Schweizer Norton 2

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T140E
Beutefranzose
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Beitrag von T140E »

Uli hat geschrieben:Mit Sicherheit macht die Spass, da könnt Ihr einen drauf lassen !(´tschuldigung :oops: )
langes Dauervollgas auf Schnellstraßen u. Autobahnen würde ich persönlich als Mordversuch ahnden....
...
Das ist auch der Grund, warum 750er Commandos (und nicht nur Combats) oft spritziger zu fahren sind als die 850er,
namentlich die MK 3, welche aber dafür im Rufe steht, mehr auszuhalten.
Außerdem, wenn der Motor frisch abgedichtet ist, wer weiss, was da schon geändert wurde?
...
Grüße,
Uli
Hi Uli, meine Frau beschwert sich gerade, weil ich dauernd ... äh ... Dir zustimme, dass die Combat Spaß macht.
Autobahn ? Was ist Autobahn :?: :?: :?:
Wir haben nur Feldwege (asphaltiert, nicht asphaltiert), Stadtstraßen, zeitweise überflutete Straßen, Wald- und Landstraßen, hmm... und so'n vierspuriger Flickenteppich, der, neu gebaut, geradeaus geht, aber nach 2 Jahren schon riesenkraterähnliche Vertiefungen wegen der unterirdischen Kohleabbautätigkeit aufweist. Den benutzen wir, wenn wir das Saarland verlassen müssen. Oder mal sonntags morgens ein Motorrad ausfahren wollen (3 km-Flickenteppich-Gerade ... YEEEEAAAAAHHHHH !!!)
Hier kann man nach Herzenslust...
Die 750-er Commandos gehen wirklich ab: Wir haben das in den 80-ern mal getestet. Bei 170 ging der 750-er Bonnie die Drehzahl aus :cry: , die Norton zog mir einfach davon, auf der Landstraße. Respekt :!:

