Amal Vergaser einstellen

Probleme mit Deinem Versager? Hier rein...

Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon Norton » Donnerstag 24. April 2014, 19:51

Die eingepreßte Leerlaufdüse erreicht man, wenn man die Leerlaufgemischschraube entfernt. Ein Trick wäre angeblich eine Gitarrensaite, hab ich aber selbst noch nicht ausprobiert. Oder ein Spiralbohrer mit 0,4mm Durchmesser. Wenn der Vergaser erst reagiert, wenn die Stellschraube auf eine halbe Umdrehung zugedreht ist, deutet das auf eine nicht mehr richtig durchlässige Leerlaufdüse hin (zudrehen heißt fetter, aufdrehen magerer).
Wie groß ist denn Dein Schieberausschnitt? 928er heißt 28mm Durchlaß. Die 30er für die Nortons haben fast alle einen 3er Ausschnitt.
Zu den eingepreßten Düsen hab ich mal gelesen, daß die Sache von AMAL deswegen so weiterentwickelt wurde, weil die Düse damit näher an der Mischkammer ist und ein konstanteres Gemisch erzeugt. Ursprünglich hatten die Concentrics nämlich eine geschraubte Leerlaufdüse ganz am Anfang dieses Kanals nach unten zur Schwimmerkammer. Das Gewinde dafür ist bei allen Vergasern immer noch drin, es macht aber keinen Sinn, da eine Leerlaufdüse rein zu schrauben.

Gruß. Martin.
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon oliver_zx » Donnerstag 24. April 2014, 22:13

Hey,

so, also ich bin heute ne Runde gefahren. Ohne eingeschraubten LLDs und mit ~0.5 Umdrehungen am Gemisch. Sie fuhr damit Anfangs nur im Choke und nach 10min dann auch ohne. Und das soweit auch ganz gut. Das Kerzenbild sah danach super aus - Rebbraun wie's sich gehört. Also am Ende scheints damit wirklich ok zu sein. Ich wollte nach dem Ritt zurück in die Garage dann das Standgas einstellen. Dann sprang sie mir aber nicht mehr an. Hat keinen Laut von sich gegeben. Ich vermute die Kerzen sind warm geworden und der Abstand war vielleicht zu groß. Eingestellt sind sie kalt auf 0.4mm. Änder ich mal auf 0.35mm. Das hatte ich letztes Jahr schonmal. Kalt ist sie dann wieder problemlos angesprungen.

In dem Moment hab ich aber nicht mehr weiter gemacht, da mir ein kleiner Riss im Tank die Aufmerksamkeit gestohlen hat. Da könnt ich nun einen extra Post für aufmachen, aber ich frag erstmal direkt hier...könnt ihr ne Methode empfehlen, um nen Riss an der Tank Unterseite zu schliessen ? Mir fallen spontan ein: Epoxid GFK, Kaltstahl, Silikonzeuchs ?!

Also letztendlich bin ich um einiges Wissen reicher und die Kiste läuft erstmal ganz gut. Den Rest muss ich mit der Zeit justieren.

Danke euch für die zahlreichen Infos und Hilfen :ebiggrin:
Oliver
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon Martin » Donnerstag 24. April 2014, 22:16

Benutzt Du den Tupfer zum starten oder versuchst Du es ohne? Also mein Dreizack springt ohne Tupfen nicht an ;-)
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon oliver_zx » Donnerstag 24. April 2014, 22:28

Martin hat geschrieben:Benutzt Du den Tupfer zum starten oder versuchst Du es ohne? Also mein Dreizack springt ohne Tupfen nicht an ;-)


Ja mit tupfen wenn sie noch kalt ist...
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon Martin » Freitag 25. April 2014, 06:24

Tupf auch wenn sie warm ist.
Hast Du so Pertinaxdinger zwischen Kopf und Vergaser? Solltest Du machen. Damit die Hitze ein wenig vom Vergaser bleibt.
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon oliver_zx » Freitag 25. April 2014, 08:03

Hi Martin

Martin hat geschrieben:Tupf auch wenn sie warm ist.
Hast Du so Pertinaxdinger zwischen Kopf und Vergaser? Solltest Du machen. Damit die Hitze ein wenig vom Vergaser bleibt.


ja hab solche Dinger zwischen. Aber wie gesagt vermute ich das Problem eher bei den Zündkerzen.

Wegen dem Tank, da versuch ich mal Epoxyd Flüssigmetal, also ohne Fasern. Bekommt man vllcht besser in den Riss gedrückt.

