Seite 2 von 4

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Donnerstag 22. März 2012, 09:35
von Norton
speedtwin hat geschrieben:
Norton hat geschrieben:...Eine Quelle für Wolfram hatte ich damals nicht...
:shock: :shock: :shock: :-k
Das war um 1995. Internet und Computer waren für mich damals noch fremde Welten.


Bei Manxen hab ich schon Headsteadies mit einer einstellbaren Zugstrebe gesehen, was hatte es eigentlich damit auf sich. War das nur als Einstellmöglichkeit vorgesehen, oder hat man damit die Einbaulage richtig vorgespannt? Meines Erachtens sollte man das Ganze doch möglichst spannungsfrei zusammen bauen.


Gruß. Martin.

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2012, 19:41
von Malzi
Hallo Zusammen!

Nach ewiger zeit des rumtüftelns habe ich mich entschlossen meinen Atlas Motor auf zu machen..
Tja und dann ist mir auch klar geworden warum sie ab einer gewissen Drehzahl so zum vibrieren anfängt.
Der Vorbesitzer hats gut gemeint und 2 Stk Carillo eingebaut. und die Schwungmasse ziemlich wüst verbohrt.. siehe anhang.
Jetzt habe ich mal so rumgerechnet und ein Meistergewicht gebastelt (84% Wuchtfaktor) und siehe da , die Schwungmasse sollte im bereich der Hubzapfen noch immer leichter werden.. Weiss nur nicht wo ich noch was nehmen kann (soll).. Hat jemand von euch erahrung mit Carillos im Atlas Motor, bzw wie habt ihr dan das mit dem Wuchten hingebracht.

Danke
Thomas

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2012, 20:02
von Tim
Malzi hat geschrieben:Tja und dann ist mir auch klar geworden warum sie ab einer gewissen Drehzahl so zum vibrieren anfängt.
Sorry, aber das Teil ist IMHO schrottreif mit all den schönen Kerben im Guss. Wenn Du weniger Vibrationen willst, nimm keine Carillos (neue Schmiedepleuel gibt es ja seit einigen Jahren), die sind nunmal unasuweichlich schwerer und der Wuchtfaktor bestimmt nunmal nur, in welche Richtung das Ganze vibrieren soll. In meinen Commando- und in der Atlas-Welle sind nur relativ kleine Wuchtbohrungen drin.

IIRC warst Du doch sehr versiert in mechanischer Bearbeitung, kannst Du Dir eine Schwungmasse selber bauen? Oder jemand fragen, der sich mit sowas auskennt? Schau mal auf Hartmut Weidelichs Homepage, er baut ein eigenes Mittelstück, IMHO mit durchaus sinnvollen Ideen dahinter.

Ansonsten bliebe noch, die Schwungmasse außen zu erhöhen mit Wolfram-Inserts, was aber kostspielig ist - und in die Welle bzw. Schwungmasse würde ich nix mehr investieren. Sich lösende Wolrfram-Blöcke kommen auf saublöde Idee, da' man für.


Tim

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2012, 21:05
von Norton
Hallo Thomas.
Schöne Schei...e!
Ich fahre Atlas mit 84 % und Carrillos schon seit fast 20 Jahren. Läuft einwandfrei.
Die Schwungmasse würde ich auch als erledigt betrachten. Was für ein Grobmotoriker war denn das?
Das große Gegengewicht in die Welle reinzubekommen geht nur, wenn man die Gegengewichtseite schwerer macht. Ich hab das damals mit vielen Bohrungen Durchmesser 10,25 mm, aufgefüllt mit Blei und verschlossen mit M12 Madenschrauben gemacht. Blei ist aber nicht die beste Lösung, weil eben nicht viel schwerer als das Eisen der Schwungmasse. Wolfram bringt da wesentlich mehr. Eine Quelle für Wolfram hatte ich damals aber nicht. Später hab ich dann mal einen Wolframstab mit 10 mm bekommen. Eine Commandowelle für einen Freund hab ich damit umgewuchtet. Die Bohrungen hab ich da aber nicht radial, sondern achsial in die Schwungmasse gebohrt und den Stab jeweils ca 0,5mm zurückstehen lassen und die Bohrung von aussen verstemmt.
Ich hatte auch Kontakt mit einem Norton Mann aus der Salzburger Gegend. Der hatte eine Wasp mit Norton Motor, auch auf 84% umgewuchtet. Der hat damals auf die Schwungmasse was aufgeschweißt. Für Gußschweissen hätte ich in Nürnberg eine Addresse.
Haben die Carrillos Spritzbohrungen wie die orginalen Pleuel? Ohne geht das sowieso schief.

Gruß. Martin.

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2012, 21:24
von speedtwin
Norton hat geschrieben:Wolfram bringt da wesentlich mehr.