9 bar kalt, da wollte ich erst mal die Nortonfahrerfraktion ein Wort dazu sagen lassen, denn wovon man wenig Ahnung hat, sollte man auch keinen Senf dazu geben. Dieter maß 13-14, das ist ein Wort.
Bei meiner 650-er Bonnie hatte ich auf dem einen Zylinder bei der letzten Messung etwa 8 bar (aber Vorsicht, weiß nicht mehr, ob kalt oder warm) und ich weiß von dem Motor, dass ihm ein bisschen was fehlt, jedenfalls hat das Zündgemisch eine leicht grünliche Farbe, was auf gesteigerte Ölverbrennung hinweist und die Zylinderlaufbahn bestätigt dies. Die Fahrleistungen sind noch gut, die Defizite ab 150 will ich gar nicht ausloten, sie läuft das immer noch und das reicht vollkommen 2-3x im Jahr.
Aber es würde mich schon interessieren, ob wo Combat drauf steht, auch Combat drin ist, sonst könnte es am Ende ein Etikettenschwindel sein, und die gibt es ja bekanntlich auch.
Oder um es anders auszudrücken:
Wer mir für ein teures Motorrad gewisse Bestätigungen nicht liefern kann oder will, der soll halt auf seinem Haufen sitzen bleiben oder warten, bis einer morgens ein Dummer aufsteht.
Bitte, dass mir das selbst keiner persönlich nimmt, ich war selbst tatsächlich so ein Dummer beim Wiedereinstieg in die Triumph-Szene. 8 Jahre lang hatte ich die Nase voll von monatelangem Warten auf Ersatzteile, die nicht passen, ohnehin keine Kohle, ständig unterwegs oder abends auf der Schule, und als der ganze Trubel endlich vorbei zu sein schien, sollte es wieder eine Bonnie sein und ich ließ mich einfach von einer T120 blenden.
8000 Märker gingen damals von Hand zu Hand, aber dann kam's: absolute Notelektrik (noch nicht mal der vordere Bremslichtschalter war angeschlossen, nicht die Kontrollleuchten in Tacho und Lampe, nur Zündung, Licht außer Standlicht (!) und Blinker), Viele Sachen fehlten, waren verschlissen, defekt, stümperhaft repariert (z.B. das Push-over Gedöns am Auslasstrakt, da wurde eine geschlitzte Stahlhülse mit dem Hammer reingeschlagen und der Krümmer drübergeschoben). Lima-Stator gerissen, 3-Phasen-Lima mit einer Zenerdiode verbandelt... na, tut's schon weh ? Mir ist beim Fahren ohne Licht fast der Arsch weggeflogen, so hat sich beim Knall die Sitzbank gehoben. Und ich hatte von Elektrik damals überhaupt Ahnung. 2 Jahre später schon stand auf der Kostenseite eine 20 vor der 000, und ich bin immer noch nicht fertig... Steht T120RV drauf, ist ein 4-Gang-Motor drin, ach was soll's ? Ich denk' nicht mehr drüber nach und fahre einfach.
Für die Elektrik hatte ich immer jemanden, der ging aber nie bei oder wenn er was angefangen hatte, dauerte es Jahre, bis es fertig wurde (der hat mit Vorliebe ganze Elektriken aus den Ladies entfernt, den Rest könnt Ihr Euch denken...) und eines Tages schraubte er mir alle Schalter auf und fummelte mit dem Messgerät herum und dann kam sein Standardsatz: "Diese ganze Sch...-Elektrik würde ich erstmal komplett rausschmeißen...". Das hätte für mich 5 Jahre kein Moppetfahren bedeutet. Als er vom Hof war, beschloss ich, mir Motorradelektrikwissen anzueignen, egal wie.
Michael Ochs, ich nenne ihn hier ausdrücklich, heute Präsi vom TMOC, hat mich darin bestärkt. "Diese Elektrik ist kein Hexenwerk." Den Satz werde ich nie vergessen. Es stimmt. Ich hab' von Null angefangen, sezierte einen Kabelbaum einer MZ, immer mit einem Schaltplan in der Hand, fotografierte, schrieb auf, warum, wie dick, wie lang, welche Farbe, welche Funktion in der Übertragung des Stroms, welche Anschlussnummern im Kabelbaum, einfach alles, was mit jedem einzelnen Kabel zusammenhing, nummerierte die Kabel durch, begann, mein eigenes Schrauberhandbuch dazu zu schreiben.
Dann ging's an die Triumph - aha, Plus an Masse...
Während Triumph-Deutschland auf der Piste war, baute ich ein Teil nach dem anderen wieder an die Bonnie: Drehzahlmesser, neue Lima, Ochsenaugen runter, 4x Lucas dran, Zenerdiode raus und 'n ordentlichen Regler dran. Usw usf. Und dann: alles verkabeln, und fast alles war neu: Beleuchtung für die Armaturen, Standlicht, Kontrolleuchten für Öldruck, Fernlicht und Blinker, Bremslicht für die vordere Bremse, und natürlich Lima, Regler, Spulen... Und dann, der große Moment: Kupplungsscheiben trennen, Öl pumpen, Vergaser fluten, kick und läuft. Und alles geht !!!!
Nur, mich in diesem Forum mit Fragen darüber auszulassen, wäre mir nie im Traum eingefallen. Die Fragen, die hier behandelt werden, sind wieder auf einem ganz entscheidend höheren Niveau, da kann ich leider nur zuhören und mir das eine oder andere merken. Über das totale Zerlegen eines Triumph-Motors kann ich ein Liedchen singen, das ist 20 Jahre alt und der Motor hat sich danach nicht gesünder angehört, im Gegenteil. War auch nicht meine Idee.
Es grüßt der Mitch

Je regrette la mort de mon coiffeur !
(Frisör tot, verstäähn ?)
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Uli
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Beitrag von Uli »

[quote="T140E....Autobahn ? Was ist Autobahn :?: :?: :?:
Wir haben nur Feldwege (asphaltiert, nicht asphaltiert), Stadtstraßen, zeitweise überflutete Straßen, Wald- und Landstraßen, hmm... und so'n vierspuriger Flickenteppich, der, neu gebaut, geradeaus geht, aber nach 2 Jahren schon riesenkraterähnliche Vertiefungen wegen der unterirdischen Kohleabbautätigkeit aufweist. ....

9 bar kalt, da wollte ich erst mal die Nortonfahrerfraktion ein Wort dazu sagen lassen, denn wovon man wenig Ahnung hat, sollte man auch keinen Senf dazu geben. Dieter maß 13-14, das ist ein Wort.
Bei meiner 650-er Bonnie hatte ich auf dem einen Zylinder bei der letzten Messung etwa 8 bar (aber Vorsicht, weiß nicht mehr, ob kalt oder warm) .....[/quote]

Hi Saarländer!

