ich hab' ja eine gewisse Affinität zu BSA, wie ich freimütig eingestehe.
Die Mahindra-Leute hatten ja den Namen gekauft und nutzen ihn zur Vermarktung ihrer Mopeds. Das ist eben so, auch wenn es sicher manchen Traditionalisten aufstoßen wird.
Jetzt haben die Jungs ja Ende letzten/Anfang diesen Jahres ja ein neues Modell als Ergänzung zu ihrer Gold Star in die Verkaufsräume gebracht, nämlich den BSA Scrambler 650.
Ehrlich gesagt, wohl wissend, dass die Bezeichnung in erster Linie zu Marketing-Zwecken dient und eigentlich nichts mit den Birmingham-Eimern zu tun hat, finde ich das Moped schon très chic, vor allem in der Lackierung Victor yellow.
Jetzt hatte die Tage sogar ein BSA-Händler in der Nähe aufgemacht, also bin ich diese Woche mit der ollen Lightning dahin mal geeiert und hab' mir das Moped angesehen und bin auch damit Probe gefahren.
Das Moped ist relativ schwer mit knappen 220 kg, allerdings ist der Schwerpunkt ziemlich niedrig, so fällt das eigentlich kaum auf. Erst recht, weil es keinen Hauptständer dafür gibt, sodass das Aufbocken entfällt. Ich hab' zwar noch nie verstanden, wie man ein Moped ohne Hauptständer verkauft, aber das ist leider mittlerweile Usus.
Das Moped hatte zu Beginn der Probefahrt irgendwas um die 25 km auf dem Tacho, war also brandneu.
Die Sitzposition ist ganz brauchbar, auch wenn die Rasten 3 oder 5 cm tiefer liegen dürften, aber das ist eher meiner Länge geschuldet. Die Bank ist leidlich bequem.
Der Motor, der ja nichts weiter als ein weiter entwickelter Rotax-Moder zu sein scheint, ist wirklich schön zu fahren.
Er hat ausreichend Mumm aka Drehmoment, der nutzbare Drehzahlbereich ist erstaunlich. Man kann mit dem Moped auch mit ca. 2.000 rpm fahren, ohne dass es in die Kette hackt. Der Moder scheint also mehr Schwungmasse zu haben als zum Beispiel eine Yamaha SR500 oder XT 500. Bei denen beginnt der nutzbare Drehzahlbereich erst oberhalb von 3.500 rpm.
Allerdings ist das Drehzahlniveau höher als bei den SR/XT, bei 80 km/h stehen da schon um die 4.000 rpm an beim Scrambler. Den Startknopf finde ich angenehm und eher altersgerecht.
Das Moped ist auch leidlich leise, also keine Krawallbüchse, und mit dem moderaten Drehzahlniveau ist das auch nicht allzu aufdringlich.
Das Instrument ist halt irgendein TFT-Display, das bei Sonnenschein eher schlecht abzulesen ist, normale Instrumente mit Zeigern gibt es aber bei den aktuellen Mopeds eh nicht mehr.
Vom Fahrwerk her ist das auch ganz schön, das Moped ist spurstabil und ziemlich handlich, kippelt nicht in Kurven oder Kreisverkehren, die Reifen sind irgendwelche Pirelli Scorpion STR, so wie sie als Erstausstattung auch bei den Tenere 700 verbaut sind.
Die Bremsen sind gut, aber das ist auch kein Wunder. Der Standard an Bremsen ist deutlich höher, als das früher der Fall war.
Wie vorhin schon mal angedeutet, optisch finde ich das Moped sehr gefällig und schön, aber sehet selbst.


Bei dem Modell Gold Star finde ich das Heck wirklich nicht schön anzusehen, beim Scrambler 650 haben sie das optisch deutlich gefälliger gestaltet, auch wenn der Transport von Gepäck eher schwierig sein dürfte. Eine Gepäckrolle könnte man im Solobetrieb auf den Soziussitz schnallen, zu zweit wird das IMHO nichts werden. Wobei das Moped ist sicher kein Reisemotorrad.

Eins finde ich aber trotz allem Wohlwollen richtig grauslich. Die Schweißnähte am Rahmen sind weit weg von gut, schaut Euch mal das nachfolgende Phoddo an. Da hat Ranjid einen arg schlechten Tag gehabt. KLar, es ist nur der Fußrastenhalter für den Sozius, wo auch der Auspuff dranhängt, aber das geht so nicht.

Sowas darf eigentlich nicht aus dem Werk rausgehen, wenn die denn eine funktionierende Qualitätskontrolle hätten. Es bleibt zu hoffen, dass die Naht ein Ausreißer ist und die anderen Schweißnähte besser aussehen.
Egal, 's isch, wie 's isch.
Sorry fürs Zulabern.
Schöne Grüße
Ph.