Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Norton »

Norton Motors hat geschrieben:Klaus,
Theoretische Überlegungen in allen Ehren, aber über zigtausende von km hab ich noch nie ne Lichtmaschine verraucht. Auch wenns der teutsche Wissenschaftler mit seinem Rechenschieber sicher nicht gerne hört, aber bei englischen Motorradherstellern ist praktisch erprobt worden. Also reichen ganz offensichtlich die angegebenen 0,2 bis 0,25mm Luft.

Vielleicht solltest Du Dich mal mit Bob Rowley unterhalten, und ihn einige Schwänke aus seinem Testfahrerleben mit Commandos- und später Wankels- erzählen lassen. Sehr informativ, z.B. auch der Tip, wie man ein AMC-Getriebe in maximal 50m(!) Fahrstrecke in Schrott verwandeln kann- jedes. An jedem damit ausgerüsteten Motorrad. Ihn mal bei vereister Straße am Morgen mit einer "Commander"-Wankeltourer gewollt querstehend von der Landstraße ins Werkstor einbiegen zu sehen gehört zu den Höhepunkten meiner Erinnerungen ans Norton-Werk in Shenstone.

Was die hochgelobten einteiligen Wellen angeht, so ist man davon in "Grab the Flag"-Kreisen- die bekanntlich keine Gleichgültigkeitsveranstaltungen, wie beim Veteranen-Fälscher-Verband, sondern nach dem Motto "Wer Erster im Ziel ist", fahren- ziemlich schnell nach mehreren KW-Brüchen dieser tollen Teile wieder abgekommen. Die Norton-Originalwelle hat bekanntlich als Kurbelwangen Schmiedeteile, während die hochgelobten einteiligen Wellen von Herrn Nahrhaft vom Drehstahl überraschte, unstrukturierte Stahlrohlinge sind, in denen der Strangverlauf rein zufällig, und vom Drehstahl des englischen Meisters rüde unterbrochen ist. Drum machts da gern mal "kracks!".

Mein "Fastbäck" Fraaaanzi fährt seit Jahren Grab the Flag mit der Originalwelle in seiner 750er Commando, ist der schnellste Commandofahrer, den ich bisher auf der Rennstrecke gesehen habe, dreht im Eifer des Gefechts auch mal bis 8.500U (Kröber-Drehzahlmesser). Er hat bis heute keinen KW-Schaden gehabt.

Übrigens- zum "teutschen Wissenschaftler mit Rechenschieber" noch ne Annekdote: Ich sollte mir im Jahr 1990 im Auftrag von Philippe LeRoux, des damaligen Norton-Chefs, mal die "Wankel RD" in Lindau ansehen, da Norton mit diesem Rest der alten Mitarbeiter vom seeligen Felix einen Entwicklungs- und Kooperationsauftrag abschliessen wollte.
Ich fuhr also auf Norton Commander Wankeltourer hin, sah mir die Spielwiese verwirrter Wissenschaftler, die von BMFT ernährt wurden, an, und endete schließlich im Büro des großen Oberwissenschaftlers. Der fragte mich, mit was ich da wäre, und rechnete mir dann auf seinem Rechenschieber (tatsächlich! Vor-Computer-Ära!)vor, daß ein Wankel mit 588ccm Kammervolumen maximal 65 PS haben kann. Ich sagte: "Ein Glück, daß die Briten so unwissend sind! Das Motorrad da draussen hatte letzte Woche beim TÜV 85Ps, und die Werksrennmaschine dürfte bei 110-120PS liegen!"

