Alle Briten ölen ?

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Alle Briten ölen ?

Beitragvon Hans Berger » Freitag 8. Juni 2018, 14:30

welche Erfahrungen habt ihr mit ölenden Motoren und dem TÜV bei mehr als 50 Jahre alten Maschinen? Kommen die problemlos durch? Früher war das mal so.

Gruß

Hans
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Rüdi » Freitag 8. Juni 2018, 14:51

Kann ich nix zu sagen - meine ölen nicht.
Und wenn die werte Lady schon bei einer so kurzen Stehzeit einen Ölfleck absetzt würde ich versuchen das abzustellen.

... ausser natürlich es handelt sich um uralte Aussenöler...
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Martin » Freitag 8. Juni 2018, 15:09

Kommt immer darauf an wie viel sie ölt.
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon guzzimk » Freitag 8. Juni 2018, 15:09

Hans Berger hat geschrieben:welche Erfahrungen habt ihr mit ölenden Motoren und dem TÜV bei mehr als 50 Jahre alten Maschinen? Kommen die problemlos durch? Früher war das mal so.

Gruß

Hans


Nein, kommen nicht problemlos durch. Ist natürlich eine Frage wieviel Öl der Hobel verliert (nur ölfeucht ist eher kein Problem), wenn man dem TÜVler plausibel erklären kann was man alles unternommen hat um die Ölerei abzustellen und das konstruktiv kaum Abhilfe zu schaffen wäre wird der auch gnädiger - wenn das Moped natürlich vollkommen eingesaut ist und sichtbar seit langem Öl verliert dann wirds eher schwierig mit dem TÜV.
Meine T160 ist knochentrocken und hat kein wetsumping, meine A65 hat da schon größere Probleme.....

Grüße
Markus
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Tim » Freitag 8. Juni 2018, 15:14

guzzimk hat geschrieben:... und das konstruktiv kaum Abhilfe zu schaffen wäre ...


Abhilfe ist recht einfach, zumindest bei den üblichen Trockensümpfen: Man muss den Druck im Betrieb in den Ölräumen niedriger als den Umgebungsdruck bekommen (Reed-Ventile nahe am Kurbelgehäuse etc....) und den Dichtungen mit moderner Chemie etwas helfen, aber dann geht's problemlos.


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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Nörtn ut stall » Freitag 8. Juni 2018, 17:19

welche Erfahrungen habt ihr mit ölenden Motoren und dem TÜV


Vorher abwischen bzw. kurz vorher anhalten und mit nem Lappen drüber gehn.

:pfeiffen:
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Hans Berger » Freitag 8. Juni 2018, 17:54

vielen Dank. Sehr informative Antworten. Da mit dem Abwischen hab' ich früher auch gemacht.

Vielleicht vorher auch noch eine Motorwäsche.

Mit modernerer Chemie werde ich es auch probieren,
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Öko » Samstag 9. Juni 2018, 01:40

Tropfende ölsardinen werden nirgends in den Himmel gehoben oder durchgewunken.
Habe mein bonniemotor vor neun Jahren aufgebaut...mir Dirko s alle Richtungen dünn angesetzt..alle dichtplanflächen auch peinlich genau gereinigt...und abgezogen.
Wie bei allen instandsetzungsarbeiten kommt s auf die Qualität an..die man an den Tag legt.

Leicht schwitzende Motor bekommt bei der HU in der Regel ein Instandsetzungshinweis...die TÜVer müssen sich auch absichern.
22.Jahresparty der Fast Dog´s MF Meyenburg vom 10.-12.August 2018 :runningdog:
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Nortonotti » Samstag 9. Juni 2018, 09:57

Das mindeste was ich vor dem TÜV mache ,die Maschine wird in sauberem und ölfreiem Zustand vorgeführt,
das macht schon mal einen guten Eindruck. :pfeiffen:
Was ich in den letzten Jahren ebenfalls geändert habe,meine Britbikes werden nur noch über meine Schrauberwerkstatt meines Vertrauens abgenommen.Der weis welcher Prüfer sich ankündigt und kennt seine Pappenheimer :mrgreen: .Das Prozedere und die leidvolle Erfahrungen bei der Tüv-Abnahme in Eigenregie tue ich mir nicht mer an. Da nehm ich den etwas höheren Preis über die Werkstatt in kauf.
Nun zum ölen:Meine Neuerwerbung die Norton 650SS ist annähernd dicht,ab und zu nach nach der Fahrt auf der Steuerdeckelseite ein leichtes Schwitzen an der Unterseite.Beim geplanten anbringen des Drehzahlmesserantriebes wird diese Sache mal näher beleuchtet! :-k
Meine No Domi 88 schwitzt da schon etwas mehr,halt das aber nicht für problematisch.
Was das Wetsumping betrifft,bei beiden Nortons ist ein Absperrhahn montiert.Mir ist das Für und wieder und die große Gefahr........ dieses Teils bewusst ,hab für mich verschiedene Maßnahmen getroffen um den Supergau zu vermeiden!!!
Verschwendet keine Zeit mich da umzustimmen ,die Vielfältigkeit der Wetsumping Vermeidung wurde in diesem Forum schon leidenschaftlich diskutiert. :ebiggrin:

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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Towner » Samstag 9. Juni 2018, 13:25

Wenn schon nach der Fahrt zum Tüv der zuvor gesäuberte Motor wieder Öl verliert, also topft, dann sollte man schon darüber nachdenken, das mal zu beheben. Normal ist das nicht.

