Gel-Batterie

+ an Masse? Hier alles zu Elektrik und falsch fließendem Strom

Gel-Batterie

Beitragvon Hans Huckebein » Samstag 15. September 2012, 11:12

Hallo,

nachdem ich hier im Forum ohne Anmeldung seit längerem mitlese, möchte ich mich kurz vorstellen und auch gleich ein Problem mit Euch diskutieren.

Seit 1986 treibe ich meine 850er Commando durch die norddeutsche Tiefebene. Ich habe die Norton damals selber aufgebaut und seitdem ununterbrochen angemeldet. Es gab auch mal eine Zeit in der mir wenig Gelegenheit blieb, mich um mein Motorrad zu kümmern. Andere Motorräder kamen und gingen, aber die Commando blieb bei mir. Bei der Pflege und Teilen vertraue ich auf Dieter Cordes (Norton Dieter), bei dem ich mich immer gut aufgehoben fühle.

zum Anliegen
Seit einem Jahr habe ich eine Gelbatterie eingebaut. Angeblich eine genügsame zuverlässige Batterie, die keiner Pflege bedarf. Nun habe ich das Gefühl, dass meine 3 Phasen Lima es nicht schafft, die Batterie vernünftig zu laden. Am letzten Wochenende hatte die Batterie nur noch knappe 6 Volt. Allerdings stand die Commando wegen Urlaub vorher 4 Wochen untätig herum. Beim Laden benahm sich die Batterie eigenartig. Nach nur 5 min schien die Batterie wieder voll zu sein. Das Ladegerät soll für Gelbatterien geeignet sein. Bei Beanspruchung brach die Spannung sofort wieder zusammen. Ich behaupte jetzt mal, dass meine Elektrik in Ordnung ist. Die Kontakte und Steckverbinder sind gepflegt. Der Kabelbaum ist solide und mit guten Kabeln selbst aufgebaut. Das hat auch alles mit normalen Batterien klasse funktioniert.

Wenn Ihr keinen ultimativen Tipp bzgl der Gelbatterie habt, dann wechsel ich wieder zum Bleiklotz.

Herzliche Grüße
Jürgen
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Martin » Samstag 15. September 2012, 11:22

Das liegt an der Batterie.
Lange Standzeiten mit Tiefentladung mögen sie nicht.
Dazu kann sie die deutlich zu hoher Ladestrom bzw. die Ladespannung nicht gut ab.
Für die Ladung soll es ein kleines Ladegerät sien.

Ich selber hatte das auch schon mal, dass die Batterie voll war, alles funktionierte und es mit ienem Male zusammenbrach. Nach kurzer Zeit ging es dann wieder (nur kurz natürlich)
Also neue Batterie kaufen und drüber nachdenken, einen einstellbaren(!) Regler von Sachse zu verbauen.
Gruß, Martin
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Tim » Samstag 15. September 2012, 11:46

Hans Huckebein hat geschrieben:Wenn Ihr keinen ultimativen Tipp bzgl der Gelbatterie habt, dann wechsel ich wieder zum Bleiklotz.


Dann lieber eine LiFePo4 mit entsprechendem Lader. Bei Bleigel kommt es auch drauf an, worauf die Batterie ausgelegt ist, und lange Zyklen vertragen die besser als das ständige Hin-und-Her im KFZ. Die sind eher als Pufferbatterien gedacht. Ich hatte mit meinen auch nur Ärger, beim Neuaufbau kommt eine LiFePo rein (in den Millwaukee-Eisenhaufen ebenso, und die hat bekanntlich einen Tuntenknopf].


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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Norton » Samstag 15. September 2012, 13:02

Hi.
Prinzipiell würde ich zur Gelbatterie raten, alleine schon wegen der Säurepanscherei. Aber ein Markenprokukt kaufen. Die billigen Dinger halten nicht lange, hört man immer wieder.
In meiner Ducati hab ich eine Hawker, gebraucht gekauft, weiß nicht mal wie alt die schon ist und hat trotzdem einen super Qualm. Sind teuer, aber richtig gut. Grade für die Commando bestimmt eine super Wahl. Und die Drehstromlima bekommt die auch voll, keine Frage.