Ich habe LeRoux dann von der Zusammenarbeit abgeraten. Meine Hochachtung vor deutschen Ingenieuren und Wissenschaftlern hat sich von dieser Erfahrung nur mühsam berappelt. Frei nach dem Motto meiner eigenen Wissenschaft "Ich glaube nur die Statistiken, die ich selber gefälscht habe". Oder den Erfahrungen, die ich selber gemacht habe.
In der Bodenseegegend gibt es einen sehr schnellen Norton Mann auf einem Federbett mit scharfem 750er Motor und Schafleitnergetriebe. Mit dem Getriebe hatte er mal Probleme, an einer Autobahnsteigung ist ihm unter Vollast der sechste Gang rausgesprungen, wieder reingetreten und wieder ans Gas, Gang wieder raus, Motor geplatzt! Die Schwungscheibe hatte es zerrissen, ein großes Teil hinten zum Gehäuse raus und ins Getriebe rein. An dem Motorrad waren auch Chronometrics, wenn man auf Null in einem Schritt runterfährt, bleiben die ja dann auf dem letzten Wert stehen. Der Drehzahlmesser war dann bei 9500 U/min stehen geblieben!
Wo bitte haben diese Kurbelwellen dann ein Problem?!?
Immerhin sind sie ja so gut, daß man sie auch in BSA und Triumph Gehäuse rein baut.
Aus welcher Zeit stammt denn die Grundidee dieser Welle? Dann schaue man sich mal alle anderen Kurbelwellenkontruktionen aus dieser Zeit bis ca 1970 an. War da eine Welle unterm Strich besser (war da überhaupt irgendein Motorrad unterm Strich besser)? Stichwörter: BoxerBMW und Tonnenlager, Zündapp und geteilte Pleuel, BSA und rechtes Hauptlager, Yamaha XS 650 und zu kleine Hauptlager, AJS und Streichholzschachtel mit Mittellager und Wellenbruch, alle Italiener mit Nadellagerpleueln und dichten Ölkanälen........ Die Liste könnte man noch lange fortsetzen.
Immerhin konnte man mit der geschmiedeten und geschraubten Welle durchaus erfolgreichen Rennmotorräder wie den Domiracer und all die anderen RennDomis inkl Dunstall bis zu den RennCommandos bauen. Die Kurbelwelle war dabei nicht das ungelöste Problem.

@Tim: nicht alles schlechter Reden, als es ist. Und komm mir jetzt nicht mit deinen Harleys!
Vielleicht haben die Norton Wellen einfach nicht gewußt, wie schlecht sie sind und irgendjemand sollte denen das mal sagen. Peter Weigel hat auch immer über diese Kreaturen rumlamentiert.


Gruß. Martin.
Jung sein ist keine Frage des Alters.
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Towner
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Towner »

Hallo,

hier in diesem Thread geht es doch um einen schleifenden Lichtmaschinenrotor und da ist eine krumme Kurbelwelle als Ursache wohl sehr unwahrscheinlich. Man kann jetzt natürlich über die Qualität von Kurbelwellen im speziellen und auch allgemeinen diskutieren. Das tut aber nichts zur Sache. Und wenn das tatsächlich der Fall wäre, dann wäre es ein Phänomen, wenn es erst durch den schleifenden Lima-Rotor auffällt. Da könnte dann auch eher das Hauptlager der Übeltäter sein und das macht sich auch anderes bemerkbar.

Ralf
Ledinger
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Ledinger »

Hallo
Ich denke auch nicht, dass es an der Kurbelwelle oder dem Hauptlager liegt, da der Stator nur auf einer Stelle abgeschliffen ist. Bekomme aber nächste Woche den Abzieher für das Ritzel auf der Kurbelwelle. Werde mir das dann von Grund auf ansehen. Meiner Meinung nach kann es eigentlich nur an den drei Alustummeln des inneren Primärkastens liegen. Verscheiben lässt sich der Deckel am Motot nicht wirklich. Wäre vermutlich auch zu unsicher bei den Vibrationen. Werde also versuchen einen anderen Deckel aufzutreiben oder halt die Bohrungen des Stators entsprechend anzupassen.
Gruß
Ewald
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Klaus Monning
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Klaus Monning »