Gruß. Martin.
:ebiggrin: :halloatall: =D> :mrgreen:

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2012, 21:31
von Wuselwahnwitz
....eines Tages wird Speedy alles auflösen.... 8)

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2012, 22:48
von Norton Motors
Das mit dem Wuchten war der Grund, warum Winkelmännchen m.W. nur einen Motor damit gebaut hat, und dann keinen mehr. zumal die Sonderpleuel angesichts der Haltbarkeit der Serien-Commando-pleuel nötig sind, wie ein Nagel im Knie, und außer mehr Masse am oberen Ende gegenüber den serienpleueln nur wenige weitere Nachteile haben.
Was (unzerschweizerte) Schwungmassen angeht- kann sein, daß wir (Andover Norton) noch was haben- müßte ich nachsehen.

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Mittwoch 5. Dezember 2012, 06:48
von Tim
speedtwin hat geschrieben: :ebiggrin: :halloatall: =D> :mrgreen:
Darf ich Tungsten zu Dir sagen? :mrgreen:


Tim

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Mittwoch 5. Dezember 2012, 07:01
von Tim
Norton hat geschrieben:Das große Gegengewicht in die Welle reinzubekommen geht nur, wenn man die Gegengewichtseite schwerer macht.
Martin (Nicht DER Martin, der andere!): Hast Du eigentlich nur in der Mitte was draufgepackt oder auch die äußeren Kurbelwangen "aufgelastet"?

Thomas: Hier ist noch ein Foto von Hartmut Weidelichs 905er-Projekt bzw. -Wurbelkelle. Unter Produkte -> Norton findest Du auch einen Schwungmassenumbau, allerdings passt der nicht zu den Carillos, deucht mich.

Masse an den Kolben und Pleuelaugen zu sparen, reduziert die Vibrationen allerdings am zuverlässigsten. Wie sind denn Deine Budgetvorstellungen so generell? :pfeiffen: :mrgreen:


Tim

P.S.: Jaja, ich weiß: Jehova. 8)

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Mittwoch 5. Dezember 2012, 10:01
von Norton
Ich hab nur in der Mitte was draufgepackt. Logischerweise müßte man den Wangen auch mehr Gegengewicht verpassen. Andersrum sind aber die Wangen der 650er und Commandomotoren auch nicht kleiner.


Gruß. Martin.

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Donnerstag 6. Dezember 2012, 12:38
von Klaus Monning
Norton hat geschrieben:Ich hab nur in der Mitte was draufgepackt. Logischerweise müßte man den Wangen auch mehr Gegengewicht verpassen. Andersrum sind aber die Wangen der 650er und Commandomotoren auch nicht kleiner.


Gruß. Martin.
Hallo zusammen,
habe gerade Mittag und kann hier auch noch was dazu betragen:
An den Hubwangen etwas draufpacken? Warum? Wenn ich dynamisch wuchte, sollte es eigentlich keine Taumelbewegungen, hevorgerufen durch Massenmomente mehr geben. Immerhin haben wir es bei unseren Motoren ja mit 360°- Twins zu tun. Wenn man 90° oder auch 270° versetzte Hubzapfen hätte, gäbe es das Problem der Massenmomente und der daraus resultierenden Vibrationen. Noch etwas zum Gewicht aufpacken. Ich habe mir die Schwungscheibe von Weidelichs Motor einmal angesehen. Hier haben wir ja überhaupt keine Gegengewichte mehr an der Schwungmasse. Reicht das beigepackte Gegengewicht an den beiden Wangen überhaupt aus? Ich denke, es gibt 2 Möglichkeiten:
1.) Eine komplett neue Schwungmasse aus Vergütungsstahl in die Mitte setzen und dann alles gemeinsam auf 83 - 85% oszillierender Masse wuchten. Die rotierende Masse wird ja eh' zu 100% gewuchtet. Solche Schwungmassen gibt es bei Maney. Ich glaube ich hatte es schon einmal gesagt. Die sind mir aber viel zu leicht. Wer weiß was wir uns noch alles für Schwingungen einhandeln wenn wir eine sooo leichte Schwungmasse haben. Ich habe eine Schwungmasse einmal gezeichnet aber nie gefertigt. Wer will, kann die Zeichnung haben.
2.) Die 2. Möglichkeit ist die Nourish- Welle. Die ist auf Grund Ihrer Konstruktion so ausgelegt, das wir in jedem Fall genug Gegengewicht an der mittleren Schwungmasse haben. Ich habe eine solche Kurbelwelle mit 91mm Hub bei mir eingebaut. Die hatte ich einmal statisch mit etwa 78% gewuchtet (Das war allerdings noch mit Kurzhub - Stahlpleuel und kurzen Mahle- Kolben). Das Ding vibriert bis etwa 6000U/Min. so gut wie garnicht. Aber danach, selbst bei meiner jetzt gummi- gelagerten Commando vibrierts mir die Füsse von den Rasten. Ich werde also, wenn ich den Motor wieder einmal draußen habe noch einmal nachwuchten müssen. Bis dahin beschränke ich mich halt auf die eben erwähnten 6000U/Min. Im Übrigen: wenn man bedenkt, was es für einen Aufwand betreibt um die Wangen aufzufüttern oder eine komplette Schwungmasse zu verbohren wie oben gesehen frage ich mich ob nicht eine Nourish- Welle eine gute Alternative wäre.
Übrigens Weidelich hat auch eine Leistungkurve bei seinen Bildern. Dieser Motor hat ein sehr schönes Drehmoment bis etwa 6000U/Min. Danach fällt der genau so abrupt in den Keller wie meiner trotz großer Ventile (42/38mm) und S2- Nocke. Hier haben wir noch einiges an Arbeit zu leisten.
So, ich muss weiter schaffen.
Gruß
Klaus

