Zerlegen einer 72er

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Zerlegen einer 72er

Beitragvon Alfred » Samstag 11. August 2018, 12:30

Liebe Gemeinde,

in http://britbikeforum.de/viewtopic.php?f=14&t=10549 sinnierten wir bereits über
Sinn und Unsinn des Zerlegens meiner 72er Commando und über Kolben- und Zylinder-Zustand.
Beim weiteren Zerlegen (passt schon des Titels wegen nichts in den alten Faden) ging es zügig
voran:

1. Der Kettenspanner ist für die Nochenwellensteuerung ist etwas eingelaufen. Die neuen Spanner,
die man bekommt sind mit Gummi überzogen. Sind die besser?

2. Die Gehäusehälften lassen sich wirklich gut trennen. Es sind schon zwei Superblind-Lager von FAG drin.

3. Ansonsten ist da nichts gemacht. Nix gefräst, nix gebohrt:
GehaeuseLinks.jpg


Da muss ich wieder Entscheidungen treffen:

1. Kolben: Schon entscheiden: Mache ich wohl neu. Am liebsten nähme ich wohl Hepolites (neue) mit anderen Ringen.
Bei der Bonneville habe ich gute (jaja, Einzel-)Erfahrungen damit und mit Götze-Ringen gemacht. Diese Combo
bekommt man in Europa aber scheinbar nicht, habe ich zumindest nicht gefunden.

2. Nockenwelle: Drin ist/war eine 3S. Gönne ich mir eine neue? Wenn dann eine Standard, eine 2S oder gar eine PW3?

3. Gehäuse: Machen lassen, nur Oil Pickup verlegen, auch den Breather verlegen? Wer macht sowas vernünftig?
Vielleicht gar in NRW, damit ich nicht so wertvolle Teile verschicken muss (uns ist gerade wieder etwas verlustig gegangen)?
Was ich bei der Überarbeitung des Gehäuses nie verstanden habe: Es geht doch darum die Ölaufnahme zu verlegen.
Warum wird denn da immer gleich so viel weggefräst. Müsste es da nicht reichten, soviel anständig da wegzunehmen,
dass die Öffnung im Timingside-Gehäuse gut im Öl steht (natürlich muss der alte Aufnahmepunkt verschlossen werden).

Viele Grüße

Alfred
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Re: Zerlegen einer 72er

Beitragvon Tim » Sonntag 12. August 2018, 18:14

Alfred hat geschrieben:3. Gehäuse: Machen lassen, nur Oil Pickup verlegen, auch den Breather verlegen?


Ja, nein, ja.

Wer macht sowas vernünftig?


Kolano.

Vielleicht gar in NRW, ….


Prinzipiell kann das jeder, der eine Fräse zur Verfügung hat, bedienen kann und die Anweisung von Norton sinnentnehmend lesen kann.

Was ich bei der Überarbeitung des Gehäuses nie verstanden habe: Es geht doch darum die Ölaufnahme zu verlegen.


Nein, es geht darum zu verhindern, dass der Breather zur Öl-Fluchtroute wird.

Warum wird denn da immer gleich so viel weggefräst. Müsste es da nicht reichten, soviel anständig da wegzunehmen,
dass die Öffnung im Timingside-Gehäuse gut im Öl steht (natürlich muss der alte Aufnahmepunkt verschlossen werden).


Dieser halbe falschrum ausgeführte Ölhobel sorgt dafür, dass sich Öl vorm Breather-Auslass staut und dann da rausbefördert wird. Der ist konstruktiv einfach grober Unfug. Mit dem Wegfräsen ist man da wieder nah am okinaalen Zustand dran, der nunmal funktioniert.

Wäre der Ölhobel beidseitig und gegen die Laufrichtung, wäre das eine 1A-Ansaugstelle für eine externe Trockensumpfpumpe.


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Re: Zerlegen einer 72er

Beitragvon Alfred » Sonntag 12. August 2018, 19:32

Tim hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:Was ich bei der Überarbeitung des Gehäuses nie verstanden habe: Es geht doch darum die Ölaufnahme zu verlegen.

Nein, es geht darum zu verhindern, dass der Breather zur Öl-Fluchtroute wird.


Tim, wenn es nur um die Öl-Fluchtroute ginge, dann müsste doch die Verlegung des Breathers reichen?
Wofür dann die ganze Fräserei?
Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass ab höheren Drehzahlen
das Öl nach hinten gedrückt wird und die vordere Aufnahme dann leer läuft.
Aber man liest ja viel.
Aber ok, Du rätst zu beidem ...

