Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Rüdi » Dienstag 7. Februar 2017, 12:39

ei, ei, ei, ich seh mich schon mit de ganzen Kiste beim Rahmen-Vermesser. Denn augenscheinlich fluchten die (Original-)Räder ja nicht mal. Ich würde sagen, dass man da ne Abweichung mit bloßen Auge schon erkennt. "Nach Augenmass" (auch beim hinterher fahren gesichtet) steht das Hinterrrad ca. 1,5 -2 cm rechts neben dem Vorderrad. Nen Unfall kann ich aber nirgends erkennen und zumindest für meine Zeit ab 1995 ausschließen. Ob ich denn ev. den Hilfsrahmen mit der hinteren Isol. seinerzeit (1996) nicht ganz gleichseitig eingebaut hab? Aber hier bewegt man sich doch blos im 1/10 Bereich. Fahrtechnisch war dieses ziehen nach links nämlich schon immer.

Ich meine es macht ja keinen Sinn, die Felgen-Zentrierung an einen "schiefen" Bock anpassen zu lassen. Und wenn dann die Felgen nicht fluchten, dann komm ich um ne Vermessung wohl nicht drumrum? Und dann wäre ich ja fast schon bei ner Totalzerlegung ....

Oder ist mein Anspruch einfach zu groß an die altehrwürdige engl. Technik und man muss diese "kleine Toleranzen" hin nehmen?
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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Tim » Dienstag 7. Februar 2017, 13:20

Rüdi hat geschrieben:ei, ei, ei, ich seh mich schon mit de ganzen Kiste beim Rahmen-Vermesser.


Das geht mit besagtem Laser für den Anfangsverdacht ausreichend mit Hausmitteln. Du musst nur die Räder soweit weg vom Boden bekommen, dass der Lichtstrahl (naja, -fächer sozusagen) eines vor dem Krad aufgestellten Linienlasers das Vorderrad und den Lenkkopf oben und einen ausreichenden Teil des Hinterrades unten erwischt. Das gerät muss also vor dem Krad und unter der "Fahrbahn" stehen. Ggf. Lampe abbauen, damit Du was am Lenkkopf siehst. Die Ausrichterei ist natürlich ein ziemlicher Aufwand.

Zur Speicherei bei Norton-Rädern hab ich schon viel widersprüchliches gelesen, deswegen hab ich meine Räder zu Menze gebracht. Vor einigen Jahren die Atlas-Räder, vor kurzem die Commando-Räder. Beide Male habe ich die Dinger so wiederbekommen, dass die Räder nach der "lasergestützten Daumenpeilschätzung" mittig in den jeweiligen Fahrwerken saßen. Ob das ab Werk so war und in welchem Maße das relevant ist .... bff, was soll ich dazu sagen? Mein anderes Krad, was ich in den letzten Jahren fuhr, hat ja in dem Sinne getz' nu' nich' so'n richtigen Fahrwerch..... :pfeiffen:



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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Rüdi » Dienstag 7. Februar 2017, 13:52

aber wie stellt du bei lasern der front sicher, dass der Lenker (also das V-Rad) mittig steht und nicht zur seite einlenkt??
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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Tim » Dienstag 7. Februar 2017, 13:57

Rüdi hat geschrieben:aber wie stellt du bei lasern der front sicher, dass der Lenker (also das V-Rad) mittig steht und nicht zur seite einlenkt??


Als ich das gemacht habe, war die Gabel noch nackt und trocken und damit symmetrisch, da reichte das labile Gleichgewicht aus. Je ein, zwei Grad aus der Mitte und das Ding kippte, war also ein guter Ansatz, um die Mitte zu finden. Jetzt würde ich das mit zwei "Zügen" von den Griffen irgendwo zu Rahmen machen, ist halt etwas Einstellerei.


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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Towner » Dienstag 7. Februar 2017, 13:57

Wenn die Räder so gespeicht sind, wie auf dem Blatt beschrieben, dann liegt es nicht an den Rädern. Das kann man ja leicht mit einem Stahllineal messen. Es kommt da nicht auf 1-2mm an. Wenn der Rahmen krumm ist, dann i.d.R am Steuerkopf. Das kann man normalerweise mit bloßem Auge sehen. Erstmal müssen die Gabelbrücken richtig stehen, so dass die Tauchrohre parallel stehen. Das kann man von der Seite fluchten. Dann den Lenker so stellen, dass er genau geradeaus lenkt. Wenn man dann von vorne das Rad gegenüber dem Rahmen betrachtet, sollte es so ziemlich mittig stehen. Wenn das nicht so ist, ist der Steuerkopf oder eine Gabelbrücke krumm. Wenn vorne alles gerade ist, sollte möglich sein das Hinterad mit den Kettenspannern so auszurichten, dass es eine Linie mit dem Vorderrad bildet. Das kann man auch mit dem Auge prüfen, indem man sich auf den Boden legt und von beiden Seiten vorbei peilt. So eingestellt, sollte das Motorrad einwandfrei geradeaus laufen.

Edit: Wenn man bei 80kmh den Lenker los läßt, läuft die Kiste wie auf einer Linie weiter.

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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon ZAEM » Dienstag 7. Februar 2017, 21:37

Bei meiner 71er Commando war ein Spurversatz von 10mm von Vorderrad zum Hinterrad.
Das heißt das Hinterrad lief 10mm zu weit links. Nach einstellen der Radspur hatte ich
Einen Fehler von ca. 7mm in der Kettenspur. Also erstmal Radspur und Kettenspur überprüfen.