Guten Aband zusammen,
so, jetzt fühle ich mich aber von mehreren Seiten angegriffen und deshalb muss ich ja auch reagieren. Joe, ich bin weder Wissenschaftler, noch vollendeter, ausgebildeter Ingenieur sondern nur einfacher Masdchiennbau - Techniker mit ein bischen Zusatzwissen und Erfahrungen als Konstrukteur im dem Werkzeugmaschinenbau insgesamt etwa 35 Jahre. Ach ja, irgendwann machte ich während einer Arbeitslosigkeitsphase auch noch den 2-Rad- Mechanikermeister. Als Konstrukteur musste ich mich zwangsläufig auch mit Vorrichtungsbau und Konstruktion von Kurbelwellen aus dem Automobilabu auseinandersetzen. Mein Job war es unter Anderem Kurbelwellen- Schleifmaschinen zu konstruieren. Glaub' mir also, dass ich weiß wie Kurbelwellen auszusehen haben.
Wenn ich richtig gelesen habe, wollte man beim Einstieg in die Commando- Fertigung auch eine Schmiede kaufen um einteilige Kurbelwellen- Rohlinge zu schmieden. Es war wohl nur kein Geld dafür da. Man hätte damals aber eigentlich nur in ein Schmiede- Gesenk (ist für uns Normalverbraucher auch zu teuer aber Norton hätte sich das leisten können) investieren müssen. Schmieden hätte man die Kurbelwelle auch bei einer anderen Firma (bei uns in D. hätte das z. Bsp. Alfing sein können). Es wären maßhaltigere Kurbelwellen und letztendlich auch noch preisgünstigere Wellen zu Stande gekommen, da man bei der Fertigung ja nicht 3 verscheidene Teile sehr präzise hätte bearbeiten müssen.
Ich habe irgendwann, irgendwo ja auch schon einmal geschrieben, dass man es heute durchaus beherrscht einteilige Wellen aus Stahl (z. Bsp.
34 CrAlMo 5 oder 30 CrNiMo 8) zu gießen. Die hätten dann auch die notwendige Festigkeit und wären auch elastisch genug. Das eine aus dem vollen herausgedrehte Welle etwas unglücklich ist, kann ja sein, aber im Moto Cross ist meines Wissens nach keine gebrochen.
Martin, zu den angeführten Beispielen kenne ich vor allem das Beispiel KS 601. Die hatten in der Tat Probleme mit Ihren gebrochenen Nadellagerkäfigen, allerdings nur, wenn die Pleuel nicht wie im Wst.- Handbuch beschrieben, nachgesetzt wurden oder, nach dem Schleifen, wenn die Schleifscheibe zu stark abgenutzt waren, nicht abgerichtet wurde oder die Radien zu groß gewählt wurden. Dann haben die Nadeln nämlich nur noch auf den Kanten getragen, was natürlich tödlich war. Im Übrigen durfte Zündapp damals keine gepressten Wellen à là BMW bauen. BMW hatte sich das patentieren lassen. So musste Zündap damals die Kröte schlucken. Gleitlager traute man sich aus irgendwelchen Gründen damals nicht einzusetzen, möglicherweise meinte man wie heute noch viele "Fach"- Leute das der gesamte Öldruck im Gleitlager nur von der Ölpumpe aufgebracht werden muss. Woher ich das weiß? Mein Vater (heute 89Jahre alt) war in seinem Leben ca. 15 Jahre lang "Elefanten"- Treiber und kannte sich aus, da er ja seine Motoren selbst überholte.
Übrigens, explodiert sind die Schwungmassen nicht nur am Bodensee, sondern auch bei Rennen z. Bsp. in Schleiz vor einigen Jahren. Auch habe ich von solchen Fällen aus England gehört.
Tja, warum werden Nortonwellen bei BSAs und Triumphs eingebaut? Nicht, weil sie besser halten, sondern weil die Besitzer mehr Hubraum über den Hub holen wollen.
Eine BSA mit dem linksseitigen Gleitlager gibt deswegen gerne seinen Geist auf, weil schlicht der Durchmesser zu klein ist oder die Lager nicht zueinander fluchten. Man war damals bei BSA wohl noch nicht soweit um den hydrodynamischen Druck innerhalb eines Gleitlagers richtig berechnen zu können.
Und Matchless? Das Gleitlader in der Mitte ist schicht zu klein geraten. Für die 500er und die 600er hat die Welle ja gehalten. Man meinte bei AJS/Matchless damals, man könne einfach den Hub vergrößern, hatte aber wohl nicht bemerkt, dass damit die Überdeckung zwischen Hub- und Hauptlager sehr ungünstig wurde. Sprich, die Welle war nicht mehr so steif wie bei den kleineren Motoren. Dann machte es öfter mal "kracks".
Das zweite Problem war wohl auch, da auch bei diesen Motoren das Lager zu klein war, war die Umfangsgeschwindigkeit im Lager zu gering um einen genügend hohen hydro- dynamischen Druck aufzubauen. Ich hab' dazu im Bereich "Matchless" auch was geschrieben. Schaut 'mal nach unter Neufertigung Kurbelwelle.
Nun gut, es gibt für jeden Ausfall eines Motors ganz normale Gründe. In der heutigen Zeit sollten man nicht auf die alten Fehlleistungen der Hersteller achten, sondern versuchen Lösungen zu finden, die besser sind als die alten und darüber wie man das machen kann, sollten wir diskutieren und nicht, wer nun recht hat, oder ob etwas notwendig ist oder nicht. Im Übrigen, ich hatte es schon einmal geschrieben. Die Norton ist ein wunderbares Motorrad, bis heute. Das heißt aber noch lange nicht, dass es nichts zu verbessern gäbe und die Kurbelwelle gehört jedenfalls dazu. Joe, gibt es eigentlich neue Wellen für die Nortons, abgesehen von den Schmiedeteilen (und kompletten Wellen), die Steve Maney anbietet?
Tut mir leid. hatte wieder nichts mit dem Lima- Rotor zu tun. Ich musste das nur noch gerade rücken, damit keine Missverständnisse aufkommen.
Gute Nacht zusammen.
Gruß
Klaus
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Tim
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Tim »

