Enfield: kann man einer Motornummer ein Baujahr zuordnen??

Made like a gun... (oder in Indien)

Enfield: kann man einer Motornummer ein Baujahr zuordnen??

Beitragvon Beitrag aus altem Forum » Dienstag 8. August 2006, 16:01

24 Jul. 2006 22:27

hallo zusammen!
habe mal kurz eine frage: wir sind gerade in Indien und wollen uns eine alte Enfield zusammenschrauben lassen. aber ist die wirklich alt?? wir haben motornummer bzw. Fahrgestellnummer (G2/64919). Kann man diese nummer einem Baujahr zuordnen. uns haben sie gesagt das es sich um ein Baujahr 1964 handelt und zu diesem zeitpunkt das Motorrad noch in england gebaut worden ist. kann das stimmen? der"Typenschein ist leider wirlich in einem sehr schlechtem zustand und es steht eigentlich nur diese Nummer drinnen..

würde mich echt freuen, falls mir da wer weiterhelfen kann....

also dann
tschau chris
Kopiert aus dem "alten" Technik-Forum des CBBC
Benutzeravatar
Beitrag aus altem Forum
Manxman
 
Beiträge: 1826
Registriert: Freitag 4. August 2006, 13:20

Beitragvon Beitrag aus altem Forum » Dienstag 8. August 2006, 16:01

Hallo Chris!

In meinen Unterlagen ist keine ordentliche Zuordnung möglich. Roy Bacon schrieb, dass eine Nummernvergabe nicht nach einem logischen Schlüssel erfolgt ist. Allerdings ist der englische Royal Enfield Owners Club in der Lage, die genauen Zuordnungen aus seinen vorhandenen Unterlagen (ewis dicke Wälzer) rauszusuchen. Was Dir allerdings nicht kurzfristig helfen wird.
Ich kann nur so viel sagen, dass das Modell G2 laut meinen Unterlagen von 1948 - 1962 gebaut worden ist. Wenn es eine solche G2 ist, sollte man davon ausgehen können, dass sie aus England stammt. Allerdings schriebst Du, dass sie zusammengeschraubt werden soll. Das bedeutet mit Sicherheit auch, dass da einiges möglicherweise verbastelt und aus verschiedenen Baujahren gemischt ist. Also solltest Du Dir die Frage stellen, ob sie Dir gefällt und darauf achten, dass Du den Preis fair findest. Mehr Anhaltspunkte kann ich Dir leider nicht geben.
Ich kann auch die Werkstatt nicht aus der Ferne beurteilen. Gut ist natürlich im Vorfeld schon zu wissen, was man will und was es kosten darf.
Ich drück Dir die Daumen!!!
Besten Gruß, Martin
Kopiert aus dem "alten" Technik-Forum des CBBC
Benutzeravatar
Beitrag aus altem Forum
Manxman
 
Beiträge: 1826
Registriert: Freitag 4. August 2006, 13:20

Beitragvon Beitrag aus altem Forum » Dienstag 8. August 2006, 16:01

Und weiter im Text:

Also, Royal Enfield gründete 1956 ein Zweigwerk in Madras/Indien und baute auch dort die 350er Bullet. Wenn dem allem so ist, ist da in meinen Augen keine Aussage zu treffen ob sie in England oder Indien gebaut worden ist. Es kann also eine englische RE sein, die in Indien gebaut/montiert wurde...
Tja, vielleicht meldet sich hier noch ein Enfield Experte zu Wort... Volker?
Gruß, Martin
Kopiert aus dem "alten" Technik-Forum des CBBC
Benutzeravatar
Beitrag aus altem Forum
Manxman
 
Beiträge: 1826
Registriert: Freitag 4. August 2006, 13:20

Beitragvon Beitrag aus altem Forum » Dienstag 8. August 2006, 16:01

vielen dank für die antwort!
also gefallen tut sie uns sehr gut und der preis ist echt ok, soll nur mehr das mit dem alter passen....
falls euch noch was dazu einfällt, bitte posten...

danke
tschau chris
Kopiert aus dem "alten" Technik-Forum des CBBC
Benutzeravatar
Beitrag aus altem Forum
Manxman
 
Beiträge: 1826
Registriert: Freitag 4. August 2006, 13:20

Beitragvon Beitrag aus altem Forum » Dienstag 8. August 2006, 16:01

Hi Leute,
also Teil 1.: Um Martins Aussagen zu unterstützen, das G2 ist ein klarer Beweis englischer Herkunft, da indische Fahrwerke anders nummeriert wurden. G steht - soweit ich mich ohne Unterlagen entsinne - für eine 350er. Du solltest auf jeden Fall am Lenkkopf irgendwo diese G2 als Rahmennummern-Bestandteil wiederfinden.
Teil 2: Die seit ´55/´56 in Indien gefertigten Rahmen unterscheiden sich in einem Punkt auf den ersten Blick von den englischen. Du hast beim indischen Rahmen je ein grades Rahmenrohr, was von der Schwingenaufnahme ausgehend über dem Getriebe endet. Von hier geht ein vergleichsweise langer Haltebolzen mit Distanzstücken an die beiden Getriebehaltebleche, die an das von der Sitzbank aus senkrecht nach unten verlaufende Rahmenrohr geschraubt sind. Englische Rahmen bis 1954 haben von der Schwingenaufnahme zu diesem senkrechten Rahmenrohr von jeder Seite (statt des graden Rohres mit den Distanzhülsen)ein rund gebogenes Rohr eingeschweißt/-gelötet. 1954/55 steckte die Schwingenaufnahme in einem fetten Gußteil auf jeder Seite, was man auch schon von weitem erkennen kann. Rahmen nach 1955/56 sehen komplett anders aus. Hier wurden die Rahmen im Heckbereich komplett verändert und die Stoßdämpfer sitzen nur noch an relativ bescheidenen, sehr gefällig gebogenen Auslegern. Insgesamt wirkt das Rahmenheck ab 1956 erheblich kürzer und moderner. Ich hoffe, das Dir das weiter hilft. Enfield India hat seit etwa 1950 in Indien zusammengebaute Royal Enfields mit englischen Rahmen auf den indischen Markt gebracht, der indische Rahmen ist insofern erst deutlich später entstanden. Insgesamt lassen sich ältere indische Anbauteile relativ problemlos an englische Rahmen schrauben, wobei die englischen 350er Motoren bis mindestens 1959 noch Zündmagneten hatten, während die Inder von vorn herein gleich auf Kontakt-/Batteriezündung gingen. Ist ein Zündmagnet vorhanden, dann solltetst Du alles dransetzen, in Erfahrung zu bringen, ob das Fliehkraftverstellerzahnrad dafür auch vorhanden ist(sitzt unter der Beule am oberen Ende der Steuerzahnradkaskade). Ansonsten sind die alten indisch/englischen Unterbrecher Lucas 4CA-Teile, "neuere" Motoren haben noch andere Unterbrecher, auch die funktionieren ganz gut.
So, jetzt wünsch ich Dir viel Glück und sag mal an, was man Dir da jetzt verkaufen will, ok?
Viel Spaß noch in Indien,
Volker
Kopiert aus dem "alten" Technik-Forum des CBBC
Benutzeravatar
Beitrag aus altem Forum
Manxman
 
Beiträge: 1826
Registriert: Freitag 4. August 2006, 13:20


Zurück zu Royal Enfield

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste

cron