Gruß. Martin.
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Martin » Samstag 15. September 2012, 13:21

Du Martin... Ich glaube der Regler an Deiner Ducati hat Funktion!
nicht so wie die alten Kurzschlussboxen die als Superupgrade verkauft werden...
Meine Boyer Bower Box hat auch schon wieder zu hohe Spannungen. Ich rüste jetzt auf einen Sachse Regler, einstellbar...
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Norton » Samstag 15. September 2012, 14:34

Ich traue mir das ja fast nicht zu schreiben.
In meiner Atlas hab ich vor Jahren einen gebrauchten Suzuki GS 500 E Regler rein gemacht. Funktioniert bestens, ohne jedes Problem und seit dem Frühjahr auch mit Gelbatterie. Ladespannung so um die 14,4 -14,6 V. Bäriges Licht.

Die orginalen Ducati Regler haben auch nicht den besten Ruf, sterben gerne mal. Gibt dann auch Nachrüstregler, Silent Hectic z. B. Soll sehr gut sein und auch mehr Ladeleistung raus bringen.


Gruß. Martin.
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Martin » Samstag 15. September 2012, 14:37

Bei Silent Hektik war ich mal. Hab einen Guzzi Motor dort gekauft, weil meiner sauer gelaufen war.

Ein Suzuki Regler... so so... Der ist für die Dreiphasen Lima? Guck ich auch mal ;-)
Gruß, ebenfalls
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon guzzimk » Samstag 15. September 2012, 18:54

Hi,

gute Gelbatterien gibts von Hawker aber auch von Panasonic, hab so eine in meiner Laverda seit zig Jahren ohne Probleme mit voller Startleistung. (in der T160 Hawker problemlos).
LG
Markus
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Wiener Wilhelm » Sonntag 16. September 2012, 06:39

meine Erfahrungen mit Bleigel- oder BleivliesAkkus:
ich fahre seit Jahren nichts anderes mehr. In den Engländern, da hab ich aber nur welche mit Gleichstromlima, dann die BMW's, (1100GS), dann die Guzzen, (V7 und Cali3, SP100).
Ich gehe ins Ibää, gebe Bleigel oder Bleivlies ein und bestelle mir dann eine der Günstigsten, wenn ich eine brauche, so ab/um ca. 30€.
Meine Centauro habe ich mit einer sechs Jahre alten Gelbatterie verkauft, meine älteste ist derzeit eine aus 2007.
Im Herbst eine grössere Tour zum ordentlich aufladen, dann einwintern, und im März/April gibt es bei keiner auch nur das kleinste Startproblem.

Wichtig (laut Angabe eines wirklich eingeweihten Fachmannes und Freundes):

- Ladespannungen maximal 14,7 Volt, ideal sind 14,2 bis 14,4 Volt.
-keine Batteriejogger, die ständig zwischen Laden und Entladen wechseln. Die sind für alle Bleibatterien Schrott
- Ladestrom ist egal, Hauptsache genug. Zuviel ist es erst, wenn die
Verbinder schmelzen.

Eine verschlossene Bleibatterie (Gel oder Vlies) kann ohne Nachladung (aber
auch ohne Verbraucher) 1 Jahr lang liegen und sie hat dann noch 2/3 Ladung.

Überprüfen des Ladegerätes und des Ladereglers: an eine volle Batterie anklemmen , 1 Minute
warten und Spannung messen. Wenn sie über 14,7V steigt ist es ungeeignet.

Ladezeit max. 72h. Längerer Anschluß nur, wenn auf Ladeerhaltung (13,8-14,0V)
runtergeschaltet wird

Das gilt für 12-Volt Batterien. Für 6 Volt einfach die halben Werte nehmen.




So, daran halte ich mich eisern, und es funzt 100%.

Bestell Dir eine neue günstige Gelbatterie, (muss nicht 150€ kosten) schau, ob sie voll geladen ist und überprüfe den Ladestrom.
Wenn das passt, hast Jahre Ruhe.
Wiener Wilhelm
 

Re: Gel-Batterie

Beitragvon Martin » Sonntag 16. September 2012, 09:40

Wiener Wilhelm hat geschrieben:- Ladestrom ist egal, Hauptsache genug. Zuviel ist es erst, wenn die
Verbinder schmelzen.


