Marktgeschehnisse

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Marktgeschehnisse

Beitragvon bos´n » Donnerstag 29. März 2018, 09:49

Tja , Tach zusammen !

Neue Saison vor der Tür und...umsehen !

Da lese ich gerade die neue "Markt"

Es kommt ein neues Preislistensonderheft.

Wo geht die alte Liebe hin ?

Fahrzeugpreise von Porsche bis VW Bus klettern in die Atmosphäre....

Und doch : was ist mit Ponton , Schlüssellochkapitänen und Badewannen ?

Dort stagniert eine Menge.

Fahrzeuge, die lange im Besitz sind auf der einen Seite, Besitzer die lange an Ihren Träumen gebastelt und verwirklicht
haben (z.Z. oft die Kinder der 60-70er) hüten Ihre Schätze und geben sie nur mit hohen Beiträgen aus der Hand.

Nun...in der neuen Markt steht ein Artikel über Vorkriegsmodelle.

Sehr interessante Aspekte.

Gerade die Vorkriegmodell bis 1940 aus der Brot und Butterecke sind häufig relativ günstig zu haben.

Es gibt auf der anderen Seite viele Enthusiasten die sich nach "neuen" Betätigungsfeldern umschauen.

In Beuaulieu haben wir uns alle dabei ertappt wie wir mal auf Geräte wie ein Austin 7 oder ne 1000er Beesa
geschielt haben :wink:

Vielleicht ja ein euer Input für die nächste Welle ?

(Dr. Wu guckt gerade (USA) nach Ford T und Co...)

Was meint Ihr ?

( an alle Grunzer : ich will jetzt hier keine Romane schreiben,sondern euch zum (nach)denken anregen...) ;-D


:halloatall: :halloatall: :halloatall:
Zuletzt geändert von bos´n am Sonntag 8. April 2018, 22:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Tim » Donnerstag 29. März 2018, 10:11

bos´n hat geschrieben:Fahrzeugpreise von Porsche bis VW Bus klettern in die Atmosphäre....


Das Thema hab ich mit drei Schrauberkollegen neulich bei einem entspannten Kneipenabend erst seziert, zwei von denen waren den Tag über auf der TC in Essen. Ich glaube, wir haben "Peak Porsche" schon hinter uns, die Kisten stehen inzwischen wesentlich länger und Rotten Elfer ohne besondere Historie fallen auch schon wieder in den Preisen. Generelle These: Viele Leute suchen offensichtlich nach den Karren aus ihrer Kindheit, aber wenn dann nach den Kisten, die damals schon was besonderes waren. Der Anteil von Interressierten an Vorkriegstechnik ist dagegen wesentlich geringer.


.... (z.Z. oft die Kinder der 60-70er) hüten Ihre Schätze und geben sie nur mit hohen Beiträgen aus der Hand.


Wart mal ab, was die Erben machen. Ich erwarte ehrlich gesagt, dass der Oldiemarkt in zwanzig Jahren an Umweltschutz-Regulierungen und fehlendem Nachwuchs praktisch weggebrochen sein wird. Sobald ein relevanter Anteil der Fahrzeuge autonom fahren wird - was noch zehn Jahre dauern wird - wird individuelles Fahren immer mehr eingeschränkt werden. Ein guter Freund von mir arbeitet in dem Bereich, es ist schon interessant, was der so "von der Front" berichtet. Fährt übrigens privat E-Type....



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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon jan » Donnerstag 29. März 2018, 10:40

Tim hat geschrieben:Sobald ein relevanter Anteil der Fahrzeuge autonom fahren wird - was noch zehn Jahre dauern wird -

Never ever. Bzw.: Definiere "relevant".
Solange wir nicht die (mehr oder weniger) flächendeckende vernetzte Infrastruktur für die autonomen Autos bekommen; und solange die diversen Assistenzsysteme noch an ihren unübersehbaren Unzulänglichkeiten kränkeln - solange wird der ganz überwiegende Teil des Straßen-Individualverkehrs weiterhin von Menschenhand begleitet (gerne auch assistiert bis hochautomatisiert) fahren. Moore´sches Gesetz hin oder her, aber die zehn Jahre kannst Du knicken.

Aber darum ging es hier ja gar nicht. :wink: In allen anderen Deiner Aussagen stimme ich Dir übrigens voll zu.

Und ich ertappe mich in letzter Zeit immer häufiger dabei, mit Vorkriegsobjekten (auch oberhalb von 98cm³-F&S-motorisiert) zu liebäugeln. Das "Problem" ist halt: Butter-und-Brot-Technik ist locker diesseits der 20' k€ erhältlich, aber sobald (Renn-)Historie, Designer-/Sport-Karosserien und/oder obenliegende Nockenwellen ins Spiel kommen, wird´s gleich richtig teuer.
Ich persönlich schaue immer häufiger nach 1920er Ami-Autos, die haben schon ausreichend starke und technisch interessante Motoren (ohv, 6 Zylinder, ab 3 Liter Hubraum, min. 60 PS), sind "bullet-proof" und können auch wirklich nett aussehen. Es muss ja nicht immer ein Ford A oder B sein - auch Buick, Chevrolet, Dodge, Oldsmobile u. a. hatten tolle Autos im Sortiment.