Norton hat geschrieben:@Tim: nicht alles schlechter Reden, als es ist.
Man muss es aber auch nicht besser reden als es ist. Der 49er Dommie-Motor war für seine Zeit mit Sicherheit adäquat, was Fertigung und Leistungsfähigkeit angeht. Nur wäre schon damals kein Konstrukteur mehr darauf gekommen, für den Spochtbetrieb einen Reihenmotor mit weniger als einem Hauptlager mehr als Zylinder zu konstruieren. Dass das Wissen um Hochleistungsmotoren in GB allgemein und auch bei Norton vorhanden war, steht IMHO außer Zweifel. Es muss also einen anderen Grund gegeben haben, den Dommie-Motor so zu bauen, wie er gebaut wurde. Ach, richtig, die Kiste war ja zum Geldverdienen gedacht. Bis jemand auf die Idee kam, mit dem Ding Rennen fahren zu wollen, dauerte es ja noch eine Dekade. Der Commando-Motor war dann ein in die Jahre gekommener Anachronismus, und das hat ja nun nachvollziehbar sogar das Werk selbst so gesehen. Warum er trotzdem gebaut wurde, ist auch klar, und weswegen das nicht die beste Idee hinsichtlich des Fortbestehens der Marke war, IMHO auch.

Die ganzen Geschichten um wackere Altvordere, die mit antiquierter Technik alles in Grund und Boden fahren, mögen sich ja ganz nett anhören, aber sorry, sonderlich beeindruckend finde ich das nicht. Zum einen halte ich davon einiges für Kradlerlatein, zum anderen ringen mir diese mühsam antrainierten Motorleistungen berufsbedingt nur ein müdes Lächeln ab. Ein Maney-Motor tummelt sich bei 100PS + 'nbüschen Literleistung und ist auf der Straße dann unfahrbar -joh, zur Kenntnis genommen, aber was wurde wem damit bewiesen?

Und Du hast glaube ich nicht verstanden, was ich mit "konsequent schlecht" meinte: Die Norton-Wurbelkelle kann an den Flanschflächen nicht mehr reißen, weil sie da eben Flansche hat oder etwas pointiert ausgedrückt eben keinen durchgehenden Faserverlauf mehr hat, anders als die einteiligen Wellen (und bei dem Umformfaktor ist es auch schnuppe, ob die geschmiedet oder aus dem Vollen gespant sind). Ich vermute einfach, dass dieser Umstand dem Ding bei hohen Drehzahlen hilft und die Anpresskraft in den Flanschen und die Schraubenkräfte umlaufend drastisch varieren. Bei richtig hohen Drehzahlen (was man so hoch nennt, 9600 dreht anderswo ja nunmal die Nockenwelle, auch beim Einzylinder....) dürften die Dinger, wenn ich mir ähnliche Konstruktionen ansehe, mit denen ich zu tun hatte, ordentlich Fretting in den Flanschflächen fahren. Die Reibverluste durch den Flex aller beteiligten Bauteile dürften auch drastisch sein, sonst müssten da mehr als läppische knapp 120PS "im Renntrimm" rauszuholen sein, auch beim OHV-Zweiventiler mit Versagern.