:rofl:

Ernsthaft:
http://elektronik-sachse.de/AAC/aac_typ1_manual_de.htm
http://elektronik-sachse.de/AAC/aac_typ3_de.htm

Einstellbare Regler!
OK, preislich etwas hoch. Aber man sollte einfach mal das Gespräch mit ihm suchen...;-)
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Wiener Wilhelm » Sonntag 16. September 2012, 09:58

Martin hat geschrieben:
Wiener Wilhelm hat geschrieben:- Ladestrom ist egal, Hauptsache genug. Zuviel ist es erst, wenn die
Verbinder schmelzen.


:rofl:



Zur Erläuterung:
Dieses Wissen/diese Angaben habe ich von einem Guzzikollegen/Freund aus dem nördlichen Deutschland, der IMHO in "leitender Position" in einer Firma arbeitet, die solche Sachen herstellen/vertreiben.
DER MANN LÜGT NICHT, WENN DER SAGT: " SCHLAG EINEN NAGEL DURCH DEN KOLBEN", DANN MACH ICH'S!!!!!!!
Wiener Wilhelm
 

Re: Gel-Batterie

Beitragvon Norton » Sonntag 16. September 2012, 15:32

Martin hat geschrieben:
Wiener Wilhelm hat geschrieben:- Ladestrom ist egal, Hauptsache genug. Zuviel ist es erst, wenn die
Verbinder schmelzen.


:rofl:

Ernsthaft:
http://elektronik-sachse.de/AAC/aac_typ1_manual_de.htm
http://elektronik-sachse.de/AAC/aac_typ3_de.htm

Einstellbare Regler!
OK, preislich etwas hoch. Aber man sollte einfach mal das Gespräch mit ihm suchen...;-)


Bei diesen Reglern sollte man nachfragen, ob die so eine Art Niederspannungsabsicherung haben, wenn ja, ist das eine üble Falle. Mir hat mal jemand auch so ein Ding angedreht. Der misst erst mal die Batteriespannung, ist die dann unter einem bestimmten Wert, dann lädt die Lichtmaschine nicht. Gut gemein, wollen eine Überlastung der Lima samt Regler verhindern. Im konkreten Fall sprang mein Motorrad zwar problemlos an und lief auch ein Stück, aber dann stand ich mit leerer Batterie am Strassenrand und erst der Einbau einer andren Batterie machte mich wieder flott. Der gute Mann suchte dann eine Lösung für mich (weil er selber Norton fuhr) und hat mir dann für ein paar Euros den Suzuki Regler überlassen, der heute in meinem Motorrad super funktioniert.

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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Martin » Sonntag 16. September 2012, 18:33

Volker hat mir so was erzählt.
Der Regler bräuchte einen kleinen Strom.
Ich hab nicht genau verstanden was er meint, ich frag ihn noch mal konkret.

Gruß, Martin
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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Hans Huckebein » Montag 17. September 2012, 16:53

Vielen Dank für Eure Antworten. Wenn das bei Euch klappt, sollte das auch bei mir funktionieren. Ich habe keinen Regler, beim Einbau der Dreiphasenlima habe ich eine weitere Zenerdiode montiert und, wenn ich mich recht erinnere, einen neuen Gleichrichter. Das ist aber schon 20 Jahre her. Den Kabelbaum habe ich vor einigen Jahren neu gemacht. Kann ich mit dieser Konstellation und einer neuen Markenbatterie mit zuverlässigem Strom rechnen? Die alte Batterie ist Noname.

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Re: Gel-Batterie

Beitragvon Wiener Wilhelm » Montag 17. September 2012, 18:57

Wichtiger als wo Du die Batterie kaufst ist: Bei welcher Spannung dreht die Zenerdiode zuverlässig ab?
Eine Bleigel um 150 € wird mit 15 Volt Ladestrom genauso kaputt wie eine um 28 Euronen.
Wiener Wilhelm
 

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