1968er Norton Commando 750S (?)

Baust Du noch oder fährst Du schon?

Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon schnalzer » Mittwoch 12. Oktober 2016, 18:32

Das hab ich mir ja fast gedacht. Es bewegte sich nur das Ritzel, der Rest war fest. Ich hab das Ritzel mal abgenommen und frage mich, worauf der Simmerringe eigentlich läuft. Wohl auf dem Spacer, oder? Der sitzt nämlich eigentlich zu weit drin. Wie wurd denn das Sleevebearing im Gehäuse arretiert? Ich mach morgen im Hellen mal Fotos.
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon rivera » Mittwoch 12. Oktober 2016, 20:05

Der Spacer sitzt im Simmerring, soweit ich das in Erinnerung habe.
Zieh doch mal die Ritzelmutter (Linksgewinde!!) ordentlich fest.
Vielleicht hat ja einer der Vorbesitzer da geschludert. Die Mutter mit der bauchigen Seite zum Ritzel hin!
Ist auch immer ein Gefrittel, den Sicherungsring mit der Schraube richtig am Ritzel zu befestigen.
Ich musste da auch schon das Loch für die Schraube am Ring vergrößern.
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon schnalzer » Samstag 29. Oktober 2016, 12:48

Nunja, so ganz ohne Spacer kann das nicht fest werden. Wieder so eine Ecke, an der einer der Vorbesitzer gepfuscht hat...
Ich hab mal einen eingesetzt und das ganze festgezogen, aber irgendwo ist immernoch minimal Luft (ich schätze im Augangslager). Dann werd ich wohl das Getriebe zerlegen müssen. Hat jemand Tipps oder eine empfehlenwerte Lektüre dazu? Die Old Britts Seite gibt ja schonmal sehr vieles her.
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon rivera » Sonntag 30. Oktober 2016, 10:16

Die Anleitung von Mick Hemmings ist auch ganz hilfreich:
http://nortonclubnederland.nl/site1/images/stories/Techniek_menu-t_en_f/Commando/Versnellingsbak_%20koppeling/amc_gearbox_stripdown_and_rebuild_classic_mechanics_1987.pdf
Tausch auch das Nebenwellenlager gegen ein Rollenlager aus.
Lager hätte ich noch ein paar. Schick mir mal ´ne PN.

Schau Dir die Lagersitze im hinteren Gehäuseteil an.
Prüfe auf Risse oder ausgeschlagene Sitze.Die Lager sitzen eng beieinander.

Für Lockring am Kupplungsmechanismus brauchst Du ein Tool:
https://andover-norton.co.uk/en/shop-details/18608/gearbox-lockring-assy-tool-01-5800-

Dahinter sitzt die Mutter für die Hauptwelle. Am besten lösen, wenn die Kette noch drauf ist,
damit Du mit dem Bremspedal die Sache blockieren kannst, um die Mutter zu lösen.
Besser ist es natürlich, das Getriebe auszubauen um ordentlich an alles ´ranzukommen
und die neuen Lager ordentlich einzusetzen.

Dafür muß der Motor aber leicht nach vorne gekippt werden. Will heißen, hinten am gearbox-cradle lösen,
auch oben am headsteady. Vorderen Isolasticbolzen lockern und den Motor mittels Wagenheber nach oben kippen.
Sonst bekommst Du das Getriebe nicht aus dem Rahmen.

Wenn die gearbox schon offen ist, prüfe auch die anderen Verschleissteile , wie Sperrklinke für den Kickstarter,
O-Ringe, Buchsen am Sleevegear etc.
Besorg Dir das hier:
https://andover-norton.co.uk/en/shop-details/16993/gearbox-overhaul-kit-amc-1962-onward-23-items-
https://andover-norton.co.uk/en/shop-details/15725/kickstart-pawl-04-0017-a2-356-

Beim Zusammenbau die Kicktstarterwelle mit Scheiben der hinteren Isolastic ausdistanzieren, um das Spiel deutlich zu reduzieren.
Und bau die Zahnräder wieder richtig rum ein.. don´t ask.. :D :facepalm2:
Tja, der Winter naht!
:ill:
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon schnalzer » Mittwoch 2. November 2016, 10:08

:zustimm: Vielen Dank!
Wegen der Lager werde ich nochmal auf Dich zurückkommen, aber erstmal muss das Teil raus.
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon schnalzer » Montag 7. November 2016, 09:20

Gestern hab ich mal wieder ein paar Stunden mit meinem immer tiefer werdenden Geldgrab verbracht.

Das Getriebe ist zerlegt und ausgebaut. Bis auf eine lose rumliegende Gehäusemutter hinter dem rechten Deckel und einem Lagersicherungsring, der optisch wohl zuletzt mit einer Axt zugedreht wurde, sieht das alles auf den ersten Blick garnicht so schlimm aus. Aber erstmal muss der Kram durch den Teilereiniger, dann kann ich genaueres sagen.

Ich hab mich auch gestern noch näher dem Motor gewidmet und am rechten Kurbelwellenlager ein Radialspiel von ca. 1mm festgestellt ](*,)
Also hab ich dann gleich mit der Motorzerlegung begonnen.
Die Ventile sind allesamt am Schaftende zerdengelt und in den Führungen ziemlich ausgelutscht und das rechte Auslassventil wird vom Rocker gerade noch so auf der Ventilschaftkante getroffen. Offensichtlich ist der Rocker auch mal über die Kante drüber gerutscht, da die zugehörige Stößelstange ziemlich angenagt aussieht. Also einmal neue Ventile, Führungen etc. Gibt es für Nortons eigentlich Elephantfoot-Einstellschrauben (wie die Porsche bzw. Daimler-Schrauben)? Oder macht hier die Kombination aus Lash-Caps und Mushrooms Sinn? Welches Führungsmaterial ist für Nicht-Rennbetrieb das Bessere? Bronze oder Gusseisen?