Mal abgesehen von "Vorkrieg": Bei uns sind Franzosen völlig unterrepräsentiert und immer noch vergleichsweise günstig erhältlich. Ich bin z. B. ein großer Peugeot-Fan (203, 403, 404), aber auch ein Panhard PL 17 oder CT 24 könnte mich durchaus locken. Warum wollen die Leute eigentlich immer die ewig-gleichen Strich-Acht, Käfer, 911er, E-Type und Spitfire??!
:gruebel: :nixweiss:

Cheers, Jan
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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Oliver » Donnerstag 29. März 2018, 10:45

jan hat geschrieben:.... Bei uns sind Franzosen völlig unterrepräsentiert ....


Bei uns nicht. Ich liebe unseren R4. :love:

Wobei der auch schon nicht mehr in Frankreich produziert wurde. :facepalm2:

Peugeot 504 Coupé und Break Dangel sind ein Träumchen. Für den Allrad gäb ich glatt mein linkes Ei her.
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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon holsteiner » Donnerstag 29. März 2018, 10:56

jan hat geschrieben: Warum wollen die Leute eigentlich immer die ewig-gleichen Strich-Acht, Käfer, 911er, E-Type und Spitfire??!

Weil sie entweder ihren alten Jugendsünden nachtrauern (guck Dir mal die völlig abgedrehten Preise für Kreidler RS an, natürlich auch Käfer) oder sich aber endlich ihren Jugendtraum (Porsche, Alfa, Jaguar, Kawa900, Münch, MV Agusta) listen können.
Deswegen sind Fahrzeuge aus den 30er und 50er Jahren vergleichsweise günstig, Ausnahmen gibts da natürlich auch wie Borgwards Isabella oder nen 190er Benz oder ne Vincent...
Grüße, Detlev

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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Towner » Donnerstag 29. März 2018, 11:35

Tim hat geschrieben:...Ich erwarte ehrlich gesagt, dass der Oldiemarkt in zwanzig Jahren an Umweltschutz-Regulierungen und fehlendem Nachwuchs praktisch weggebrochen sein wird. Sobald ein relevanter Anteil der Fahrzeuge autonom fahren wird - was noch zehn Jahre dauern wird - wird individuelles Fahren immer mehr eingeschränkt werden. ...


Ich denke mal, dass Umweltschutz nicht das Thema wäre. Oldtimer werden die Klimaziele wohl nicht in Frage stellen. Das sehe ich schon eher den fehlenden Nachwuchs als Problem. Aber das kann man auch nicht so genau sagen. Vielleicht steigt das Interesse auch an historischen Dingen. Es gibt ja irgendwie nichts mehr, was noch eineigermaßen beständig ist. Wenn man beispielsweise die Entwicklung in der Musik betrachtet, muss man auch feststellen, dass immer wieder alte Themen wiederbelebt werden.

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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Tim » Donnerstag 29. März 2018, 11:44

jan hat geschrieben:
Tim hat geschrieben:Sobald ein relevanter Anteil der Fahrzeuge autonom fahren wird - was noch zehn Jahre dauern wird -

Never ever. Bzw.: Definiere "relevant".


Niedriger zweistelliger Prozentsatz, das erste, was autonom unterwegs sein wird, werden Lieferfahrzeuge sein. Und damit einhergehend wird die Gesetzgebung diese Fahrzeuge wegen ihrer deutlich niedrigeren Fehlerquote immer mehr bevorzugen.

Solange wir nicht die (mehr oder weniger) flächendeckende vernetzte Infrastruktur für die autonomen Autos bekommen....


:-k Ich glaube, über den Terminus "autonom" müssen wir nochmal reden. Die Kisten sind doch ihr eigenes Netz. Ein Ding, was IMHO sicher kommen wir, sind z.B. funkende "Warnbojen" für nicht-autonome Fahrzeuge.

...und solange die diversen Assistenzsysteme noch an ihren unübersehbaren Unzulänglichkeiten kränkeln - solange wird der ganz überwiegende Teil des Straßen-Individualverkehrs weiterhin von Menschenhand begleitet (gerne auch assistiert bis hochautomatisiert) fahren. Moore´sches Gesetz hin oder her, aber die zehn Jahre kannst Du knicken.


