Bordscheibe Riemenatrieb

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Norton-N15
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Norton-N15 »

Erläuterungen zum Problem und deren Lösung
Das finde ich gut wenn man von der Erfahrung profitieren kann und diese weitergegeben werden. =D> =D> =D>

Wenn ich meine Primärkasten nicht dicht bekommen hätte, habe ich schon an eine andere Lösung gedacht.
Man könnte doch eine X-Ring Kette (vernünftig gefettet) verbauen und ohne Ölbad fahren.
Müßte doch für eine längere Zeit ausreichend sein.

Das ist mir so durch den Kopf gegangen. :-k :-k
Der gute Ton Nortooooooon :zustimm:

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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Norton »

Vergiß es! Von solchen (gescheiterten) Experimenten hat man immer wieder mal gehört. Die hohe Umlaufgeschwindigkeit, verbunden mit der hohen Last läßt die Kette so heiß werden, daß die das Öl einfach braucht. Und zwar nicht alleine zum schmieren, viel mehr noch zu kühlen. Die heisse Kette peitscht immer wieder schön ins Öl und schleudert das heisse Öl wieder weg, welches dann am kalten Deckel und Kasten wieder runterläuft. Der Kasten und der Deckel sind für das bißchen Öl im Primärkasten eine riesen Kühlfläche und davon lebt die Kette.
Ich hab auch schon mal eine Primärketten wegen zu wenig Öl im Kasten kaputt gefahren. Wenn der Ölstand im Kasten mal etwas knapp ist, geht das sehr schnell. Die Kette hat dann überall harte Stellen. Das sind Freßmarken in den Gliedern, Rollen, Bolzen. Das alles lebt einfach vom Öl. Die Kette hatte davor wirklich lange gehalten, ohne Verschleiß.
Was auch noch gegen diesen Versuch spricht, ist die Kettenbreite einer O- oder X-Ringkette. Selbst eine verstärkte Kette mit dickeren Plättchen legt sich schon am Motorgehäuse an. Eine X-Ringkette erst recht.
Ausserdem brauchen die alten Kupplungen das Öl ebenfalls. Die sind für Trockenbetrieb nicht gedacht und halten das auf die Dauer sicherlich auch nicht aus. Alleine das offene Rollenlager mit dem einfach Blechkäfig und den Laufflächen direkt im äusseren Korb und auf der Lagerscheibe.

Gruß. Martin.
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Martin
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Martin »

Erstmal muss den Ludwig wohl niemand belehren. Hier geht es auch nicht darum, zum Xten Mal klarzustellen, dass man das anders sieht.
Wer die Antwort auf die Frage hat soll antworten, das Andere macht kaum Sinn.
Zum Riementrieb: Hab ich an der Daytona ein paar Jahre gefahren, im geschlossenen Kasten mit Öl. Problemlos und unauffällig. Billiges Hayward System mit dem AT10.
Problemlos!
Ich hab den jetzt hier liegen und baue ihn in den Chopper, wenn der realisiert ist.
Dann habe ich auch noch den NEWBY Belt mit Kupplung da. Für den Renner, wenn er realisiert ist ;-)
Sinnvoll? Das ist mir doch egal. Wenn ich nur sinnvolle Sachen machen würde, hätte ich kein Motorrad. Zumindest keine Triumph...
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Ludwig »

Hallo,
möchte mich nochmal melden und mich für Eure Beiträge bedanken. Wie Jan schon gesagt hat:
ich habe die Maschine MIT dem Riemenantrieb vor gut 4 Jahren gekauft. War nicht glücklich über den Umbau, aber insgesamt bin ich eigentlich zufrieden, jedenfalls werde ich nicht auf Kette zurückbauen.
Die originale Matchless - Primärkette ist ja wohl auch für den Atlas - Motor etwas unterdimensioniert.
Was ich noch unterschlagen hatte: Vor 1 1/2 Jahren ist mir mal die Kupplung überhitzt, der Lagersitz im Korb ist seither etwas aufgeweitet, so dass sich das Lager von Hand seitlich schieben lässt. Habe damals das neue Lager dann eingeklebt, und
das hatte sich jetzt wieder gelöst. Dadurch war er Korb jetzt nicht mehr richtig fest, möglicherweise war das die Ursache für den ersten Zahnausfall. Werde das über den Winter dann mal richtig reparieren (lassen).
Grüße Ludwig
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Martin »

Ich denke da wirst Du nicht herum kommen.
Lockere Lagersitze sind tödlich...
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Craig Vetter
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Norton »

Auch wenn das nicht so den Eindruck macht, aber die einfache 1/2 x 5/16" Kette ist NICHT unterdimensioniert. Eine gute Kette (Renolds), Spannung richtig eingestellt und immer ausreichend Öl im Kasten und man hat keinen Verschleiß.
Der Vergleich mit Triumph Daytona hinkt, weil die Dinger ja kein richtiges Drehmoment haben, der Atlas aber schon! Der Riemen lebt dann von zwei Dingen. Den Zähnen im Eingriff (begrenzt) und der Breite vom Riemen, ebenfalls begrenzt, weil die Lima will auch noch reinpassen. Wenn das ganze richtig laufen soll, braucht man also einen Riemen mit anständiger Breite. Erstens das er nicht kariös wird, zweitens das die Breite für etwas Stabilisierung sorgt und die Tendenz zum anlaufen etwas gemindert wird. Das alles bringen nur die breiten Riemen, wie sie in den Einzylinderrennern drin sind. Die haben aber auch wieder keine Lima.