Viele Grüße,
Oliver
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon michiel » Freitag 25. April 2014, 08:50

Hart löten
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon oliver_zx » Freitag 25. April 2014, 09:15

Ja habt Recht...Hart Löten wär wohl der beste Weg, auch wenn's etwas auswendiger wird. Aber das mach ich dann mal. :)
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon Norton » Freitag 25. April 2014, 09:26

oliver_zx hat geschrieben:Hey,

so, also ich bin heute ne Runde gefahren. Ohne eingeschraubten LLDs und mit ~0.5 Umdrehungen am Gemisch. Sie fuhr damit Anfangs nur im Choke und nach 10min dann auch ohne. Und das soweit auch ganz gut. Das Kerzenbild sah danach super aus - Rebbraun wie's sich gehört. Also am Ende scheints damit wirklich ok zu sein. Ich wollte nach dem Ritt zurück in die Garage dann das Standgas einstellen. Dann sprang sie mir aber nicht mehr an. Hat keinen Laut von sich gegeben. Ich vermute die Kerzen sind warm geworden und der Abstand war vielleicht zu groß. Eingestellt sind sie kalt auf 0.4mm. Änder ich mal auf 0.35mm. Das hatte ich letztes Jahr schonmal. Kalt ist sie dann wieder problemlos angesprungen.

In dem Moment hab ich aber nicht mehr weiter gemacht, da mir ein kleiner Riss im Tank die Aufmerksamkeit gestohlen hat. Da könnt ich nun einen extra Post für aufmachen, aber ich frag erstmal direkt hier...könnt ihr ne Methode empfehlen, um nen Riss an der Tank Unterseite zu schliessen ? Mir fallen spontan ein: Epoxid GFK, Kaltstahl, Silikonzeuchs ?!

Also letztendlich bin ich um einiges Wissen reicher und die Kiste läuft erstmal ganz gut. Den Rest muss ich mit der Zeit justieren.

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Hast Du an Deinem Motorrad einen Magneten? Hört sich so an.
An meinem Domi99 hab ich ebenfalls einen Magneten und 9:1 verdichtet. Springt jetzt auch erst mit einem Elektrodenabstand von 0,35 zuverlässig an.
Letztes Jahr hatte ich das Manifold an den Kopf und die Vergaser auf das Manifold ebenfalls ohne Isolierlagen direkt angeschraubt. Hat einfach nicht so richtig funktioniert, wenn das warm geworden ist. Unter das Manifold hab ich eine 3mm diche Dichtung aus hitzebeständigem (wahrscheinlich auch noch asbesthaltigem) Material gemacht und unter die Vergaser die Hartpapierdinger. Geht seitdem ganz anders.
Einen Stahltank würde ich löten oder schweissen. Alles was Du aussen drauf papst ist bestenfalls als Möglichkeit zu sehen, über den Sommer zu kommen. Weichlöten, richtiges Lot und Flußmittel, müßte sogar ohne Flamme mit einem anständigen Lötkolben gehen ohne großes nachlackieren. Den Tank leer machen, mit heißem Prilwasser spülen und mit einem Schutzgas füllen.
Die Installateure müßten doch wissen, wie das geht. Frag mal den Bad Friday (Fritz), ich glaube der kennt sich da aus.

Gruß. Martin.
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon Goldstar » Freitag 25. April 2014, 12:34

Es gibt ja reichlich Ratschläge über das Prozedere vor dem Schweissen,Löten...


aber bitte kein Wasser in den Tank füllen. :facepalm2:

Ich habe es schon so gemacht ...

Sprit rausund dann den Tank einfach über den Auspuff vom Auto gehängt , es geht natürlich auch einer vom Moped :mrgreen:
5 Minuten im Stand tuckern lassen und dann kann der Tank geschweisst werden.

Bei Notfällen unterwegs geht auch Kaugummi, das muß aber recht gut gekaut werden.
Wenns scheiße schmeckt ist es gut :mrgreen:


Grüße Klaus
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon jan » Freitag 25. April 2014, 12:36

oliver_zx hat geschrieben:Ich vermute die Kerzen sind warm geworden und der Abstand war vielleicht zu groß. Eingestellt sind sie kalt auf 0.4mm. Änder ich mal auf 0.35mm. Das hatte ich letztes Jahr schonmal. Kalt ist sie dann wieder problemlos angesprungen.

Redest Du hier vom Elektrodenabstand der Zündkerzen?! Mmmh, ich wusste gar nicht, dass der sich von kalt nach warm wesentlich ändert... und auch bei Magnet-Betrieb sollte der Abstand eher bei 0,5 als bei 0,4 mm liegen.
À propos Magnet: Wenn Du, wie auch von Norton-Martin vermutet, mit Zündmagnet unterwegs bist, könnten Deine Probleme bei warmem Motor auch in einem gealterten Kondensator liegen. Im Zweifelsfalle lohnt die Überarbeitung des Magneten immer, eine gute Quelle hierfür ist Hans Seuwen, den kannst Du unter seinem Namen oder unter Radio-Seuwen googlen.