Relevant != Überwiegend .... ;)

Aber darum ging es hier ja gar nicht. :wink:


Aso. :mrgreen:

Und auch jein, mittel- bis langfristig schon: Bislang passen alte Fahrzeuge immer noch ganz gut in den heutigen Verkehr, eben weil ihre "Regler" immer noch dieselben sind, nämlich die Fahrer. Wir sind kurz vor einem Umbruch, und der wird in einigen Fahrzeuggenerationen dann vollzogen sein. Der Automatisierungsgrad wird immer weiter zunehmen, und irgendwann wird der Punkt erreicht werden, an dem "analoge" Fahrer zum Störfaktor erklärt werden. Das wird ein Großteil der derzeitigen Oldie-Fahrer nicht mehr aktiv erleben, klar - deren Kinder bzw. Enkel haben da aber schon eine ganz gute Chance zu. Und wenn ich mir ansehe, wie meine eigenen Kinder sozialisiert werden, kann ich mir nicht vorstellen, dass die ein ernsthaftes Interesse daran entwickeln werden, sich mit "fahrendem Kulturgut" selbst auseinanderzusetzen. Meine Tochter hat seit diesem Schuljahr eine Verbund-Fahrkarte und wird an einen ÖPNV gewöhnt, der so ziemlich alles abdeckt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie in acht Jahren tatsächlich einen Führerschein machen wird, und damit wäre sie in einem Ballungsraum wie hier eher die Regel. Das Auto wird derzeit immer mehr - und z.T. ja auch zurecht - verteufelt, die Heilige Kuh wird nicht geschlachtet, aber stirbt langsam an Altersschwäche. So langsam dämmert es dem einen oder anderen, dass es totaler Blödsinn ist, 2t-SUVs in Innenstädten herumdieseln zu lassen. Und von da aus ist es nur noch ein relativ kleiner Schritt zum H-Kennzeichen. Ich würde keine größere Summe darauf wetten, dass man auf ewig mit dem H-Kennzeichen in die Umweltzone darf, allein schon, weil es inzwischen missbraucht wird, um billige Massenware aus den 80ern aufzubrauchen, bei der mir keiner mit historischem Wert kommen muss.

Und in genau dieser sich abzeichnenden Entwicklung liegt IMHO der abzusehende Preistrend: Da man mit Einschränkungen rechnen muss, weil sich wichtige Umgebungsparameter ändern, wird der Markt deutlich kleiner werden. Exoten, die man sich ins Wohnzimmer stellen kann, werden noch länger interessant und damit teuer bleiben, aber der Rest? Naja...


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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Tim » Donnerstag 29. März 2018, 11:49

Towner hat geschrieben:Ich denke mal, dass Umweltschutz nicht das Thema wäre. Oldtimer werden die Klimaziele wohl nicht in Frage stellen.


Nein, aber die Ausnahmen werden irgendwann nicht mehr zu rechtfertigen sein. Oldtimer werden nicht das Primärziel, sondern der Kollateralschaden sein. Ich wohn mitten in einer Umweltzone, da hat man schon eine andere Sicht auf solche Themen als auf dem Land. Ich kann in die Nähe meiner Wohnung nur mit einer grünen Plakette oder einem H-Kennzeichen gelangen - und die grüne Plakette ist ja dank Diesel durchaus wieder in Frage gestellt.


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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Norton » Donnerstag 29. März 2018, 12:15

Will jemand einen VW-Bus haben?
Bei mir in der Nachbarschaft ist ein älterer Herr verstorben. Der hat so ein Projekt angefangen, was jetzt abgegeben wird.
Bei Interesse, T2 Baujahr 76, US-Version mit 2L-Motor bereits mit Einspritzung.

Wer braucht schon selbstfahrende Autos? Wer will so einen Quatsch überhaupt haben?
Ein sich selbst putzende Wohnung, das wärs!

Gruß. Martin.
Jung sein ist keine Frage des Alters.
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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Tim » Donnerstag 29. März 2018, 12:40

Norton hat geschrieben:Wer braucht schon selbstfahrende Autos? Wer will so einen Quatsch überhaupt haben?


"Haben" im Sinne von "langfristig besitzen" wollen wird das kaum einer mehr, sondern irgendwann nur noch bei Bedarf anfordern. Das ist genau der Punkt. Ich gehe davon aus, dass mit zunehmender Autonomisierung auch der Status von Autos abgesehen von Luxusartikeln auf den des ÖPNV fallen wird. Willst Du einen Linienbus haben? Und dann will eben auch keiner mehr Oldtimer haben.

Ein sich selbst putzende Wohnung, das wärs!


Naja, Putzroboter gibt's ja schon. Wenn man nix dagegen hat, dass die Hersteller über die unvermeidliche Internetanbindung einen Grundriss der Wohnung bekommen ..... :pfeiffen:


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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon bos´n » Donnerstag 29. März 2018, 12:40

:lach: :lach: :lach:
Stimmt,Martin so eine Autoputze wäre nicht schlecht !
Und autonome Autos machen mir Angst.
Genauso wie Tim´s Szenario.