Gruß. Martin.
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Martin »

Na ja. Wieso hinkt der Vergleich, wenn es um das grundsätzliche System geht? Die Aussage Klaus zum Belt am Renner war übrigens auch "problemlos"
Man kann sehr wohl der Meinung sein, ein Belt verbessere nicht automatisch etwas. Allerdings pauschal zu sagen, er taugt zu nix, ist auch nicht die reine Wahrheit.
Man muss es -wie Du oft richtigerweise schreibst- richtig und gut machen. Auch ein Belt kann so verwendet werden, dass es funktioniert.
Übrigens ist auch bei Kette die Flucht wichtig. Duplex und Triplexketten reagieren hier sogar sehr empfindlich...
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Klaus Monning
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Klaus Monning »

Martin hat geschrieben:Na ja. Auch ein Belt kann so verwendet werden, dass es funktioniert.
Übrigens ist auch bei Kette die Flucht wichtig. Duplex und Triplexketten reagieren hier sogar sehr empfindlich...
Hallo Zusammen,
jetzt misch' ich mich auch noch einmal mit ein. Ich glaube wir hatten das Thema schon einmal. Was ist das Problem? Wir sind uns einig, dass wir einen Fluchtfehler der Kupplung haben, wenn der Riemen nach außen läuft. Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass die Riemenscheiben in ihrem Außendurchmesser genau parallel sind, dass heißt, nicht in irgendeiner Weise konisch sind. Klar, dann bekommen wir das Weglaufen des Riemens auch. Da es sich aber bei den Riemenscheiben immer um 1.000.000-fach hergestellte Rohlinge handelt, die einer gewissen Industrienorm entsprechen müssen, fällt diese Möglichkeit sowieso weg.
Nein, es ist das Lager, das auf dem Kupplungszentrum sitzt. Das hat normales Lagerspiel. Da der Riemen aber außermittig zu der Kugelreihe im Lager läuft, verschränkt sich das Lager und die Kupplung sitzt unter dem Antriebszug schräg. Das lässt den Riemen nach außen wandern. Und natürlich greift das die Bordscheibe an. Irgendwann gibt die nach oder, schlimmer, der Riemen reitet die Bordscheibe hoch, wenn er zu lasch gespannt ist (längen tut er sich nur minimal, wenn überhaupt). Dann ist naturgemäß das Drama groß.
Ich habe mir da was ganz aufwändiges einfallen lassen, von dem ich auch noch Bilder einfügen werde. Ich habe auf den Kupplungskorb eine Glocke geschraubt die einen Lagersitz zum Getriebe hin hat. Dieses Lager ist mein "Outrigger Bearing", das heißt, gleichzeitig habe ich genau fluchtend mit der Abtriebswelle einen Lagersitz montiert, Ähnlich des Outrigger Bearing von Steve Maney. Meine Kupplung verschränkt sich nun nicht mehr und der Riemen läuft exakt geführt. Ist nicht so leicht zu verstehen, aber wenn Ihr die Bilder seht, wisst Ihr wie's geht. Vielleicht findet man das über die SuFu. Ich hatte das hier schon einmal beschrieben. Ich werd's selber 'mal suchen vielleicht kann ich den Link hier noch einmal reinstellen.
Nach all' dem Drama mit dem Riemen würde ich heut wohl wieder eine ganz normale aber qualitativ beste Einreihenkette und die passende Kupplung verwenden. Die läuft genau in der Mitte des Lagers und außerdem ist sie nicht so sensibel gegen Fluchtfehler. Man lernt halt nie aus. Ob die Einreihenkette der Leistung meiner NORTON gewachsen ist, weiß ich nicht. Die 50 PS einer Atlas hält eine gute Primärkette jedenfalls aus. Dunstall sagte damals in seiner Tuninganleitung: Jedes Jahr 'ne neue Kette und neue Pleuel, dann hält die NORTON.
Gruß
Klaus
P.S: in dem Tröt über den Maney 1007cm³-Satz habe ich 1012 meinen Primärtrieb genauer beschrieben. Schaut mal, da gibt's auch Bilder.
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jan
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von jan »

Klaus Monning hat geschrieben:P.S: in dem Tröt über den Maney 1007cm³-Satz habe ich 1012 meinen Primärtrieb genauer beschrieben. Schaut mal, da gibt's auch Bilder.
1012? Ich glaube, das war kurz bevor William the Conqueror nach England `rübergemacht hat... :pfeiffen: :mrgreen:
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Re: Bordscheibe Riemenatrieb

Beitrag von Norton »

Martin hat geschrieben:Na ja. Wieso hinkt der Vergleich, wenn es um das grundsätzliche System geht? Die Aussage Klaus zum Belt am Renner war übrigens auch "problemlos"
Man kann sehr wohl der Meinung sein, ein Belt verbessere nicht automatisch etwas. Allerdings pauschal zu sagen, er taugt zu nix, ist auch nicht die reine Wahrheit.
Man muss es -wie Du oft richtigerweise schreibst- richtig und gut machen. Auch ein Belt kann so verwendet werden, dass es funktioniert.
Übrigens ist auch bei Kette die Flucht wichtig. Duplex und Triplexketten reagieren hier sogar sehr empfindlich...
Der Vergleich hinkt, weil man den Riemen für den Atlas deutlich breiter machen muß, als für den Triumph Daytona, der ja sowieso vergleichsweise mehr Platz hat, weil schon eine Duplex-, oder Triplexkette dort vorgesehen, wo es beim Atlas eine einfache Kette tun muss. Bei den alten Nortons ist für einen anständig breiten Riemen der Platz einfach nicht da. Ausserdem ist ja der Daytona ein Unit, heißt schon mal achsparallelität, weil hoffentlich ein genau bearbeitet Motor/Getriebegehäuse. Diese Achsparallelität muss man bei den Nortons erst mal sicherstellen und da geht's halt schon an. Der einfachen Rollenkette ist das relativ egal.

Gruß. Martin.
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