Aufgrund eigener schmerzhafter Erfahrungen: Bei AMALs bedeutet: Gemischregulierschraube REINdrehen = FETTERES Gemisch, da die Luftzufuhr (und nicht die Spritzufuhr) reduziert wird. Ich kenne zwei englische Ladies (Triumph TR6 Tiger, Matchless G 12 CSR), bei denen man die Schraube fast vollständig REINdrehen musste, bis sie ein halbwegs stabiles Leerlaufgemisch hatten - also fast bis Anschlag rein- und dann max. eine halbe Umdrehung rausdrehen.

Und um die babylonische Verwirrung bzgl. des Chokes noch weiter anzuheizen: Der Chokeschieber steht OFFEN, der Choke ist also DEAKTIVIERT, wenn der Zug unter Spannung steht (also gegen den Federwiderstand auf Anschlag gezogen wird). Das erklärt auch, warum die Chokefeder den Chokeschieber zumindest in der Theorie wieder aktivieren kann: weil sie ihn nämlich nach unten drückt. Mir ist das allerdings noch bei keinem Mopped passiert. Schau Dir also an Deinem Mopped einfach an, welche Hebelstellung mit welcher Stellung des Chokeschiebers einhergeht.
Wenn Dein Vergaser hinten "offen" ist, also kein LuFi oder Filtersieb montiert ist, dann fingere einfach mal mit der linken Hand im Vergaser rum, während Du mit der rechten an Gaszug und Chokehebel spielst: Gas aufdrehen, Gasschieber geht hoch. Jetzt Chokehebel betätigen, dann merkst Du, dass trotz offenem Gasschieber auf einmal ein zweiter, kleinerer Schieber ins Mischrohr herabtaucht. Und spätestens jetzt weißt Du, wann der Choke aktiv und wann er deaktiviert ist...

Cheers, Jan
Zuletzt geändert von jan am Freitag 25. April 2014, 22:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon Norton » Freitag 25. April 2014, 16:38

Goldstar hat geschrieben:Es gibt ja reichlich Ratschläge über das Prozedere vor dem Schweissen,Löten...


aber bitte kein Wasser in den Tank füllen. :facepalm2:

Ich habe es schon so gemacht ...

Sprit rausund dann den Tank einfach über den Auspuff vom Auto gehängt , es geht natürlich auch einer vom Moped :mrgreen:
5 Minuten im Stand tuckern lassen und dann kann der Tank geschweisst werden.

Bei Notfällen unterwegs geht auch Kaugummi, das muß aber recht gut gekaut werden.
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Grüße Klaus

Das Wasser muss richtig heiss sein und anschließend mit dem Industriefön reinhalten, ist das ruckzuck trocken.
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon oliver_zx » Freitag 25. April 2014, 22:24

Hallo die Runde,

danke euch für die vielen Anregungen. Kurzerhand bin ich nun doch auf Kaltstahl gewechselt. Hatte einen in die Hand bekommen, der explizit für Tanks gedacht war und gegen Benzin und andere Chemikalieren "eine besonders gute Reistenz" zeigt. Der "Riss" war am Ende auch nur ein Materialfehler - an einem kleinen Punkt drückte der Sprit durch. Da hab ich nun großflächig drum rum das Zeugs aufgetragen. So mal sehen wie's sich macht. Zumindest erstmal besser für den Lack. Im Notfall schweiss ich's doch nochm mal :)

Und weil ich schonmal dabei war, hatte ich noch gleich den Öltank abgebaut, da der auch rumgesuppt hat. Und siehe da, der untere Ausgang der Führung für die Halterungsbolzen war angeknackst und hatte Risse entlang der Rundung. Auf beiden Seiten. Ich nehm an, das ist auch so'n typisches Fehlerbild ?! Werd ich auch mal schweissen lassen (hab kein Schweissgerät für Alu) oder mit Kaltstahl drüber.

Danke euch und beste Grüße,
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon chinakohl » Samstag 26. April 2014, 00:06

Och Leute - jetzt mal keine schlauen Sprüche. Wer von euch hat schon mal Tanks geschweißt. Ich bisher 6 Stück (alle erfolgreich) - und ich sage: vollmachen mit Wasser.
Wenn ihr mir nicht glauben schenken wollt - schweißt euren Tank selber. Oder lasst ihn von einem dieser "Schlauschwätzer" schweißen - die haben ja sonst auch das große Wort (also sollten sie dieses auch problemlos besser können).

MfG
Arvid
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Re: Amal Vergaser einstellen

Beitragvon Martin » Samstag 26. April 2014, 07:07

Wasser und Stahllösteinfach Reflexe aus.
Klar. Man muss anschließend gut trocknen und am besten mal mit was konservierendem durchschwenken.
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