Nun, ich sitze hier in Bayern (wenn auch grenznah), und da BMW wohl einer der größten Steuerzahler ist, sind wenigsten ein paar Streckenstücke ganz annehmbar...
Aber es heisst ja auch Auto-Bahn, da hat unsereiner also nix zu suchen.

Die 9 bar kalt sind trotz meiner Zustimmung eher mit Vorbehalt zu sehen.
Den Kompressionsdruck sollte man (aber wem erzähl ich das?) immer im betriebswarmen Zustand messen, Vergaserschieber auf Vollgas (und bitte mit ausgeschalteter Zündung... :roll: ).
Warm und mit Öl (ver)dichtet anders als kalt und jahrelang gestanden.
Aber mit dem Warmfahren tut sich Commando_750 momentan halt schwer, so im Wohnzimmer.
Ich weiss jetzt gar nicht, was meine MK3 das letzte mal abdrückte, aber ich glaube mich an etwas um die 11/12 bar zu erinnern.
Wobei es wichtiger ist, dass die Anzeige bei beiden Zyl. etwa gleich ist (+-0,5 bar), als die absolute Anzeige.
Daraus folgere ich rein gefühlsmäßig dass 9 bar kalt so schlecht nicht sind.
So eine Handzwiebel von Hein-Detlev Polo zeigt meist andere Werte als ein frisch geeichtes Profi-Werkstattinstrument.
Deine Erfahrungen sind natürlich schon hart und es kann im Inneren eines optisch guten Motors das Grauen lauern,
aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn sich der Rest des Fahrzeuges als recht gepflegt darstellt, die Technik dies meist auch ist.

Ich würde mich nicht verrückt machen und erstmal damit fahren.

Grüße,

Uli
Commando_750
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Beitrag von Commando_750 »

Hab ja ne ganz schöne Diskussion angezettelt....

wenn es jemand beruhigt: in der Schweiz kann man auf der "Auto"-Bahn auch nur 120 fahren. Dauerhaft schneller kostet schnell den Zeitwert des Töffs. Also doch lieber von Kehre zu Kehre. Dann aber bitte ordentlich, deswegen sollte es ja auch eine Combat sein.

Für die deutsche, "BMW"-finanzierte Schnellstraße hab ich doch noch zwei Vierzylinder. Die eine lässt sich auch auf den Flickenteppichen mit Vollgas bewegen. (Warum BMW die Straßen finanziert, wenn Sie doch so gute Fahrwerke haben???)

Daher auch meine Skepsis beim Drucktest. Ich hab bisher immer mit warmen Motor und vor allem mit dem Anlasser getestet.

Danke an alle für die Tipps.

Vorsichtig warmfahren und dann das Kabel ordentlich stramm halten, hat ausser meiner Frau und den Nachbarn noch niemandem geschadet...
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T140E
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Beitrag von T140E »

Commando_750 hat geschrieben:Hab ja ne ganz schöne Diskussion angezettelt....

wenn es jemand beruhigt: in der Schweiz kann man auf der "Auto"-Bahn auch nur 120 fahren. Dauerhaft schneller kostet schnell den Zeitwert des Töffs.
Für die deutsche, "BMW"-finanzierte Schnellstraße hab ich doch noch zwei Vierzylinder. Die eine lässt sich auch auf den Flickenteppichen mit Vollgas bewegen. (Warum BMW die Straßen finanziert, wenn Sie doch so gute Fahrwerke haben???)

Vorsichtig warmfahren und dann das Kabel ordentlich stramm halten, hat ausser meiner Frau und den Nachbarn noch niemandem geschadet...
Aber dafür ist doch das Forum da !!!!
Wir zetteln gerne Diskussionen an :D :D :D :!:
Stimmt. In der Schweiz kann man 120 fahren. Bin auch schon 180 gefahren, stundenlang. Vom Genfer See über Fribourg bis Basel. Als ich wieder in Frankreich war, haben sie's wahrscheinlich dann gemerkt :D :D (oja, der Scherz war böööös... :twisted: ).
Nee, aber auf der Landstraße nur 80, da werd' ich ja bescheuert. Als Durchschnittsgeschwindigkeit, okay, aber als Höchstgeschwindigkeit...
Da haben sie doch im Gotthardtunnel mal einen Benz 450 SEL 6.9 mit 227 km/h geknipst, schon lange her, stand in der Zeitung...

