TR6 Gabel leckt

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TR6 Gabel leckt

Beitragvon franko » Freitag 24. November 2017, 23:44

Ich habe es nun schon lange genug verdrängt, aber jetzt muss ich da doch mal ran:
nach meiner letzten Ausfahrt im Oktober mit der TR6C, Bj. 67 habe ich zufälligerweise Ölspuren am rechten Gabelholm entdeckt. Die Ölquelle ist ungefähr am unteren Ende des Gummibalges und nach ein paar Wochen Standzeit hat sich sogar schon eine Mini-Pfütze auf der obligatorischen Kartonunterlage (Engländerin halt :zwinker: ) gebildet.

Beim Fahrverhalten ist mir nichts aufgefallen.

Soll man da die Augen verschließen und einfach immer einen Lappen parat haben?
Kann es zu Schäden führen, wenn die beiden Holme ungleich dämpfen und dadurch quasi "verklemmen"?

Das Innenleben der Holme wurde eigentlich von meinem Vorgänger komplett erneuert. Das war vor ca. 4-5 Jahren und seitdem wurde die Maschine relativ wenig bewegt.
Ich vermute mal, dass man irgend eine Dichtung austauschen müsste. Habe aber keine richtige Ahnung bzw. Anleitung gefunden.
Wäre für jeden Rat dankbar!

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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon holsteiner » Samstag 25. November 2017, 08:51

Ziehe mal den Faltenbalg hoch und schau Dir die Chromoberfläche des Standrohres mal genau an. Sind da irgendwelche Beschädigungen zu erkennen? Rostpickel oder Ausbrüche im Chrom?
Sowas führt zur Zerstörung des Dichtringes oben im Tauchrohr. Diesen Dichtring solltest Du sowieso jetzt erneuern (dazu muss die Gabel auseinander), wenn das Standrohr beschädigt ist dieses allerdings auch, ansonsten ist der (neue) Dichtring schnell wieder defekt.
Grüße, Detlev

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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon franko » Samstag 25. November 2017, 15:02

Hab mal da mal reingeschaut, sieht gut aus, für mich zumindest.

tr61.jpg


Auf dem nächsten Foto sieht man das alte Innenleben, welches mir der Vorbesitzer mitgegeben hat (quasi als Beleg für den Austausch). Dort sieht man schon extreme Abnutzungen.

tr63.jpg


Ich habe dann mal aus Interesse das Öl abgelassen. Auf dem Foto sieht man am rechten Federbein (im Foto links) eine gelbliche Flüssigkeit, auf der anderen Seite ein Öl, wie es normalerweise aussieht. Vermutlich muss das defekte Federbein mal Wasser abbekommen haben ...

tr62.jpg


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Zuletzt geändert von franko am Samstag 25. November 2017, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon franko » Samstag 25. November 2017, 15:13

Hab gerade ein Video gefunden, für mich als Laien recht nützlich:
https://www.youtube.com/watch?v=WITYLQtbPIE

Ich denke die Beine muss ich nicht ausbauen. Aber so kann man vielleicht kapieren wie das alles zusammenpasst.
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon Phil » Samstag 25. November 2017, 23:17

franko hat geschrieben:...Ich denke die Beine muss ich nicht ausbauen. Aber so kann man vielleicht kapieren wie das alles zusammenpasst.

Hoi Franko,

hmmmm... Du schreibst, Du müsstest die Beine nicht auseinanderbauen? :-k :-k

Das wird IMHO aber nichts, wenn Du versuchst die Gabelholme drin zu lassen. Du hast einen Denkfehler dabei, weil Du die Feder außen vor lässt. Selbstverständlich kann man das Standrohr in den Brücken stecken lassen und den oil seal holder abschrauben. Am Ende der Operation macht es irgendwann zäng, und die Gabel ist zerlegt. :shock: Wenn Du Glück hast, dann bleiben die Gewinde am holder und am Tauchrohr intakt.
Zum Zusammenmontieren musst Du aber über die Federkraft drüber kommen, alleine schon um den oil seal holder an das Gewinde anzusetzen.

Was Du da ggf. vor hast, ist eher zweifelhaft. Du solltest die zwei Schrauben, die die Gabelholme in den Brücken halten dann in Gottes Namen auch noch lösen. Wenn die Verschlussschrauben fehlen, schraubst Du das Einziehwerkzeug oben ins Tauchrohr ein, klopfst mit dem Hammer einfach drauf, et voila ist der Holm draußen. Dann kannste das auch kommod im Schraubstock einspannen und zerlegen.

Du brauchst eh Werkzeug, ein Mal den Schlüssel zum den oil seal holder lösen. Das sieht so aus:

Bild

Wenn ich Dein Bild richtig interpretiert habe, sollte es damit gehen.

Und dann brauchste noch das Einziehwerkzeug für den Holm gegen die Feder. Das könntest Du Dir zur Not auch aus einer alten Gabelverschlussschraube und einer Gewindestange selber machen, wenn Du eine Drehe oder einen Kumpel mit Drehe hast.

Ansonsten kannst Du nur kaufen oder leihen.

Dann schaust Du Deine Buchsen nach, machst neue Simmerringe rein und schraubst alles wieder zusammen, Öl rein und gut.

Wenn Du das instandsetzen willst, dann mach' es dauerhaft und so, dass nichts dabei kaputtgeht.

Grüße

Ph., der eh ziemlichen Respekt vor Federn hat.
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon Herr Biernot » Sonntag 26. November 2017, 08:49

Und den O-Ring zwischen Sealholder und Tauchrohr nicht vergessen zu erneuern.

