Hoi Markus!
Nun gebe ich auch mal noch meinen Senf zu Deinen Überlegungen ab. Hahahaha, ein wenig Phil-Osophie...
Am Ende isses eben so, dass sich Dinge auch ändern, und nicht alles, was Du irgendwann mal als erstrebenswert betrachtet hast, bleibt das für immer. Das Leben ist eben dynamisch und nicht statisch, wobei ich aber damit keine Sprunghaftigkeit meine.
Die Duc ist schon nett, aber erstens biste damit eh immer an der Grenze zum Führerscheinverlust unterwegs, zweitens ist der finanzielle Aufwand für so ein Moped erheblich. Blödes Argument wahrscheinlich, aber einmal an der Duc Ventile einstellen oder einstellen lassen, da verginge es mir schon endgültig.
Und wenn Du eh kaum noch mit ihr gefahren bist, ist es vielleicht besser, wenn das italienische Mädel in Hände kommt, die mehr damit anfangen als Du zuletzt. Und wahrscheinlich wird das auch noch finanziell nicht unangenehm für Dich.
Das wirklich Schöne an den brätischen Möhren ist, dass sie von der Technik her halbwegs verständlich sind und man sie mit vergleichsweise geringem Aufwand in Schuss halten kann. Es dauert eben, bis man da am Anfang einen brauchbaren Stand erreicht hat, aber danach isses easy. Ich rede aber von den Zweizylindern à la Bonneville/Tiger, Norton oder BSA. Die Triples lasse ich aus gutem Grunde außen vor.
Zum Fahren sind die zuvor benannten brätischen Mopeds eigentlich auch ganz schön, ich hab' an meiner ollen Lightning echt richtig viel Spaß. Das alte Ding hat satt Drehmoment und fühlt sich im Geschwindigkeitsbereich zwischen 90 und 110 km/h auffer Landstraße ganz wohl. Schneller fahre ich eh nicht, und Autobahnen sind nicht so mein Ding mit dem Moped. Ich fahre sowieso nicht schnell, eher zügig, das trifft es wohl.
Richtig schön an so einem alten Moped ist auch die Herausforderung, sich mit der Technik als solcher auseinanderzusetzen. Dabei lernst Du sehr viel über das Moped und mindestens so viel über Dich selber. Du musst Dich nur drauf einlassen. Der André Mineiro hatte am Anfang des Freds mal einen Satz eingestreut:
Ich schraube, also bin ich. Es gibt ein Buch von Matthew B. Crawford , das diesen (eher übertrieben plakativen) Titel trägt. Es ist IMHO trotzdem sehr lesenswert, wenn auch sehr auf amerikanische Verhältnisse zugeschnitten. Kauf' es, lies es und lächle.
Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, wie befriedigend händische Arbeit und das Schrauben an einem Moped ist, wenn man das als Ausgleich zu einem Schreibtischjob nutzt. Mir tut es gut. Insofern kann ich Deinen Wunsch, vor einer ollen Nordhorn zu knien, dem Grunde nach verstehen.
Und es ist dann ggf. eben auch noch sehr angenehm, wenn man darüber auch noch Leute/Menschen trifft und ein wenig kennenlernt.
So wie zum Beispiel die Forumstreff-Truppe im real life, oder als Foristi eben virtuell...
Ich für meinen Teil habe über die brätischen Mopeds ganz tolle Leute getroffen, die ich als echt, hilfsbereit,angenehm, empathisch, authentisch, mit eigenem Kopf und Gedanken, die Liste ließe sich noch ziemlich lange weiterführen, empfinde.
Lass' es mich so sagen. Mein Leben wäre ärmer ohne sie.
Sooooo, das war jetzt, was ich schreiben wollte.
Beste Grüße
Ph.