Ralf
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Hans Berger » Montag 11. Juni 2018, 08:24

Bis in die 70er Jahre ölten alle britischen Motorräder. Es hieß sie seien Ölsardinen. Woran das lag weiß ich nicht. An den Dichtmitteln oder den Dichtflächen? Es war normal und man nahm das nicht so ernst und sie kamen durch den TÜV.

Ich habe zum Beispiel den Kettenkasten geöffnet und dann mit Hylomar ("Rolls-Royce-Technik") die Pappdichtung wieder eingeklebt. Das habe ich bereut. Ohne Pappdichtung und mit Dirko ging das dann.

Vielen Dank für alle Ratschläge. Ich werde sie beherzigen.

Hans
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Tim » Montag 11. Juni 2018, 09:18

Hans Berger hat geschrieben:Bis in die 70er Jahre ölten alle britischen Motorräder. Es hieß sie seien Ölsardinen. Woran das lag weiß ich nicht.


Das ist eine Kombination mehrerer Ursachen: Zum einen leiden die Motoren oft an zu restriktiven Entlüftungen, was den Druck in den Ölräumen zu hoch werden lässt. Das Öl strömt mit dem Druckgefälle, in dem Fall will es also nach außen. Reduziert man den Druck, wird es weniger, bekommt man die Motoren so gut entlüftet, dass der Innendruck unter den Umgebungsdruck fällt, ölen sie gar nicht mehr. Das ist machbar. Ähnliches gilt für Primär- und Getriebegehäuse: Mindestens auf guten Druckausgleich achten, ggf. kann man die auch mit einem Sammler verschlauchen, der mit dem Ansaugtrakt verbunden ist, dann nutzt man das Druckgefälle zum ansaugenden Motor dazu, die Gehäuse zu evakuieren

Ein grundsätzliches konstruktives Problem sind auch die meist zu dünnen Dichtflächen, v.a. im Bereich der Verschraubungen. Da kann man nichts dran machen, aber mit modernen Dichtmitteln kann man den Dichtflächen schon "weiterhelfen".

Drittes Feld sind dann die Wellendurchführungen: Radialwellendichtringe dichten nunmal wesentlich besser als Filzringe, die eigentlich nur bei Fettpackungen ihrer Berechtigung haben. Manche Wellendurchführungen haben gar keine ausreichende Dichtung, da suppt es dann auch - diesen Stellen hilft dann wieder, wenn man den Innendruck in den Griff bekommt.


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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon jan » Montag 11. Juni 2018, 10:34

...also, bei Pre- bzw. Non-Unit-Motoren sehe ich den Motor noch als das geringste Problem an. Bei den AMC-Motoren pisst es jedenfalls weiter hinten, zwischen Primär und Getriebe.

Motorwäsche und Abwischen kann man sich da sparen - speziell, wenn die Füllstände großzügig bemessen (= zu hoch) sind, reichen danach ein paar wenige hundert oder kilo Meter, um entlang der Unterkante des Primärtriebs wieder ein schönes Feuchtbiotop entstehen zu lassen.

Bei "meinem" TÜV begrüßen die das als artgerechtes Lebenszeichen, außerdem wird das Mopped ja nicht über die Grube geschoben, wo sich das volle Elend von unten offenbaren würde.

Wenn aber eine meiner Ladies auf einmal in wirklich nennenswertem Umfang unter sich lässt, dann schaue ich ohnehin sofort danach - auch lange bevor der nächste HU-Termin ansteht.

Also: Einfach mal ganz locker durch die Hose atmen...

Cheers, Jan
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Re: Alle Briten ölen ?

Beitragvon Goldstar » Montag 11. Juni 2018, 23:30

Naja Jan , ich weiss das deine Schmerzgrenze beim Ölen des Mopeds sehr hoch angesetzt ist. Andere sehen ein Ölmolekül und meinen der Motor oder das Moped ölt. Oft war es einfach konstruktionsbedingt und auch Unwissenheit der Fahrer die dazu beigetragen haben dieses Image der Ölsardine wachsen zu lassen.Ich denke da an die Primärblechkästen von AJS und Matchless. In der Hoffnung es dicht zu bekommen wurde die Schraube welche die zwei Hälften in der Mitte fixiert immer fester angezogen, mit dem Resultat das die Dichtflächen sich noch mehr verzogen und es nur noch schlimmer wurde.
Mit einem verölten Moped zum TüV fahren ist auch nicht sonderlich klug, denn was er nicht weiss macht ihn nicht heiss.
Daher meine ich man sloote den Anspruch an sich selbst stellen keine Ölsardine unterm Hintern zu haben.

Gruß Klaus
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