Was Du mit der Aussage, dass die "Schwungmasse die Welle streckt" sagen willst, ist mir in dem Zusammenhang auch nicht klar. Wenn die Wurbelkelle bei hohen Drehzahl wirklich nicht so stark auslenkt, gibt es dafür exakt eine Erklärung - nämlich dass der Rotor seine erste Biegeeigenfrequenz durchfahren hat und auf dem Weg in die zweite ist, bei der die Unwucht etwas arg vereinfacht gesagt auf dem Weg zur anderen Seite der Drehachse ist. Überkritische Auslegung eines Rotor ist an sich nicht schlecht, bei einer Wurbelkelle mit den ganzen dran rumbiegenden Kräfte aber eher so naja. Bocksteif, korrekt unterstützt etc. wär mir prinzipiell lieber, nur schüttelt es dann so arg, das soll ja bei dem Streichholzlosen-Twins so sein. Und wozu das im Endeffekt führt, sieht man an der F800 und ihrem Massenausgleich.
Und komm mir jetzt nicht mit deinen Harleys!
Ich weiß, es darf nicht sein, was nicht sein darf. Aber keine Angst, auch an den Kisten gibt es genug Details zum Kopfschütteln, das würde heute keiner mehr so machen. Ach, neben der E-Glide parkt seit ein paar Tagen die Streetglide eines Garagenkollegen - und Überraschung, die Jungs machen das heute auch gar nicht mehr so wie damals. :mrgreen:

Der Witz ist, daß viele meiner Kollegen sowohl bei meinem vorherigen als auch bei meinem derzeitigen Arbeitgeber alte Kräder fahren, mein Ex-Chef hatte ein Faible für Rundmotor-Ducs, ein Abteilungsleiter hier fährt eine 70er Bonnie und eine 68er Sporty (hat also den direkten Vergleich und attestiert der HD durchweg bessere Konstruktion und Verarbeitung...), unser Ex-Werkstattchef eine Vincent, zwei Pre-Unit-Umphs und eine Knucklehead (und sagt dasselbe), ein anderer restauriert Ariels, einer der beiden F1-Projektleiter an meiner vorherigen Wirkungsstätte steht auf 70er-Jahre-Zwiebacksägen etc. Irgendwie stehe ich mit meiner Meinung bzgl. Mittellager-loser P-Twins da nicht grade allein da - und das schockierende daran ist, dass das nicht nur Inschenjöre sind, nein, auch Handwerxmeister. :surpris:


Tim
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Tim »

Klaus Monning hat geschrieben:Das eine aus dem vollen herausgedrehte Welle etwas unglücklich ist, kann ja sein,...
Ist es nicht, im Gegenteil. Der Umformgrad bei geschmiedeten Wurbelkellen ist zu hoch, als dass es einen echten Vorteil hätte, anders als bei Pleueln. In der Großserie hat Schmieden aus Kostengründen seine Berechtigung und konkurriert da mit Guß, bei Kleinserien nicht - selbst wenn die Kosten eine nur untergordnete Rolle spielen. Bei dem Aufwand, der bei Rennspochtwellen getrieben wird, liefen die Kosten für das Gesenk u.f.l.


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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Towner »

Klaus Monning hat geschrieben:... jetzt fühle ich mich aber von mehreren Seiten angegriffen und deshalb muss ich ja auch reagieren. ...
Hallo Klaus,
die Kritik richtet sich nicht an deine Kenntnisse, sondern dass es an der falschen Stelle präsentiert wird. Hier bittet jemand um Rat bzgl. eines schleifenden Limarotors und wird mit Kurbelwellenproblemen konfrontiert. Der Bursche ist nun schon so verunsichert, dass er den Primärtrieb demontieren will.
Das Thema mit den Kurbelwellen mag ja interessant sein, aber warum macht ihr dafür keinen eigenen Thread auf ?