Hm, das BMW Steuern zahlen soll... hm
Zahlen die Großkonzerne nach guter Väter Sitte in Deutschland nicht eher gar nichts :?: :?: :?:

Jaja, die lieben Nachbarn. Ziehen schon die Köpfe ein, wenn's vor der Hausnummer 7 wieder "kaschumpf" macht....
Es grüßt der Mitch

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Beitrag von Commando_750 »

Die Schweiz ist ANSONSTEN ja ein wunderbares Land. Aber die freie Fahrt auf den deutschen Straßen vermisse ich schon sehr. In meiner Heimat passiert auch nicht mehr als hier, obwohl die Motorradfahrer da auch mal eine 200 auf dem Tacho haben (Landstraße). Es ist immer die Rede von den schwarzen Schafen (die, die so schnell fahren). Jedoch fühl ich mich im Kreis derer wohler, die immer so schnell fahren können. Die sind irgendwie ausgeglichener und machen dass dann nur, wenn sie sich wirklich fit fühlen und auch sonst alles stimmt (Belag, Nässe, Reifen). Natürlich ist das alles eine Frage des Verstandes. Hier hab ich das Gefühl, dass wenn grad keiner zuschaut, dann muss um jeden Preis alles gegeben werden. (Im Tunnel über 200, der sollte nie wieder fahren dürfen). Trotz der strengen Überwachungen und der saftigen Strafen gibt es immer noch genügend Idioten. Die gibt es prozentual gleich in jedem Land. Dafür aber alle anderen bestrafen...

Grüße
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Uli
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Beitrag von Uli »

Hallo Mr. Commando,

nur mal interessehalber: Hast Du jetzt Deinen Motor aufgemacht?

Gruß, Uli
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Rüdi
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Beitrag von Rüdi »

Übrigens.
Den Dunlop TT100 gibts heute auch noch zu kaufen und sieht noch aus wie Anfang der 70er. Auf sonem alten harten Gummi würd ich nicht fahren, sonst hauts dich schnell von der Bahn.

Viel Spaß beim Combatten - bis dass der der Motor platzt ;-)

Würd auch erst mal fahren und gucken, was der Motor so sagt, bevor ich da anfange den zu zerlegen. Wenn Du damit einmal anfängst und alles mögliche durchmißt sind 2.000 EUR schnell vergraben.
Commando_750
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Beitrag von Commando_750 »

Hallo Rüdi, Hallo Uli,

danke der Nachfrage.

Das die alten Reifen runterkommen war sowieso selbstverständlich. Mir ging es eher um die Authentizität der Laufleistung. Hab entgegen einiger Empfehlung tatsächlich wieder [neue] TT100 aufgezogen. Der Optik wegen. Hatte die Maschine komplett zerlegt und eine kleine Kaffeetasse voll Späne in dem Öltank gefunden. (nach dem spülen, also ca.200 gramm saubere Späne!) Den Motor hat der Händler meines Vertrauens in meinem Beisein geöffnet. Das rechte Pleuellager ist total hin. Kolben haben leichte Riefen, werde ich aber trotzdem tauschen (lassen). Die Nockenwelle war hin. Sehr stark eingelaufen. Ansonsten war alles bestens! :D Ist eben eine tolle Maschine. Nun warte ich noch auf den nächsten Geldsegen, da das Pulvern und die unzähligen Kleinteile das Budget schon mehr als gesprengt haben. Aber dafür wird es sicher die schönste unter allen gleichschönen!
Und die Laufleistung scheint nach dem Spezialisten mit knapp 10.000Meilen authentisch zu sein... Es ist eine der ersten Combat (aus ´71!), bei der ultrahohen Verdichtung und den extrascharfen Nockenwellen sollen die Schäden bei der Laufleistung normal gewesen sein... Nur das mein lieber Vorbesitzer es nicht hat machen lassen. Wir nehmen jetzt die Verdichtung in den normalen (späteren Combat) Bereich zurück.

Beste Grüße und noch eine schöne Saison!

Joh
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