Die Laufbahnen und die Kolben sehen vergleichsweise gut aus, wobei da noch genauer gemessen werden muss.

Weiteres nach der Gehäusespaltung.
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon Tim » Montag 7. November 2016, 20:29

schnalzer hat geschrieben:Gestern hab ich mal wieder ein paar Stunden mit meinem immer tiefer werdenden Geldgrab verbracht.


Schönen Gruß vom Boden des meinigen... :mrgreen:

Oder macht hier die Kombination aus Lash-Caps und Mushrooms Sinn?


Man kann da schon Aufwand treiben, mir waren die etwas abgerundeten Mushrooms von Andover aber genug für meinen frisch gemachten Motor.

Welches Führungsmaterial ist für Nicht-Rennbetrieb das Bessere? Bronze oder Gusseisen?


Gusseisen reicht im Betrieb durchaus, aber bei dem Aufpreis hab ich Bronze genommen. Es kann alles etwas besser und ist v.a. bei langen Standzeiten besser. Ist bei meinem "Fahr"-Profil durchaus relevant.

Weiteres nach der Gehäusespaltung.


Das Spezialwerkzeug 00-0815 hast Du? Vorher aber immer an Umph-Motoren testen! Streichholzlose gehen auch ..... :twisted: :mrgreen:


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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon Wuselwahnwitz » Dienstag 8. November 2016, 06:07

[quote="Tim"......
Das Spezialwerkzeug 00-0815 hast Du? Vorher aber immer an Umph-Motoren testen! Streichholzlose gehen auch ..... :twisted: :mrgreen:


Tim[/quote]
:intrigant: :banned: :motz: :angry:
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon jan » Dienstag 8. November 2016, 16:23

Tim hat geschrieben:Das Spezialwerkzeug 00-0815 hast Du? Vorher aber (...) testen! Streichholzlose gehen auch ..... :twisted: :mrgreen:

Aufgepasst! =;

Dafür ist das Material zu weich.

Das des Werkzeugs.
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon schnalzer » Dienstag 8. November 2016, 20:49

Haha, vorgestern war mir tatsächlich danach.

Hier mal das besagte Ventil
Bild

und hier im Kopf

Bild

Welchen Nutzen hat diese Federscheibe auf der Kipphebelachse eigentlich? Könnte man auf die pfeifen und das ganze so ausdistanzieren, dass der Rocker das Ventil mittig trifft?
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon holsteiner » Dienstag 8. November 2016, 21:50

Außermittig macht durchaus Sinn, dadurch kann sich das Ventil ständig in seinem Sitz drehen und neigt dadurch nicht so schnell zum durchbrennen.
Grüße, Detlev

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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon schnalzer » Mittwoch 30. November 2016, 18:12

Und weiter gings:

-am rechten Kurbelwellenlager, was noch ein Kugellager war, hat sich der Kunststoffhaltering verabschiedet. Zum Glück blieb das Lager aber zusammen.

-alle 4 Cam-Followers sind am 'Hemd', also an der Kontaktfläche zum Barrel, total verrieft. Nach dem Oldbritts-Artikel sollen wohl die angefasten Kanten in Fahrtrichtung nach vorne zeigen, was bei mir aber leider genau umgekehrt war. Also honen lassen und neue Übermaß-Followers. Kosten ja nix, die Dinger...

-da die Kolben auch nix mehr sind: welches Laufspiel empfiehlt sich bei den Gandinis? Nur damit ich den Instandsetzer schonmal was sagen kann

-und wo ich schon beim Barrel bin: Welchen Lack am besten nehmen?

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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon rivera » Mittwoch 30. November 2016, 20:04

Für das Barrel habe ichein hundsordinäres hitzefestes Spray aus dem Autozubehörhandel genommen.
Silber in meinem Fall.
Es wurde im Werkstattbackofen eingebrannt.
Das Barrel wurde vorher glasperlenbestrahlt.
Bisher keine Auffälligkeiten, waren aber nur 100 Meilen dieses Jahr...
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon jan » Donnerstag 1. Dezember 2016, 11:06

schnalzer hat geschrieben:-da die Kolben auch nix mehr sind: welches Laufspiel empfiehlt sich bei den Gandinis?

Aus meiner AMC-Erfahrung: Minimum 1/10, eher 12 bis 14/100 - aber das hängt ja auch von der Beschaffenheit der Umgebung, namentlich der Zylinder, ab.
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Re: 1968er Norton Commando 750S (?)

Beitragvon Phil » Donnerstag 1. Dezember 2016, 11:10

jan hat geschrieben:
schnalzer hat geschrieben:-da die Kolben auch nix mehr sind: welches Laufspiel empfiehlt sich bei den Gandinis?

Aus meiner AMC-Erfahrung: Minimum 1/10, eher 12 bis 14/100 - aber das hängt ja auch von der Beschaffenheit der Umgebung, namentlich der Zylinder, ab.

Warum denn das Rad neu erfinden? Jetzt ruf' eben mal den Joe Seifert oder den Rudi Kolano an, Janosch. Die machen das jeden Tach und haben sicher ein brauchbares Laufspiel parat...

Grüße

Ph.
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