Stell dir mal vor , demnächst ballern wir mit unseren Vibro-Twins zwischen den autonomen Plastikmüll und dann fallen
dort alle Sensoren aus..... :brille:
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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon holsteiner » Donnerstag 29. März 2018, 12:48

Tim hat geschrieben:Und wenn ich mir ansehe, wie meine eigenen Kinder sozialisiert werden, kann ich mir nicht vorstellen, dass die ...

Das geht tatsächlich schon mit den heutigen Indiviadualfahrzeugen so. Mein "Großer", 28, Berufsnerd, mit 16 Moped, mit 18 Motorrad später Auto, hat zum Ende seiner Ausbildungszeit / Studium beschlossen kein Auto mehr zu benötigen. Fährt mit Fahrrad und OPVN und ist zufrieden damit. Wohnt allerdings auch in Münster mit ideal auf seine Bedürfnisse ausgelegtem Verkehrssystem.
Ich wohne auf dem Land, Außenbezirk, 5km zur nächsten Einkaufsmöglichkeit, keine Bus- oder Bahnanbindung. Der nächste Bus in 3km Entfernung.
Hier geht ohne Individualverkehr nichts.
Meine Zukunftsvision für den Bedarf als Nichtberufspendler geht in Richtung "Dorfauto", also Carsharingangebote hier in den Ortsteilen. Darf dann gerne elektrisch sein. Ob sowas jemals kommt?
Die Automobilindustrie wird sicher was dagegen haben, wenn nicht vor jedem Haus 2 Autos die meiste Zeit rumstehen sondern stattdessen auf 20 Familien nur 4-5 Carsharingkisten kommen.
Grüße, Detlev

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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Rüdi » Donnerstag 29. März 2018, 12:59

Die zukünftige Generation wird das Leben am smartfon an sich vorüber ziehen lassen und von facebook fremdgesteuert.
Da werden noch so einige Märkte weg brechen.
Gott sei Dank habe ich noch die Gnade der frühen Geburt :-)
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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon Towner » Donnerstag 29. März 2018, 13:29

OK, mal Off-topic. Der Dieselskandal läßt plötzlich alle möglichen Visionen hochleben. Wir Deutsche, die wir doch fest an die technlogischen Fähigkeiten der westlichen Welt glauben, fühlen uns jetzt so ein bischen bei Ehre gepackt. Die größte Errungenschaft des 20 Jahrhunderts wird in Frage gestellt. Also gut, dann wollen jetzt gerne auf unser liebgewonnenes Automobil verzichten, wenn uns dafür autonomes Fahren angeboten wird, so ganz nach Gutsherrenart. Ja die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz, das ist die Zukunft. Leider schaffen wir die Klimaziele sowieso nicht und ohne den Diesel auch nicht. Wenn ich mich an frühere Zukunftsvisionen erinnere und sehe, was bis jetzt daraus geworden ist, z.B. Transrapid ...
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Re: Marktgeschenisse

Beitragvon jan » Donnerstag 29. März 2018, 13:51

Tim hat geschrieben: So langsam dämmert es dem einen oder anderen, dass es totaler Blödsinn ist, 2t-SUVs in Innenstädten herumdieseln zu lassen.

Schön wäre es, wenn sich diese Erkenntnis deutlich schneller durchsetzen würde als bisher. Rein technologisch wären wir schon längst beim - alltagstauglichen!! - 3-Liter-Verbrenner-Auto. Max. 1 Liter Hubraum, max. 3 Zylinder, max. 80 oder 100 PS, max. 1 Tonne Gewicht - damit bekäme man heute schon einen vollwertigen Viersitzer hin, der auch für die Urlaubsreise taugt. CO- und NO- und Feinstaub-Emissionen wären grenzwertkonform einzuhalten (inkl. vorteilhafter Auswirkungen auf die Klimaziele), die Vorräte an fossilen Brennstoffen würden auf "unabsehbare" Zeit länger halten.

Aber solange - siehe oben Tim - jede Mutti ihr Gör, Ihre Handtasche und ihren Struppi in 20 Kubikmeter umbautem Raum herumkutschieren muss bzw. jeder komplexbeladene Kurzpimmler es nicht unter 600 PS im AMG-Mercedes, Audi RS oder Porsche Panamera etc. bewenden lassen kann, gehen wir im Sauseschritt und mit offenen Augen auf das Ende einer an sich tollen Erfindung - eben des Verbrennungsmotors - zu.
So sehr ich gegen gesetzliche Regulatorik bin - aber bei diesen Auswüchsen und Fehlentwicklungen könnte ich sie mir noch am ehesten vorstellen...
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