Gruß
Ralf
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Towner »

Ledinger hat geschrieben:...Bekomme aber nächste Woche den Abzieher für das Ritzel auf der Kurbelwelle...
Hallo Ewald,

ich würde da die Finger von lassen, wenn Du nicht gerade die Primärkette wechseln willst. Diese Ritzel können verdammt fest sitzen. Wenn Du dein Gewissen bzgl. der Kurbelwelle beruhigen willst, kannst Du einfach einen Schraubenzieher o.ä. so an einem der Bolzen befestigen, dass er mit der Spitze fast den Rotor berührt. Wenn Du dann den Motor drehst, kannst Du sehen, ob die Welle unrund läuft. Wenn das ok ist, würde ich das Thema vergessen und mich eher auf die Lima konzentrieren.

Edit: Wenn Du Pech hast, tritt das gleiche Problem beim nächsten Primärkasten auch auf. Wenn der Kasten sonst ok ist, würde ich mir das Geld sparen (nur meine Meinung).

Gruß
Ralf
Zuletzt geändert von Towner am Montag 16. April 2012, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Tim »

Towner hat geschrieben:Das Thema mit den Kurbelwellen mag ja interessant sein, aber warum macht ihr dafür keinen eigenen Thread auf ?
Mein damals frisch von einem gut beleumundetem Profi gemachter Motor hat beim relativ harten Beschleunigen bergauf den Rotor in die im Stand perfekt ausgerichtete LiMa gezogen und das Licht ausgemacht (weil Kurzschluss), für mich ist das Thema nicht wirklich getrennt zu betrachten.


Tim
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Towner »

Atlas750 hat geschrieben:
Towner hat geschrieben:Das Thema mit den Kurbelwellen mag ja interessant sein, aber warum macht ihr dafür keinen eigenen Thread auf ?
Mein damals frisch von einem gut beleumundetem Profi gemachter Motor hat beim relativ harten Beschleunigen bergauf den Rotor in die im Stand perfekt ausgerichtete LiMa gezogen und das Licht ausgemacht (weil Kurzschluss), für mich ist das Thema nicht wirklich getrennt zu betrachten.


Tim
Das mag ja durchaus möglich sein. Aber welchen Rat willst Du jetzt jemandem geben, dessen Lima-Rotor schleift ? Am besten sofort selbst den Motor komplett zu zerlegen und die Kurbelwelle von einem nicht beleumundeten Profi feinwuchten zu lassen ? Oder geht es hier nicht darum, jemandem einen Rat zu geben ?

Ralf
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jan
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von jan »

Könnte man den Stator nicht in Federn aufhängen, die so angebracht sind, dass sie sich immer im gleichen Rhythmus verformen wie die Kurbelwelle bzw. der Rotor? Und dabei jeweils in die selbe Richtung schwingen wie das eiernde Kurbelwellenende?

Eine andere Idee von mir wäre es, auf den Rotor so kleine Abstandshalter aufzubringen. Vielleicht 6 bis 8 Stück, gleichmäßig über den ganzen Umfang verteilt. Ich will das optisch mal am ehesten mit Wankel-Dichtleisten vergleichen.
Mir schwebt etwas aus nicht-leitendem, aber hoch abriebfestem Material vor, z.B. Teflon oder so.

Findet Ihr nicht, dass das tolle Ideen sind? (Werd´ das demnächst mal an der kleinen Matchy ausprobieren, die krankt ja an der selben Konstruktion... ) :irre:

Cheers, Jan
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Uli »

Uiuiuiui, ich glaub´da krankt was anderes.... :-k

Aber hallo, jetzt wissen wir auch, warum die Wurbelkelle im englischen Crankshaft heisst! :shock:

Aber prinzipiell: Zwischen Stator und Rotor, ganz außen, ein zusätzliches Stütz(Kugel?)lager hätte schon was.
Da wär halt noch die Schmierung...