Thomas
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon Martin » Sonntag 26. November 2017, 09:21

Na ja Phil. Man kann die Gabel prima montieren wenn die Standrohre in den Brücken stecken bleiben.
Und auch die Montage gegen die Federkraft ist kein Problem. Alles schon mehgrfach ohne Problem gemacht. Der fette Schalüssel für die Federhülsen ist aber Pflicht.
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon Phil » Sonntag 26. November 2017, 09:24

Jepp, Thomas hat völlig recht, den O-Ring immer neu geben.

Was ich auch schon verschiedentlich hatte, war dass die Gabel am unteren Ende undicht war, weil der Dichtring fürs shuttle valve undicht/vermurkst war. Ich weiß jetzt aber nicht, wie das an der 67-iger Gabel da aussieht. Du schrubst zwar, dass die Ölquelle eindeutig weiter zu lokalisieren sei, aber prüf' das nochmal nach.

Grüße

Ph.
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon Martin » Sonntag 26. November 2017, 09:41

An der 67er (bis 69 meine ich) ist unten im Rohr ein dicker Konusstift aufgesetzt und von unten verschraubt. Ähnlich dem der Shuttle Valve Einheit, nur dicker. Hab davon einige rumliegen, weil ich bislang die Gabel die ich hatte auf SV umgerüstet hab.

Zusätzlich zum DIchtring der Verschraubung den Konusstift unten mit DIchtpampe bestreichen. :schlaumeier:
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon Phil » Sonntag 26. November 2017, 09:56

Die 69-iger Gabel hat aber zumindest bei BSA auch schon das shuttle valve. Und jepp, vielleicht mag es gehen, die Gabelholme in den Brücken stecken zu lassen, um sie zu zerlegen. Aber Sinn macht es eigentlich keinen. Das Radel ist draußen, das Schutzblech ist schon ab, die Stopfen sind raus. Da beschränkt sich die Aktion auf die Klemmschraube an der unteren Brücke lösen und einmal dem Holm auffen Kopp hauen.

Whatever....

Schöne Grüße

Ph.
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon franko » Sonntag 26. November 2017, 11:58

Besten Dank für euren Input. Meine Hoffnung ist, dass die Teile nicht all zu sehr verbacken sind, da ja erst vor wenigen Jahren alles neu gemacht wurde. Ist aber schon erschreckend die geringe Dauerhaftigkeit ...

Ich werde in den nächsten Wochen mal an die Zerlegung rangehen und dann wieder berichten. Noch fühle ich mich so wie ein Chirurg, welcher ein Herz operieren soll, aber keine Ahnung hat wie ein Herz eigentlich aussieht :esmile:

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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon Martin » Sonntag 26. November 2017, 16:25

Phil hat geschrieben:Die 69-iger Gabel hat aber zumindest bei BSA auch schon das shuttle valve.


Ph.

Ich hab noch mal geschaut. Die Teilelisten ab 68 weisen das Shuttle Valve aus. Hab ich wohl falsch in Erinnerung gehabt ;-)
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon franko » Sonntag 3. Dezember 2017, 17:06

Jetzt gings wieder weiter.
Zunächst wollte ich die Imbusschraube lösen, welche an der Radachse angrenzt (Gabelfaust) - keine Chance. Das Teil war schon angegammelt und ich habst nur noch mehr kaputt (rund) gemacht. Also musste das ganze Federbein raus. Die Staubschutzhülse (oil seal holder) am Schraubstock entfernt und siehe da: es sieht eigentlich alles aus wie neu. Ich kann mir die Undichtigkeit nicht so ganz erklären. OK, vielleicht war es ein kleiner Korrosionskrümel, welcher sich in der Gummidichtung festgesetzt hat? Im Öl war ja eindeutig viel Wasser drin.

Ich werde die Dichtung in der Staubschutzhülse auf jeden Fall wechseln. Das müsste die richtige sein für die TR6C bj. 67?
https://www.ebay.de/itm/BSA-Triumph-Gab ... SwbqpT4~4c

Meint ihr das reicht, oder gibt es noch weitere Möglichkeiten für Oil- Leeks?

Franko

PS: das Spezialwerkzeug für den oil seal holder hatte ich zufälligerweise in meiner Werkstatt rumfahren, werden noch ein Foto einstellen
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon Phil » Sonntag 3. Dezember 2017, 17:56

Hoi Franko,

warum suchst Du Dir nicht die Teilenummer im spare parts manual raus und rufst Deinen Händler an? Ein solcher schickt Dir nach Teilenummer dann die richtigen oil seals, und Du baust sie ein. Die Jungs wissen in der Regel die richtigen Teile, ggf. auch nach Baujahr und was auch funktioniert. Wegen einem Simmerring würde ich nicht per I-Bäh suchen.

Jepp, vielleicht war der Defekt nur einem Dreckkrümel geschuldet, aber schau' Dir mal das Standrohr an, ob es Riefen gezogen hat.

Good luck und beste Grüße

Ph.
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Re: TR6 Gabel leckt

Beitragvon franko » Montag 4. Dezember 2017, 14:49

IMGt2.jpg

IMGt1.jpg


Das ist mein Spezialinstrument, um die Staubhülse zu lösen. Einfach eine alte Blechschere mit der Flex an den Enden etwas umgearbeitet.

Die neue Dichtung werde ich schon bei ebay besorgen. Händler hab ich keinen ... :cry:

Vermutlich gibt es sowieso weltweit nur einen Hersteller für so einen Gummi-Drahtfeder-Kram eines Motorrades, welches seit 50 Jahren nicht mehr gebaut wird.

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