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Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Donnerstag 16. Juli 2020, 22:02
von AHO
Hallo Jörg,
mir war halt aufgefallen, dass z.B. für einen 1" langen Einsatz mindestens 1 1/4" tief gebohrt werden soll. Das ist sicher zum Einen wegen des langen Anschnitts des Gewindebohrers, der einerseits zum geraden Ansetzen hilfreich ist, aber dann unten eben das Gewinde noch halbfertig lässt, JS kürzt den Gewindebohrer dann halt.
Deshalb sollte man einen zweiten Gewindebohrer kaufen und kürzen.
Das musste ich für meine HeliCoil Lookalikes an der Stelle auch machen, weil im ersten Versuch das Coilgewinde unten zu eng wurde.
Zusätzlich ist aber noch das Eindrehwerkzeug, welches bis unten durchgeschraubt werden muss, weil es die Timesert Buchse aufweiten soll, sonst käme sie ja direkt wieder mit heraus, wenn man eine Schraube herausdreht. Das Werkzeug muss also mit dem konischen Bereich auch ganz nach unten heraus gedreht werden, k.A. wie lang dieser "Anschnitt" bei diesem Gewinde ist.
Mit diesen Tricks von JS braucht man dann wohl nicht ganz 1/4" zusätzliche Länge, er meint ja mindestens 3,3mm reichen.
Das mit dem Kopf planparallel fräsen ist natürlich luxuriös, aber wenn man die Möglichkeit nicht hat, sollte eine gute Ständerbohrmaschine, auf der man den Kopf mit Unterlagen oder Ähnlichem sauber ausrichtet, auch reichen, um senkrechte Bohrungen und Gewinde einzubringen.
Gruß
Andreas
PS:
Ich glaube ich sollte schneller schreiben

, so viele neue Beiträge in der Zwischenzeit

Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Donnerstag 16. Juli 2020, 23:09
von Alexander
Bei vielen solcher Standbohrmaschinen muss man auch noch aufpassen , das der freitragende Arbeitstisch unter dem Druck der Spindel beim Bohren nicht nachgibt und ein paar Winkelgrade abkippt . Jedenfalls bei den kleineren und mittleren Modellen ist das bekannt und dann nötig den Tisch abzustützen . Sonst passt der Winkel nämlich auch wieder nicht .
Es werden sicher nur die wenigsten hier eine professionell wertige 4 Zentner schwere Standbohrmaschine haben , bei der man sowas nicht bedenken müsste .
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Donnerstag 16. Juli 2020, 23:44
von Norton
Deckel FP1
Gruß. Martin.
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 09:44
von Alexander
Watt ? Deckel ? Hab ich schon mal gehört .
Hier die meine : Rexxon De Luxe 505
Nun ja . Sie hat gehört zu den Mod. , wo man den Arbeitstisch zuweilen etwas abfangen sollte . Äh ja .

Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 09:58
von AHO
Na ja,
eine Ständerbohrmaschine welche sich beim Aufbohren einer ca. 10 mm Bohrung um ca. 2 mm in Alu so verformt, dass mehrere Grad Winkelabweichung entstehen, würde wohl niemand als "gute Ständerbohrmaschine" bezeichnen
Ansonsten denke ich dass JS seine Produkte und Arbeitsleistung vermarkten will, da ist, bei aller Hochachtung für seine Akribie und seinen Perfektionismus, doch ein wenig "Hokus Pokus" zur Verkaufsförderung dabei
Ich werde mir jedenfalls für so eine simple Bohrung keine Fräsmaschine kaufen, wenn ich nicht sowieso aus anderen Gründen eine habe.
Gruß
Andreas
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 10:20
von Norton
Alexander hat geschrieben:Watt ? Deckel ? Hab ich schon mal gehört .
Kann das sein, dass Du keine Ahnung hast?
Gruß. Martin.
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 10:46
von Phil
Norton hat geschrieben:...
Bist Du wieder am Freunde gewinnen, Martin?
Grüße
Ph.
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 11:04
von Alexander
Ach Ok . Er hat ja fast Recht .
Erstens hab ich tatsächlich wenig Ahnung von hochkarätigem Maschinenbau Equipment , das kann ich getrost zugestehen und bin kaum der einzige .
Der Name Deckel ist mir aber insofern geläufig , das es sich um ein Fabrikat allererster Wahl handelt und wer so etwas hat , dem stehen viele Möglichkeiten offen .
Zweitens , wollte ich ihn nur mal etwas aus der Reserve locken , mit meiner "Bastel" Standbohrmaschine .
Jedoch er hat nur wenig Sinn für meinen Humor