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Donnerstag 6. Dezember 2012, 12:48
von Tim
Klaus Monning hat geschrieben:An den Hubwangen etwas draufpacken? Warum?
a) um überhaupt ausreichend Masse unterzubringen und b) um nicht alle zusätzlichen Massenkräfte mittig einzuleiten und dem eh schon gebeutelten Hubzapfen das Leben noch schwerer zu machen.


Tim

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Donnerstag 6. Dezember 2012, 16:10
von Klaus Monning
a) um überhaupt ausreichend Masse unterzubringen und b) um nicht alle zusätzlichen Massenkräfte mittig einzuleiten und dem eh schon gebeutelten Hubzapfen das Leben noch schwerer zu machen.


Tim[/quote]

Hallo Tim,
verstanden, Euer Ehren. Wenn man dann genug Gewicht auf die Wangen packen kann, reicht möglicherweise sogar das bischen Schwung- "Scheibe" in der Mitte aus, oder so etwas was Steve Maney verwendet. Bei einer neu zu bauenden (einteilgen) Kurbelwelle könnte man ja gleich darauf achten. Trotz meiner schweren Nourish- Welle dreht das Ding immer noch so ruckartig hoch wie ein Zweitakter, so, als ob ich gar keine Schwungmasse hätte. Phantastisch!
Gruß
Klaus

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Donnerstag 6. Dezember 2012, 17:09
von Tim
Klaus Monning hat geschrieben:(Das war allerdings noch mit Kurzhub - Stahlpleuel und kurzen Mahle- Kolben). Das Ding vibriert bis etwa 6000U/Min. so gut wie garnicht. Aber danach, selbst bei meiner jetzt gummi- gelagerten Commando vibrierts mir die Füsse von den Rasten. Ich werde also, wenn ich den Motor wieder einmal draußen habe noch einmal nachwuchten müssen.
Hm, was hast Du denn für Isolastics drin? Okinaalersatz von Joe oder was aus der Hexenküche von Les E.? Ich meine mich zu entsinnen, dass die Norvil-Gummis weicher als okinaal sein sollen, d.h. Du würdest bei 6000rpm die zweite Eigenfrequenz ansteuern.

Zu den Hubzapfen: Es gibt den Ansatz - angeblich schon von Joe Craig beim Dommieracer verfolgt - die Schwungmasse so weit es geht auch nur als solche zu benutzen, will sagen, die Unwucht innen rauszukonstruieren und so weit es geht in den äußeren Kurbelwangen unterzubringen. Dadurch verringert sich der Hebelarm der Massenkräft und die Lager haben ein etwas leichteres Leben. Ich denke aber, dass das für die Hubzapfen dafür schlechter ist vom Spannungsverlauf, weil die Gegenkräfte jetzt nur einseitig "abfließen". Irgendwann einmal .... ;-)


Tim

Re: Wuchtfaktor beim Atlas Motor

Verfasst: Donnerstag 6. Dezember 2012, 18:40
von Malzi
Na da hab ich ja eider ein Thema angefangen...

Danke um die vielen vielen Tipps. aber ehrlich gesagt bin ich bis jetzt noch nicht gescheiter geworden.
Naja .. daß meine Schwungmasse im Ar.. ist dachte ich mir vorher auch schon. und das mit Blei bzw Wolfragm ausgiessen .. I glaub des lass i lieber.
Ich bin am überlegen ob ich nicht die Carillos verwerfen soll und "normale" (leichtere) Pleuel verbauen soll..
Auf jeden fall habe ich weder eine Schwungmasse noch "orginale" Pleul. und dann gehts ja wahrscheindlich weiter mit Schleifen usw..........

Zu der frage wegen meinem Konto....... kann ich nur sagen es kommt immer darauf an was es ist.´Mir ist sehr wohl klar, daß ich meine KW nich um 100 Euronen klar bekommen werden aber ein 1000er muss dann auch nicht unbedingt sein.. Wie gesagt kommt eben draf an was sich so machen lässt........