Hach, was gibt es nicht noch alles zu verbasteln an unseren herrlich unperfekten Kisten....
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Tim »

jan hat geschrieben:Werd´ das demnächst mal an der kleinen Matchy ausprobieren,...
:ideadev: :bindafür: :biggthumpup: :yau:

Statt Teflon würde ich diamantberieselte Hartmetallleisten vorschlagen, da ist die Abtragsrat^h^h^h^*gleitfähigkeit höher. :twisted:
....die krankt ja an diversen Konstruktionen...
Du hast Dich zwar leicht verschrieben, was ich in meiner unendlichen Güte selbstredend korrigiert habe, aber immerhin ist ja nun eine gewisse Einsicht gegeben. :mrgreen:


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Nörtn ut stall
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Nörtn ut stall »

Eine andere Idee von mir wäre es, auf den Rotor so kleine Abstandshalter aufzubringen. Vielleicht 6 bis 8 Stück, gleichmäßig über den ganzen Umfang verteilt.
Äh .... ja, ... nee , ich mach das beie Atlas genau so. Allerdings nur mit 3 oder 4 Stück im gleichen Winkelabstand. Biegsame Plastikstreifen ca. 1x5 cm mit Schlödelfeile vorne schräg anfeilen. Stator leicht auf die Bolzen setzen. Die Plastikeile zwischen Rotor und Stator reinschnäbeln und versuchen, dass der ganze Kram gleichmäßig rein kompt. Wenn nicht, sind die Streifen zu dick oder sie lassen sich mit leichtem Tickern reindängeln. Mit den reingeflutschten (nahe bis zum Ende des Rotors) Abstandsstreifen wird der Stator angezogen. Dann werden die Streifen mit Zange rausgezogen. Dann mittels Fühlerlehre in den Zwischenraum stochern und guckn, ob Platz genug ist. - Feddich ! :zwinker:

Nörtn
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Re: Lichtmaschine nicht mittig auf Rotor

Beitrag von Norton Motors »

Kinnings,
Die ständig kaputte Lima dank besoffen taumelnder Kurbelwelle widerspricht meiner geringen Erfahrung mit Norton Commando Motoren diametral. Das ist in der Praxis- sorry Tintin- ein mir de facto unbekanntes Problem. Wenn alle Commandos das hätten, hätte mir das in meiner nicht geringen Fahrpraxis und in über 3 Jahrzehnten Ersatzteilhandel und den damit verbundenen Kundengesprächen doch eigentlich auffallen müssen? Denn merke: Der Händler hört immer nur die Katastrophen- die anderen Kunden fahren einfach.

Und wenn Ihr nicht glaubt, wie wir unsere Commandos auf der Rennstrecke mißbrauchen, und wie die sich standhaft weigern, Schwungscheiben und ähnliches auseinandergyroskopierend von sich zu werfen, kommt mal zu ner Grab-the-Flag Veranstaltung und schaut zu oder, noch besser, fahrt mit.

Was man mit den heutigen Möglichkeiten, und unter Hintanstellung aller Kostenerwägungen, alles Tolles kann, ist ja herzallerliebst! Und daß Hardly Dangerous jetzt- nachdem da einige ehemalige Norton-Mitarbeiter nach dem Rechten gesehen haben- sogar Motorräder bauen kann, die zuverlässig bis zu 60PS bei lächerlichen 1380ccm abliefern, ist zweifellos bewundernswert, und ich höre es natürlich gern.

Nichtsdestotrotz braucht Ihr nicht immer wieder die Commando neu zu konstruieren. Die funktioniert nämlich auch so. Natürlich war sie ein von der Betriebswirtschaft diktierter fauler Kompromiß, aber sie ist bis heute der beste faule Kompromiß, den ich kenne, und macht mir bis heute- nach 35 Jahren- immer noch tierischen Fahrspaß. Wenn Ihr mal wieder mehr fahrt (Commando!) statt nur drüber zu posten, werdet Ihr's vielleicht auch wieder erhaschen. Und glaubt mir- wenn ich morgen früh mit der Signal Orange Roadster nach Afrika müßte, würde ich heute abend nur noch nach Öl und Benzin sehen und morgen früh einfach losfahren. Mit der Gewißheit, ohne großen Stress anzukommen. Und mit der ersten Lichtmaschine und der ersten Schwungscheibe..... ;-D
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