Gruß Rudi
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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon ZAEM » Dienstag 7. Februar 2017, 22:20

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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Rüdi » Mittwoch 8. Februar 2017, 11:42

Jo, sehr aufschlussreicher link.
"Free frame check while you wait". ... tja leider liegen einige hundert km und ein kanal dazwischen :ebiggrin:

Aber es zeigt sich ja dass dir korrekte ausrichtung bei der commando schon eine größere aufgabe ist und die kiste dafür ziemlichvgestrippt werden muss. Denke das verschieb ich noch ein paar jahre, denn wenn man einmal dran ist und motor und getriebe raus hat ....
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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Towner » Mittwoch 8. Februar 2017, 13:15

Dass solche Ungenauigkeiten vorkommen und dass gerade Commandos mit der Isolastik stärker davon betroffen sind will ich nicht bestreiten. Aber ich würde da erstmal die Kirche im Dorf lassen. Die reden ja auch von einer Toleranz von +/- 0,02". Das sind +/-5mm.
Bevor ich diesen Aufwand betreiben würde, würde ich eher die Räder anders speichen lassen. Wie bereits beschrieben, ist es aufgrund der Scheibenbremse schwer, die vordere Felge weit genug nach links zu einzuspeichen. Das kann auch im Werk schlecht gemacht sein (Handarbeit) und einen Versatz von ein paar mm ausmachen. Da sehe ich noch am ehesten Korrekturmöglichkeiten. Ich habe jedenfalls die Räder so gespeicht wie auf den Skizzen angegeben und meine fährt sich super. Radflucht und Kettenflucht sind augenscheinlich in Ordnung. Und ich glaube nicht, dass die Rahmen derartige Fertigungstoleranzen haben.

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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon ZAEM » Mittwoch 8. Februar 2017, 14:44

Bei meiner war es so schlimm das sich die Schwingmetalle der Auspuffbefestigung
in die Schwinge eingearbeitet haben.
Ich habe mir geholfen indem ich die Isolastic am Craddle 5,5mm nach rechts versetzt habe
(mehr konnt ich da nicht abdrehen). Da fehlten an der Kettenflucht immer noch 3mm.
Das habe ich hinbekommen mit Umrüstung auf ¼ Zoll Kette. Am Kettenrad aussen
und am Ritzel innen 1/8 Zoll abgedreht. Jetzt sind beide Fluchten zufriedenstellend
und das Motorrad fährt Einwandfrei.

@ Towner
Ist übrigens das Motorrad aus Emmerich.

Gruß Rudi
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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Tim » Mittwoch 8. Februar 2017, 14:57

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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Towner » Mittwoch 8. Februar 2017, 16:04

ZAEM hat geschrieben:Bei meiner war es so schlimm das sich die Schwingmetalle der Auspuffbefestigung
in die Schwinge eingearbeitet haben.
Ich habe mir geholfen indem ich die Isolastic am Craddle 5,5mm nach rechts versetzt habe
(mehr konnt ich da nicht abdrehen). Da fehlten an der Kettenflucht immer noch 3mm.
Das habe ich hinbekommen mit Umrüstung auf ¼ Zoll Kette. Am Kettenrad aussen
und am Ritzel innen 1/8 Zoll abgedreht. Jetzt sind beide Fluchten zufriedenstellend
und das Motorrad fährt Einwandfrei.

@ Towner
Ist übrigens das Motorrad aus Emmerich.

Gruß Rudi


Na gut, das sieht man ja mit bloßem Auge. Hat das Motorrad zufällig Motor-Nr 105508 oder 105503 und die Mikuni-Einvergaser-Umrüstung ? Die Maschine hatte ich mir mal angesehen, als sie noch in Holland stand.
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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Rüdi » Mittwoch 8. Februar 2017, 18:29

Mein vorderrad hat genau das mass laut skizze. Und das hinterrad steht ja auch eher noch rechts neben dem v rad
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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Towner » Mittwoch 8. Februar 2017, 19:13

Rüdi hat geschrieben:Mein vorderrad hat genau das mass laut skizze. Und das hinterrad steht ja auch eher noch rechts neben dem v rad


Wenn die Kiste zu einer Seite zieht, sollte man auf jeden Fall die Gabel mal prüfen. Da muss nur eine Gabelbrücke einen Schlag weghaben, dann hat man schon den Effekt. Der Rahmen ist oft nicht betroffen.
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Re: Vorderradspiel auf der Achse bei Commando + Felgenfrage?

Beitragvon Gerd » Mittwoch 8. Februar 2017, 19:18

Glaubt ihr alle, oder nur wenige, das an allen Motorrädern oder nur an einigen, die Räder immer in einer Flucht sind? Und meint ihr, das, wenn die Räder tatsächlich in einer Flucht sind, die Fahrwerke optimal sind? Und hat jeh einer, dessen Räder (vom Motorrad) nicht in einer Flucht sind, was davon gemerkt, weil sein Motorrad eigentlich immer problemlos zu fahren war? Schaut euch doch bitte mal einige Räder an, egal ob vorne oder hinten, egal welche Marke, ganz pervers Norton- Scheibenbremse vorne, auch einige japanische oder deutsche Marken. Einige Entwickler oder auch Inschinöre genannt, haben bösartige Sachen geleistet.
Und glaubt ihr, wenn ihr auf großer Tour seid, und die Kette nachspannen müsst, das das Hinterrad dann wieder "fluchtet" ?
Diese Thema kann man unendlich erweitern, oder kompl. sein lassen.
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