.
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 11:08
von Norton
Alexander hat geschrieben:Ach Ok . Er hat ja fast Recht .
Erstens hab ich tatsächlich wenig Ahnung von hochkarätigem Maschinenbau Equipment , das kann ich getrost zugestehen und bin kaum der einzige .
Der Name Deckel ist mir aber insofern geläufig , das es sich um ein Fabrikat allererster Wahl handelt und wer so etwas hat , dem stehen viele Möglichkeiten offen .
Zweitens , wollte ich ihn nur mal etwas aus der Reserve locken , mit meiner "Bastel" Standbohrmaschine .
Jedoch er hat nur wenig Sinn für meinen Humor

.

Die Angelegenheit hat einen Hintergrund.
Von einem Freund hab ich einen Commando-Kopf zum nacharbeiten bekommen, an dem so ein Bolzengewinde von einem namhaften Motorenbauer (ja, er hat einen V2-Motor selbst gebaut und fährt ihn in einem BSA-Fahrwerk) "repariert" worden ist. Und anstatt das eben auch auf dem einfachsten (und eben auch haltbaren Weg) zu reparieren, hat der dann einen Bolzen mit neuem, grösseren Gewinde angefertigt und in den Kopf eingedreht. Dummerweise hatte der aber zur Dichtfläche hin einen Überstand, weswegen dann die Kopfdichtung eben auch nicht dicht gehalten hat, weil der Anpressdruck an dem Überstand verpufft ist. Zuletzt landet dann immer so ein Murks bei mir, Martin kannst Du mal..... ein typisches Beispiel wie man mit viel Aufwand eine sinnlose Lösung quälen kann. Der Bolzen sass dann sehr fest und ich hab mir dann gar nicht getraut ihn zu demontieren. Ich hab dann auf meiner Deckel mit dem Wohlhaupter den Überstand abgefräst.
Wenn ich dann diese ganze Diskussion hier verfolge, wo um die aufwändigste und sinnloseste Lösung rumdiskutiert wird, wo man das recht einfach und auch billig (Rep-Satz wäre ja bereits vorhanden) erfolgreich reparieren könnte und noch die Möglichkeit bestünde nachzusetzen.....
Gruß. Martin.
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 13:13
von Nörtn ut stall
Hier noch mal ein Beitrag mit einem Vergleichstest aus dem accessnorton forum, der mich wiederum zu Nachdenken gebracht hat.
Im Endergebnis scheint es so zu sein, dass konventionelle Helicoils (hier allerdings 3/8-16) mit einer Länge von 1/2" ein akzeptables Ergebnis lieferten. Einsätze mit 5/8" Länge und mehr Gewinde am Bolzen sollen das Ergebnis wohl noch weiter verbessern.
Unabhängig vom bisherigen Gezankte um die bessere oder schlechtere Lösung ...
Wie ist die Meinung ?
Insbesondere betr. die (leichte) Überschreitung des Soll-Drehmoments von 40 NM.
Gruss
Jörg
https://www.accessnorton.com/NortonComm ... ead.28897/
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 14:20
von jan
Ich bin ja weder Dreher noch Fräser noch sonst irgendwie ein Spezialist für spanabhebende Bearbeitung. Geschweige denn Ingenieur in irgendeiner technischen Disziplin. Trotzdem geistert mir eine Frage durch den Kopf...
Wäre es falsch, wenn ich sagen würde, dass ich mich an einer solchen Stelle mit einem 20tpi-Gewinde besser fühlen würde als mit einem 16tpi-Gewinde?

Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 14:40
von AHO
jan hat geschrieben:...Wäre es falsch, wenn ich sagen würde, dass ich mich an einer solchen Stelle mit einem 20tpi-Gewinde besser fühlen würde als mit einem 16tpi-Gewinde?...
Normalerweise kommt das feinere Gewinde in den festeren Werkstoff, das gröbere in den weniger festen. Das wusste Norton auch, deshalb haben zumindestens die späteren unified Gewinde i.d.R. UNF im Stahl, und UNC im Alu.
Am Kopf frage ich mich ehrlich gesagt, warum sie im Alu kein BSW, oder später UNC (beide 16 TPI) genommen haben? Fände ich logischer.
Da bei meiner Commando ein Vorbesitzer schon zwei der drei Gewinde mit M10x1,5 Helicoils (entspricht knapp 17 TPI) repariert hatte, habe ich dann das dritte (letzte originale) auch so gemacht, als es den Geist aufgab, nur die Bolzen habe ich dann für alle drei noch mal in schön neu gemacht.
Funktioniert seit drei Jahren einwandfrei, zweimal nachgezogen und noch immer dicht an der Kopfdichtung.
Gruß
Andreas
PS: Von Timesert gibt es auch Übermaßbuchsen, wenn Coils schlapp gemacht haben und ersetzt werden sollen, ob danach die Baerfix noch reichen?
Dann wäre es eine weitere Möglichkeit
Gruß
Andreas
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 17:02
von schnalzer
So, melde Vollzug!
Habs mich einfach mal getraut und nach meiner oben geplanten Herangehensweise durchgeführt. Hab mir heute morgen beim Eisenheini noch ne 10mm-Stahlplatte besorgt und diese dann mit Senkkopfschrauben an den Headsteady-Gewinden angeflanscht. Letztenendes hab ich alles sogar an der kleinen Tischbohrmaschine gemacht, allerdings ohne Spanntisch und nur mit der Fußplattform. Das hatte ein, zwei 'Workaraounds' zur Folge, aber ich dachte mir, je kürzer die Wege, umso geringer die Gefahr aus dem Lot zu wandern. DIe Keensert sind anfangs ein wenig fummelig zu fixieren (ohne Spezialwerkzeug sowieso

), aber nach dem ersten gings dann recht flott. Probesitzen auf den Zylinder: passt wie A.... auf Eimer.
Beim Setzen der Bohrungen war mir etwas mulmig nicht zu tief zu gehen, zumal an den Auslasskanälen recht wenig Fleisch ist. Deshalb bin ich nicht tiefer als die Originalbohrung (17mm). Die Keensert sind 14mm lang, somit waren also noch 3mm für den Gewnindebohrer über, was zielich genau gelangt hat.
Jetzt noch schnell Teile beim Unvermeidable ordern und dann kann sie nächstes Wochenende wieder fauchen!
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 18:51
von AHO
schnalzer hat geschrieben:...Jetzt noch schnell Teile beim Unvermeidable ordern und dann kann sie nächstes Wochenende wieder fauchen!
Der hat ab heute bis zum 03.08. Betriebsferien
So ein Timing mache ich auch gerne mal - wenn es dringend ist, musst Du halt bei seinen Schergen auf der Insel bestellen, das dauert wohl vom Versand etwas länger, aber zum Glück muss man dieses Jahr noch nicht zum Zoll
Gruß
Andreas
Re: Baerfix für Atlas-Kopfbolzen
Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 22:09
von Norton
Nörtn ut stall hat geschrieben:Hier noch mal ein Beitrag mit einem Vergleichstest aus dem accessnorton forum, der mich wiederum zu Nachdenken gebracht hat.
Im Endergebnis scheint es so zu sein, dass konventionelle Helicoils (hier allerdings 3/8-16) mit einer Länge von 1/2" ein akzeptables Ergebnis lieferten. Einsätze mit 5/8" Länge und mehr Gewinde am Bolzen sollen das Ergebnis wohl noch weiter verbessern.
Unabhängig vom bisherigen Gezankte um die bessere oder schlechtere Lösung ...
Wie ist die Meinung ?
Insbesondere betr. die (leichte) Überschreitung des Soll-Drehmoments von 40 NM.
Gruss
Jörg
https://www.accessnorton.com/NortonComm ... ead.28897/
Wenn bei einem 20 TPI-Gewinde 10 Gänge auf einem Gewindeeinsatz zu finden sind, dann sind das??
1/2" also 12,7mm.
Wenn man die Löcher noch mal etwas ansenkt (macht man ja so) und somit etwas Bohrungstiefe verliert und noch etwas Luft im Bohrungsgrund braucht, damit sich der Gewindebohrer auch freischneiden kann, wird man feststellen, dass sowieso kaum mehr Fleisch zur Verfügung steht.
Wo ist das Problem?
Schließlich vergrößert man noch deutlich den Durchmesser. Auch wenn das dann unterm Strich ein feineres Gewinde ergibt, so trägt dann deutlich mehr Material.
Wie viele Köpfe fahren noch mit NICHT reparierten Gewinden rum und halten trotzdem?
Gruß. Martin.