil der seine teilweise abstrusen "Weisheiten aus der Praxis" zum Besten gibt.


Tim