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Re: Zerlegen einer 72er

Beitragvon Tim » Montag 13. August 2018, 10:02

Alfred hat geschrieben:Tim, wenn es nur um die Öl-Fluchtroute ginge, dann müsste doch die Verlegung des Breathers reichen?
Wofür dann die ganze Fräserei?


Lass es mich so sagen: Wenn Du den Breather des Todes wirklich ins Steuergehäuse verlegst und die Öffnung dann verschließt, kann man sich die Fräserei wohl tatsächlich sparen. Ich würde allerdings diese Modifikationen einfach machen, das ist nicht sooo ein Drama und dann einen Reed-Breather anstelle des alten verwenden. Den dann in den Öltank entlüften und gut is'.

Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass ab höheren Drehzahlen
das Öl nach hinten gedrückt wird und die vordere Aufnahme dann leer läuft.


Dieser inverse Ölhobel zwingt das Öl, das dort abgeschleudert wird, eben direkt an der Öffnung des Breathers vorbei, das ist das eigentliche Problem. Immerhin ist diese Geometrie nur antriebsseitig, die Tasche ist also nicht komplett geschlossen.

Aber ok, Du rätst zu beidem ...


Hm, eher rate ich dazu, die Fräsarbeiten machen zu lassen und dann einen Reed-Breather zu verwenden.


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Re: Zerlegen einer 72er

Beitragvon Alfred » Montag 13. August 2018, 10:59

Tim hat geschrieben:
Hm, eher rate ich dazu, die Fräsarbeiten machen zu lassen und dann einen Reed-Breather zu verwenden.

Tim


Manchmal bin ist begriffsstutzig. Du meinst Reed-Breather ans Steuergehäuse oder an den Flansch als
Ersatz für den Tower der Todes?

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Re: Zerlegen einer 72er

Beitragvon Tim » Montag 13. August 2018, 11:14

Alfred hat geschrieben:Manchmal bin ist begriffsstutzig. Du meinst Reed-Breather ans Steuergehäuse oder an den Flansch als
Ersatz für den Tower der Todes?


Bei einem 72er-Gehäuse, das zerlegt vor mir liegt, würde ich den Comstock-Breather verbauen und alle Arbeiten laut Service note ausführen. Da wird zwar immer Öl durch den Breather kommen - v.a. beim Start - aber wenn man den in den Öltank routet, hat man IMHO ein ziemlich gutes System. Kurzstrecken sind dann allerdings übel, man muss schon ordentlich Wärme ins Öl bekommen, um den Wasser-Eintrag aus dem Blowby rauszubekommen.

Ich habe an meiner Atlas den Comstock-Breather in der großen Ablassschraube und in der 1970er einen Reed-Eigenbau im Steuergehäuse. Beide Motoren sind knochentrocken (der Atlas-Motor hat vorher ein klein wenig geschwitzt hier und da). Es führen also mehrere Wege nach Rom, Hauptsache, man bekommt ein Druchgefälle von außen nach innen.


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Re: Zerlegen einer 72er

Beitragvon Norbert » Dienstag 14. August 2018, 12:11

Tach, ich sitze hier in der Bretagne und lese gerade diesen Tröt und schon bin ich angepisst. Warum lass ich von Kolano mein 72er Gehäuse umfräsen, drehen, bauen und sonst was alles, wenn dieses Comstock-Dingens gereicht hätte? Reicht das jetzt immer noch nicht, dass die Entlüftung am Timingcase ist und mit nem querschnittsentsprechendem Schlauch in den Öltank geführt ist? Muss da noch ne SPS-gesteuerte Absaugvorrichtung dran?
Ich setz mich jetzt auf meine KTM und fahr mal rund ums Cap Sizun....
Gruß Norbert
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Re: Zerlegen einer 72er

Beitragvon Tim » Dienstag 14. August 2018, 12:53

Norbert hat geschrieben:Warum lass ich von Kolano mein 72er Gehäuse umfräsen, drehen, bauen und sonst was alles, wenn dieses Comstock-Dingens gereicht hätte?


:-k Häh. Ich schrub doch Comstock und Fräsen. Keine Ahnung, ob Meister Kolano mal den Comstock-Atmer ausprobiert hat, bei meiner Atlas war jedenfalls ein deutlicher vorher-nachher-Effekt zu erkennen. Und bei der 1972er ist der am wirkungsvollsten, weil direkt am Ort des Geschehens.


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